mini|Martinskirche in Döttingen Die evangelische Martinskirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz. Sie steht in Döttingen, einem Ortsteil der Gemeinde Braunsbach im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Braunsbach gehörte bis Ende 2024 zum Kirchenbezirk Schwäbisch Hall und gehört seit 1. Januar 2025 zum neuen Kirchenbezirk Schwäbisch Hall-Gaildorf der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Beschreibung Das Langhaus der Saalkirche in seinem heutigen, fast quadratischen Zuschnitt entstand 1599, das ursprüngliche Kirchenschiff war (siehe alter Dachansatz am Turm) wesentlich niedriger, schmaler und nach Norden verschoben. Der Chorturm auf quadratischem Grundriss im Osten ist bereits 1307 errichtet und die Kirche erstmals erwähnt worden. Sein oberstes Geschoss beherbergt die Turmuhr, die aus dem Jahr 1733 datiert, und den Glockenstuhl. Er ist mit einem achtseitigen Knickhelm bedeckt.

Der Innenraum wurde 1629 und vor allem 1722 renoviert und umgestaltet, wobei die gesamte Westwand mit Portal, den vier Querovalfenstern und im Giebel den drei Rundfenstern entstand. 1746 wird auf einer Südempore der Herrschaftsstuhl errichtet, zugänglich außen über eine Wendeltreppe. Dies wird mit einer großen Umgestaltung des Innenraums bereits 1783 geändert: Der Herrschaftsstuhl wird nach Norden verlegt und die südliche Wendeltreppe wird bis zum Abriss vor 1880 zum allgemeinen Aufgang zur Westempore. Die Nordempore ist seit 1599 über die nördliche Außentreppe erreichbar. Der dort noch lange erhaltene geschlossene Herrschaftsstuhl mit Schiebefenstern ist inzwischen abgebaut, die nahezu monochrome Farbgebung des Innenraums seit 1783 in Weiß und Ocker mit Ausnahme des Gestühls, der Kanzel und der Brüstungen ist beibehalten. In der Südostecke steht vor einem schmalen Ostfenster die Kanzel mit Schalldeckel.

In den Turm, der sich in ganzer Höhe zum Schiff öffnet, ist eine bauchig vorspringende Orgelempore eingezogen, darunter – und hinter dem Altar – die Sakristei im Turm-Erdgeschoss. Die Brüstungen der Orgel- und Gemeindeemporen sind von Johann Jakob Schillinger mit qualitätvollen Gemälden in Grisaille-Maltechnik gestaltet: Rechteckbilder (Grablegung und Auferstehung Christi) und in Kreismedaillons Brustbilder der Apostel und Mariens. Der Kruzifixus wird datiert auf ca. 1650 und stammt vermutlich von demselben Künstler wie das Ingelfinger Kruzifix von 1630/1640.

Das Orgelwerk wurde 2003 von Orgelbau Mühleisen errichtet. Es ist mit dem historischen dreiteiligen Orgelprospekt in reicher und vergoldeter Rocaillenschnitzerei versehen.

Literatur Georg Himmelheber (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Oberamts Künzelsau. Hrsg. vom Staatlichen Amt für Denkmalpflege; Stuttgart 1962 – Reprint als Sonderausgabe für den Hohenlohekreis; Frankfurt am Main 1983, S. 133–135.

Weblinks

Die Martinskirche auf der Website der Kirchengemeinde Kirchbaudatenblatt Denkmalpflege Baden-Württemberg: Ortsanalyse Braunsbach-Döttingen

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