Die Bundesvereinigung der Sinti und Roma e. V. (BVSR) wurde 2021 in Berlin als dritte Dachorganisation ihrer Art gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss von Selbstorganisationen und Initiativen von Sinti und Roma sowie von nach Deutschland zugezogenen Menschen mit Romani-Hintergrund. Die Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Sinti und Roma sind Kelly Laubinger und Daniel Strauß.

Verbändestreit Der Baden-Württembergische Landesverband der Sinti und Roma wurde 2021 vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wegen „vereinsschädigendem Verhalten“ ausgeschlossen, nachdem es unterschiedliche Meinungen zum Projekt der Berliner S21-Bahnlinie gab, bei deren Bau das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas untertunnelt werden soll. In diesem Streit hat sich das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar“ durchgesetzt, aus dem heraus die Bundesvereinigung der Sinti und Roma gegründet wurde. Die Bundesvereinigung der Sinti und Roma setzt sich für den vollständigen Erhalt des europäischen Mahnmals für Sinti und Roma ein. Die Vorsitzenden Daniel Strauß und Kelly Laubinger kritisieren das Verhalten vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma.

Die Vorsitzende Kelly Laubinger der Bundesvereinigung der Sinti und Roma und Oskar Weiß von der Sinti Allianz Deutschland haben einen offenen Brief im Tagesspiegel im August 2022 veröffentlicht, indem sie an den Zentralrat deutscher Sinti und Roma unter der Leitung von Romani Rose appellierten die Verhandlungen zum künftigen Staatsvertrag gemeinsam zu führen.Staatsvertrag für die Minderheit: Verbände der Sinti und Roma appellieren an Zentralrat, Tagesspiegel (Andrea Dernbach), 2. August 2023

Der Streit behindert nicht nur den Abschluss eines Staatsvertrags (s. u.), sondern auch den Neubau eines Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

Bundesweite Aufmerksamkeit 2023 Vom deutschen Bundesinnenministerium wird ein Staatsvertrag mit den Sinti und Roma angestrebt. In die Verhandlungen soll neben dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma auch der BVSR und die Sinti Allianz Deutschland einbezogen werden. Daran hat der Vorsitzende des Zentralrats Romani Rose Kritik geübt.

Staatsvertrags zwischen der Bundesregierung und der Minderheit Der angestrebte Staatsvertrag sieht die Schaffung eines Gremiums vor, das als Ansprechpartner für die Vergabe von Fördergeldern geschaffen wird, sowie einen ständigen Rat, in dem sich Politik, Zivilgesellschaft und Minderheit beraten.

Während die Bundesvereinigung der Sinti und Roma der Sinti und Roma und die Sinti Allianz Deutschland eine Kooperation geschlossen haben, im Willen, einen Staatsvertrag möglich zu machen, beteiligt sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma bisher nicht an den Gesprächen und beansprucht für die Verhandlungen zum Staatsvertrag die Alleinvertretung der Minderheit.

Weblinks Website der Bundesvereinigung der Sinti und Roma e. V.

Einzelnachweise Streit der Dachverbände von Sinti und Roma hält an, DLF, 31. Oktober 2023 Pressemitteilung der Bundesvereinigung der Sinti und Roma, 13. Juli 2023 Auf dem Weg zum Staatsvertrag, taz, 13. Juli 2023 Vertrag mit dem Staat in Sicht: Ein Generationenkonflikt spaltet Sinti und Roma, Tagesspiegel, 12. Juli 2023 Bundesvereinigung in Deutschland gegründet, RomaService, 5. August 2021 Daniel Strauß: Der stille Macher, der Freitag, 10/2023 Staatsvertrag für die Minderheit:Verbände der Sinti und Roma appellieren an Zentralrat, Tagesspiegel, 2. August 2023 Unbekannter Verein ohne Substanz, Domradio, 31. Oktober 2023 Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“, Pressemeldung, 7. Juli 2020 Hinhalte-Taktik beim Staatsvertrag, Rhein-Neckar-Zeitung, 31. Oktober 2023 Streit der Dachverbände von Sinti und Roma hält an, Der Spiegel, 31. Oktober 2023

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