mini|Regen von Süden mini|Lage der Stadt Regen

Regen ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Niederbayern und liegt im Bayerischen Wald am Schwarzen Regen. Die Stadt wurde nach dem gleichnamigen Fluss benannt und ist seit dem 7. Dezember 2004 ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Gemeindegliederung

Es gibt 57 Gemeindeteile:

Das ursprüngliche Stadtgebiet besteht aus den Stadtteilen Altstadt, Moizerlitz, Bürgerholz, Grubhügel, Riedham und St. Johann.

Geschichte mini|Ansicht des Markts Regen von Michael Wening, 1726

Regen wurde vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts durch die Propstei Rinchnach gegründet. Erstmals wurde der Ort am 30. März 1148 in einem Schutzbrief von Papst Eugen III. an das Kloster Niederaltaich erwähnt. In diesem wurde bestätigt, dass die Kirche von Regen dem Stift Niederaltaich gehört. Der Ort entwickelte sich zu einem wichtigen Brücken- und Grenzort. 1207 wurde erstmals eine Holzbrücke genannt. Erst 1902–1905 wurde an dieser Stelle die nach dem späteren König Ludwig III. benannte Ludwigsbrücke erbaut.

1254 wurde Regen – immer noch zu Rinchnach gehörend – Klostermarkt. Durch einen Tauschvertrag Herzog Heinrichs XIII. mit dem Abt von Niederaltaich wurde daraus 1270 ein herzoglicher Markt. Diese Entwicklung dauerte bis 1468. In diesem Jahr fasste Herzog Albrecht IV. die Marktrechte in einer Urkunde zusammen (niedere Gerichtsbarkeit, freiwillige Gerichtsbarkeit, Entscheidung über Polizeisachen). 20 Jahre vorher wurde Regen durch Herzog Albrecht III. das Stadtwappen verliehen.

Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde Regen 1633, 1641 und 1648 von den Schweden geplündert und niedergebrannt. Bei dem Feuer, das am Samstag, den 10. Dezember 1633, gelegt worden war, überstand ein Marienbild den Brand eines Bäckerhauses, das später nach Salzburg und vorübergehend nach Nesselwang kam und dort jeweils zur Gründung von Wallfahrtsorten führte, nämlich Maria Plain und Maria Trost.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts fanden Ochsen- und Warenmärkte statt. 1827 konnte nach langwierigen Bemühungen am Weinbergacker das erste Schulhaus errichtet werden. 1828 wurde Regen Munizipalgemeinde. Das Jahr 1852 brachte die Gründung einer Mädchenschule.

Am 16. September 1877 wurde die Eisenbahnlinie von Plattling nach Bayerisch Eisenstein eröffnet, an welcher auch der Bahnhof Regen liegt.

20. Jahrhundert Am 1. Januar 1932 wurde Regen zur Stadt erhoben.

Am 24. April 1945 wurden vor dem Einmarsch der Amerikaner noch drei Brücken gesprengt. Die Amerikaner standen bei March und waren bereit, eine Kapitulation anzunehmen. Eine verzögerte Sprengung an der alten Ohebrücke, als die Amerikaner gerade in der Nähe waren, erschwerte den diplomatischen Weg. Es kam zu Kämpfen, wobei 36 Häuser beschädigt oder ganz zerstört wurden. 33 Soldaten und 17 Zivilisten starben, 79 Familien wurden obdachlos.

Die amerikanische Kreis-Militärregierung richtete ihren Sitz in der weitgehend unversehrten Nachbarstadt Zwiesel ein, und am 3. Juli 1945 wurde auf deren Anordnung hin auch die Einrichtung des Landratsamtes nach Zwiesel verlegt. Es begann ein heftiges „Tauziehen“ um den Sitz des Landratsamtes. Dreimal, zuletzt am 8. April 1948 ordnete die Regierung von Niederbayern die Rückverlegung des Amtes nach Regen an. Doch erst durch eine handstreichartige Aktion am 17. April 1948 ab 3.30 Uhr schafften 49 Mann unter Führung von Landrat Werner Haas auf zehn Lastwagen das Landratsamt wieder nach Regen. Dort feierte man die Heimkehrer mit Musik und weiß-blauer Beflaggung, allerdings mussten auf Anordnung der Militärregierung die Feiern eingestellt werden.

Religionen mini|Denkmalgeschützte Statue des Johannes Nepomuk

Katholische Pfarrei St. Michael, Regen Bistum Passau Katholische Pfarrei Peter und Paul, March Bistum Regensburg Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Regen/Bodenmais, Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Eingemeindungen 1917 kam aus der Gemeinde Eggenried das Dorf Heilig Geist mit rund 110 Einwohnern zu Regen. Am 1. April 1962 fiel die Gemeinde Bärndorf an die Stadt Regen, wodurch die Einwohnerzahl auf 6500 anstieg. Am 1. April 1964 folgten Neigerhöhe, Riedham, Wieshof und Huberhof, die zuvor zur Gemeinde Rinchnachmündt gehörten. Am 1. Juli 1964 kam die Gemeinde Weißenstein mit 1260 ha und 584 Einwohnern hinzu. Im Zuge der Gemeindegebietsreform folgten am 1. Januar 1972 die Gemeinde Oberneumais mit 505 Einwohnern und 1241 ha Gemeindefläche sowie am 1. Mai 1978 die Gemeinde Rinchnachmündt mit 1181 ha und 939 Einwohnern und die Gemeinde March mit 1038 ha und 743 Einwohnern.

Einwohnerentwicklung 1280 hatte Regen etwa 200 Einwohner. Bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts änderte sich diese Zahl nur geringfügig. 1828 wurde eine Einwohnerzahl von 1196 und im Jahr 1904 von 2366 Menschen festgehalten. Das 20. Jahrhundert brachte einen größeren Zuwachs, 1974 waren bereits 9029 Einwohner registriert. Diese Zuwachsraten sind u. a. auf Eingemeindungen, die Ansiedlung von Heimatvertriebenen und den Ausbau der Industrie zurückzuführen. Auf Grund der Angebotsvielfalt und der Attraktivität der Stadt wuchs die Bevölkerungszahl weiter stark an, im Jahr 2005 hatte Regen bereits 12.553 Einwohner. Dem allgemeinen Trend (z. B. Geburtenrückgang) konnte sich aber auch Regen nicht entziehen, so waren die Einwohnerzahlen von 2005 bis 2011 rückläufig, steigen jedoch seit 2012 wieder an.

Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. sank die Einwohnerzahl von 11.057 auf 11.001 um 56 Einwohner bzw. um 0,5 %.

Politik mini|hochkant|Regens Rathaus mit Kriegerdenkmal

Stadtrat Die Kommunalwahl vom 8. März 2026 ergab folgende SitzverteilungStadtratswahl 2026, 8. März 2026, Stadt Regen, Endergebnis (mit Vergleichszahlen der beiden vorangegangenen Wahlen):

CSU Freie Wähler SPD GRÜNE Linke AfD Gesamt 2014 9 7 5 3 – – 24 2020 9 7 5 3 – – 24 2026 7 6 4 2 1 4 24 Die Wahlbeteiligung lag 2026 bei 63,5 %.

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit Mai 2020 Andreas Kroner (SPD). Dieser setzte sich in der Stichwahl vom 29. März 2020 mit 59,32 % der Stimmen durch. Bei der Stichwahl am 22. März 2026 wurde er bei einer Wahlbeteiligung von 56,0 % mit 66,9 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.Bürgermeister-Stichwahl, 22. März 2026, Stadt Regen

Von Dezember 2006 bis April 2020 amtierte Ilse Oswald (* 1953) (FWG).

Wappen

Städtepartnerschaften Regen unterhält Partnerschaften mit der hessischen Stadt Eschwege (seit 1997; Städtefreundschaft seit 1967), mit dem französischen Mirebeau sowie mit der bayerischen Stadt Roth.

Patenschaft Heimatkreis Bergreichenstein e. V. (tschech. Kašperské Hory, seit 1984)

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen mini|hochkant|Das „Fressende Haus“ (Buchtitel von Siegfried von Vegesack) im Gebäudeensemble der Burg Weißenstein mini|Pscheidlkrippe 1988 wurde das Niederbayerische Landwirtschaftsmuseum in einem am Stadtplatz stehenden Jugendstilbau eröffnet, das zuvor als Bezirks- und Landratsamt Verwendung fand. Bereits in den 1930er Jahren begannen Regener Bürger für dieses Museumsprojekt Gegenstände zu sammeln. 1966 scheiterte der erste Versuch, ein bäuerliches Museum zu eröffnen. Im in den 1980er Jahren eröffneten Museum im Fressenden Haus sind Schnupftabakgläser, eine volkskundliche Sammlung, bei den Ausgrabungen um die Burgruine geborgene Gegenstände und das Arbeitszimmer Siegfried von Vegesacks ausgestellt. Das etwa 900 Jahre alte Gebäude diente als Getreidespeicher der Burg Weißenstein, wurde im 19. Jahrhundert als Gaststätte genutzt und später vom Dichter Siegfried von Vegesack und seiner Frau Clara Nordström als Wohnturm genutzt. Heimatmuseum Bergreichenstein Die Pscheidl-Krippe mit knapp 300 Figuren stand bis zum Tod von Frau Pscheidl-Krystek im Pscheidl-Haus an der Ludwigsbrücke. Neben den bekannten biblischen Personen wurden mehr oder weniger wichtige Persönlichkeiten der Stadt als Stofffiguren modelliert.

Musik Liedertafel Regen von 1852 e. V. Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Regen e. V. (gegründet im Jahr 1973) Blaskapelle Regen Blasorchester der Stadt Regen e. V. (gegründet im Jahr 1994)

Bauwerke mini|Der gläserne Wald Stadtpfarrkirche St. Michael St.-Johann-Kirche Heilig-Geist-Kirche; diese wurde 1421–1425 als Spitalkirche erbaut. Die evangelische Kirche wurde von 1957 bis 1958 erbaut. Die Burgruine Weißenstein liegt im zwei Kilometer südlich vom Stadtplatz gelegenen Ortsteil Weißenstein. Seit dem Jahr 2000 entsteht vor dem Museum Fressendes Haus der Gläserne Wald. Dabei handelt es sich um eine prämierte und stetig wachsende Sammlung von Glasskulpturen in Baumform. Der 1948 als neuer Mittelpunkt des Stadtplatzes (an Stelle des früheren, im neunzehnten Jahrhundert abgerissenen Rathauses) errichtete Marienbrunnen, wurde 2012 im Rahmen der Generalsanierung des Stadtplatzes Richtung Ludwigsbrücke versetzt. Die Mariensäule ist aus dem Jahr 1872. Der Stadtplatz wird von Häusern des 19. Jahrhunderts umgeben, darunter das Rathaus von 1820. Bier- und Eiskeller (seit Frühjahr 2009 aktivieren die Postkellerfreunde die noch begehbaren alten Keller in der Pfleggasse)

Parks mini|Pavillon im Kurpark Regen

Der Kurpark auf der Regeninsel wurde Ende der 1980er Jahre auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks eingerichtet und umfasst zudem ein kleines Wegenetz den Fluss aufwärts. 2004/05 wurde der Kurpark um ein bis dahin brachliegendes Fabrikgrundstück auf der gegenüberliegenden Flussseite erweitert. Neben landschaftsgärtnerischen Gestaltungen sind im Kurpark diverse Skulpturen und der Gläserne Knoten zu sehen. Der Waldschmidtpark grenzt an die Kurparkerweiterung von 2004/05 und ist ein an der sogenannten Sauheng gelegenes Waldstück. Teil dieses Parks ist der Malerwinkel, der seinen Namen wegen des guten Blicks auf den Fluss und die Stadt hat.

Naturdenkmäler Der Pfahl ist ein 150 km langer Quarzfelsenzug. Im Ortsteil Weißenstein erreicht er mit über 750 m seine höchste Stelle, an der die Burg Weißenstein erbaut wurde.

Sport Freizeitmöglichkeiten: Verschiedene Mannschafts- und Einzelsportarten, wie bsp. Badminton, Basketball, Billard, Darts, Eislauf, Eisstockschießen, Faustball, Fitness-Studio, Fußball, Gewichtheben, Handball, Ju Jutsu, Kanu, Karate, Klettern, Leichtathletik, Radsport, Schach, Schwimmen, Skifahren, Tennis, Tischtennis, Wandern. Sportliche Ereignisse und Erfolge Im Winter 1961 fanden auf dem Regener See die 11. Europa-Meisterschaften im Eisstockschießen statt. 1982 und 2009 wurden diese in der Eishalle ausgetragen. 1971 gewannen die Frauen des TSV Regen den Mannschaftstitel. 2020 wurde die Weltmeisterschaften im Eisstockschießen in der Eishalle und auf einer angrenzenden extra hierfür errichteten Bahn ausgetragen. 1964 wurden in Regen die 1. Niederbayerischen Jugendspiele ausgetragen. 1990 wurde die Gewichthebersparte des TSV Regen Deutscher Mannschaftsmeister.

Regelmäßige Veranstaltungen Das Pichelsteinerfest, 1874 erstmals im kleinen Kreis gefeiert, ist heute das größte Fest im Bayerischen Wald. Der Name des Fests kommt vom gleichnamigen Gericht. Im Laufe der Zeit kamen als Rahmenprogramm die Pichelsteiner-Serenade des Blasorchesters Regen (Donnerstag), ein Festumzug (Sonntag), eine abendliche Gondelfahrt (Samstag), ein großes Feuerwerk (Mittwoch) und Wasserspiele hinzu. 1938 entwarf der Regener Malermeister Friedrich Biller das Pichelsteinerbübchen als Markenzeichen des Fests. Im Jahr 2017 erhielt der ausrichtende Verein den Heimatpreis Bayern. Seit 1957 findet jeden Ostermontag der von der Ortsgruppe der Katholischen Landjugendbewegung organisierte Osterritt statt. An dem Ritt durch die Stadt und der Segnung der festlich geschmückten Pferde nehmen jährlich etwa 500 Reiter mit ihren Pferden teil.