Idaho (englische Aussprache ) ist ein Bundesstaat im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika mit einer Bevölkerung von 1.839.106 (US Census 2020). Er gehört damit zu den dünn besiedelten Bundesstaaten. Die Hauptstadt ist Boise. Der Staat wird auch als Gem State (Edelstein-Staat) bezeichnet. Der Name des Staates Idaho rührt wahrscheinlich vom indianischen Wort „Ee-dah-how“ der Shoshone her, was sinngemäß etwa „Licht auf den Bergen“ bedeutet. Anderen Behauptungen zufolge soll diese Übersetzung eine freie Erfindung des exzentrischen Minenlobbyisten George M. Willing sein.museumofhoaxes.com

Geografie Basisdaten Von der 216.446 km² großen Staatsfläche (14. Rang unter den Bundesstaaten) sind 2133 km² Wasserfläche (1 %). Rund 47 % des Landes sind bewaldet. Der höchste Punkt in Idaho ist Borah Peak (3859 m) im Custer County.

Ausdehnung des Staatsgebiets Idaho hat eine Breite von maximal 491 km zwischen 110° W bis 117° W und eine Länge von 771 km zwischen 42° N bis 49° N.

Nachbarstaaten Idaho grenzt an die Bundesstaaten Washington, Oregon, Nevada, Utah, Wyoming und Montana sowie die kanadische Provinz British Columbia. Der längliche Gebietsstreifen Idahos zwischen Washington und Montana wird im Englischen als Idaho Panhandle bezeichnet. Das Wort Panhandle für Pfannenstiel wird im Englischen häufig für Gebietskorridore oder andere schmale Landabschnitte gebraucht.

Gliederung Liste der Countys in Idaho

Ein historisches County von Idaho war das Alturas County.

Landschaften Die Landschaft ist in Idaho überwiegend bergig mit weiten unberührten Gegenden. Der Süden des Staates wird durch den Bogen der Snake River Plain geprägt, einer Ebene, die sich über rund 600 km von Ost nach West durch den gesamten Staat zieht. Ihr unmittelbares Umfeld wird durch die Basin-and-Range-Struktur des Großen Beckens beeinflusst. Der gesamte Rest des Staates gehört zu den Rocky Mountains. Die Sawtooth Range wird als Idahos bekanntestes Gebirge bezeichnet. auf idahoaclimbingguide.com (englisch) Weitere Gebirgszüge in Idaho sind die Bitterroot Range an der Grenze zu Montana, die Clearwater Mountains, die sich von dort bis zum Salmon River erstrecken, die Salmon River Mountains, die Lost River Range und die White Cloud Mountains.

Bodenschätze sind in großen Mengen vorhanden.

Flüsse Die größeren Flüsse Idahos sind der Snake River, der Clearwater River, der Clark Fork River mit dem Pend Oreille River sowie der Salmon River.

Wasserfälle mini|hochkant|Die Shoshone Falls Das Wasser des Snake River rauscht durch den Hells Canyon, der tiefer als der Grand Canyon ist. Die Shoshone Falls stürzen von rauen Felsen aus einer größeren Höhe in die Tiefe als die Niagarafälle.

Seen Alturas Lake (Sawtooth National Recreational Area) Coeur d’Alene Lake Lake Pend Oreille Payette Lake (McCall) Petit Lake (Sawtooth National Recreational Area) Priest Lake Redfish Lake (Sawtooth National Recreational Area) Sawtooth Lake (Sawtooth National Recreational Area)

Bevölkerung

mini|Bevölkerungsdichte

Idaho hat 1.839.106 Einwohner (Stand: Census 2020), davon 82,8 % Weiße, 1,7 % Indianer, 1,4 % Asiatische Amerikaner, 0,8 % Afroamerikaner. 12,0 % der Einwohner bezeichneten sich als Hispanics bzw. Latinos. Über drei Viertel der Bevölkerung Idahos stammt von Vorfahren aus Europa ab. Dabei bilden die Deutschstämmigen mit 21,8 % die größte Gruppe.

Religionen

Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit 311.425, die Katholische Kirche mit 130.847, die Assemblies of God mit 18.745 und die United Methodist Church mit 17.683 Anhängern.

Größte Städte

Geschichte mini|hochkant|Grenzpfahl Idaho – Washington, hier mit deutscher Aufschrift Idaho wurde bereits 1805 durch Lewis und Clark erforscht. Zu dieser Zeit lebten etwa 8000 Indianer in der Gegend.

Zunächst war Idaho ein Teil der Territorien von Oregon und Washington. Der Pelzhandel und die missionarische Tätigkeit ließen die ersten Siedler in die Region aufbrechen. Tausende durchzogen Idaho während des kalifornischen Goldrausches, nur wenige ließen sich in Idaho nieder. Am 4. März 1863 unterzeichnete US-Präsident Abraham Lincoln ein Gesetz, mit dem das Idaho-Territorium geschaffen wurde. Damals lag die Gesamtbevölkerung unter 17.000.

1865 wurde Boise an Stelle von Lewiston Hauptstadt. Als 1866 Gold in Idaho entdeckt und die transkontinentale Eisenbahn 1869 vollendet worden war, kamen zahlreiche Menschen nach Idaho, insbesondere chinesische Einwanderer zur Arbeit in den Minen. 1877 kam es im Rahmen des Feldzuges gegen die Nez Percé in Idaho zu mehreren Gefechten zwischen dem amerikanischen Heer und Nez-Percé-Indianern. Die Indianer waren dabei sehr erfolgreich, flohen allerdings schließlich, von den Amerikanern verfolgt, nach Wyoming und Montana.

Präsident Benjamin Harrison unterzeichnete ein Gesetz, mit dem Idaho als 43. US-Bundesstaat am 3. Juli 1890 den Vereinigten Staaten beitrat. Die damalige Bevölkerung betrug 88.548. Die Verfassung von 1889 ist noch immer in Kraft.

Nach der Etablierung als Bundesstaat wurden der Bergbau und andere Industrien ein bedeutender Faktor in der Wirtschaft. In den 1890er Jahren exportierte Idaho mehr Blei als jeder andere Staat. Obwohl die Abhängigkeit Idahos vom Bergbau abgenommen hat, ist der Staat weiterhin einer der bedeutendsten Produzenten von Silber und Blei. In den 1950er und 1960er Jahren wurden Einwohner Idahos durch radioaktiven Fallout der Nevada National Security Site kontaminiert. Die Bundesregierung arbeitete an einer Lösung, die Opfer zu entschädigen.

Politik mini|links|Idaho State Capitol in der Hauptstadt Boise + Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen Jahr Republikaner Demokraten202466,87 % 605.24630,38 % 274.972202063,67 % 554.11932,98 % 287.021201659,25 % 409.05527,48 % 189.765201264,09 % 420.91132,40 % 212.787200861,21 % 403.01235,91 % 236.440200468,38 % 409.23530,26 % 181.098200067,17 % 336.93727,64 % 138.637199652,18 % 256.59533,65 % 165.443199242,03 % 202.64528,42 % 137.013198862,08 % 253.88136,01 % 147.272198472,36 % 297.52326,39 % 108.510198066,46 % 290.69925,19 % 110.192197659,88 % 204.15137,12 % 126.549197264,24 % 199.38426,04 % 80.826196856,79 % 165.36930,66 % 89.273196449,08 % 143.55750,92 % 148.920196053,78 % 161.59746,22 % 138.853 Idaho ist durch seine ländliche und religiöse Bevölkerung einer der konservativsten Staaten der USA; entsprechend haben die Republikaner hier seit 1964 bei keiner Präsidentschaftswahl verloren. Damals setzte sich Lyndon B. Johnson, der landesweit mit großem Vorsprung wiedergewählt wurde, in Idaho knapp gegen den republikanischen Herausforderer Barry Goldwater durch.

Idaho stellt im Electoral College bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2024, wie schon seit 1912, vier Wahlleute.

Der starke Zuzug von der Westküste seit der Jahrtausendwende änderte entgegen einiger Erwartungen nichts an der politischen Grundhaltung der Bevölkerung. Idaho suchen sich gerade jene Zuwanderer aus, die das politische Klima eines konservativen Staates anzieht.Idaho Statesman: Most Californians who move to Idaho are Republicans: Studies, 4. Februar 2021.

Idaho hat ein Zweikammerparlament, bestehend aus dem Repräsentantenhaus von Idaho und dem Senat von Idaho. Beide Kammern gelten als Teilzeitparlamente und werden jeweils alle zwei Jahre gewählt.

Kongress Liste der US-Senatoren aus Idaho Liste der Mitglieder des US-Repräsentantenhauses aus Idaho

Mitglieder im 119. Kongress +RepräsentantenhausNameMitglied seitParteizugehörigkeitRussell Mark Fulcher2019RepublikanerMichael Keith „Mike“ Simpson1999Republikaner +SenatNameMitglied seitParteizugehörigkeitJames Elroy Risch2009RepublikanerMichael Dean Crapo1999Republikaner

Gouverneure Bei der Wahl im November 2022 wurde Brad Little, der sein Amt seit 2019 ausübt, als Gouverneur von Idaho wiedergewählt. Lieutenant Governor (Vizegouverneur) und damit sein Stellvertreter ist seit 2022 Scott Bedke, ebenfalls Republikaner. Liste der Gouverneure von Idaho Liste der Vizegouverneure von Idaho

Naturdenkmäler Der National Park Service (NPS) weist für Idaho einen Nationalpark, drei National Historic Trails, einen National Geologic Trail, eine National Reserve, eine National Preserve (gleichzeitig ein National Monument) und ein bzw. zwei National Monuments aus:

Yellowstone-Nationalpark California Trail Lewis and Clark National Historic Trail Oregon Trail Ice Age Floods National Geologic Trail City of Rocks National Reserve Craters of the Moon National Monument and Preserve Hagerman Fossil Beds National Monument

Hinzu kommen elf National Natural Landmarks (Stand 30. September 2017).Idaho. In: nps.gov, abgerufen am 21. November 2018.

Kulturdenkmäler mini|hochkant|Wachturm im Minidoka War Relocation Center (2016)

Der NPS führt in Idaho eine National Historic Site und einen National Historical Park:

Minidoka War Relocation Center Nez Perce National Historical Park

Daneben gibt es in Idaho zehn National Historic Landmarks und 1041 Bauwerke und Stätten, die im National Register of Historic Places eingetragen sind (Stand 30. September 2017).Idaho. In: nps.gov, abgerufen am 21. November 2018.

Wirtschaft und Infrastruktur Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2016 bei USD 39.970 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 57.118; nationaler Rangplatz: 49). Die Arbeitslosenquote lag im November 2017 bei 2,9 % (Landesdurchschnitt: 4,1 %).

Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Rindfleisch, Kartoffeln (Idaho Potatoes), Zuckerrüben, Molkereiprodukte, Weizen und Gerste. Auch Wein wird angebaut. Die industriellen Produkte sind Holzwaren, Maschinen, Computer-Hardware, chemische Erzeugnisse, Papierprodukte, Silber und andere Bodenschätze. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus.

Bildung und Forschung Zu den staatlichen Hochschulen gehören die Boise State University, die Idaho State University, das Lewis-Clark State College und die University of Idaho. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Idaho verzeichnet. Nordwestlich von Idaho Falls liegt das Idaho National Laboratory.

Literatur Adam M. Sowards (Hrsg.): Idaho’s Place: A New History of the Gem State. University of Washington, Seattle 2016, ISBN 978-0-295-99556-4.

Weblinks

Webpräsenz des Bundesstaates (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Bundesstaat der Vereinigten Staaten Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1890