Beat Schlatter (* 5. Mai 1961 in Zürich. In: Schweizer Familie. 32 / 2005 (Interview; PDF; 4,1 MB), Archiv-Version.) ist ein Schweizer Kabarettist, Schauspieler und Drehbuchautor.

Leben und Karriere Beat Schlatter wuchs in Rüschlikon auf. Er absolvierte eine Lehre als Innendekorateur,«Schwingen hat etwas Punkiges». In: Tages-Anzeiger. 21. August 2010 (Interview). übte aber diesen Beruf nie aus. Von 1979 bis 1982 spielte er als Schlagzeuger in verschiedenen Punk-Bands wie Liliput. Mit Liliput sammelte er auch Bühnenerfahrung im Musical Der Hundeschwindel von Moskau im Jahr 1983 mit Kompositionen von Stephan Eicher.«Züri brännt» in der Provinz. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. Februar 2017. Bekannter wurde er nach 1984 mit der Gründung des Kabaretts Götterspass, zusammen mit Patrick Frey und Enzo Esposito. Die Gruppe gewann 1992 den Salzburger Stier und die Oltner Tanne und nahm an der Erstausgabe des Arosa Humor-Festivals teil. In: kabarett.ch. Abgerufen am 13. November 2011.

Von 1991 bis 1996 war er Mitarbeiter der Schweizer Konsumentenschutzsendung Kassensturz. Seit 1999 veranstaltet er zusammen mit der Komödiantin Anet Corti und der Bingo-Band regelmässig die Bingo Show mit stets ausgefallenen Preisen. Seit 2019 moderiert er zusammen mit Christian Zeugin die Radio Bingo Show auf Radio SRF 1.

Die bisher grössten Werke Schlatters sind die beiden Filme Katzendiebe (1996) und Komiker (2000), in denen er Drehbuchautor und Darsteller ist. Katzendiebe gewann den Prix Walo, Komiker den SSA-Preis für das beste Drehbuch. 2012 wurde er mit dem Prix Walo 2011 in der Sparte Schauspieler/Schauspielerin geehrt für sein Stück Seegfrörni 2012 und den Film Hoselupf.. In: SRF Tagesschau. 13. Mai 2012.

Seit 2014 arbeitet Schlatter mit dem Schweizer Schauspieler, Produzenten und Regisseur Pascal Ulli zusammen. Die beiden haben bisher 5 Theaterstücke produziert, bei denen Schlatter spielt und schreibt und Ulli spielt und Regie führt.

In der Seifenoper Lüthi und Blanc im Schweizer Fernsehen spielte er die Figur des «Willi».

Schlatter erfand 1976 den Namen Aqui für das gleichnamige Mineralwasser. Dafür wurde er mit drei Goldvreneli belohnt.Das Mineralwasser Aqui sprudelt wieder. In: NZZ.ch. 25. Mai 2009.

Für das beliebte Jass-Computerprogramm Stöck Wyys Stich lieh er einem Computerspieler seine Stimme.. In: Blick.ch. 10. Mai 2001.

Schlatter ist seit 2011 verheiratet«Sie hat gerne, wenn ich flirte». In: Schweizer Illustrierte. 18. April 2011. und lebt im Zürcher Niederdorf.«Meine Pointen sind meine Kinder». In: SonntagsBlick. 3. Mai 2009.

Am 6. März 2015 wurde er am Bahnhof Meilen Opfer einer Prügelattacke eines geistig Verwirrten und erlitt dabei schwere Gesichtsverletzungen.Schlatter hat seinen Humor trotz der Attacke nicht verloren. In: Tages-Anzeiger. 9. März 2015.

Schlatter ist seit Jahrzehnten Sammler von Post- und Ansichtskarten. Ein Schwerpunkt dieser Sammlung sind Karten aus der Hochblüte der europäischen Ferienzeit zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren, von denen er Teile 2020 in einem Buch veröffentlichte.Beat Schlatter: Postcards. Christoph Merian Verlag, Basel 2020, ISBN 978-3-85616-917-6.

2024 erhielt sein bisher erfolgreichster Film Bon Schuur Ticino den Prix Walo. Bon Schuur Ticino schaffte es mit über 400'000 Kino-Eintritten in die Top Ten der erfolgreichsten Schweizer Filme aller Zeiten und belegt den 7. Platz.

Filmografie 1996: Katzendiebe. Regie: Markus Imboden (Drehbuch von Schlatter, Imboden und Frey) 1999: Exklusiv. Regie: Florian Froschmayer 2000: Komiker. Regie: Markus Imboden (Drehbuch von Schlatter und Walter Bretscher) 2004: Ferienfieber. Regie: This Lüscher 2005: Mein Name ist Eugen. Regie: Michael Steiner 2006: Kleine Fische. Regie: Petra Volpe 2006: Flanke ins All. Regie: Marie-Louise Bless 2007: AlpTraum.AlpTraum. In: YouTube (3 min). Regie: This Lüscher (Kurzfilm) 2009: Die Standesbeamtin. Regie: Micha Lewinsky 2010: Die Praktikantin. Regie: Peter Luisi 2010: MAY. Regie: Natascha Beller (Kurzfilm) () 2011: Halbschlaf.Im «Halbschlaf» durchs Chaos. In: 20 Minuten. 10. Dezember 2010. Regie: Johannes Hartmann (Kurzfilm) 2011: Hoselupf – Oder wie man ein Böser wird. Regie: This Lüscher (Video-Trailer) 2011: Ein Sommersandtraum (Originaltitel Der Sandmann). Regie: Peter Luisi 2012: Nachtexpress. Regie: Alex E. Kleinberger 2013: Himmelfahrtskommando. Regie: Dennis Ledergerber 2014: The Wellington. Regie: Franco Zilli. (Kurzfilm 18 Min) 2014: Der Gehörnte. Regie: Tillo Spreng (Kurzfilm). 2017: Flitzer. Regie: Peter Luisi (Drehbuch von Schlatter und Luisi). 2019: Wir Eltern. Regie: Eric Bergkraut und Ruth Schweikert (Komödie) 2019: Die fruchtbaren Jahre sind vorbei. Regie: Natascha Beller (Komödie) 2023: Bon Schuur Ticino. Regie: Peter Luisi (Drehbuch von Schlatter und Luisi) 2026: Do re mi fa so laufts. Regie: SerGio Fertitta

Theater (Auswahl) 1983: Der Hundeschwindel von Moskau. Mit Stephan Eicher, Patrick Frey, Klaudia Schifferle und Martin Hess 1990: Kunst und Schinken. Mit Viktor Giacobbo und Charlotte Heinimann 2007: Der beliebte Bruder.. In: schlatterundfrey.ch. Abgerufen am 26. Oktober 2010. Komödie. Schlatter und Frey. Regie: Katja Früh. Breuninger Theaterverlag 2009: Boeing-Boeing von Marc Camoletti 2010: Das Drama. Komödie. Schlatter und Frey. Regie: Katja Früh. 2011: Seegfrörni 2012. Mit Patrick Frey.Beat Schlatter und Patrick Frey: «Seegfrörni 2012». In: news.ch. 30. Januar 2012.Breuninger Theaterverlag 2013: Wenn ein Lied erklingt. Drama von Achim Lück. 2014: Rosemarie. Von Stephan King. Regie: Dominik Müller. 2014: Polizeiruf 117. Komödie von Beat Schlatter und Stephan Pörtner. Mit Andrea Zogg, Regula Imboden u. a. Regie: Pascal Ulli., Breuninger Theaterverlag 2015: Pornosüchtig. Regie Pascal Ulli. 2018/2019: Die Bank-Räuber. Komödie von Beat Schlatter und Stephan Pörtner. Regie: Pascal Ulli. 2021: Ab die Post. Komödie von Beat Schlatter und Christoph Fellmann. Regie: Pascal Ulli., Breuninger Theaterverlag 2025: Alles uf Aafang. Komödie von Beat Schlatter und Christoph Fellmann. Regie: Pascal Ulli., Breuninger Theaterverlag

Fernsehen (Auswahl) 2013: Late-Night Quiz Metzgete – Heiteres Prominentenraten Mit Fabian Unteregger, FaroTV und SRF

Programme mit Kabarett Götterspass (Auswahl)

Für Susi (1984) Der Weg zum Ruhm (1985) Das offizielle Festprogramm (1991) Die grosse Schwamendinger-Oberdorfoper (1992) Der Betriebsanlass (1993) Hochzeit (1997)

Literatur

Stephan Pörtner: Bin gleich zurück: Komisches aus dem Leben von Beat Schlatter. Orell Füssli, Zürich 2012, ISBN 978-3-280-05469-7. Beat Schlatter: Postcards. Christoph Merian Verlag, Basel 2020, ISBN 978-3-85616-917-6. Beat Schlatter: Malen, Leiden, Sterben - 49 tragische Künstlerbiografien. Theologischer Verlag Zürich, 2026, ISBN 978-3-290-22084-6

Weblinks

Website von Beat Schlatter . In: Schweizer Familie. 21. September 2010 (Interview)

Einzelnachweise

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