mini|Ein Black Jack mini|Nahaufnahme eines privaten Black-Jack-Spiels mit Spieljetons mini|Beispiel eines Black-Jack-Spiels mini|Der Spieltisch (Spielbank Wiesbaden)
Black Jack (auch Blackjack) ist das am meisten gespielte Karten-Glücksspiel, das in Spielbanken angeboten wird. Black Jack ist ein Abkömmling des französischen Vingt (et) un (dt. Einundzwanzig bzw. Siebzehn und Vier, siehe dort).
Das Spiel Die Regeln von Black Jack sind international nahezu einheitlich, die nachstehende Beschreibung folgt dem Reglement, das für den Spieler am günstigsten ist. Dieses Reglement gilt in den meisten deutschen Casinos sowie in der Spielbank von Monte-Carlo und den Spielbanken der Casinos Austria.
Die Regeln Allgemeines In Casinos wird Black Jack an einem annähernd halbkreisförmigen Tisch gespielt. An der geraden Seite des Tisches sitzt der Croupier (Dealer, Bankhalter, Kartengeber). Ihm gegenüber befinden sich die Plätze für bis zu sieben Spieler (Pointeure).
Es wird mit sechs Paketen französischer Spielkarten zu 52 Blatt, also 312 Karten gespielt – die Black-Jack-Karte hat Bridge-Format und trägt extra große Indexzeichen (large index) mit den englischen Bezeichnungen K, Q und J für die Bilder.
Ziel des Spiels ist es, mit zwei oder mehr Karten näher an 21 Punkte heranzukommen als der Croupier, ohne dabei den Wert von 21 Punkten zu überschreiten.
Die Werte der einzelnen Karten Asse zählen nach Belieben ein oder elf Punkte. (Der Wert des Asses wird erst dann festgelegt, wenn der Spieler keine weitere Karte mehr kauft – dann zählt der Croupier das Ass so, wie es für den Spieler günstiger ist.) Zweier bis Zehner zählen entsprechend ihren Augen. Bildkarten (Buben, Damen, Könige) zählen zehn Punkte.
Spielablauf Vor Beginn eines Spiels platzieren die Spieler ihre Einsätze auf den bezeichneten Feldern (Boxen) entsprechend den vom Casino festgesetzten Einsatzlimits.
In einer Box dürfen neben dem Boxeninhaber auch andere Spieler mitsetzen; mitsetzende Spieler haben aber kein Mitspracherecht und müssen die Entscheidungen des Boxeninhabers akzeptieren. Der Einsatz der mitsetzenden Spieler darf nur so hoch sein, dass das vom Casino festgelegte Limit pro Box nicht überschritten wird. Hat der Boxinhaber bereits den maximal möglichen Einsatz getätigt, darf somit kein Mitspieler mehr auf diese Box mitsetzen.
Sind die Einsätze getätigt, beginnt der Croupier die Karten auszuteilen. Jeder Spieler und der Croupier erhalten zuerst eine offene Karte, danach erhält jeder Spieler – nicht aber der Croupier – eine zweite offene Karte (vgl. Regel-Varianten).
Beginnend mit dem Spieler zur Linken des Croupiers kann nun jeder Teilnehmer so lange weitere Karten verlangen (hit, Karte oder carte), bis er glaubt, nahe genug an 21 Punkte herangekommen zu sein und keine weitere Karte mehr will (stand, steht oder reste). Wer jedoch mit seinen Karten den Wert 21 überschreitet (bust), hat sich überkauft und verliert sofort; die Karten und der Einsatz werden vom Croupier eingezogen.
Sind alle Spieler bedient, zieht der Croupier seine zweite Karte. Hat er 17 oder mehr Punkte, muss er stehen bleiben, hat er 16 oder weniger Punkte, muss er eine weitere Karte ziehen (Dealer must stand on 17 and must draw to 16).
Dabei gilt folgende Regel: Der Croupier muss ein Ass stets mit elf Punkten zählen, es sei denn, er würde auf diese Weise den Wert 21 überschreiten; nur dann zählt er das Ass mit einem Punkt. Hat der Croupier z. B. ein Ass und eine Sechs, muss er das Ass mit elf und die Hand mit siebzehn Punkten bewerten und darf keine weitere Karte ziehen (Dealer stands on soft 17).
Wenn der Croupier 21 Punkte überschreitet, haben alle noch im Spiel verbleibenden Teilnehmer automatisch gewonnen. Sonst gewinnen nur jene Spieler, deren Kartenwert näher an 21 Punkte heranreicht als der des Croupiers.
Hat ein Spieler gleich viele Punkte wie der Croupier, so ist das Spiel unentschieden (stand off, push, tie, égalité, en cartes), der Spieler verliert nichts, er gewinnt aber auch nichts.
Gewinnt ein Spieler, erhält er einen Gewinn in der Höhe seines Einsatzes (1 : 1, even money); in den beiden folgenden Fällen werden jedoch erhöhte Gewinne ausgeschüttet.
Black Jack Nach dem Siebener-Drilling ist Black Jack, eine Kombination von 21 Punkten, bestehend aus den ersten beiden Karten – also Ass und Zehn, bzw. Ass und Bild –, das beste Resultat.
Hat ein Spieler einen Black Jack, nicht aber der Croupier, so erhält der Spieler einen 3 : 2-Gewinn ausbezahlt (Black Jack pays 3 to 2). Hat der Croupier jedoch auch einen Black Jack, ist das Spiel unentschieden.
Hat der Croupier einen Black Jack, verlieren alle noch im Spiel befindlichen Teilnehmer, ausgenommen diejenigen, die ebenfalls einen Black Jack besitzen; insbesondere verlieren auch die Spieler, die 21 Punkte, aber keinen Black Jack haben. (Hat – bei Anwendung der entsprechenden Regel – ein Spieler einen Siebener-Drilling, hat er seinen Gewinn bereits erhalten und ist aus dem Spiel.)
Split (Teilen) Ein Spieler kann seine Hand teilen (split), wenn die ersten beiden Karten gleichwertig sind (z. B. zwei Sechser oder Bube und Dame); er spielt dann mit geteilter Hand mit zwei getrennten Einsätzen weiter, wobei mehrfaches Teilen (resplit) möglich ist (in deutschen Spielbanken ist das mehrfache Teilen i. d. R. nicht zulässig). Für jede geteilte Hand ist ein weiterer Einsatz in der Höhe des ursprünglichen Einsatzes zu leisten. Der Spieler erhält nun in jeder geteilten Hand beliebig viele Karten.
Ausnahme: Teilt ein Spieler zwei Asse, so erhält er auf jedes Ass nur noch eine weitere Karte. Ist diese ein weiteres Ass, ist ein nochmaliges Teilen aber weiterhin möglich.
In einer geteilten Hand gilt die Kombination Ass und Bild bzw. Ass und Zehn jedoch nicht als Black Jack, sondern als 21 Punkte, da die Kartenkombination nicht mit den ersten beiden Karten erzielt wurde.
Double Down (Verdoppeln) Ein Spieler kann, nachdem er seine ersten beiden Karten erhalten hat, seinen Einsatz verdoppeln (double). Der Wert der beiden Karten ist dabei unerheblich (Double down on any two). Verdoppelt ein Spieler, wird ihm danach noch genau eine Karte zugeteilt.
Ein Verdoppeln nach dem Teilen ist möglich (Double down on split pairs) (vgl. Regel-Varianten).
Ein mitsetzender Spieler in einer Box kann nur dann verdoppeln, wenn auch der Boxinhaber seinen Einsatz verdoppelt.
Surrender (Aufgeben) Wird Surrender angeboten, kann der Spieler, nachdem er seine ersten beiden Karten erhalten hat, aufgeben. Hierbei verliert er die Hälfte seines ursprünglichen Einsatzes.
Die häufigste Version hiervon ist Late Surrender; hierbei kann der Spieler erst aufgeben, wenn der Dealer seine Hand auf einen Black Jack geprüft hat. Hat der Dealer einen Black Jack, dann ist kein Aufgeben mehr möglich und der Spieler verliert seinen vollen Einsatz. Bei Early Surrender ist Aufgeben auch gegen einen potentiellen Black Jack des Gegners möglich. Diese Variante ist erheblich seltener.
Regel-Varianten Viele Casinos schränken die Wahlmöglichkeiten der Spieler unterschiedlich stark ein. Hierdurch kann sich der Bankvorteil in beide Richtungen erheblich verändern. Es gibt bei Black Jack sehr viele dieser „Hausregeln“; die nachfolgende Tabelle zeigt eine Auswahl davon. Die jeweils verbreitetere Variante ist fett gedruckt: +RegelGünstigere VarianteUngünstigere VarianteUnterschied Bankvorteil (Prozentpunkte)ErklärungAuszahlungsquote für Black JackAuszahlung 3:2Auszahlung 6:5(jeweils gegenüber 3:2) 0,45 (7:5)
1,39 (6:5)
2,27 (1:1)6:5 ist mittlerweile u.a. in fast allen Casinos auf dem Las Vegas Strip üblich. Häufig wird diese verminderte Auszahlung auch an Single-Deck-Tischen eingesetzt, wodurch der Vorteil des einzelnen Decks (siehe unten) mehr als kompensiert wird. Bei Black Jack Party (Casinos Austria, Bregenz) ist die Auszahlungsquote ebenfalls 6:5, ein Black Jack aus zwei Pik-Karten gewinnt jedoch 5:1. Die Auswirkung auf den Bankvorteil ist in etwa vergleichbar mit der bei Auszahlung 7:5.Regel für Dealer bei Soft 17Dealer bleibt stehen ("Dealer must stand on all 17s")Dealer zieht ("Dealer must hit Soft 17")0,22Die zweite Variante ist vor allem in Amerika gebräuchlich.Bank prüft Black Jack sofortJa (USA)Nein (Europa)0,01 (BB+1) 0,03 (OBBO)
0,10 (No-peek bei 10)
0,11 (No-peek)Siehe Anmerkungen am Fuß der Tabelle. Angaben zu Bankvorteilen im Vergleich zur amerikanischen Variante.Siebener-DrillingJaNein0,03 (2:1) 0,05 (3:1)Diese Regel wird vor allem im deutschsprachigen Raum (insbesondere in Österreich) noch gelegentlich angewendet. Ein Spieler, der drei 7er hält, gewinnt automatisch 2:1 oder 3:1 (oder erhält in irgendeiner Form einen Bonus), auch gegen einen Black Jack des Dealers. Auch in anderen dem Black Jack verwandten Spielen werden gelegentlich derartige Boni vergeben, etwa in Pontoon und Spanish 21. In einer geteilten Hand kann der Bonus in der Regel nicht kassiert werden.Mehrfaches Teilen (Resplit)ErlaubtNicht erlaubt0,01 (Resplit nur bis 3 Hände) 0,10 (keine Resplits, 2 Hände)In der Regel sind drei Splits erlaubt, man kann eine Hand also in bis zu 4 Hände teilen. Die Werte gelten im Vergleich zu dieser Regel.Teilen zweier AsseKeine EinschränkungenKeine Resplits bei Assen0,08 (keine Resplits) 0,26 (keinerlei Splits bei Assen)Die Regel, dass zwei Asse nur einmal geteilt werden dürfen und ein Resplit, falls ein weiteres Ass erhalten wird, nicht möglich ist, ist verbreitet. Nur wenige Casinos verbieten das Teilen zweier Asse ganz. Die Auswirkungen auf den Bankvorteil sind signifikant, da Asse laut optimaler Strategie – abhängig von den gültigen Regeln – (fast) immer geteilt werden sollten.Verdoppeln einer geteilten HandErlaubtNicht erlaubt0,14In den meisten Fällen ist es erlaubt, in durch Splits erhaltenen Händen zu verdoppeln. Unter der Annahme, dass drei Splits erlaubt sind (vier Hände), könnte ein Spieler in einer Austeilung bis zu acht Einsätze platzieren (falls alle Hände verdoppelt werden).Hände, bei denen Verdoppeln möglich istAlle HändeNur 9, 10 und 11 Punkte0,09 (Double nur bei 9-11) 0,18 (Double nur bei 10-11)Es gibt viele günstige "Soft hand doubles" – siehe Abschnitt "Strategie"Double Down RescueErlaubtNicht erlaubt0,10Diese Regel erlaubt es, nach dem Verdoppeln einer Hand aufzugeben, wobei man die Hälfte des Einsatzes – also eine der beiden Einheiten – verliert, die andere jedoch zurückerhält. Hierdurch wird verhindert, dass beide Einheiten verloren werden, falls die beim Verdoppeln erhaltene Karte schlecht ist. Die Regel wird vor allem beim Black Jack-Abkömmling Spanish 21 angewendet.Aufgeben (Surrender)Erlaubt (meist: Late Surrender gegen jede Karte des Dealers)Nicht erlaubt≈ 0,07 (Late Surrender, nicht gegen Ass) 0,07 (Late Surrender)
0,24 (Early Surrender, nicht gegen Ass)
0,63 (Early Surrender)Early Surrender ist selten und erlaubt das Aufgeben, bevor der Dealer einen potentiellen Black Jack prüft. Somit würde man selbst gegen einen Black Jack nur einen halben Einsatz verlieren. Wesentlich häufiger ist Late Surrender. Hier ist Aufgeben nur möglich, wenn der Dealer keinen Black Jack hat.
Einige Casinos erlauben Late Surrender nicht gegen ein Ass des Dealers. Der Unterschied hinsichtlich des Bankvorteils liegt jedoch bei weniger als 0,01 Prozentpunkten – es gibt zwar Hände, für die Aufgeben gegen ein Ass optimal ist, jedoch unterscheidet sich der Erwartungswert für Surrender bei diesen nur minimal von dem eines anderen Spielzuges.Weitere Karten nach Splitten zweier AsseZiehen weiterer Karten erlaubtSpieler erhält nur eine Karte zu jedem Ass0,19Teilt ein Spieler zwei Asse, erhält er an den meisten Tischen zu jedem Ass nur eine weitere Karte. Ziehen weiterer Karten oder Verdoppeln ist somit nicht möglich. Ein erneutes Teilen (Resplit), falls der Spieler ein weiteres Ass erhält, ist durch diese Regel nicht per se verboten; jedoch schränken einige Casinos das mehrfache Teilen von Assen zusätzlich ein (siehe oben).5 Card Charlie (auch: Fünfkartentrick)JaNein1,46 (5 Card Charlie)