Die Endress+Hauser Gruppe ist ein international tätiger Anbieter von Produkten, Technologien und Dienstleistungen für die verfahrenstechnische Industrie, insbesondere für die Prozess- und Labormesstechnik. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Reinach bei Basel umfasst 130 Gesellschaften in 54 Ländern und beschäftigt mehr als 18.000 Mitarbeiter. 2025 erwirtschaftete das familiengeführte Unternehmen einen Umsatz von 4,01 Milliarden Euro. In der Messtechnik gilt die Unternehmensgruppe laut dem Südkurier als Weltmarktführer.Walther Rosenberger: Endress+Hauser zeigt Konkurrenten die Rücklichter. In: Südkurier. 5. April 2023, S. 7.Unterstützung im Kampf gegen Corona kommt aus Maulburg. In: Südkurier. 18. August 2020, S. 21.

Geschichte Endress+Hauser wurde 1953 von Georg Endress (1924–2008) und Ludwig Hauser (1895–1975) in einer Privatwohnung in Lörrach als Vertriebsgesellschaft für Füllstandmessgeräte gegründet. 1956 wurde in den Räumen einer ehemaligen Schreinerwerkstatt mit der Produktion der ersten eigenen Messgeräte begonnen.Herbert Frey: Globaler Player – Endress+Hauser. In: Badische Zeitung. 16. November 2021. In den Anfangsjahren wurden vor allem Produkte für die Grundstoffindustrie hergestellt. Später folgten auch die Geschäftsbereiche Durchfluss, Druck, Analyse und Temperatur.Innovation zahlt sich aus. In: Basler Zeitung. 1. Februar 2003.

Nach der Etablierung am deutschen und weiteren europäischen Märkten expandierte Endress+Hauser ab 1970 in die Vereinigten Staaten und nach China.Das Messen perfektioniert. 1953 startet Endress+Hauser als Drei-Mann-Betrieb in Lörrach und ist heute ein führender Anbieter für Messtechnik. Klaus Endress hat die Entwicklung von Kindertagen an erlebt, E+H seit 1995 geleitet und lässt die Geschichte Revue passieren. In: Badische Zeitung. 15. Juni 2023, S. 31.

Alleinbesitz der Familie Endress und Generationenwechsel Seit 1975 ist das Unternehmen im Alleinbesitz der Familie Endress.Giorgio V. Müller: Endress+Hauser als Wachstumsmotor im Dreiländereck. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. Mai 2019, S. 29. 1977 wurde am Hauptsitz in Reinach die Endress+Hauser Flowtec AG gegründet, ein Kompetenzzentrum für den Geschäftsbereich Durchfluss. Zu den ersten Produkten gehörten magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte.E+H baut im Elsass aus. In: Basler Zeitung. 5. Oktober 2004, S. 17.

1979 trat Klaus Endress (* 1948), der Sohn des Gründers, in das Unternehmen ein.Endress+Hauser trotzt widrigem Geschäftsumfeld. In: Basler Zeitung. 5. April 2023, S. 19.

1995 übernahm Klaus Endress die Leitung des Konzerns von seinem Vater und Unternehmensgründer Georg Endress.

1997 wurde die Innovative Sensors Inc. (ISI), ein Hersteller von Sensoren für die Wasseranalyse, übernommen. Vor der Übernahme hatte Endress+Hauser bereits über 19 Jahre mit ISI zusammengearbeitet.Marianne Truttmann: Endress+Hauser kauft US-Firma. In: Basler Zeitung. 11. März 1999, S. 20.

Zu Beginn der 2000er Jahre wurden vor allem die Produktionsstätten in Deutschland und der Schweiz ausgebaut, insbesondere die Standorte Reinach, Cernay und Maulburg.Wolfgang Göckel: Endress+Hauser baut in der Region aus. In: Basler Zeitung. 9. Mai 2006, S. 25. Auch mehrere deutsche Unternehmen wurden übernommen, darunter die Exner Anlagebau GmbH & Co. KG aus NeussEndress+Hauser übernimmt Exner Analysetechnik. In: Südkurier. 29. Januar 2000. und die Dr. Staiger Mohilo Analysenmesstechnik GmbH & Co.Endress+Hauser-Gruppe übernimmt deutsche Firma. In: Neue Zürcher Zeitung. 12. Januar 2000, S. 24.

Zudem erfolgte im Jahr 2000 die Expansion nach Indien mit einer Produktionsstätte der Flowtec in Aurangabad.Endress+Hauser in Indien. In: Basler Zeitung. 9. November 2000. Weiterhin wurden 2001 Anteile an dem amerikanischen Analysenmesstechnikunternehmen Wedgewood Technology Inc. erworben.Endress+Hauser übernimmt amerikanische Wedgewood. In: Basler Zeitung. 5. September 2001. An der finnischen Satron Instruments, einem Hersteller von Messgeräten und Armaturen für die Papier- und Zellstoffindustrie, wurden ebenfalls Anteile erworben.Endress+Hauser mit Beteiligung in Finnland. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Mai 2001, S. 28.

2002 verzeichnete die Unternehmensgruppe zum ersten Mal Verluste in ihrem Umsatz. Grund hierfür war die Insolvenz der Tochtergesellschaft Photo Print Electronic.Endress+Hauser in tiefroten Zahlen. In: Basler Zeitung. 21. Juni 2002.Leiterplatten drücken E+H ins Minus. Gruppe schreibt erstmals rote Zahlen. Bei Mess- und Automatisierungstechnik weiter stark. In: Südkurier. 21. Juni 2002. Der Verlust bremste das Unternehmenswachstum jedoch nicht und 2008 erzielte die Unternehmensgruppe erstmalig einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.G.V. Müller: Endress+Hauser steht nicht zum Verkauf. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Mai 2008, S. 25.

Anfang 2010 eröffnete Endress+Hauser eine neue Produktionsstätte für Durchflussmesstechnik sowie Füllstand- und Druckmesstechnik in Indien. Von diesem Standort aus wurden neben dem indischen Markt auch Länder wie Singapur, Japan oder Thailand direkt beliefert.Festes Band nach Asien. Endress+Hauser eröffnet neue Produktionsstätte in Indien. 19 Millionen Euro investiert. In: Südkurier. 12. Februar 2010.

Auch am US-amerikanischen Markt expandierte Endress+Hauser.Endress+Hauser kauft US-Beteiligung. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. Oktober 2011, S. 30. 2012 wurde Spectra Sensors Inc. mit Sitz in Houston, Texas übernommen. Spectra Sensors ist ein Hersteller von Gassensoren auf optischer Basis.Messgeräte. In: Südkurier. 27. Juni 2012, S. 7. 2013 wurde Kaiser Optical Systems Inc. übernommen, ein Anbieter für von Raman-spektroskopischen Messgeräten.Analysatoren, made in USA. Aargauer Zeitung. 1. Juli 2016.Endress+Hauser kauft US-Firma. Analyseangebot wird erweitert. In: Basler Zeitung. 31. August 2013, S. 36. Zum Januar 2022 wurden Spectra Sensors und Kaiser Optical Systems zusammengeführt und firmieren seitdem als Endress+Hauser Optical Analysis. Weiterhin wurde ein langjähriger Vertriebspartner aus Indonesien übernommen.Endress+Hauser kauft in Indonesien. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Januar 2013, Nr. 1, S. 21.

Auch der Hauptsitz in Reinach wurde ausgebaut. Für die Endress+Hauser Flowtec AG wurde beispielsweise 2013 ein neues Produktionsgebäude errichtet.Endress+Hauser baut in Reinach aus. In: Aargauer Zeitung. 22. September 2013.

2013 erlangte Endress+Hauser erstmalig Anteile an der börsennotierten Analytik Jena AG. Diese war tätig in den Bereichen Life Sciences und der analytischen Messtechnik.Kurt Tschan: Der lange Weg zum Ziel. Endress+Hauser erwirbt Analytik Jena für 100 Millionen Euro. In: Basler Zeitung. 25. April 2016, S. 10. Bis 2014 baute Endress+Hauser ihre Anteile auf 82,22 % ausAnalytik Jena geht von der Börse. Endress+Hauser vergrössert Beteiligung. In: Basler Zeitung. 19. September 2014, S. 39. und ein Jahr später wurde eine Zweigstelle der Analytik Jena in Reinach eröffnet.Daniel Haller: Rotblaue Zukunft im Reinacher Kägen. In: Aargauer Zeitung. 29. Oktober 2015. Die Übernahme von Analytik Jena wurde im März 2016 abgeschlossen, nachdem auch die restlichen Anteile erworben wurden. Die Übernahme galt zu diesem Zeitpunkt als die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte, mit einem Kaufpreis um die 100 Millionen Euro. Zuvor wurden meist nur kleinere Unternehmen erworben. 2018 klagten die Aktionäre der Analytik Jena AG gegen den Preis der Aktie als Entschädigung und verlangten eine höhere Barabfindung für die Übertragung der Aktien. Das Landgericht Gera urteilte jedoch, dass der von Endress+Hauser veranschlagte Preis gerechtfertigt gewesen wäre.Tino Zippel: Gericht findet Abfindung angemessen. In: Thüringische Landeszeitung. 26. Juni 2018, S. 5.

Nach 19 Jahren als Geschäftsführer zog Klaus Endress zum Jahreswechsel 2013/14 in den Verwaltungsrat der Unternehmensgruppe ein.Julia Kipping: Endress stellt Nachfolger vor. In: Südkurier. 29. Mai 2013, S. 7. Die Geschäftsleitung übergab er an Matthias Altendorf, welcher zuvor Geschäftsführer des Produktionszentrums in Maulburg gewesen war und auch seine Lehre bei Endress+Hauser absolviert hatte. Altendorf war zugleich der erste Geschäftsführer, der nicht zur Gründerfamilie Endress gehörte.Rahel Koerfgen: Der neue Chef kommt nicht aus der Familie. Matthias Altendorf übernimmt bei Endress+Hauser. In: Basler Zeitung. 20. März 2013, S. 29.

Ebenfalls 2014 wurden Vertriebsgesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Algerien gegründet.Expansion in Nahost und in Nordafrika. Endress+Hauser erwirbt neue Vertriebsgesellschaften. In: Basler Zeitung. 3. Januar 2014, S. 31.

Wachstum und Entwicklungen seit 2017 2017 übernahm die Gruppe die Blue Ocean Nova AG, einen Hersteller von Inline-Spektrometern zur Überwachung qualitätsrelevanter Prozessparameter. Durch die Übernahme erweiterte Endress+Hauser den Bereich der Prozessanalytik.E+H kauft in Aalen zu. Prozessanalytik gestärkt. In: Basler Zeitung. 9. November 2017, S. 11. 2018 wurde in Al-Dschubail, Saudi-Arabien, ein Kalibrier- und Schulungszentrum eröffnet.Endress+Hauser in Saudi-Arabien. Das Reinacher Erfolgsunternehmen verstärkt seine Präsenz im Nahen Osten. In: Aargauer Zeitung. 28. November 2018. S. 31.

Ab 2018/19 investierte Endress+Hauser erneut vermehrt in die Expansion der Unternehmensgruppe. In fünf Jahren wurden insgesamt etwa eine halbe Milliarde Euro investiert. Erweitert wurden dabei unter anderem der Hauptsitz in Reinach,Endress+Hauser baut aus. In: Aargauer Zeitung. 26. Juli 2019, S. 2. der Produktionsstandort in MaulburgUnternehmen investiert 46 Millionen Euro. In: Südkurier. 12. Oktober 2021, S. 27. sowie internationale Standorte in den Vereinigten Staaten und China.

Während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 sank der Umsatz von Endress+Hauser um 2,8 % und betrug 2,6 Milliarden Euro. Aufgrund der diversen Branchen, Segmente und Länder, welche die Unternehmensgruppe bedient, waren die Auswirkungen der Pandemie weniger stark als bei anderen Unternehmen. Kurzarbeit konnte zu großen Teilen vermieden werden und Mitarbeiter wurden nicht infolge der Pandemie entlassen.

Zum Jahreswechsel 2023/24 beendete Klaus Endress altersbedingt seine aktive Rolle im Unternehmen und zog sich aus dem Verwaltungsrat zurück, blieb aber Vorsitzender des Familienrats. Matthias Altendorf wechselte in den Verwaltungsrat der Gruppe und übergab die Geschäftsleitung an Peter Selders, welcher zuvor das Kompetenzzentrum der Firma für Füllstands- und Druckmesstechnik geleitet hatte. Die Familie Endress wird von Steven Endress und Sandra Genge, zwei Enkeln des Gründers, im Verwaltungsrat vertreten. Steven Endress trat im April 2026 die Nachfolge von Matthias Altendorf als Präsident des Verwaltungsrats an.Bei Endress+Hauser endet eine Ära. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Februar 2023, S. 23.Endress+Hauser stoppt alle Lieferungen nach Russland. In: Basler Zeitung. 6. April 2022, S. 1.

Aufgrund des russischen Überfalles auf die Ukraine 2022 beendete Endress+Hauser die Geschäfte in Russland und zog sich vom russischen Markt zurück.Andreas Möckli: Die Krux mit den Russland-Sanktionen. In: Aargauer Zeitung. 6. April 2022, S. 21.

Unternehmensstruktur