Maine (e Aussprache ) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten und Teil der Region Neuengland.
Die Herkunft des Namens ist unklar. Wahrscheinlich ist er nach der französischen Landschaft Maine benannt, möglicherweise ist der Name aber auch eine Kurzform von „Mainland“ („Festland“, „Hauptland“). Die postalische Abkürzung des Staates ist ME. Der Spitzname Maines ist The Pine Tree State („Kiefernstaat“). Die Hauptstadt ist Augusta.
Geographie Maine liegt als östlichster Bundesstaat der Contiguous States am äußersten Rand der Vereinigten Staaten. Eastport ist die östlichste Stadt, West Quoddy Head die östlichste Landmarke der USA. Der höchste Punkt Maines ist der Mount Katahdin im Piscataquis County (1.606 m).
Maine ist der US-Bundesstaat mit dem höchsten Waldanteil. Da mehr als 90 % der Landfläche unter anderem mit Kiefern bewachsen ist, lautet der Beiname des Staates „Pine Tree State“ („Kiefernstaat“). Die landschaftliche Schönheit zieht zahlreiche Touristen an. Der Acadia-Nationalpark ist der einzige Nationalpark der Gegend und einer der meistbesuchten in den USA.
Ausdehnung des Staatsgebiets Der Bundesstaat hat eine Ausdehnung von Nord nach Süd von 515 km zwischen 43° 4′ N und 47° 28′ N. Von Ost nach West hat der Bundesstaat eine Breite von 305 km zwischen 66° 57′ W und 71° 7′ W. Von den 91.646 km² Fläche sind 12,8 % (11.715 km²) Wasserflächen. Damit liegt Maine, obschon aufgrund der Lage, des Klimas und der Vegetation in den USA als nördlicher Staat wahrgenommen, südlicher als Deutschland. Der genannte nördlichste Punkt liegt gerade einmal sechs Bogenminuten oder elf Kilometer nördlicher als Deutschlands südlichster Punkt, das Haldenwanger Eck, während Maines südlichster Punkt knapp 80 km südlicher liegt als das mediterrane Florenz.
Nachbarstaaten Im Südosten von Maine befindet sich der Atlantik. Im Nordosten liegt die kanadische Provinz New Brunswick. Im Nordwesten befindet sich das ebenfalls kanadische Québec. Im Südwesten liegt New Hampshire. Maine ist der einzige US-Bundesstaat, der an genau einen anderen Bundesstaat grenzt.
Gliederung Liste der Countys in Maine
Klima Maine liegt zwar allgemein in der kühl-gemäßigten Zone, lässt sich aber in etwa in drei klimatische Zonen einteilen: Das nördliche Binnenland, welches 60 % der Fläche umfasst und in dem Kontinentalklima herrscht, hat für die klimatische Region vergleichsweise warme Sommer, aber auch sehr harte Winter. Das südliche Binnenland ist der wärmste Teil Maines und von vergleichsweise warmen Sommern geprägt. Im etwa 30 km ins Land gehenden Küstenbereich schließlich sind aufgrund der Meeresnähe die Temperaturen gemäßigter als im Binnenland. Wirbelstürme sind in Maine die Ausnahme, selten gibt es Orkane, häufig sind aber die „Küstenstürme“, die starken Regen und Wind bringen, mitunter auch Schnee im Winter.Website of USA climate: Klima in Maine
Geschichte Frühgeschichte Paläoindianer mini|Der zirkumpolare Eispanzer der letzten Kaltzeit
Während der Eiszeiten, deren letzte als Wisconsin Glaciation bezeichnet wird, konnten auf dem Gebiet Maines kaum Menschen leben.Dies und das Folgende nach: Steven L. Cox: The Palaeo-Indian Period, in: Bruce J. Bourque: Twelve Thousand Years. American Indians in Maine, University of Nebraska Press 2004, S. 13–36. Der Eisschild Nordamerikas erstreckte sich südwärts bis nach Pennsylvania. Im Gebiet von Maine ragte dieser Schild bis über 1500 m auf. Die großen Wassermengen, die in den Eismassen der Polargebiete gebunden waren, wurden den Ozeanen entzogen, so dass der Meeresspiegel über 100 m tiefer lag. Um 19.000 v. Chr. war die Vergletscherung am stärksten, um 16.000 v. Chr. begann der Rückzug der Gletscher, zwischen 13.000 und 12.000 v. Chr. gaben die Eismassen das Land auch in Maine frei. Um 9000 v. Chr. war der Bundesstaat eisfrei. Zugleich stieg der Meeresspiegel, so dass der Atlantik bis zu 100 km ins Land vorrückte. Dieser Effekt wurde partiell wieder aufgehoben, da das Land, das von den Eismassen befreit war, langsam anstieg. Dabei entstanden große Seen, wie der Degeer-See. Zwischen 8000 und 7000 v. Chr. lag der Meeresspiegel wieder rund 60 m unterhalb des heutigen Standes, die Küste lag bis zu 20 km östlich der derzeitigen Küstenlinie. Seither steigt der Meeresspiegel ungleichmäßig an, was zahlreiche Artefakte vernichtet haben dürfte.
Moose, Flechten und Gräser kehrten in das wasserreiche, immer noch kühle, jedoch eisfreie Gebiet zurück, später folgten Baumarten, die in der Tundrenlandschaft überleben konnten. Während Maines Norden und die Gebirgszonen noch lange eine Tundra blieben, siedelten sich im Süden Wälder aus Eichen, Lärchen und Ulmen an, wobei in der Mitte eher Birken, Fichten und Kiefern dominierten. Die Megafauna, die die Periode kennzeichnete, und deren Vertreter etwa Wollhaarmammut (Mammuthus primigenius), Präriemammut (Mammuthus jeffersonii oder columbi) sowie Mastodon waren, wurde durch Pferde, Bisons und Karibus ergänzt. Überreste eines Mammuts fanden sich bei Scarborough, die auf die Zeit um 12.200 Before Present datiert werden konnten. In Massachusetts verschwanden sie wohl erst nach 9000 v. Chr. mini|Der 1946 geborgene Kratzer aus der Cowan's Cave (Cowans Höhle) am Moosehead Lake ist das älteste menschliche Artefakt des Bundesstaats. Er wird etwa auf das 11. Jahrtausend v. Chr. datiert. Er ist Teil der Sammlung des Center for Moosehead History der Moosehead Historical Society. Die ersten menschlichen Bewohner Maines jagten die Großsäuger, doch bis vor wenigen Jahrzehnten waren nur verstreute Funde ihrer Projektilspitzen bekannt, die bei Lebanon im äußersten Südwesten, Lewiston, Monmouth, Arrowsic, Boothbay, Rumford Center, am Graham- am Brassta- und am Flagstaffsee entdeckt worden waren. Erst in den späten 1970er Jahren fand man am Munsungan- und am Chasesee nördlich des Baxter State Parks zwei Werkstätten, Stellen also, an denen bestimmte Steinarten gewonnen und zu rohen Stücken verarbeitet wurden. Dadurch ließ sich der Prozess von der Gewinnung des Steins bis zur Herstellung von Speerspitzen, ebenso wie von Kratzern und Schabern rekonstruieren. Weitere Fundstätten am Magalloway River im Nordwesten von Maine gestatteten Schlüsse auf das Leben in den Lagern der Jäger, Fischer und Sammler. Die größte dieser Fundstätten ist die Vail site, die heute vom Wasser des Aziscohos Lake bedeckt ist. Um 9000 v. Chr. lag sie jedoch am Ostufer des Magalloway. An acht Stellen ließen sich Fundverdichtungen (loci) nachweisen, die Zelte der Bewohner maßen 4,5 mal 6 m und wurden von einer vertieft angelegten Feuerstelle erwärmt. Wahrscheinlich bestanden die loci nicht zur gleichen Zeit, sondern wurden saisonal in verschiedenen Jahren genutzt. Insgesamt fand man mehr als 4000 Werkzeuge, wobei die Projektilspitzen große Ähnlichkeiten zu denen der Debert site im kanadischen Neuschottland aufweisen. Auch wenn etwa 25 km nördlich der Stätte, im Quellgebiet des Magalloway, Stein gewonnen wurde, so stammten viele Sorten doch von den Champlain Lowlands im westlichen Vermont oder vom Munsungan-See, ja, sogar aus New York und Pennsylvania.
Ähnliches gilt für die Adkins site, doch bestehen die dortigen Artefakte zu einem Drittel der Masse aus kristallinem Quarz, hinzu kommen Rhyolith (wahrscheinlich aus New Hampshire). Diese variable Zusammensetzung der Rohmaterialien ist kennzeichnend für alle Fundstätten des Magalloway-Komplexes, wie etwa die Michaud site. Dort herrschen vier Feuersteinsorten vor, nämlich schwarzer und graugrüner, sowie Munsungan-Flint; Grünstein wurde nur für einfachste, grobe Werkzeuge eingesetzt. Im nahe gelegenen Moose Brooke entdeckte Henry Lamoreau die nach ihm benannte Fundstätte, die wohl in der gleichen Zeit bewohnt war, wie die Michaudstätte. Ähnlich wie diese beiden Stätten, lag die Dam site in Wayne in einem Gebiet alter Sanddünen, deren oberste Schicht vom Wind davongetragen wurde und so die Funde freigab. Auch hier fanden sich drei oder vier loci. Die Steinartefakte stammten aus weitem Umkreis, nämlich aus Neuschottland und Nordmaine im Norden, aus Zentralnewyork und Westvermont im Westen sowie aus Pennsylvania.
Generell sind die großen Fundstätten in Neuengland, in denen sich saisonal mehrere Familienverbände zusammenfanden, von einem Cluster kleinerer Lager umgeben. Wahrscheinlich bestimmten nicht nur Fundstätten besonders schöner oder praktischer Steine die saisonalen Wanderungen, sondern vor allem die Wanderungen der Beutetiere, allen voran der Karibus. Um 8000 v. Chr. endete die Herstellung der für die Paläoindianer kennzeichnenden kannelierten Spitzen, der fluted points.
Archaische Periode (8000–1500 v. Chr.) Der Begriff archaische Periode wurde 1932 erstmals von William A. Ritchie aufgebracht und bezeichnet heute die Epoche zwischen den paläoindianischen Kulturen und den frühen bäuerlichen Kulturen Nordamerikas, also die Zeit zwischen etwa 8000 und 1500 v. Chr. Üblicherweise wird diese Epoche in eine Frühe, eine Mittlere und eine Späte Phase eingeteilt, deren Abgrenzungen um 6000 und um 4000 v. Chr. liegen.Dies und das Folgende nach Daniel S. Murphree (Hrsg.): Native America. A State-by-State Historical Encyclopedia. Santa Barbara 2012, S. 469–471.
Die Kultur der Paläoindianer war an eine offene Landschaft gebunden, jedoch breitete sich nun dichter Wald in Neuengland aus. Damit verschwanden die großen Tierherden, denen zudem der Rückzug der Gletscher weitere Wanderungen nach Norden gestattete. Darüber hinaus veränderte sich dieses Waldgebiet in Maine um 8000 v. Chr. von einer von Pappeln, Birken und Fichten dominierten borealen Landschaft in eine gemäßigte Region, in der ab etwa 7000 v. Chr. Eichen und Hemlocktannen zunahmen. Elche, Hirsche, Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus) und zahlreiche andere Säugetiere dehnten ihren Lebensraum aus den südlichen und westlichen Gebieten nordwärts aus. Ob die Paläoindianer den Karibuherden folgten, oder ob sie sich den neuen Bedingungen anpassten, ist, im Gegensatz zum mittleren Westen und dem Südosten, wo eine Anpassung erfolgte, im Nordosten unklar. Zwar fanden sich in Québec keine kannelierten Spitzen, doch wurden dort neue Formen entwickelt, die möglicherweise eine Anpassung während der Nordwanderung darstellten.
Über die frühe archaische Phase ist wenig bekannt, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass die meisten Menschen am Küstensaum lebten, so dass ihre Überreste durch den steigenden Meeresspiegel zerstört worden sind. An vielen Seen hingegen fiel zwischen 6500 und 3000 v. Chr. durch eine globale Erwärmung der Wasserspiegel. Es scheint, als seien die örtlichen Gesteinsarten weiterhin in Gebrauch gewesen, wenn auch härteren Steinen der Vorzug gegeben wurde. Doch kamen Techniken und möglicherweise neue Bewohner aus dem Süden, etwa aus dem heutigen North Carolina. Außerdem kamen Holzbearbeitungstechniken auf, wie der Bau von Einbäumen, wie sich insgesamt Wasserwege als die wichtigsten Verkehrswege, und Boote als Hauptfortbewegungsmittel etablierten. Dies glaubt man zumindest daraus schließen zu können, dass die Fundstätten dieser Zeit an Wasserwegen liegen. Statt Bisons und Karibus jagte man nun Bären, Hirsche, Biber und Bisam, Vögel und Schildkröten. Spuren von Ritualen fanden sich vielfach, die Toten wurden verbrannt.