Feuchthaltemittel sind Lebensmittelzusatzstoffe, die in der Europäischen Union zugelassen sind, um das Austrocknen von Lebensmitteln zu verhindern. Sie werden ebenfalls im kosmetischen Bereich eingesetzt.

Eigenschaften Feuchthaltemittel verhindern das Austrocknen, indem sie bei der Herstellung zugesetztes Wasser binden (d. h. ein Verdunsten verhindern) oder bei der Lagerung Luftfeuchtigkeit an sich ziehen. Indem sie das Hartwerden der fertigen Lebensmittel verhindern, wirken sie dabei als Weichmacher. In Süßwaren wirken sie dem Auskristallisieren des Zuckers entgegen.Eintrag zu Feuchthaltemittel. In: Lexikon der Lebensmittelzusatzstoffe: Zusatzstoffe im Essen. Frank Massholder, abgerufen am 16. Mai 2022.Baltes, Matissek: Lebensmittelchemie. 7., vollständig überarbeitete Auflage, Springer, 2011, ISBN 978-3-642-16539-9, S. 235, .Frede: Handbuch für Lebensmittelchemiker. 3. Auflage, Springer, 2010, ISBN 978-3-642-01684-4, S. 345, .

Kosmetik Hautpflege In der Hautpflege spielen Feuchthaltemittel, wie Glycerin, Sorbit, 1,2-Propylenglycol, Xylit oder andere Polyalkohole, eine wichtige Rolle.Günter Vollmer und Manfred Franz: Chemische Produkte im Alltag, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1985, S. 99–108, ISBN 3-13-670201-8.

Zahnpflege Feuchthaltemittel werden der Zahnpaste zugesetzt, um das Austrocknen zu verhindern und die Konsistenz zu bewahren, damit die Paste auch nach längerer Lagerung geschmeidig bleibt und nicht verkrustet.Günter Vollmer und Manfred Franz: Chemische Produkte im Alltag, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1985, S. 161, ISBN 3-13-670201-8. Sorbit hat zudem eine kariesvorbeugende Wirkung, da den Bakterien im Mundraum der Zucker entzogen wird und somit weniger von der Zahnschmelz angreifende Milchsäure gebildet wird.

Lebensmittelzusatzstoffe rechts|mini|hochkant=3.4|Zutatenliste: Inhaltsstoffangabe eines Feuchthaltemittel ohne Angabe der E-Nummer Beispiele für Feuchthaltemittel sind: E 420 Sorbit E 422 Glycerin E 965 Maltitol rechts|mini|hochkant=2.4|Zutatenliste: Inhaltsstoffangabe eines Feuchthaltemittel ohne Angabe der E-Nummer E 1103 Invertase E 1200 Polydextrose Feuchthaltemittel werden hauptsächlich für Süßwaren, Backwaren und Fleischerzeugnisse verwendet.Eintrag zu Feuchthaltemittel. In: Lexikon der Ernährung. Spektrum der Wissenschaft Verlag, abgerufen am 16. Mai 2022. Sie finden aber auch Anwendung bei der Produktion von Desserts, Speiseeis, Saucen sowie Gelee, Konfitüre und Schokoladenerzeugnissen.

Rechtliche Situation In der Europäischen Union sind die Lebensmittelzusatzstoffe gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 (Stand August 2021) sowie in der Schweiz, gemäß der Zusatzstoffverordnung (ZuV) (Stand: Juli 2020) aufgelistet. Feuchthaltemittel werden als diese mit der Angabe der Stoffbezeichnung oder der zugehörigen E-Nummer deklariert.

Gesundheitliche Risiken Einige Feuchthaltemittel können bei übermäßigen Verzehr zu Durchfall und Blähungen führen.

Beispiele Beispiele für eingesetzte Feuchthaltemittel sind: 1,2-Propandiol Aloe-Vera-Gel Triacetin Honig Lithiumchlorid Melasse Quillajaextrakt Harnstoff Lactone Sorbit Glycerin Glycole Lactate Invertase

Weblinks Peter Kuhnert: Zusatzstoffe kompakt, Behrs Verlag, Hamburg 2004 über Google-Books

Siehe auch Trocknungsmittel (allerdings keine Lebensmittelzusatzstoffe)

Einzelnachweise

Feuchthaltemittel