Baturyn (; ) ist eine Stadt im Osten der nordukrainischen Oblast Tschernihiw mit etwa 2500 Einwohnern (2018Städte und Ortschaften der Ukraine auf pop-stat.mashke; abgerufen am 14. Juli 2019.) und das administrative Zentrum der Gebietsgemeinschaft Baturyn.
Geographische Lage Die Stadt liegt im Nordosten des Rajon Nischyn auf HöheBaturyn auf geonames.org; abgerufen am 15. Juli 2019 (englisch) am linken Ufer des Flusses Seim 24 km nördlich vom ehemaligen Rajonzentrum Bachmatsch und etwa 130 km östlich vom Oblastzentrum Tschernihiw.
In Baturyn trifft die Regionalstraße P–61 auf die Fernstraße M 02/E 101.
Geschichte mini|links|Festung Baturyn mini|links|Rekonstruierte Holzkirche mini|links|Rosumowskyj-Palast in Baturyn
Die Stadt soll aus einer Befestigungsanlage entstanden sein, welche der Großfürst von Tschernihiw dort errichtet hatte. Erstmals namentlich erwähnt wird Baturyn in Dokumenten aus dem Jahr 1625, als der polnische Adel nach der Eroberung von Tschernigow-Sewerien hier eine Festung errichtete.Ortsgeschichte Baturyn in der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR; abgerufen am 15. Juni 2019 (ukrainisch) Nach der Lossagung der Kosaken von Polen-Litauen wurde 1648 Baturyn zu einem regionalen Zentrum einer Kosakeneinheit (sotnja). Zwischen 1669 und 1708 war Baturyn die Hauptstadt des Hetmanats, einer autonomen Kosakenrepublik, welche mit dem Russischen Kaiserreich verbunden war.
Unter der Herrschaft des Atamans Iwan Masepa wuchs der Ort schnell auf 20.000 Menschen an. Damals verfügte Baturyn über 40 Kirchen und Kapellen, zwei Klöster und ein Kolleg für Staatsbedienstete und Diplomaten. Im Zuge des Großen Nordischen Krieges, in welchem sich das Hetmanat unter Masepas Führung gegen die Russen mit Schweden unter Karl XII. verbunden hatten, wurde die Stadt am 13. November 1708 von der russischen Armee unter Alexander Menschikow geplündert und bis auf die Grundmauern zerstört. Hierbei sollen etwa 6000 bis 7500 Zivilisten und 5000 bis 6500 Militärangehörige das Leben verloren haben.Pavlenko, Serhii. Zahybel’ Baturyna 2 lystopada 1708 roku. Kyiv 2007.
Der Ort wurde erst in den 1750ern wiederaufgebaut und war unter dem Hetman Kyrylo Rosumowskyj noch einmal Hauptstadt eines Hetmanats, bis die russische Kaiserin Katharina die Große den Kosakenstaat 1764 auflöste.
Taras Schewtschenko besuchte Baturyn 1843 und beschrieb anschließend in seinem Werk die Zerstörung der Stadt durch die Truppen Menschikows.8 inspirierte Orte, die Taras Schewtschenko besucht und beschrieben hat auf ru.tsn.ua; abgerufen am 15. Juli 2019 (russisch) Nach dem Tod Rosumowskyjs verlor die Ortschaft an Bedeutung, so dass sie heute eine kleine Stadt ist, deren Einwohner überwiegend von der Landwirtschaft leben. 2008 erhielt die Siedlung städtischen Typs den Status einer Stadt. 2009 wurde der Barockpalast Rosumowskyjs renoviert und die Skulpturengruppe Gebet für die Ukraine errichtet. mini|hochkant|Pokrowska-Kirche mini|hochkant|Klassizistische Auferstehungskirche mit dem Grab Rasumowskis
Verwaltungsgliederung Am 7. Juli 2016 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Baturyn (Батуринська міська громада/Baturynska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 10 Dörfer Bondari, Horodyschtsche, Lissowa Poljana, Matijiwka, Mosty, Nowe Polissja, Obirky, Schumyn, Tschasnykiwka und Wesseliwka sowie die Ansiedlungen Holubiw, Kaziry, Lopatyn, Prochory und Schumejkyne,Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Чернігівській області у Бахмацькому районі Батуринська міська, Городищенська та Матіївська сільські ради рішеннями від 6 і 7 липня 2016 року bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Baturyn (Батуринська міська рада/Baturynska miska rada) im Norden des Rajons Bachmatsch.
Am 12. Juni 2020 kamen noch weitere elf in der untenstehenden Tabelle aufgelistete Dörfer zum Gemeindegebiet.Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 730-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Чернігівської області"
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Nischyn.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Baturyn Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Bondari Бондарі Бондари Holubiw Голубів Голубев (Golubew) Horodyschtsche Городище Городище (Gorodischtsche) Karpenkowe Карпенкове Карпенково (Karpenkowo) Kaziry Каціри Кациры Krasne Красне Красное (Krasnoje) Lissowa Poljana Лісова Поляна Лесовая Поляна (Lessowaja Poljana) Lopatyn Лопатин Лопатин (Lopatin) Matijiwka Матіївка Матиевка (Matijewka) Mosty Мости Мосты Myttschenky Митченки Митченки (Mittschenki) Nowe Polissja Нове Полісся Новое Полесье (Nowoje Polesje) Obirky Обірки Обирки (Obirki) Obmatschiw Обмачів Обмачев (Obmatschew) Ossitsch Осіч Осич Paltschyky Пальчики Пальчики (Paltschiki) Prochory Прохори Прохоры Pyrohiwka Пирогівка Пироговка (Pirogowka) Schumejkyne Шумейкине Шумейкино (Schumeikino) Schumyn Шумин Шумин (Schumin) Slobidka Слобідка Слободка (Slobodka) Tassujiw Тасуїв Тасуев (Tassujew) Tschasnykiwka Часниківка Часниковка (Tschasnikowka) Werbiwka Вербівка Вербовка (Werbowka) Wessele Веселе Весёлое (Wessjoloje) Wesseliwka Веселівка Веселовка (Wesselowka)
Weblinks
Artikel Baturyn in der Encyclopedia of Ukraine (englisch)
Webseite des Stadtrates auf rada.info (ukrainisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Tschernihiw Kategorie:Ehemalige Hauptstadt (Ukraine) Kategorie:Kosaken (Ukraine) Kategorie:Ort am Seim Kategorie:Ersterwähnung im 17. Jahrhundert