Olga Baronin von Hoffmann-Canstein, geb. Canstein (* 4. November 1872 in Lemberg; † 4. Mai 1948 in Graz), war eine österreichische Blumenmalerin.
Leben Olga von Canstein war eine Tochter des Juristen Raban von Canstein sowie Enkelin der Miniaturmalerin Maria Freifrau von Canstein († 1893). 1880 kam sie mit ihren Eltern nach Graz. Dort besuchte sie ab 1886 die steiermärkische Landeskunstschule bei den Malern Heinrich Schwach und Hermann von Königsbrunn. In den Jahren um 1885 bis 1890 hielt sich Olga von Canstein mit ihrer Familie im Sommer am Iselsberg in Tirol auf. Dort hatte sie Kontakt zu dem Maler Franz Defregger, der ihr anbot, sie in München zu unterrichten, was ihre Eltern jedoch ablehnten. 1893/1894 war sie eine Privatschülerin Karl Kargers in Wien. Danach setzte sie ihre Studien in Graz bei Alfred Schrötter von Kristelli, Anton Marussig und Alfred Zoff fort.
Nachdem Olga Hoffmann-Canstein 1895 den promovierten Rechtsanwalt J. Hoffmann geheiratet hatte, ließ ihre künstlerische Aktivität bis zu seinem Tod 1904 vorübergehend nach. 1909 stellte sie erstmals im Wiener Künstlerhaus aus. Seitdem nahm sie an Ausstellungen in Österreich, München und Florenz teil. Mehrfach beschickte sie Expositionen der Genossenschaft bildender Künstler Steiermarks und des Österreichischen Künstlerbundes in Wien, dessen ordentliches Mitglied sie war.Katalog Ausstellung Öst. Künstlerbund mit Nachlasskollektion von dem im Felde gefallenen Mitgliede Maler Paul Treulich und einer Kollektion des Maler-Architekten August Jentsch bei C. J. Wawra. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 1. September 2023.
Olga Hoffmann-Canstein lebte lange Zeit in der Schlögelgasse 9 in Graz. Sie starb 1948 im Alter von 75 Jahren und wurde auf dem Friedhof St. Leonhard beigesetzt.Stefan Rechnitz: Die Grazer Friedhöfe. Eine Auslese von Grabstätten berühmter und denkwürdiger Personen. Graz 1957–1962. 2. Teil: Index zum Friedhofsverzeichnis, 1965, S. 19 (PDF).
Werk mini|Ölgemälde Bunte Blumen (1913) Olga Hoffmann-Canstein malte atmosphärische, farbig fein abgestimmte Blumenstillleben. Dabei entwickelte sich ihr zunächst realistischer Stil bald zu einer zum Teil stark plakativ abstrahierten Malweise. Zu ihrem Gesamtwerk gehören auch Landschaften.
Bruno Binder bezeichnete Olga Hoffmann-Canstein und Susi Sing 1917 in einem Beitrag über Kunst in der Steiermark als beste Vertreterinnen der Blumenmalerei, die von ihnen beiden „mit Liebe und ebensoviel Talent und Geschicklichkeit gepflegt“ werde.Bruno Binder: Die Kunst in der Steiermark. In: Theodor von Frimmel (Hrsg.): Studien und Skizzen zur Gemäldekunde. 3. Band. Gerold, Wien 1917, S. 22 (online).
Werke (Auswahl) Herbststrauß, 1911 Ausstellung Wiener Künstlerhaus Margueriten, Kornblumen und Zyklamen, Öl, 1911 Ausstellung Österreichischer KünstlerbundKatalog der Ausstellung „Österr. Künstlerbund“ mit Kollektiv-Ausstellungen Erwin Pendl, Franz Kuderna und J. Sternfeld. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 1. September 2023. Pfingstrosen und Cenerarien, Öl, 1911 Ausstellung Österreichischer KünstlerbundAbb. Cenerarien. im Katalog Ausstellung des "Österr. Künstlerbund. Galerie Arnot. Wien Jänner 1911 In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 1. September 2023. Bunte Blumen, 1913, handsigniert und datiert „Olga Hoffmann-Canstein 1913“, Öl auf Leinwand, 53 × 65 cmOlga v. Hoffmann-Canstein. In: dorotheum.com. Abgerufen am 1. September 2023. Motiv aus der Fürst Thurn-Taxischen Schloßkirche in Duino, Chrysanthemen und Bonzen und Wilde Astern, Öl, 1913 Ausstellung Österreichischer KünstlerbundAusstellung öst. Künstlerbund mit Kollektionen von Bildhauerin Mayer-Michl u. Architekt Goldberger. In: digitale-bibliothek.belvedere.at. Abgerufen am 1. September 2023. Levkojen und Pfingstrosen, 1916 Ausstellung Kunstverein Baden Waldenzian, 1930 Ausstellung der Genossenschaft bildender Künstler Steiermarks Frühlingsblumen, 1934 Ausstellung der Genossenschaft bildender Künstler Steiermarks
Ausstellungen (Auswahl) 1909, 1911: Wiener Künstlerhaus 1911, 1913, 1915, 1916, 1917: Österreichischer Künstlerbund, Wien 1911: Oberösterreichischer Kunstverein, Linz 1913: Kunstverein Kärnten 1913, 1919, 1923, 1925, 1927, 1930, 1934, 1935, 1947: Genossenschaft bildender Künstler Steiermarks, Graz 1916: Badischer Kunstverein 1928: Steirische Jubiläums-Kunstschau, Graz
Literatur
Hoffmann-Canstein Olga. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 1330.
Weblinks
Werke von Olga Hoffmann-Canstein in artnet
Einzelnachweise
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