miniatur|350px|Der Kreis Duderstadt im nördlichen Eichsfeld um 1900 Der Landkreis Duderstadt war eine Selbstverwaltungskörperschaft und untere Verwaltungsbehörde (zuletzt für 29 Gemeinden) mit Duderstadt als Kreisstadt, der am 1. Januar 1973 in den Landkreisen Göttingen und Northeim (nur Gemeinde Lindau) aufging.

Geographie Lage Der 224 km² große Landkreis lag im südlichen Niedersachsen und umfasste den größten Teil des Untereichsfeldes.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Northeim und Osterode (beide in Niedersachsen), an den Kreis Worbis (in der DDR) sowie an den Landkreis Göttingen (wiederum in Niedersachsen).

Geschichte Der Kreis Duderstadt wurde am 1. April 1885 aus dem seit 1867 zu Preußen gehörenden, vormals hannoverschen Amt Gieboldehausen und der Stadt Duderstadt gebildet.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1885) Der Kreis wurde Teil des Regierungsbezirks Hildesheim. In Niedersachsen hieß der Kreis Landkreis Duderstadt. Er umfasste 30 (seit 1971 noch 29) Gemeinden und hatte im Jahre 1972 44.184 Einwohner. Als Landräte fungierten bis 1945 preußische Staatsbeamte, die Aufgaben wie beispielsweise die Aufsicht über die kommunale Verwaltung wahrnahmen. Die kommunale Selbstverwaltung übernahm der Kreisausschuss. Landrat und Kreisausschuss waren bis in das Jahr 1946 eigenständige Behörden. Als Verwaltungssitz diente bis 1914 ein Teil des Amtsgerichts, danach wurde der Neubau an der Worbiser Straße 9 für selbige Zwecke in Anspruch genommen. 1946 übernahm man, nach englischem Vorbild, eine neue Kreisverfassung, indem eine Doppelspitze, mit dem Oberkreisdirektor als Wahlbeamten und dem Landrat als Repräsentanten des Kreistages, die Geschäfte führten.

Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Niedersachsen wurde am 1. Januar 1973 der Landkreis Duderstadt bis auf die Gemeinde Lindau, die in den Landkreis Northeim eingegliedert wurde, mit den Landkreisen Göttingen und Münden zum neu gebildeten Landkreis Göttingen zusammengefasst.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner 1885 25.115 1905 25.380 1925 27.439 1933 29.022 1939 28.444 1946 40.091 Jahr EinwohnerStatistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973 1950 43.102 1956 38.158 1961 38.713 1970 41.266 1971 41.200

Politik Landräte Landräte/Oberkreisdirektoren als Leiter der Kreisverwaltung 1885–1900 Karl von Oven 1900–1917 Christian Karl von Byla 1917–1927 Hans von Oldershausen 1927–1933 Reinhold Schuster 1933–1944 Max Heinemann 1944–1945 Hermann Kratzin 1945–1946 Carl Goldmann 1946–1947 Wilhelm Schell, Oberkreisdirektor 1948–1967 Matthias Gleitze, Oberkreisdirektor 1968–1972 Walter Thöne, Oberkreisdirektor

Landräte nach 1946 als Vorsitzende des Kreistages 1946 Carl Goldmann 1946–1963 Karl Diedrich 1963–1972 Willi Döring

Wappen

miniatur|hochkant|Grenzstein an der ehemaligen Landkreisgrenze

Gemeinden Die Gemeinden des Landkreises Duderstadt waren (Einwohner am 6. Juni 1961):Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindestatistik Niedersachsen 1960/61. Teil 1: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Hannover 1964, S. 92. Bernshausen (394) Bilshausen (2162) Bodensee (576) Breitenberg (867) Brochthausen (631) Desingerode (497) Duderstadt, Stadt (10.709) Esplingerode (203) Fuhrbach (898) Gerblingerode (1162) Germershausen (360) Gieboldehausen (2927) Hilkerode (1397) Immingerode (445) Krebeck (566) Langenhagen (729) Lindau (2070) Mingerode (1164) Nesselröden (1780) Obernfeld (926) Renshausen (418) Rhumspringe (1811) Rollshausen (719) Rüdershausen (1071) Seeburg (731) Seulingen (1099) Tiftlingerode (595) Werxhausen (427) Westerode (741) Wollbrandshausen (648)

Westerode wurde am 1. Februar 1971 in die Stadt Duderstadt eingegliedert.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DUD zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1972 ausgegeben. Aufgrund der Kennzeichenliberalisierung ist es seit dem 15. November 2012 im Landkreis Göttingen erhältlich. Ausgenommen ist die Kreisstadt, welche über eine eigene Zulassungsstelle verfügt.

Literatur Dieter Wagner: Beschreibung der landwirtschaftl. und wirtschaftl. Verhältnisse im Landkr. Duderstadt 1972. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift. 55 Jg. (2011), Heft 7/8, Seite 266. Alfons Merten: Das Untereichsfeld und Obereichsfeld. Der Landkreis Duderstadt in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Hrsg. CDU-Kreisverband Duderstadt, Buchdruckerei Hövener, Duderstadt 1968. H.-H. Körner: Der Kreis Duderstadt in der Gegenwart. Einige aufschlussreiche Statistiken. In: Die Goldene Mark. Duderstadt 11 (1960), S. 1–11.

Weblinks

Einzelnachweise

Duderstadt Duderstadt Kategorie:Geschichte (Duderstadt) Duderstadt Kategorie:Aufgelöst 1973 Kategorie:Geschichte (Landkreis Göttingen)