Die Stiftung Cappenbergs ist eine Ballade der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff. Das 1840/42 in Rüschhaus verfasste Werk wurde erstmals 1844 in ihrem Band Gedichte publiziert.Gedichte von Annette Freiin von Droste-Hülshof. Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1844, S. 285–288.

Text

Form und Aufbau Die Ballade besteht aus zwölf Strophen zu je acht Versen. Die Strophen weisen durchgängig das Versmaß als jambischer Vierheber auf. Die einzelnen Strophen sind im Reimschema angelegt.

Handlung Norbert befindet sich im Verlies des Grafen Friedrich von Arnsberg, nachdem er dessen Schwiegersohn, den reichen Gottfried von Cappenberg, zum Übertritt in das Kloster verleitet hatte. Während sich Norbert in sein Schicksal ergeben hat und Gottfried mit seiner Reue kämpft, verhöhnt Friedrich letzteren für seine Bußfertigkeit, bis er selbst während des Trinkgelages tot zusammenbricht. Als die Lichter im Festsaal erlöschen, wird in der neuerbauten Klosterkirche das Ewige Licht entzündet.

Historischer Hintergrund miniatur|Grabplatte für Gottfried und Otto von Cappenberg Die Stiftung Cappenbergs thematisiert die Gründung des Prämonstratenserstifts Kloster Cappenberg, das sich seit 1816 als Schloss Cappenberg im Besitz des 1831 verstorbenen Freiherr vom Stein befand, durch Graf Gottfried von Cappenberg, der durch seine Heirat mit Ida von Arnsberg, der einzigen Tochter des mächtigen Grafen Friedrich von Arnsberg, zu den mächtigsten Dynasten in Westfalen gehörte.Wolfgang Bockhorst: Die Grafen von Cappenberg und die Anfänge des Stifts Cappenberg. In: Irene Crusius, Helmut Flachenecker (Hrsg.): Studien zum Prämonstratenserorden (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Band 185; Studien zur Germania Sacra. Band 25). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-35183-6, S. 57–74. Als Sühne für die Beteiligung an der Eroberung und Zerstörung Münsters unter Herzog Lothar von Supplinburg im Februar 1121 übergab Gottfried den größten Teil seines Besitzes in Westfalen dem Gründer des Prämonstratenserordens, Norbert von Xanten, zur Gründung eines neuen Klosters, dem er selbst wie auch sein Bruder Otto von Cappenberg, nachfolgend Abt des Klosters, beitrat. Erst der Tod Friedrichs von Arnsberg, der sich der Gründung widersetzt hatte, im Jahre 1124 beseitigte eine wesentliche Gefahr für das junge Kloster, das 1126 durch Papst Honorius II. offiziell bestätigt wurde.

Weblinks Annette von Droste-Hülshoff: Die Stiftung Cappenberg. In: Dies.: Gedichte. In: Sammlung aus dem Projekt Gutenberg-DE. 2017; Die Stiftung Cappenbergs im Droste-Portal. Droste-Forschungsstelle LWL-Literaturkommission. Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Einzelnachweise

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