mini|Romy Schneider (1960) rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Romy Schneider deutsch-französische Schauspielerin Romy Schneider (* 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien; † 29. Mai 1982 in Paris) war eine deutsch-französischeDa ihre Mutter Magda Schneider gebürtige Deutsche war und ihr Vater Wolf Albach-Retty bereits 1937 die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte (vgl. Michael Töteberg: Romy Schneider, S. 21), erhielt Romy Schneider nach dem Abstammungsprinzip – und ungeachtet ihres Geburtsortes Wien sowie des Anschlusses Österreichs im März 1938 – ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit. Später nahm sie auch die französische Nationalität an. Aufgrund ihres Geburtsortes und ihrer Vorfahren väterlicherseits wird Romy Schneider häufig (auch) als Österreicherin angesehen, und laut dem Regisseur Constantin Costa-Gavras soll Schneider sich selbst ebenfalls als Österreicherin betrachtet haben. In einem Interview für die Dokumentation Die letzten Tage einer Legende äußerte Costa-Gavras: „Romy mochte es nicht, als ‚Deutsche‘ bezeichnet zu werden. Manche nannten sie sogar ‚Boche‘. Die Leute sollten wissen, dass sie Österreicherin war.“ Schneider beantragte allerdings nie die österreichische Staatsbürgerschaft und in einem ihrer Tagebucheinträge vom Sommer 1965 heißt es: „Ich habe einen deutschen Paß, meine Mutter hat einen deutschen Paß, […] Ich bin eine Deutsche, mein Vater war Österreicher.“ (vgl. Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 236). Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Schneider begann ihre Schauspielkarriere im Alter von 15 Jahren. An der Seite ihrer Mutter Magda Schneider spielte sie in den Filmen Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1953), Mädchenjahre einer Königin (1954) und Die Deutschmeister (1955). Von 1955 bis 1957 gelang ihr in der Rolle der Kaiserin Elisabeth mit der Sissi-Trilogie der internationale Durchbruch.

Auf der Suche nach anspruchsvollen Rollen ging sie 1958 nach Paris, wo sie ihr Theaterdebüt in John Fords Tragödie Schade, dass sie eine Hure ist gab. 1963 drehte sie in den Vereinigten Staaten den Spielfilm Der Kardinal, für den sie eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. 1969 hatte sie mit Der Swimmingpool an der Seite von Alain Delon einen Kinoerfolg.

In den 1970er Jahren war Schneider auf dem künstlerischen Höhepunkt ihrer Karriere. Unter der Regie von namhaften Regisseuren wie Claude Sautet, Andrzej Żuławski und Luchino Visconti spielte sie zahlreiche Charakterrollen und avancierte zur erfolgreichsten Schauspielerin des französischen Films dieser Zeit. Für ihre schauspielerischen Leistungen in den Filmen Nachtblende (1975) und Eine einfache Geschichte (1978) wurde sie mit dem César als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Ihr letzter Film, Die Spaziergängerin von Sans-Souci, erschien 1982 wenige Wochen vor ihrem Tod. Bei der Verleihung des César im Jahr 2008 wurde ihr posthum der Ehrenpreis verliehen.

Leben und Werk Die frühen Jahre mini|hochkant|Das Mädcheninternat Schloss Goldenstein, das Schneider von 1949 bis 1953 besuchte

Romy Schneider wurde 1938 im Wiener Billrothkrankenhaus als Tochter des österreichisch-deutschen Schauspielerehepaares Wolf Albach-RettyMichael Töteberg: Romy Schneider. S. 21: „[Der Österreicher] Wolf Albach-Retty war 1933 Förderndes Mitglied der SS geworden, hatte 1937, noch vor dem Anschluss Österreichs, die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt und war 1941 in die Partei eingetreten, wohl aus Karrieregründen.“ und Magda Schneider geboren. Ihre Vorfahren väterlicherseits gehören der österreichischen Schauspielerdynastie Albach-Retty an. Schon Schneiders Ururgroßvater Adolf Retty war Schauspieler, ihre Urgroßeltern waren der Regisseur und Schauspieler Rudolf Retty und die Sängerin Maria Katharina „Käthe“ Schäfer. Deren Tochter – Schneiders Großmutter – war die k. u. k. Hofschauspielerin Rosa Albach-Retty.

Vier Wochen nach Schneiders Geburt brachten die Eltern sie nach Schönau am Königssee, wo sie und später ihr Bruder Wolf-Dieter (* 1941) bei den Großeltern Franz XaverNach anderen Quellen Xaverius oder Franz Xavier. und Maria Schneider auf dem Landgut Mariengrund aufwuchsen. In ihrem ersten Lebensjahr wurde Romy Schneider in die Hände einer Gouvernante gegeben.Magda Schneider über ihre Tochter in Renate Seydels Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 13–16.Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie. S. 24. Die Eltern waren durch ihre schauspielerischen Engagements selten anwesend. 1943 trennten sie sich und wurden 1945 geschieden.Magda Schneider über ihre Tochter in Renate Seydels Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 27.Wolfgang Jacobsen: Schneider, Romy in Neue Deutsche Biographie. S. 306–308.

Schneider wurde im September 1944 in die Volksschule von Schönau eingeschultRenate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 11.Magda Schneider über ihre Tochter in Renate Seydels Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 18. und besuchte ab Juli 1949 das Mädcheninternat auf Schloss Goldenstein, eine private Hauptschule der Augustiner-Chorfrauen B.M.V. in Elsbethen nahe Salzburg. Schon während ihrer Schulzeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Schauspielerei, weshalb sie häufig bei Theateraufführungen des Internats auf der Bühne stand. In ihrem Tagebucheintrag vom 10. Juni 1952 schrieb sie: „Wenn es nach mir ginge, würde ich sofort Schauspielerin werden. […] Jedesmal wenn ich einen schönen Film gesehen habe, sind meine ersten Gedanken nach der Vorstellung: Ich muß auf jeden Fall einmal eine Schauspielerin werden. Ja! Ich muß!“Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 40 und 47.

Am 12. Juli 1953 verließ sie das Internat Goldenstein mit dem Abschluss der mittleren Reife.Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 33. Nach den Sommerferien sollte sie ein Studium an den Kölner Werkschulen beginnen, da sie während des Kunstunterrichts in der Schule ein Talent für die Malerei und das Zeichnen gezeigt hatte. Außerdem war Magda Schneider inzwischen in Köln mit dem Gastronomen und Unternehmer Hans Herbert Blatzheim liiert. Die Ausbildung trat sie jedoch zugunsten ihrer ersten Filmrolle nicht an.

Beginn der Karriere in den 1950er Jahren In dem Heimatfilm Wenn der weiße Flieder wieder blüht sollte Magda Schneider die weibliche Hauptrolle spielen. Für die Rolle ihrer Filmtochter Evchen Forster suchten der Produzent Kurt Ulrich und der Regisseur Hans Deppe nach einer geeigneten Besetzung. Magda Schneider schlug ihre Tochter vor, obwohl sie laut eigener Aussage nichts von deren Berufswunsch und Talent ahnte.Renate Seydel, Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens, 2007, S. 24 Das erste Gespräch mit Ulrich und Deppe am 15. Juli 1953 in München verlief vielversprechend. Nachdem die vierzehnjährige Schneider bei Probeaufnahmen im Ufa-Atelier in Berlin Anfang September 1953 überzeugt hatte, wurde sie für die Rolle engagiert. Die Dreharbeiten an der Seite des gleichaltrigen Götz George, der in dem Film ebenfalls sein Leinwanddebüt gab, und des berühmten Willy Fritsch fanden in Wiesbaden statt und endeten am 9. November 1953. Die Premiere des Films folgte zwei Wochen später in Stuttgart.Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie, 2009, S. 48 Fortan nutzte sie den Künstlernamen Romy Schneider. Im Dezember 1953 heirateten Magda Schneider und Hans Herbert Blatzheim.Alice Schwarzer: Romy Schneider – Mythos und Leben, S. 47.

Im Mai 1954 begann Romy Schneider mit den Dreharbeiten für ihren zweiten Film, Feuerwerk, an der Seite von Lilli Palmer, in dem sie ein junges Mädchen namens Anna Oberholzer spielt, das von zu Hause ausreißt, um sich einem Wanderzirkus als Artistin anzuschließen. Während der Arbeit am Film schrieb sie in ihr Tagebuch: „Ich weiß, dass ich in dieser Schauspielerei aufgehen kann. Es ist wie ein Gift, das man schluckt und an das man sich gewöhnt und das man doch verwünscht.“Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens, 2007, S. 73 In Feuerwerk hatte die fünfzehnjährige Schneider ihre erste Kussszene mit ihrem Schauspielerkollegen Claus Biederstaedt. Sie sagte später, dass es seiner einfühlsamen Art zu verdanken gewesen sei, dass sie ihre Verlegenheit während der Liebesszene habe überwinden können.Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens, 2007, S. 74 Feuerwerk wurde im Juli 1954 fertig gestellt und kam im September 1954 in die deutschen Kinos.

Noch während der Dreharbeiten zu Feuerwerk kam es im Juni 1954 zur ersten Begegnung zwischen Schneider und Ernst Marischka. Der Regisseur hatte zwar bereits eine Schauspielerin für seinen neuen Film Mädchenjahre einer Königin (1954) über die junge Victoria unter Vertrag,Angeblich handelte es sich um Sonja Ziemann; Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie. S. 53. nachdem er aber Romy Schneider kennengelernt hatte, entschied er sich spontan, die Rolle mit ihr umzubesetzen.Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens, 2007, S. 77 Später sagte die Schauspielerin im Interview für die Dokumentation Romy – Portrait eines Gesichts (1967) über Marischka und sein damaliges Vertrauen in sie: „Herr Marischka, der ein wirklicher Freund war, hat genau gewusst, was er will, als er mich engagierte. Ich war ja keine versierte Schauspielerin. […] Was ich ihm zu verdanken habe, weiß ich. Sehr viel. Alles. Damit hat es ja angefangen.“

1955 spielte Schneider erneut unter der Regie Marischkas und zum dritten Mal gemeinsam mit ihrer Mutter in Die Deutschmeister, einem Remake des Films Frühjahrsparade (1934), in dem ihr Vater die männliche Hauptrolle gespielt hatte. Der Film und die Darsteller erhielten ausgezeichnete Kritiken,Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie. S. 63. und das von Schneider in dem Film gesungene Lied Wenn die Vöglein musizieren erschien bald auch als Schallplatte. Innerhalb kurzer Zeit war Romy Schneider zu einem der erfolgreichsten Stars im deutschsprachigen Raum avanciert und hatte auch ihrer Mutter im Nachkriegsdeutschland zu neuer Anerkennung verholfen. Von der Fachzeitschrift Der neue Film erhielt sie 1955 gemeinsam mit Karlheinz Böhm ihre erste Auszeichnung als beliebtester Nachwuchsstar.Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie, 2007, S. 6, 61–63. Im selben Jahr spielte Schneider an der Seite von Joachim Fuchsberger und Hans Albers in der gleichnamigen Neuverfilmung von Der letzte Mann (1924). Albers, der die Hauptrolle spielte, sagte später: „Es war nicht mein Film, es war ihr Film.“Alice Schwarzer: Romy Schneider – Mythos und Leben. S. 56. Der letzte Mann (1955) wurde vom Publikum allerdings weit weniger honoriert als ihre ersten Filme.Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie. S. 65.

Erfolg mit der Sissi-Trilogie Im August 1955 begannen die Dreharbeiten zu Sissi. Der Regisseur Ernst Marischka hatte die sechzehnjährige Schneider für die Hauptrolle in dem Historienfilm um die junge Kaiserin Elisabeth verpflichtet. An der Seite ihrer Tochter übernahm Magda Schneider die Rolle der bayerischen Herzogin Ludovika, Elisabeths Mutter. Die männliche Hauptrolle des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. erhielt Karlheinz Böhm. Die Zusammenarbeit der beiden Hauptdarsteller verlief harmonisch, ihre Beziehung blieb jedoch rein beruflich.Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie. S. 68. Die Dreharbeiten dauerten bis Jahresende und waren mit enormen Produktionskosten verbunden.Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 108.Günter Krenn: Romy Schneider – Die Biographie. S. 71.