Im Landkreis Eichsfeld gab es im Juni 2024 insgesamt 124 erfasste Geotope.
Geotope Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage EIC_1983 Ehemaliger Werksteinbruch am „Mittelberg“ südöstlich von Kaltohmfeld Kalkstein, Kalkmergel Unterer Muschelkalk Die zahlreichen Restlöcher am Südostrand des Ohmgebirges befinden sich stratigraphisch in den Schichten des Unteren Muschelkalks, speziell in den Bereichen zwischen Terebratel- und Schaumkalkzone. Abbaugegenstand waren zwischen 1850 und 1950 die kristallinen Bankzonen der oben genannten Grenzschichten des Unteren Muschelkalkes. Seit dem Abbauende unterliegen die Aufschlusswände der ständigen Sukzession und befinden sich somit in einem fast renaturierten Zustand. Aus diesem Grund sind sie wenig repräsentativ. Ca. 2 km südöstlich von Kaltohmfeld liegt der ehemalige Werksteinbruch am „Mittelberg“. Hier ist die ca. 8 m mächtige Schaumkalkzone aufgeschlossen, welche durch Mergelkalk-Zwischenmittel getrennt wird. Petrographisch gesehen bestehen die Schaumkalkbänke aus porösen Kalkareniten, die besonders durch die Verwitterung ein „schaumiges“ Aussehen erhalten. Laut Seidel (1992) gehört der Standort geotektonisch zur „Kaltohmfelder Mulde“, einem herzynisch (NW-SE) streichenden Element des Ohmgebirges. Breitenworbis EIC_1958 200px Ehemaliger Werksteinbruch/Kalksteintagebau nördlich von Kreuzebra am „Hegeholz“ poröser Kalkarenit, Dolomit Muschelkalk Der sich vor dem Waldrand des „Hegeholz“, ca. 1 km nördlich von Kreuzebra befindliche Steinbruch wurde vor Jahrzehnten als Werkssteinbruch angelegt und seit 1990–2008 zur Schotter- und Splittgewinnung genutzt. Stratigraphisch befindet sich der Steinbruch im obersten Abschnitt des Unteren Muschelkalkes (Schaumkalkzone). Dieser besteht aus drei porösen Kalkarenitbänken mit deutlich abgesetzten Hartgründen, die jeweils von Wellenkalk-Zwischenmitteln getrennt werden. Darüber schließt sich der Basis-Dolomit des Mittleren Muschelkalks an. Dieser feinschichtige Dolomit und dolomitische Mergelstein zerfällt bei dessen Verwitterung in kleine blättige Scherben. Dingelstädt EIC_232 200px Ehemaliger Kalksteintagebau Effelder, NW von Effelder Wechselfolge aus mergeligen bis Mergelkalksteinen und kristallinen Kalksteinen. Unterer Muschelkalk Der ca. 1 km nordwestlich von Effelder, am nordwestlichen Plateaurand des Mühlenbergs gelegene „Kalksteinbruch Effelder“ wurde bis zum Jahr 1995 zur Erzeugung von Brechprodukten (Schotter und Splitte) betrieben. Im Tagebau ist die Wellenkalk-Folge des Unteren Muschelkalks mit den stratigraphischen Niveaus des Oberen Wellenkalkes, der Terebratelzone und des Mittleren Wellenkalkes aufgeschlossen. Petrographisch gesehen handelt es sich um eine Wechselfolge aus kristallinen und mergeligen Kalksteinen bis Mergelkalksteinen. Diese ist nahezu söhlig (horizontal) gelagert, wobei im südöstlichen Aufschlussbereich eine Abschiebungsstruktur zu erkennen ist. Als Bestandteil des inzwischen bergamtlich genehmigten Abschlussbetriebsplanes des Eigentümers (Gemeinde Effelder) wurde ein Sicherungswall aus nicht verarbeiteten Blöcken der Terebratelzone gegen das Betreten des Böschungsfußes errichtet. Die ansonsten im unteren Drittel der Wand anstehenden Terebratelbänke besitzen Mächtigkeiten nach PATZELT (1994), untere Bank 2,8 m und obere Bank 2,0. Das mikritische Zwischenmittel ist mit 2,8–3,0 m Mächtigkeit angesetzt. Effelder EIC_1948 200px Ehemaliger Werksteinbruch westlich des Stbr. Geisleden („Wolfsscheere“) Kalkstein, Dolomit Bereich der Schaumkalkbänke Der vor 1990 stillgelegte Tagebau befindet sich ca. 1 km nördlich von Geisleden in der Nähe der L2020. Dieser wurde ursprünglich als Werksteinbruch angelegt und später zur Gewinnung von Wegebaumaterial genutzt. Die Böschungsoberkante wird stratigraphisch der Unteren Schaumkalkbank des Unteren Muschelkalks zugeordnet. Der Tagebau hat sich zu einem Sekundär-Biotop entwickelt, das zurzeit mit wenig Flora bewachsen und mit Staunässe bedeckt ist. Die nach Süden exponierte Böschung wird auf längere Sicht gehölzfrei bleiben. Geisleden EIC_1949 200px Ehemaliger Werksteinbruch „Auf den Gleichen“ südwestlich von Geisleden poröser Kalkarenit Bereich der Schaumkalkbänke Im Landschaftsteil „Schillingsrieth“ oberhalb des tiefen Pferdebachtals befindet sich ca. 1,5 km südwestlich von Geisleden der ehemalige Werksteinbruch „Auf den Gleichen“. Hier wurden in den letzten 200 Jahren die werksteinfähigen Bänke der Schaumkalkzone (Unterer Muschelkalk) aus flach angelegten Abbaustellen entnommen und als Pflastersteine verwendet. Die Schichten der Schaumkalkzone sind innerhalb der Restlöcher nur noch andeutungsweise zu erkennen. Geisleden EIC_1892 200px „Feuerkuppe“ östlich Geismar-Steilhang im Unteren Muschelkalk Kalkstein, kalkiger Mergel, Kalkmergel Unterer Muschelkalk Die „Feuerkuppe“ befindet sich ca. 1 km südöstlich von Geismar nördlich der L 1003 am Rollsberg. Der aufgrund extremer Steilheit und trockenheitsbedingt fast Waldfreie Oberhang des Rollsberges erstreckt sich stratigraphisch im Unteren bis Mittleren Wellenkalk (Unterer Muschelkalk). Die südliche Hangkante wird durch die Terebratelzone gebildet. Der offene Hang ist nur schwer zu betreten, da die mikritische Schichtenfolge hier stark durch mechanische Verwitterung beansprucht wurde und es somit ständig zum Abrutschen kommen kann. Die Schichtenfolge ist am Hang nicht gut einzusehen, da sie von Hangschutt überdeckt wird. Der Geotop besitzt eher eine zoologisch-botanische Bedeutung. Geismar EIC_920 200px ND„Wilbicher Schüssel“- Aufschluss der tekt. St. an der L2027 südl. Großbartloff Dolomite, dolomitische Mergel Mittlerer Muschelkalk Die „Wilbicher Schüssel“ liegt in einer Straßenkehre der L 2027 zwischen Großbartloff und Wilbich. Im Zuge der Straßenbauarbeiten wurde hier der Mittlere Muschelkalk angeschnitten. Neben dem Geotop wird mit Wilbicher Schüssel auch ein kleines tektonisches Element innerhalb der Eichenberg-Gotha-Saalfelder Störungszone bezeichnet. Das Zentrum der Wilbicher Schüssel wird von den Schichten des Unteren und Mittleren Keuper, der Randbereich von Oberen und Mittleren Muschelkalk aufgebaut. Im Geotop, der sich am Ostrand der tektonischen Einheit Wilbicher Schüssel befindet, sind blättrige bis dünnbankige Dolomite und dolomitische Mergel aufgeschlossen, die mit ca. 40° nach Westen einfallen. Großbartloff EIC_1936 200px Sandtagebau Heiligenstadt im „Ochsenkopfgrund“ Sandstein mit tonigen Zwischenmitteln Mittlerer Buntsandstein Der Sandtagebau am „Ochskopf“ erstreckt sich am westlichen Ortsrand von Heilbad Heiligenstadt auf einer Fläche von 6,8 ha und dient der Gewinnung von Bausanden einfacher Qualität. Die leichtverfestigten Schichten des Mittleren Buntsandsteins bestehen aus einer Wechselfolge von grauen und rötlichen Sandsteinen, die durch tonige Zwischenmittel getrennt werden. Heilbad Heiligenstadt EIC_1950 Ehemaliger Werksteinbruch nordöstlich von Heuthen / an der L 2045 Kalkstein, mergliger Kalkstein Muschelkalk An der Landstraße L 2045 (Heuthen-Kreuzebra) befindet sich ca. 500 m nordöstlich von Heuthen ein ehemaliger Werksteinbruch im Hang des „Stiemelgraben“. Hier stehen die Gesteine der Schaumkalkzone des Unteren Muschelkalkes an, wobei in der Böschung derzeit nur noch der mergelige Kalkstein des Oberen Wellenkalkes aufgeschlossen ist. Die Reste der Unteren Schaumkalkbank liegen am Fuße als Schuttmassen vor. Etwa 500 m östlich gelegen befindet sich der „Eichenberg“. Zwischen dem dort anstehenden Trochitenkalk (Basisglied des Oberer Muschelkalks) und dem Aufschluss im Werksteinbruch sind die Gesteine des Mittleren Muschelkalks aufgeschlossen. Heuthen EIC_1900 „Epsberg“ bei Hohengandern tonig-merglige Schichten Mittlerer Keuper Am ca. 500 m südöstlich von Hohengandern gelegenen „Eps-Berg“ sind an dessen Westhang die tonig-mergligen Schichten des Mittleren Keupers aufgeschlossen. Die Aufschlussverhältnisse ähneln denen der „Wachsenburg“ und der „Wandersleber Gleiche“, die in Mittelthüringen landschaftsprägend sind. Das Auftreten des Mittleren Keupers bei Hohengandern ist tektonisch an den Grabenbruch des „Leine Grabens“ gebunden. Hier sind die Schichtenfolgen aus der Oberen Trias grabenförmig eingesunken so vor Erosion und Abtragung geschützt. Hohengandern EIC_1890 200px „Küllstedter Bahntunnel/Westportal“- Unterer Muschelkalk sparitischer Kalkstein mit mikritischen Zwischenmitteln Bereich der Schaumkalkbänke Das Westportal des „Küllstedter Bahntunnels“ liegt ca. 1,5 km südlich von Küllstedt. Die inzwischen stillgelegte Eisenbahnlinie Leinefelde-Geismar wurde seinerzeit in einem schwierigen Landschaftsrelief trassiert, weshalb tiefe Einschnitte und Tunnel notwendig waren. Westlich des Tunnelportals wurde die sog. „Rösche“ in die Schichten des Schaumkalkes (Unterer Muschelkalk) getrieben. An dieser südöstlichen Böschung sind die in Nordwestthüringen verbreiteten drei Schaumkalkbänke zu finden. Diese Bänke der porösen Schaumkalkzone besitzen Mächtigkeiten zwischen 10 und 130 cm und werden durch mikritsche Zwischenmittel getrennt. Zusammen sind rund 6 m der Folge aufgeschlossen. Küllstedt EIC_1968 200px „Burg Bodenstein“ nördlich von Wintzingerode – Aufschluss als Bauwerksgründung Kalkstein Unterer Muschelkalk Die ca. 500 m nördlich von Wintzingerode liegende „Burg Bodenstein“ befindet sich topographisch an der Westflanke des „Ohmgebirges“ auf einem Bergsporn. Stratigraphisch lässt sich der Aufschluss in den Übergangsbereich von Oberem Wellenkalk und der darüberliegenden Schaumkalkzone des Unteren Muschelkalks zuordnen. Durch die härteren Schichten des sparitisch ausgebildeten Schaumkalks wurden die darunter liegenden Schichten des Wellenkalkes vor der Erosion geschützt. Diese verwitterungsbeständigen Kalkbänke bilden eine harte Kante aus, die den bewaldeten Steilhang von der ackerbaulich genutzten Hochfläche aus Gesteinen des Mittleren Muschelkalks trennt. Weiterhin dienten diese harten Bänke als Fundament für die „Burg Bodenstein“. Leinefelde-Worbis EIC_1979 „Sachsental“ südwestlich von Kaltohmfeld – Aufschlüsse in der Oberkreide (1) Sande, Mergelkalkstein Cenoman Im „Sachsental“ sind im Bachbett des Ritterbaches ca. 1 km südwestlich von Kaltohmfeld die Grünsande des Untercenoman (Oberkreide) als Lesesteine zu finden. Bei den Grünsanden handelt es sich petrographisch gesehen um einen verwitterten, feinkörnigen Sandstein mit Einsprenglingen von Glaukonit. Das Eisen-Aluminium Silikat Glaukonit entsteht durch die Reaktion von Sediment und Meerwasser bei geringer Sedimentationsrate (Halmyrolyse). Die Grünsande wurden in einem Flachmeer abgelagert und belegen den sog. „Transgressionshorizont“ der oberkreidezeitlichen Festlandsüberflutung. Weiterhin schneidet sich der Bachlauf in die Schichten der Plänerkalke ein, die aus grauweißen Mergelkalken aufgebaut werden und ein dünnplattiges bis dünnbankiges Gefüge ausbilden. Leinefelde-Worbis EIC_1980 „Sachsental“ südwestlich von Kaltohmfeld – Aufschlüsse in der Oberkreide (2) Mergelkalksteine Cenoman Ca. 500 m nördlich des Geotops „Sachsental (1)“ befindet sich ein weiterer Aufschluss („Sachsental (2)“) in den Schichten der Oberkreide. Hier sind die grauweißen Mergelkalksteine der Pläner-Folge entlang der Straße, die von Kaltohmfeld nach Kirchohmfeld führt, aufgeschlossen. Die dünnplattigen bis dünnbankigen Gesteine zerfallen hier durch die Verwitterung in scherbige Bruchstücke. Weitere Fundstellen sind auf dem benachbarten Acker anzutreffen. Die Geotope „Sachsental 1 und 2“ besitzen einen nationalen Wert, da sie zur Rekonstruktion paläogeographischer Verhältnisse in Mitteleuropa dienen und einzigartig sind. Leinefelde-Worbis EIC_1967 200px Ehemaliger Werksteinbruch westlich von „Wintzingerode“ Sandstein Thüringischer Chirotherien-Sandstein Der ehemalige Werksteinbruch befindet sich ca. 0,5 km nordwestlich von Wintzingerode an der B 247 (Worbis-Duderstadt). Hier stehen die hellgrauen, fein- bis mittelkörnigen Sandsteine des Chirotheriensandsteins (Mittlerer Buntsandstein) an. Die Endböschung