Die Bitpanda GmbH ist ein österreichischer Finanzdienstleister mit Hauptsitz in Wien. Über seine Website und eine App ermöglicht Bitpanda den Zugang zu einer Handelsplattform, die den Handel mit Kryptowährungen, Rohstoffen, Wertpapieren und ETFs umfasst.
Geschichte
Gründung und Ausrichtung Die Bitpanda GmbH wurde am 12. September 2014 von Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer gegründet.Michael Nikbakhsh: Gib dem Panda Zucker. In: Profil. 10. Juli 2022. Anfänglich firmierte das Unternehmen unter dem Namen Coinimal GmbH, während die Handelsplattform für Kryptowährungen stets mit dem Namen Bitpanda bezeichnet wurde. Ab 2017 konnten an über 1800 Standorten der Österreichischen Post Gutscheine für Bitcoins gekauft werden, die über die Plattform Bitpanda eingelöst werden können.Bitcoin nun bei der Post erhältlich. In: Oberösterreichische Nachrichten. 12. Juli 2017.Post verkauft Hacker-Währung Bitcoin. In: Neue Vorarlberger Tageszeitung. 12. Juli 2017. Im Geschäftsjahr 2017 erzielten 15 Mitarbeiter einen Bilanzgewinn in Höhe von 11,16 Millionen Euro und bearbeiteten Transaktionen mit verschiedenen Kryptowährungen in Höhe von 600 Millionen Euro.Andreas Danzer, Alexander Hahn: Wo virtuelle Währungen für echte Gehälter sorgen. In: Der Standard. 20. Januar 2018. 2018 folgte die Umbenennung des Unternehmens in Bitpanda GmbH.
Diversifizierung der Dienstleistungen Im Sommer 2019 brachte die Bitpanda GmbH einen Token namens Best heraus, der Kunden bei Zahlungen einen Rabatt auf Trading-Gebühren gewährte.Roman Vilgut: Heimische Kryptobörse knackt Rekord. In: Neue Vorarlberger Tageszeitung. 18. August 2021. Im selben Jahr begann das Unternehmen, zusätzlich zu den Kryptowerten den Edelmetallhandel auf seiner Plattform zu integrieren. Im April 2021 folgte die Konzession für den Wertpapierhandel.
Im Jahr 2020 begann das Unternehmen eine Investmentrunde und generierte Kapital in Höhe von 45 Millionen Euro von Valar Ventures, geleitet von Peter Thiel, und Speedinvest.Hohes Investment für Trading-App Bitpanda. In: Kurier. 30. September 2020. Innerhalb von sechs Monaten nach dieser Runde sammelte die Bitpanda GmbH in einer zweiten Investmentrunde insgesamt 143 Millionen Euro, was die Unternehmensbewertung im März 2021 auf 1,2 Milliarden US-Dollar erhöhte. Die Hauptinvestoren dieser Runde waren Valar Ventures und Partner von DST Global. Damit wurde das Unternehmen das erste österreichische Start-up, das die Kriterien für den Einhorn-Status erfüllte. Die dritte Investmentrunde führte mit weiteren 223,5 Millionen Euro zu einer Bewertung des Unternehmens in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. An dieser letzten Runde beteiligten sich erneut Valar Ventures, Alan Howard und Redo Ventures sowie die Bestandsinvestoren LeadBlock Partners und Jump Capital.
Einschnitte, Lizenzierung und Expansion Im Sommer 2022 reduzierte die Bitpanda GmbH ihre Belegschaft um etwa 270 Mitarbeiter, was auf ein zu schnelles Wachstum mit zahlreichen Neueinstellungen und den 70-prozentigen Kursrückgang des Bitcoins zurückzuführen war. Am Ende des Jahres erhielt die Bitpanda GmbH eine Kryptolizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die nicht nur die Verwahrung von Kryptowährungen erlaubt, sondern auch den Eigenhandel mit diesen ermöglicht.Björn Godenrath: Bitpanda stürzt sich mit Geldmarktfonds in den Zinswettbewerb. In: Börsen-Zeitung. 16. Juni 2023.
Der Umsatz lag im Jahr 2022 bei 90 Millionen Euro, und stieg bis 2024 darauf auf 393 Millionen Euro an.
Seit 2023 betrieb die Bitpanda GmbH eine Zweigstelle in Großbritannien und begann eine Kooperation mit Coinbase, um institutionellen Kunden eine regulierte Handelsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Zudem investierte das Unternehmen 9,2 Millionen Euro in den Bereich Künstliche Intelligenz, mit dem Ziel, einen KI-basierten Vermögensverwalter anzubieten. Durch eine Kooperation mit der Bank N26 wurde der Kryptohandelsplatz von Bitpanda in die N26-App implementiert, sodass Kunden der Bank über die App mit über 200 Kryptowährungen handeln können.Christoph Kapalschinski: N26 wird zum Krypto-Händler. In: Die Welt. 18. Januar 2023. Darüber hinaus kooperiert Bitpanda seit April 2023 mit der Raiffeisenbank Niederösterreich-Wien, deren Kunden über die bankeigene Plattform der Raiffeisenbank die Kryptowährung-Handelsdienste von Bitpanda in Anspruch nehmen können.
Seit 2023 fungiert die Deutsche Bank als europäische Hausbank für währungsübergreifende Dienstleistungen von Bitpanda in Österreich und Spanien. Im April 2024 kündigte Bitpanda eine Zusammenarbeit mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) an, um LBBW-Unternehmenskunden die Verwahrung und Beschaffung von Kryptowerten zu ermöglichen. Anfang Juni erweiterte Bitpanda die Kooperation mit der Deutschen Bank, um Kunden Echtzeit-Zahlungen für ein- und ausgehende Transaktionen anzubieten. Durch die Partnerschaft mit der Deutschen Bank kann Bitpanda deutsche Internationale Bankkontonummern (IBANs) verwenden, um die Effizienz und Sicherheit von Geldtransfers bei der Umwandlung von Kryptowährung in Fiatwährung und umgekehrt zu verbessern.
Unternehmensstruktur mini|Bitpanda-Unternehmenszentrale in Wien Als Muttergesellschaft der Bitpanda GmbH fungiert seit 2022 die schweizerische Bitpanda Group AG.Andreas Danzer, Renate Graber: Schweizer Mutter für Bitpanda. In: Der Standard. 9. Februar 2023.
Neben den Geschäftsführern hat das Unternehmen einen Aufsichtsrat, der mit drei Personen besetzt ist. Die Bitpanda GmbH unterhält Beteiligungen und Niederlassungen in Wien, Berlin, Mailand, Krakau, Bukarest, Amsterdam, Madrid, Barcelona, Dublin und London.
Im Geschäftsjahr 2023 erzielten 730 Mitarbeiter einen Umsatz in Höhe von 147,6 Millionen Euro. Bis zum Mai 2024 hatte die Bitpanda GmbH über 4,5 Millionen Kunden, wobei 25 Prozent der Kunden aus Deutschland stammen.
Das Tochterunternehmen Bitpanda Technology Solutions stellt Finanzinstitutionen die von Bitpanda entwickelte Infrastruktur für den Handel mit Kryptowährung zur Verfügung. Zu den Kunden zählen unter anderem die Bank N26, Mambu, Lydia, Plum, die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-WienRobert Kleedorfer: RLB NÖ-Wien prüft Kooperation mit Bitpanda. In: Kurier. 27. April 2023. sowie die Landesbank Baden-Württemberg.
Produkte und Dienstleistungen Über das elektronische Handelssystem Bitpanda ermöglicht das Unternehmen auf seiner Website und in seiner App den Handel von über 390 Kryptowährungen und Krypto-Indizes sowie von Aktien, ETFs und Edelmetallen.
Marketing Seit 2021 ist Bitpanda offizieller globaler Partner des Davis Cups. Bitpanda ist Hauptsponsor des jährlichen Hamburg Open am RothenbaumHamburg Open. Abgerufen am 13. Mai 2026. und Titelsponsor der BMW Open in München. Anfang 2022 wurde Bitpanda zum Haupt- und Trikotsponsor der Italienischen Rugby-Union-Nationalmannschaft. Bitpanda ist Premium-Sponsor der World Padel Tour, eine internationale Turnierserie der vom Tennis abgeleiteten Sportart Padel.
Seit Januar 2024 besteht eine Partnerschaft mit dem FC Bayern München. Zum Start der Saison 2024 begann eine Kooperation mit der NFL.
Im April 2025 gab der FC Basel Bitpanda als neuen Hauptsponsor für die kommende Saison bekannt.
Parteispenden Im Januar 2025 wurde bekannt, dass der Gründer Eric Demuth an die vier Parteien CDU, CSU, FDP und SPD insgesamt 1,75 Millionen Euro spendete. Nach einem Bericht der Welt erfolgten die Parteispenden durch die Bitpanda GmbH, nicht Eric Demuth. An die CDU, FDP und SPD sollen jeweils 500.000 Euro gegangen sein. Ferner erhielt die CSU 250.000 Euro.
Kritik Im Januar 2026 wurde bekannt, dass die deutsche Finanzmarktaufsichtsbehörde Bafin bei dem österreichischen Unternehmen „schwerwiegende Mängel“ und „erhebliche Sicherheitsrisiken“ entdeckt hatte.Mauritius Much, Meike Schreiber, Jörg Schmitt, Lea Weinmann: Finanzaufsicht findet schwerwiegende Mängel bei Bitpanda. In: Süddeutsche Zeitung. 29. Januar 2026, abgerufen am 30. Januar 2026. Die 16 Mängel, die bei einer Bafin-Sonderprüfung 2023 festgestellt wurden, betrafen die Bereiche Risikomanagement, IT und Outsourcing.Deutsche Finanzaufsicht BaFin stellt schwere Mängel bei Bitpanda fest. In: Der Standard. 30. Jänner 2026, abgerufen am 30. Jänner 2026. Auch die interne Revisionsabteilung von Bitpanda stellte Probleme bei der Krypto-Plattform fest. Die Auditoren nannten drei Ursachen: „Mangel an Bewusstsein, Mangel an Expertise in regulierten Finanzinstituten, Mangel an organisatorischen Grundlagen“.Petra Blum, Catharina Felke: Erfüllt Bitpanda die Vorgaben der Finanzaufsicht? In: Tagesschau. 29. Januar 2026, abgerufen am 30. Januar 2026.
Weblinks Website von Bitpanda
Einzelnachweise
Kategorie:Finanzdienstleister (Wien) Kategorie:Unternehmensgründung 2014 Kategorie:Kryptowährungen