Friedrich Theodor von Criegern (* 8. Juni 1801 in Thumitz; † 19. April 1870 in Bautzen) war ein sächsischer Jurist und Politiker.
Leben Friedrich Theodor war ein Sohn des Rittergutsbesitzers Friedrich Christian von Criegern († 1831) auf Thumitz und seiner Ehefrau Dorothea Christiane Böhmer († 1834).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. 16. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Dezember 1921, S. 159 f. (Digitalisat) Der Vater war Gegenhändler beim Markgraftum Oberlausitz und ab 1821 Rat bei der Oberamtsregierung in Budissin.Gustav Adolf Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen III. Section, Heft 16 der Section Markgrafenthum Oberlausitz, Selbstverlag, Leipzig 1856, S. 123–124. Bildnis und Text. (Wikisource).
Nach einem Studium der Rechtswissenschaften trat Criegern in eine juristische Karriere ein. 1828 ist er als Referendar der Oberamtsregierung in Budissin nachweisbar,Königlich Sächsischer Hof-Civil-und Militär-Staat im Jahre 1828, Weidmann Buchhandlung G. Reimer, Leipzig 1828, S. 262 (Digitalisat). 1837 als Appellationsrat und 1842 als Oberappellationsrat in Dresden nachweisbar.Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1837, Walther Buchhandlung, Dresden 1837, S. 138 (Digitalisat).Beförderungen und Dienstveränderungen. In: Neues Lausitzisches Magazin, Band 20, Görlitz, 1842, S. 147 (Digitalisat). Am 5. März 1832 wurde er mit dem väterlichen Rittergut Thumitz beliehen.Die Oberlausitz als besondere Abtheilung von Sachsens Kirchen-Galerie, um 1840, S. 207 (Digitalisat). 1851 wurde er zum Präsidenten des Appellationsgericht Bautzen ernannt.Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, zunächst für das Königreich Sachsen, Band 9, 1851, S. 504 (Digitalisat). Er war Mitglied des sächsischen Staatsgerichtshofs.Sächsische Dorfzeitung vom 22. April 1870, S. 7 (Digitalisat).
Auf den Landtagen 1839/40 und 1842/44 war Criegern stellvertretender Abgeordneter der Rittergutsbesitzer der Oberlausitz in der II. Kammer des Sächsischen Landtags.Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Dresden 2011, , S. 190–191. Anschließend vertrat er auf den Landtagen 1845/46 und 1847 die Schönburgischen Rezessherrschaften in der I. Landtagskammer.Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Dresden 2011, , S. 42–43. Als Vertreter der Rittergutsbesitzer der Oberlausitz gehörte ab dem Landtag 1848 bis zum Landtag 1866/68 – mit einer kurzen Unterbrechung im Revolutionsjahr 1849 – wiederum der II. Landtagskammer an. Von 1850/51 bis 1859 bekleidete er das Amt des Vizepräsidenten der Kammer.
Ihm wurde 1860 das Komturkreuz 2. Klasse des sächsischen Zivilverdienstordens verliehen.Der sächsische Erzähler vom 1. Februar 1860, S. 67 (Digitalisat). Criegern starb im April 1870 in Bautzen.Königlich Sächsisches Justizministerial-Blatt, 4. Jg., 1860, S. 45 (Digitalisat).Programm des Gymnasiums zu Bautzen, 1870/71, S. 13 (Digitalisat).
Friedrich von Criegern war zweimal verheiratet, zunächst mit Konstanze Juliane Nehrhoff von Holderberg († 1834), dann seit 1836 mit ihrer jüngeren Schwester Juliane Luise († 1886). Aus zweiter Ehe stammen u. a. die Söhne Hans († 1926), er wurde Fideikommissherr auf Thumnitz, und Otto († 1903), kgl. sächs. Hauptmann a. D. Der jüngste Sohn Georg von Criegern war zuletzt kgl. sächs. Kammerherr und Generalleutnant sowie Rechtsritter des Johanniterordens. Zu den jüngeren Nachfahren des Friedrich von Criegern gehören auch Axel von Criegern und Friederike von Criegern.
Literatur Walter von Hueck, Erik Amburger, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard u. a.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser B (Briefadel), Band XIII, Band 73 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1980, , S. 53 f. Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Hrsg. Sächsischer Landtag, Selbstverlag, Dresden 2011, , S. 190–191.
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Mitglied der Zweiten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Bautzen) Kategorie:Politiker (Dresden) Kategorie:Richter (Königreich Sachsen) Kategorie:Komtur II. Klasse des Sächsischen Zivilverdienstordens Friedrich Theodor Kategorie:Adliger Kategorie:Geboren 1801 Kategorie:Gestorben 1870 Kategorie:Mann Kategorie:Präsident (Appellationsgericht Bautzen)