mini|St. Simon und Judas in Zußdorf Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Simon und Judas steht in Zußdorf, einem Ortsteil von Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Sie gehört zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Kirchenpatrone sind die Apostel Simon Zelotes und Judas Thaddäus.
Geschichte und Baubeschreibung mini|hochkant|links|Mariä Aufnahme in den Himmel mini|Blick zum Chor
mini|hochkant|Kreuzigungsgruppe Die Pfarrei Zußdorf ist in einem Zehntbuch 1177 erstmals erwähnt. Im Jahr 1251 wurde eine Kirche im Stil der Gotik gebaut, die im Dreißigjährigen Krieg 1646 bis auf den jüngeren Turm niederbrannte. Unmittelbar nach dem Krieg wurde wie als barocke Saalkirche wieder aufgebaut. In Verbindung mit einer Verlängerung um fünf Meter erhielt sie 1875 eine Empore. In den Jahren 2015 bis 2018 machten statische Mängel eine Komplettsanierung erforderlich.
Sie besteht aus einem Langhaus, einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor im Osten und einem Chorflankenturm an der Nordwand des Chors, der quer mit einem Satteldach bedeckt ist. Im obersten Geschoss hängen vier Glocken. Außerdem befindet sich dort die Turmuhr, deren Zifferblätter am Giebel angebracht sind.
Ausstattung Der Hochaltar mit großem Mittelschrein und zwei Flügeln ist neugotisch, enthält jedoch Statuen aus dem 16. Jahrhundert. Zentrale Figur ist eine Mondsichelmadonna mit Jesuskind, die 1533 entstanden sein soll; sie kam 1973 in die Pfarrkirche. Rechts neben ihr steht der heilige Sebastian und links der heilige Leonhard. Die Predella enthält in der Mitte eine Pietà und links davon Maria, die Frau des Kleopas, die nach dem Johannesevangelium auch unter dem Kreuz Jesu stand (), rechts Maria Magdalena. Die Flügel des Altars zeigen Reliefs der heiligen Katharina und der heiligen Barbara. Im Aufsatz der Flügel ist links entweder der heilige Theodolus oder Margraf Leopold von Österreich, rechts die heilige Odilia dargestellt. Die Figuren werden zum Teil dem Bildschnitzer Michael Zeynsler zugeschrieben.Wegzeichen Oberschwaben. Abgerufen am 2. März 2026.
Links vom Chorbogen steht unter den alten Statuen der Kirchenpatrone Judas Thaddäus und Simon der von Josef Henger (1931–2020) gestaltete Taufstein als Einheit mit dem Osterleuchter. In dem Stein hinter dem Taufbecken sind zwei alte Reliefs von Engeln angebracht. Es wird angenommen, dass die Figur des Simon ursprünglich den Apostel Johannes darstellen sollte und erst später umbenannt wurde. Dazu erhielt sie die Säge als Zeichen ihre Martyriums.
Den Volksaltar im vorgezogenen Altarraum schuf 1974 schuf ebenfalls Josef Henger. Der Altarunterbau ist aus Bronze, die Mensa aus Kalkstein. Im Stil zum Altar passend stellte der Zußdorfer Schreinermeister Stephan Schmidt aus Holz Ambo und Sedilien her. Geweiht wurde der Altar im Mai 1977 von Altbischof Carl Joseph Leiprecht (1903–1981). Rechts vom Chorbogen sind in eine auch von Henger gearbeitete hervortretende Fläche der Tabernakel und in Nischen eine Kreuzigungsgruppe mit Figuren aus der Zeit der Spätgotik eingefügt, in der Mitte das Kruzifix, links Maria, die Mutter Jesu und rechts Johannes, der Apostel.
An der rechten Seitenwand des Kirchenschiffs hängt ein Gemälde „Mariä Aufnahme im Himmel“ aus der Zeit des Barock. Wahrscheinlich ist es ein ehemaliges Altarblatt. Im oberen Teil ist Maria zu sehen, umgeben von vielen Engeln, und über ihr Jesus, der sie im Himmel empfängt. Um Mariens offenes Grab sind Menschen versammelt, unter ihnen im Vordergrund die Kirchenpatrone Simon und Judas Thaddäus, deren Marterwerkzeuge, die Säge und eine Keule, als Attribute am unteren Bildrand liegen.
Orgel Die Orgel wurde 1896 als Opus 50 von Gebr. Späth Orgelbau errichtet. Sie hat zwölf Register auf zwei Manualen und Pedal.
Glocken Im Zweiten Weltkrieg war das Geläut von St. Simon und Judas Thaddäus bis auf eine kleine Glocke zum Einschmelzen für die Herstellung von Kriegsmaterial eingezogen worden. Als Ersatz goss die Glockengießerei Junker in Brilon 1949 vier neue Glocken, die kleine Glocke wurde in Zahlung gegeben.Youtube. Abgerufen am 3. März 2026. Die neuen Glocken sind folgende:
Name Ton Gewicht Simon und Judas Thaddäus es′ 1420 kg Maria g′ 710 kg Stephanus b′ 410 kg Michael c″ 280 kg
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
St Simon und Judas Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Ravensburg Kategorie:Simon-und-Judas-Kirche Kategorie:Pfarrkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart Kategorie:Erbaut 1646 Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg