mini|hochkant=1.1|Gemeindestand vor der Fusion am 18. April 2021 mini|"Zentrum" von Monteggio. Links der Bildmitte der Ortsteil Tiradelza mini|Oratorio di Santa Maria, Ortsteil Ramello, das einzige Kulturgut in Monteggio von kantonaler Bedeutung mini|Ortsteil Termine an der Grenze zu Italien mini|Grenze zu Italien im äussersten Nordwesten von Monteggio Monteggio ist ein Ort in der Gemeinde Tresa im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 18. April 2021 bildete er eine eigenständige Gemeinde.

Geographie Monteggio liegt auf einer das ganze mittlere Val Tresa beherrschenden Anhöhe und umfasst 26 Weiler: Boschetto, Bruciata, Busino, Calangeli, Cassinone, Castello, Crocivaglio, Fonderia, Fornasette, Genestraio, Isole, Lisora, Molinazzo, Persico, Pirla, Ponte Cremenaga, Ramello, Rancina, Ressiga, Roncaccio, Ronchetto, Rovedera, Selvacce, Suino, Termine und Tiradelza. Diese liegen über das ganze ehemalige Gemeindegebiet verstreut. Dazwischen gibt es viel Wald und einige Rebberge. Im nördlichen Teil der einstigen Gemeinde liegt eine weite Ebene, die landwirtschaftlich genutzt wird.

Das frühere Gemeindegebiet grenzte im Norden an die ebenfalls bis 2021 selbständige Gemeinde Sessa. Die Grenze verlief hier über weite Strecken entlang des Flüsschens Pevereggia. Im Osten liegt das auch bis 2021 selbständige Croglio. Hier reichte Monteggio zum Teil bis zum Flüsschen Lisora. Im Süden grenzte Monteggio an den Fluss Tresa. Die Tresa bildet dort die Landesgrenze. Auf ihrer Südseite liegt die italienische Gemeinde Cremenaga (IT-VA). Im Westen erscheint die Grenze gegen das italienische Luino (IT-VA) wie mit dem Massstab gezogen.

Geschichte Der ursprüngliche Name der Gemeinde, die unter der Herrschaft der Sessa stand, lautete AlbioGiovanni Maria Staffieri: Monteggio In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 49. und war bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch. Im 15. Jahrhundert gewährte ihr der Herzog von Mailand ein Privileg und übertrug ihr den Unterhalt der Strasse entlang der Tresa. Nach der Eroberung der Ennetbirgischen Vogteien durch die Schweizer kam die Gemeinde zum Territorium der Landvogtei Lauis (Lugano), einer Gemeinen Herrschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die im Jahr 1584 die ehemaligen mailändischen Privilegien der Gemeinde bestätigte; sie befreite 1584 die Einwohner von allen inneren Wegzöllen. Diesen Status behielt sie bis zum Ende des Ancien Régime.

Mit Luino kam es zu einem Grenzstreit, der schon 1604 bestand und 1671 beigelegt wurde. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts musste die Gemeinde dem Herzog von Mailand 13 Mann und Kriegsmaterial stellen. Zu jener Zeit bildete es eine Gemeinde, die vom übrigen Luganertal getrennt war und eine selbständige Verwaltung besass. An ihrer Spitze stand ein Podestà, der die zivile und die niedere Strafgerichtsbarkeit ausübte. Im Feldzug von Giornico begingen die Eidgenossen einige Verwüstungen in Monteggio.Celestino Trezzini: Monteggio auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 48, (abgerufen am 22. Oktober 2017).

Am 18. April 2021 fusionierte Monteggio mit den Gemeinden Croglio, Ponte Tresa und Sessa zur Gemeinde Tresa. Das ehemalige Gemeindehaus im Weiler Crocivaglio steht heute leer.

Wirtschaft Die wirtschaftliche Struktur Monteggios ist – innerhalb der 2021 gebildeten Gemeinde Tresa – durch komplementäre Schwerpunkte Industrie/Produktion, Dienstleistungen und Landwirtschaft geprägt.Aggregazioni ultimate Valle della Tresa. In: m4.ti.ch/fileadmin (in italienischer Sprache)

Die Grenzlage am Valico di Ponte Cremenaga beeinflusst Handel und Pendlerströme. Kleingewerbe, Gastronomie und weinbaunahe Betriebe sind im Ort vertreten. Die Gemeinde Tresa fungiert als Verwaltungseinheit und Ansprechpartner für Unternehmen (Sitz in Ponte Tresa).

Bevölkerung Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten

Verkehr Die Hauptverkehrsachse verläuft unweit der Tresa zwischen dem Grenzübergang Fornasette im Westen und Molinazzo di Monteggio im Osten, mit Fernziel Ponte Tresa. Auf dieser Strasse verkehrt auch der Bus 429 zwischen Luino (IT) und Ponte Tresa. Die übrigen Ortsteile sind ebenfalls gut durch Strassen und die Buslinie 426 (Ponte Tresa – Novaggio) erschlossen. Nur einzelne Weiler wie Rovedera oder Crocivaglio sind mit dem Bus nicht erreichbar. Die Strasse zwischen Pirla und Boschetto (direkte Verbindung zwischen Crocivaglio und Sessa), auf der kein Bus fährt, ist seit Oktober 2023 durch einen Bergsturz blockiert.

Tourismus Monteggio profitiert touristisch von seiner Lage an der Tessiner/italienischen Grenze und der Nähe zu den Ausflugsbergen und Seen der Lugano Region. Die Region bewirbt Wander-, Velo- und Familienangebote rund um den Luganersee als Kern des lokalen Freizeitangebots. Als ortsnahes Kulturangebot besteht das Piccolo Museo di Sessa e Monteggio, ein kleines volkskundliches Museum (Saisonbetrieb, Mai–Oktober), das das ländliche Leben der Region dokumentiert.Piccolo Museo di Sessa e Monteggio. In: www.museosessa.ch Ebenfalls in diesem Zeitraum ist das Schwimmbad in Sessa geöffnet. Für Natur- und Panoramatourismus liegen beliebte Ziele wie Monte Lema (mit ausgebautem Wander- und Bike-Netz sowie Sternwarte) in kurzer Distanz.

Sehenswürdigkeiten Oratorium Sant’Adalberto im Ortsteil CastelloSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 412. Oratorium Santa Maria im Ortsteil Ramello Wohnhaus Passera Wohnhaus Ballinari des XVII. Jahrhunderts im Ortsteil Persico Oratorium San Valentino im Ortsteil Crocivaglio Platz und Haus mit Fresken im Ortsteil Crocivaglio Feriendorf Bosco della Bella im Ortsteil Ponte Cremenaga, Architekt: Justus Dahinden Villa Donati im Ortsteil Molinazzo

Kultur Associazione del Piccolo Museo di Sessa e MonteggioAssociazione del Piccolo Museo di Sessa e Monteggio

Persönlichkeiten

Literatur

Plinio Grossi: Monteggio. In: Il Malcantone. Guida Galli-Tamburini (neue Auflage), Fontana Print S. A. Pregassona 1984, S. 103–106, 149. Simona Martinoli u. a.: Monteggio. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 412. Redaktion: Monteggio. In: Bollettino storico della Svizzera italiana. (BSSI), 2004, S. 245 ff. Giovanni Maria Staffieri: Monteggio. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 41, 48–49, 51, 109. Celestino Trezzini: Monteggio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 143 (Digitalisat)

Bilder

Weblinks

Amt für Statistik des Kantons Tessin: Tresa (italienisch) Tresa-Monteggio: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Amt für Statistik des Kantons Tessin: Monteggio (italienisch)

Einzelnachweise

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