Korean Air Lines Co., Ltd. (, Daehan Hanggong) ist die nationale Fluggesellschaft Südkoreas mit Sitz in Seoul und Basis auf dem Flughafen Incheon. Sie ist Gründungsmitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam und sowohl im Passagiertransport als auch in der Luftfracht (Korean Air Cargo) tätig.
Geschichte mini|Boeing 747-SP der Korean Air Lines im Jahr 1985
Die Fluggesellschaft wurde 1962 als Korean Air Lines (kurz KAL) gegründet, geht aber auf Korean National Airlines von 1947 zurück.
In den 1960er Jahren befand sich die staatliche Korean Air Lines in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Nur durch eine Privatisierung im Jahr 1969 konnte die Fluggesellschaft gerettet werden. Korean Air ist seither mehrheitlich Teil der Hanjin Group, zu der auch die Schiffswerft Hanjin Heavy Industries gehört. Zweitgrößter Anteilhalter der Holdinggesellschaft Hanjin KAL ist seit 2022 die Hoban Group, ein weiterer Großaktionär der Holding ist die staatliche Korea Development Bank (KDB).
In den darauffolgenden Jahren wurde die Fluggesellschaft weiter vergrößert. Im Jahr 1971 wurde eine transpazifische Route nach Amerika eingeführt und erstmals Frachtflüge unter dem Namen Korean Air Cargo durchgeführt. Die ersten bestellten Boeing 747-200 wurden 1973 geliefert. Im Jahr 1975 wurden die ersten Airbus A300 ausgeliefert.
In den 1980er Jahren wurden weitere Ziele, beispielsweise New York City, angeflogen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kamen Routen etwa nach Moskau hinzu.
Am 1. März 1984 erfolgte die Umbenennung in Korean Air.
Im Jahr 2000 gründete Korean Air mit Aeroméxico, Air France und Delta Air Lines die Luftfahrtallianz SkyTeam, welche die zweitgrößte Allianz nach Star Alliance wurde.
Am 23. Oktober 2003 bestellte Korean Air bei Airbus insgesamt zehn A380-800; am 24. Mai 2011 wurde die erste ausgeliefert. Alle Maschinen sind mit einem Duty-free Shop an Bord ausgestattet.Airbus – Abgerufen am 18. Mai 2023. Des Weiteren erhielt Korean Air insgesamt 17 Boeing 747-8. Dabei wurde sowohl die Passagiervariante 8I als auch die Frachtversion 8F bestellt.
Im April 2013 übernahm das Unternehmen die knapp 44 % Anteile der tschechischen Konsolidierungsagentur an Czech Airlines für umgerechnet 2,6 Millionen Euro.airliners.de – Korean Air kauft sich für 2,6 Millionen Euro bei Czech Airlines ein., 12. April 2013.
Mit der 2007 gegründeten Jin Air betreibt Korean Air eine Billigfluggesellschaft.
Übernahme von Asiana Airlines Am 16. November 2020 wurde bekanntgegeben, dass Korean Air 63,9 % an dem einheimischen Konkurrenten Asiana Airlines für 1,62 Milliarden Dollar übernehmen will. Die Billigfluggesellschaften Air Busan und Air Seoul sollen mit Jin Air fusionieren. Alle drei Fluggesellschaften werden danach gemeinsam als Jin Air auftreten.
Für den Zusammenschluss wurden Genehmigungen von Kartellbehörden aus besonders wichtigen Märkten (China, EU, Japan, UK, und USA) sowie dem Heimatmarkt Südkorea benötigt.
Südkorea genehmigte die Übernahme im Februar 2022 unter Auflagen, da unter anderem auf 26 internationalen- und 14 Inlandsstrecken ein Monopol bestehen würde. So muss Korean Air Slots an Mitbewerber abgeben und darf den Flugpreis auf diesen Routen für die nächsten zehn Jahre nicht anheben. Gleichzeitig darf die Anzahl der Sitzplätze nicht verringert werden.
China genehmigte die Übernahme im Dezember 2022, unter der Bedingung, dass Korean Air Slots an Fluggesellschaften abgeben müsse. Das Vereinigte Königreich folgte im März 2023, nachdem Korean Air sich verpflichtete, sieben Slots pro Woche an den Flughäfen Incheon und London-Heathrow an Virgin Atlantic abzugeben. Virgin Atlantic geht dabei ein Codeshare-Abkommen ein und muss diese Slots für mindestens drei Jahre nutzen. Ein Verkauf oder Übertragen dieser Zeitfenster ist innerhalb der drei Jahre nicht gestattet.
Japan erlaubte die Fusion Ende Januar 2024, Korean Air muss allerdings Slots auf Strecken von Südkorea nach Osaka, Sapporo, Nagoya und Fukuoka abgeben.
Die EU äußerte ursprünglich Bedenken, da man weniger Wettbewerb im Passagier- und Luftfrachtmarkt zwischen Korea und der EU fürchtete. Korean Air schlug deshalb im Oktober 2023 vor, Verkehrsrechte auf den Strecken von Seoul nach Barcelona, Frankfurt, Paris und Rom sowie Flugzeuge und Besatzung an die Billigfluggesellschaft T’way Air abzugeben. Außerdem soll die Frachtsparte von Asiana, Asiana Cargo, veräußert werden. Die finale Genehmigung wurde im November 2024 erteilt.
Das US-amerikanische Department of Justice kündigte im Mai 2023 an, den Kauf zu blockieren, falls im Nachgang der Fusion nur noch eine marktbeherrschende Fluggesellschaft auf dem südkoreanischen Markt existieren sollte. Korean Air bot deshalb an, internationale Routen, Flugzeuge und Besatzung an Air Premia abzugeben, was das DOJ aber ablehnte. Das DOJ genehmigte die Übernahme im Dezember 2024.
Weitere Genehmigungen durch „nicht essentielle“ Länder erfolgten durch: Türkei (Februar 2021), Taiwan (Mai 2021), Thailand (Mai 2021), die Philippinen (Mai 2021)*, Malaysia (September 2021), Vietnam (November 2021), Singapur (Februar 2022) und Australien (September 2022).
Korean Air und Air Incheon kündigten im August 2024 an, einen Vertrag zum Verkauf der Frachtsparte von Asiana unterzeichnet zu haben. Der Verkauf im Wert von 322,5 Millionen US-Dollar soll bis Juni 2025 abgeschlossen werden.
Die Übernahme wurde am 12. Dezember 2024 abgeschlossen, Korean Air übernimmt 63,88 % der Anteile für 1,05 Milliarden US-Dollar. Asiana soll bis Ende 2026 weiterhin eigenständig operieren und danach vollständig in Korean Air integriert werden.
Am 11. März 2025 präsentierte man eine neue Corporate Identity. Vorgestellt wurden unter anderem eine neue Bemalung mit neuem Logo sowie ein neues Menü für die Bordverpflegung.
Korean Air Aerospace Division
Korean Air ist auch in der Luft- und Raumfahrtforschung und -produktion tätig. Die Korean Air Aerospace Division (KAL-ASD) produziert lizenzierte Versionen der Hubschrauber vom Typ MD Helicopters MD 500 und Sikorsky UH-60 sowie die Northrop F-5E/F-Kampfflugzeuge. (englisch), abgerufen am 27. März 2017 (Website teilweise mit der veralteten Adobe-Flash-Technik). Rumpfteile sowie Tragflächen für die durch Korea Aerospace Industries in Lizenz gebauten koreanischen General Dynamics F-16 (KF-16) wurden hergestellt, zudem Teile für verschiedene zivile Flugzeugmuster, einschließlich der Boeing 737, Boeing 747, Boeing 777, Boeing 787 sowie für Airbus A330 und Airbus A380.Korean Air Aerospace Division (KAA), globalsecurity.org (englisch), abgerufen am 27. März 2017.
Im Jahr 1991 entwarf und flog die Aerospace Division das Leichtflugzeug Korean Air Chang-Gong 91.Korean industry makes show debut. Flight International: 13, 26. August 1989 Seit 2004 entwickelt Korean Air auch UAVs, wie die KUS-7, welche 2007 erstmals flog. (englisch), abgerufen am 27. März 2017 (Website teilweise mit der veralteten Adobe-Flash-Technik).
Außer der Wartung der eigenen Flugzeuge führt Korean Air auch Wartungen für das amerikanische Militär in Asien durch und unterhält eine Forschungsabteilung mit Schwerpunkt auf Trägersysteme, Satelliten, Verkehrsflugzeuge, Militärflugzeuge, Hubschrauber und Simulationssysteme.
Im Oktober 2012 schloss ein koreanisches Konsortium, darunter Korea Aerospace Industries und Korean Air, eine Vereinbarung mit Bombardier Aerospace, um ein 90-Sitze-Turbopropverkehrsflugzeug zu entwickeln.Kyong-Ae Choi (8. Oktober 2012): South Korea Consortium in Talks With Bombardier About Developing Passenger Plane. Wall Street Journal. Abgerufen am 23. Dezember 2016.
Flugziele Korean Air fliegt vom Flughafen Incheon nahe Seoul neben Städten innerhalb Südkoreas auch Ziele in Asien, Europa, Ozeanien, Nordamerika sowie im Mittleren Osten an. Im deutschsprachigen Raum werden Frankfurt, Wien und Zürich angeflogen.
Flotte mini|Boeing 737-800 der Korean Air mini|Airbus A330-300 der Korean Air mini|Boeing 747-400ERF der Korean Air Cargo mini|Boeing 777-300ER der Korean Air
Aktuelle Flotte Mit Stand Januar 2026 besteht die Flotte der Korean Air aus 175 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 10,8 Jahren:
Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätzekoreanair.com – Flotte (englisch), abgerufen am 2. November 2017Ch-aviation – Korean Air (englisch), abgerufen am 2. November 2017(First/Business/Eco+/Eco) Durchschnittsalter Airbus A220-300 10 einer inaktiv 140 (-/-/-/140) 7,6 Jahre Airbus A321neo 19 31 182 (-/8/-/174) 1,8 Jahre Airbus A330-200 6 betrieben für T’way Air 260 (-/18/-/242)246 (-/18/-/228) 14,9 Jahre Airbus A330-300 17 zwei inaktiv 284 (-/24/-/260)276 (-/24/-/252)272 (-/24/-/248) 20,0 Jahre Airbus A350-900 2 4 311 (-/28/-/283) 1,1 Jahre Airbus A350-1000 20 – offen – Airbus A380-800 6 einer inaktiv; mit Duty-free Shop an Bord 407 (12/94/-/301) 13,0 Jahre Boeing 737-800 2 mit Winglets ausgestattet 138 (-/12/-/126) 14,2 Jahre Boeing 737-900 9 188 (-/8/-/180) 22,3 Jahre Boeing 737-900ER 6 mit Winglets ausgestattet 173 (-/8/-/165) 13,6 Jahre Boeing 737 MAX 8 6 6 158 (-/8/-/150) 5,5 Jahre Boeing 737 MAX 10 12 Auslieferung vsl. ab Ende 2029 – offen – Boeing 747-8 4 368 (6/48/-/314) 9,2 Jahre Boeing 777-300 4eine inaktiv 338 (-/41/-/297) 26,6 Jahre Boeing 777-300ER 27 zwei betrieben für T'Way Air 368 (-/40/32/296)294 (6/53/34/201)291 (8/56/-/227)291 (8/42/-/227) 11,6 Jahre Boeing 777-9 20 – offen – Boeing 787-9 18 2 eine inaktiv; vier betrieben für Air Premia 344 (-/-/35/309)278 (-/24/-/254)269 (-/24/-/245) 7,6 Jahre Boeing 787-10 14 26 + 10 Optionen 325 (-/36/-/289) 0,9 Jahre Geschäftsreiseflugzeuge Boeing 737-700 (BBJ) 1 mit Winglets ausgestattet VIP 16,4 Jahre Boeing 787-8 1 10,9 Jahre Frachtflugzeuge der Korean Air Cargo Airbus A350-1000F 7 Cargo Boeing 747-400ERF 4 eine inaktiv 20,3 Jahre Boeing 747-8F 7 12,0 Jahre Boeing 777F 12 10,7 Jahre Gesamt 175 128 10,9 Jahre
Aktuelle Sonderbemalungen Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung Zeitraum Bild Airbus A321neo HL8557 „100th Airbus Aircraft“ seit April 2024 rahmenlos Boeing 777-300ER HL7783 „SkyTeam“ seit April 2015 rahmenlos HL8346 „200th Boeing“ seit Mai 2019 rahmenlos
Zuvor eingesetzte Flugzeuge mini|Boeing 727-100 der Korean Air Lines im Jahr 1976 mini|McDonnell Douglas DC-10-30 der Korean Air Lines im Jahr 1983 In der Vergangenheit betrieb Korean Air unter anderem folgende Flugzeugtypen:
Airbus A300B4-100/600R Airbus A330-200 Boeing 707-300C/320B Boeing 720 Boeing 727-100/-200 Boeing 747-100 Boeing 747-200 Boeing 747-200SF Boeing 747-300/400 Boeing 747-300SF Boeing 747-400F Boeing 747SP Boeing 777-200ER CASA C-212 Douglas DC-3 Douglas DC-4 Douglas DC-8 Douglas DC-9 Fairchild F-27 Fokker F-27 Fokker F28-4000 Fokker 100 Lockheed Super Constellation Lockheed Starliner McDonnell Douglas DC-10-30 McDonnell Douglas MD-11F McDonnell Douglas MD-82 McDonnell Douglas MD-83 NAMC YS-11
Zwischenfälle Korean Air hatte unter ihren verschiedenen Namen von 1969 bis Juli 2022 insgesamt 17 Totalverluste von Flugzeugen, davon allein fünf Boeing 747 „Jumbo Jet“. Bei 10 davon kamen insgesamt 726 Personen ums Leben. Auszüge:
Am 2. August 1976 flog eine intakte Boeing 707-373C (Luftfahrzeugkennzeichen HL7412) auf einem Frachtflug der Korean Air nach dem Start vom Flughafen Teheran-Mehrabad gegen einen Berg, da die Piloten nach rechts statt nach links gesteuert hatten. Alle fünf Personen an Bord kamen dabei ums Leben (siehe auch Korean-Air-Lines-Flug 642).