mini|Wappen derer von Hurlach Die Edlen von Hurlach bzw. Ritter von Thurn zu Bozen waren ein Tiroler Adelsgeschlecht.

Diese Familie war weder verwandt mit den Augsburger Hurlacher, deren Wappen heute Hurlach bei Landsberg am Lech als Gemeindewappen führt, noch mit den Tiroler Wiesenegg von Hurlach und Spauregg.

Geschichte In einer Urkunde vom 11. Juli 1268 taucht erstmals ein dominus Pernhardus de Hurlach als Zeuge auf.Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Bozen: Stadtgemeinde Bozen 2005. ISBN 88-901870-0-X, S. 89, Nr. 21. Dessen Vorfahren lassen sich unter dem Namen von Bozen oder de Arena bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Letztere gehörten dem Bozner Stadtadel an und nahmen in der Folge den Flurnamen Hurlach an. Der Sitz der Vorfahren lag in der Stadt und ist 1191 als in burgo Bavçani in domo Bernardi urkundlich erwähnt.Franz Huter (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch. Die Urkunden zur Geschichte des deutschen Etschlandes und des Vintschgaus. Band 1. Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1937, Nr. 467, S. 259. Der Flurname Hurlach hat dagegen seinen Ursprung in westlich von Bozen gelegenen Gries (Arena) und bezieht sich auf dort liegende Weingärten, die erstmals 1195 dokumentiert sind. Das Geschlecht gehörte zu den Ministerialen des Hochstifts Trient. Als solche sind sie erstmals 1277 erwähnt.Martin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung. S. 273. Der Stammsitz Hurlach lag in Bozen am Ende der ehemaligen Fleischgasse zwischen Innenstadt und Talferbrücke. Das Geschlecht, das als Wappen auf blauem Grund einen goldenen Anker führte, ist 1372 im Mannesstamm erloschen. Franz Adam Graf von Brandis berichtet im Tirolischen Adlers Immergrünendes Ehren-Kräntzel von 1678 folgendes über die Edlen von Hurlach:

Eine mutmaßliche Seitline der Hurlach waren die Ritter von Thurn zu Bozen, welche zeitweise die Pfandherrschaft Königsberg besaßen: R. v. Turn, Pfants zuheber der Herrschaft Khinigspeg dicti ab dem Turn zu Bozen. Der Stammsitz Thurn in Bozen entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts als Wohnturm zwischen den Lauben und der Dr.-Streiter-Gasse. Die Thurn zu Bozen führte als Wappen ebenfalls einen Anker, jedoch mit abweichender Tinktur. 1461 starb die Linie mit Hans von Thurn aus.

Wappen Blasonierung In Silber ein roter Anker. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der rote Anker.

Historische Wappenbilder

Nichtverwandte Briefadelsgeschlechter mit Namen Hurlach Kaiser Karl V. verlieh 1524 Stephan Hurlach (ursprünglich Waffner aus Klausen) ein Wappen und Adelsdiplom. Nach Josef Weingartner gehörte der Ansitz Hurlach mindestens seit 1533 Stephan Waffner.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 3. 1926, S. 171. Darauf erlangte am 15. Dezember 1567 Christoph Hurlach, Zöllner an der Talfer in Bozen, die Adelsfreiheit und ein vermehrtes Wappen. Von Franz Waffners Erben kaufte das Anwesen 1656 Ferdinand von Wiesenegg. Nachfolgend nannte sich auch diese Familie zeitweise „von Hurlach“ und nahm das Hurlacher’sche Wappen als Herzschild in ihr eigenes auf.

Siehe auch Ansitz Hurlach Liste Tiroler Adelsgeschlechter

Literatur Franz Adam von Brandis: Herrn Herrn Frantz Adam: Grafen von Brandis, immergrünendes Ehren-Kränzlein dess Tyrolischen Adlers, oder, curieuse Beschreibung, aller denck-wüdigsten Begebenheiten, so sich in denen zehen nacheinander gefolgten Regierungen der fürstlichen Grafschafft Tyrol biss auf unsere Zeiten sich ereignet, etc., Band 2, 1702, S. 67 (Google Bücher). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 3. Teil, 9. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 104 (uni-goettingen.de). Martin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0520-7.

Einzelnachweise

Kategorie:Tiroler Adelsgeschlecht Kategorie:Patriziergeschlecht (Bozen)