Raissa Semjonowna Nitabuch (; * 1859 in Wladikawkas) war eine russische Pathologin. Sie ist heute insbesondere bekannt durch das nach ihr benannte sogenannte Nitabuch-Fibrinoid (Слой Нитабух, dt. Nitabuch-Schicht). Sie ist damit eine von wenigen Frauen, durch die anatomische Strukturen bekannt gemacht wurden.

Leben Nitabuch wurde 1859 in Wladikawkas geboren. 1881 ging sie mit anderen Frauen in die Schweiz, um dort Medizin zu studieren. 4 Jahre später schloss sie das Studium der Medizin an der Universität Zürich ab. Im Juli 1887 dissertierte sie über „Beiträge zur Kenntniss der menschlichen Plazenta“ an der medizinischen Fakultät der Universität Bern. Die Dissertation wurde am 30. November 1887 genehmigt. In ihrer Promotionsschrift beschrieb sie eine sich während der Schwangerschaft ausbildende fibrinoide Schicht zwischen Chorionzotten und Dezidua basalis. Das Nitabuch-Fibrinoid befindet sich in der Zone, in der sich maternales und fetales Gewebe durchdringen, jedoch nicht im Stratum basale. Die fibrionoide Schicht wird heute nach Nitabuch bezeichnet und ist, neben Rohrfibrinoid und Langhansfibrinoid, eine von drei Fibrioniden der Plazenta. Doktorvater war Theodor Langhans, nach dem das vorgenannte Fibrinoid benannt wurde.

Zudem war sie Erstbeschreiberin der Spiralarterien, die uterinen und plazentaren Blutfluss verbinden.

Über Nitabuchs weiteres Leben ist wenig bekannt.

Weblinks

Volltext der Dissertation Bild der Plazenta mit Nitabuch-Fibrinoid (Seite 6, Nummer 6; Seite 7, Nummer 4)

Belege

Kategorie:Pathologe Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Universität Bern Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben im 19. oder 20. Jahrhundert Kategorie:Frau