Hein, Lehmann & Co. war ein deutsches Unternehmen im Brücken- und Anlagenbau. Es galt in den 1920er Jahren als Spezialist für den Bau großer Eisenbahnbrücken.
Geschichte mini|Aktie über 100 RM der Hein, Lehmann & Co. AG vom August 1940 Das Unternehmen wurde im Jahr 1878 in Berlin-Reinickendorf bei Berlin durch den Kaufmann Max Hein und den Ingenieur Anton Lehmann gegründet. 1888 erfolgte die Gründung der Hein, Lehmann & Co. Aktiengesellschaft.
Neben dem Hauptstandort in Reinickendorf bestand bis 1893 eine weitere Fabrik in Sosnowice.
1892 betrug das Aktienkapital 1,1 Millionen Mark, das Unternehmen war an der Börse notiert. Bereits 1889 war ein Werk in Düsseldorf-Oberbilk aufgekauft worden. Zwischen 1893 und 1913 stieg die Belegschaft von rund 250 auf über 1.500 Mitarbeiter. 1935 musste man dem Flugzeughersteller Heinkel weichen und zog nach Düsseldorf, wo bereits seit 1885 der Eisenkonstruktionsbau ansässig war und von wo aus u. a. der Berliner Funkturm und die Kölner Hohenzollernbrücke geplant und gebaut wurden.
Das Werk in Düsseldorf-Oberkassel feierte 1988 sein hundertjähriges Bestehen als AG.
Abteilungen und Fertigungen Abteilung Stahlbau
Luftschiffhallen und Flugzeughallen. Bahnhofshallen, Kraftwerke, Zuckerfabriken, Hochhäuser in Stahlskelettbauweise. Kranbahnen, Krane, Fördergerüste für Kohle und Erz. Maste für Fernleitungen und elektrische Bahnen. Kohlenbunker, Silos und Schleusentore.
Abteilung Massentrennung (MT)
Zentrifugen Siebmaschinen
Abteilung Herman-Siebe (HS)
Lochbleche, Wechselsiebbelege. Drahtfördergurte. Kunststoffsiebe. Drahtstahlgewebe, Stahldrahtgitter.
Abteilung Funkbau
Rundfunkantennen, Fernsehantennen und Mobile Antennen.
Abteilung Verzinkerei
Feuerverzinken von Röhren aller Art.
Abteilung Beton und Tiefbau
Industriehochbau. Spannbeton-Brückenbau. Funkmast-Fundamente.
Funkturm Berlin Die Baukosten des Berliner Funkturms wurden ursprünglich auf 180.000 Mark festgesetzt. Dafür erteilte am 8. Dezember 1924 die Gemeinnützige Berliner Messe-Aufbau G.m.b.H. einen Auftrag an Hein, Lehmann & Co. eine Eisenkonstruktionen-, Brücken- und Signalbaugesellschaft. Aufgrund der Vergrößerung der Fundamente und der gegenseitigen, unterirdischen Verankerung sowie weiterer Änderungen entstanden Mehrkosten. Abweichend vom Auftrag erhielt die obere Treppe ein günstigeres Steigungsverhältnis, das Geländer wurde erhöht, die Diagonalen verstärkt und Horizontalverbände nachträglich verlegt. So ergab die Endabrechnung Baukosten in Höhe von 203.660 MarkRechnung der Hein, Lehmann & Co. Actiengesellschaft an die Messegesellschaft Berlin vom 25. Juni 1926, Kom.Nr. 431/24 (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung rund Euro).
Heutige Situation Die seit 2012 bestehende Hein Lehmann GmbH im Bereich der Sieb-, Trenn- und Fördertechnik ist in Krefeld ansässig und ging aus dem 1988 gegründeten Unternehmen Hein, Lehmann Trenn- und Fördertechnik GmbH hervor.Geschichte, heinlehmann.com
Bauten (Auswahl) mini|hochkant=1.1|Bahnsteighallen auf Hauptbahnhof Elberfeld Grillo-Theater Essen Funkturm, Berlin Hauptbahnhof Elberfeld, Wuppertal Hohenzollernbrücke, Köln Rheinbrücke Hamm bei Düsseldorf Rheinbrücke bei Ruhrort Oderbrücken bei Greifenhagen und Mescherin Düsseldorf Hauptbahnhof (1932–1936)
Literatur (Auswahl) Denkschrift zum 25- jaehrigen Bestehen der Hein-Lehmann-und-Co.-Aktiengesellschaft, Eisenkonstruktionen, Bruecken- und Signalbau, Berlin 1913. 50 Jahre Hein, Lehmann & Co. Aktiengesellschaft, Berlin 1938.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Berlin-Reinickendorf Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Berlin) Kategorie:Unternehmensgründung 1888