Up ist das siebte Studioalbum und das 14. Album insgesamt des englischen Singer-Songwriters und Rock-Musikers Peter Gabriel, das am 23. September 2002 von Real World Records veröffentlicht wurde.

Hintergrund Das Album war der letzte Teil der Trilogie mit Album-Titeln aus zwei Buchstaben und einem einsilbigen Namen nach So und Us. Up ist sein erstes reguläres Studioalbum, das in hochauflösender 24-Bit-Digitaltechnik aufgenommen wurde, was seine Rolle des Pioniers bei der Nutzung neuer Technologie auch bei diesem Album gezeigt hat, wie bereits zuvor schon bei dem Album Peter Gabriel (Security) im Jahr 1982.

Es war bis 2023 sein bisher letztes Studioalbum mit neuem Originalmaterial, da die nachfolgenden Alben Hit und Peter Gabriel Kompilations-Alben und Scratch My Back und New Blood Coverversionen anderer Künstler bzw. orchestrale Versionen von älterem Material Gabriels enthalten. Das Album wurde von April 1995 bis Oktober 1998 und von 2000 bis zum April 2002 aufgenommen und am 23. September 2002 veröffentlicht.

Entstehung Gabriel begann die Arbeit an dem Album im Frühjahr 1995. Gemeinsam mit seinem Tontechniker Richard Chappell reisten sie zunächst an verschiedene Orte und nutzten für die Aufnahmen ein mobiles Setup sowie zeitweise die Real World Studios von Gabriels eigenem Label Real World Records. Ihre Reise führte sie 1995 zunächst für zwei Monate in ein Chalet in Méribel. Im Oktober arbeiteten sie für 3 Monate in Senegal, um dann im Frühjahr 1996 wieder in Méribel zu verweilen. Im Sommer 1997 wurden die Aufnahmen auf dem Amazonas in einem mit einem Tonstudio ausgestatteten Hausboot eines Freundes fortgeführt. Die restlichen Arbeiten fanden in den Real World Studios statt und dauerten 4 bis 5 Jahre. Zeitweise arbeitete Gabriel gleichzeitig an dem Album Up sowie an dem Soundtrack OVO für die Millennium Dome Show, dessen Aufnahme von dem Tontechniker Richard Evans betreut wurde. Die Fertigstellung von Up verzögerte sich, da sich Chappell und Evans im November 1998 zunächst auf die Fertigstellung des Soundtracks OVO konzentrierten.

Ende 2000 wurde im Londoner AIR Lyndhurst Studios mit der Aufnahme der Streicher die Arbeit fortgeführt. Anfang 2001 begann der renommierte Tontechniker Tchad Blake mit der Endabmischung des Albums. Während Blake im Big Room der Real World Studios an den Mischungen arbeiteten, nahmen Gabriel und Chappell im Writing Room weiter auf. Gemeinsam überlegten sie, welche der neu aufgenommenen Teile in den endgültigen Mix einfließen sollten.

Der Name des Albums war von Anfang an Up, obwohl zu einem bestimmten Zeitpunkt der Name I/O in Betracht gezogen wurde, der erst 2023 für das Album i/o tatsächlich verwendet wurde.

1998 erfuhr Gabriel, dass die amerikanische Band R.E.M. mit Up ein gleichnamiges Album auf dem Markt bringen wollte. Nach Rücksprache mit R.E.M. und vielen Überlegungen entschied er sich dafür, den Namen beizubehalten. Er sagte:

In den Monaten vor der Veröffentlichung des Albums wurden zu jedem Vollmond Videoclips von Gabriel auf seiner offiziellen Webseite veröffentlicht. Er sprach über die einzelnen Lieder und zeigte die dazugehörige Demo. Dieses Konzept verfolgte er in ähnlicher Form auch zu den Veröffentlichungen von Scratch My Back und New Blood und in deutlich ausgefeilterer Form auch während der Zyklen zu i/o und o\i weiter.

Vorab wurde 2002 eine Promo-CD des Albums mit einer abweichenden Titel-Liste (siehe Titelliste und Mitwirkende) veröffentlicht. Die Album-Version des Titels Burn You Up, Burn You Down wurde auf der endgültigen Album-Version von Up weggelassen und erschien stattdessen auf den Kompilations-Alben Hit (2003) und Big Blue Ball (2008). Die Promo-Version von Burn You Up, Burn You Down wurde am 19. Dezember 2025 erneut auf Gabriels Bandcamp-Kanal unter dem Namen Burn You Up, Burn You Down (Up album promo version) veröffentlicht.

Artwork Auf dem Albumcover sind fünf Wassertropfen in einer diagonalen Linie über einem unscharfen Hintergrund von Gabriels Gesicht abgebildet. Jeder Tropfen enthält ein gebrochenes Bild von Gabriels Gesicht.

Ähnlich wie beim Vorgängeralbum Us und später bei den Alben i/o und o\i wurde für jeden Song als Artwork ein speziell in Auftrag gegebenes Kunstwerk verwendet, das in dem Booklet der CD-, Vinyl-, DVD-A- oder SACD-Verpackung abgebildet ist. In diesem Fall wurde als Medium die Fotografie gewählt. Die Bilder stammen von Arno Rafael Minkkinen (Darkness), M. Richard Kirstel (Growing Up), Shōmei Tōmatsu (Sky Blue, I Grieve), Mari Mahr (No Way Out), Paul Thorel (The Barry Williams Show), die als Granular-Synthesis agierenden österreichischen Künstler Kurt Hentschläger und Ulf Langheinrich (My Head Sounds Like That), Susan Derges (More Than This), Michal Rovner (Signal to Noise) sowie Adam Fuss (The Drop).

Lieder Die Texte des Albums handeln hauptsächlich von der Geburt und besonders vom Tod.

Der Eröffnungstrack Darkness beschreibt die Überwindung von Ängsten. Growing Up besitzt einen pulsierenden Beat und ist ein Resümee des Lebens. Laut seiner eigenen Aussage hat Gabriel an Sky Blue 10 Jahre lang gearbeitet. Er nahm eine Version des Songs für das Album Us im Jahr 1992 auf, die jedoch nicht verwendet wurde. Mit No Way Out befasste sich Gabriel zum ersten Mal mit dem Thema Tod. No Way Out ist außerdem das längste Stück auf einem seiner regulären Studioalben.

Nach der Betrachtung seines musikalischen Schaffens und der Feststellung, dass ein Mittel zur Beschäftigung des Todes fehlte, entstand das Lied I Grieve. Gabriel spielte das Lied am ersten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September live in der amerikanischen Talkshow Larry King Live. Er erzählte, dass seine beiden Töchter in New York City lebten und er sie eine Zeit lang nicht erreichen konnte. Er widmete diesen Song den Menschen, die seinerzeit nichts von ihren Verwandten hörten. Das Lied wurde jedoch nicht speziell für den 11. September geschrieben, sondern erschien bereits 1998 in einer früheren Version auf dem Soundtrack des Films Stadt der Engel (im Original: City of Angels), die 2019 auch auf seinem Kompilationsalbum Flotsam and Jetsam veröffentlicht wurde.

Die erste Singleauskopplung The Barry Williams Show setzt sich im jazzigen Sound und extrem direkten Sarkasmus mit Reality-Talkshows in Formaten wie z. B. der Jerry Springer Show auseinander. In dem von Sean Penn inszenierten Musikvideo trat der aus Drei Mädchen und drei Jungen (im Original: The Brady Bunch) bekannte Schauspieler Barry Williams als Zuschauer auf. Der Schauspieler Christopher McDonald, der in dem Drama Requiem for a Dream mitspielte, verkörperte den titelgebenden Talkmaster.

Das Lied Signal to Noise wurde mit dem Gastsänger Nusrat Fateh Ali Khan aufgenommen. Dieser arbeitete 1997 vor seinem Tod an dem Lied. Dieses sollte in einer „viel schärferen Version“ erscheinen. Gabriel wandelte ihn in ein streicherorientiertes Stück und machte ihn so zum Eckpfeiler des Albums.

Das Album endet mit dem Lied The Drop, das neben dem Gesang Gabriels nur von einem Bösendorfer-Flügel begleitet wird.

Titelliste und Mitwirkende Alle Lieder wurden von Peter Gabriel geschrieben.

Alle Lieder wurden von Peter Gabriel geschrieben, sofern nicht anders angegeben.

Technisches Personal Marc Bessant – Grafikdesign-Konzept Tchad Blake – Mixing Richard Chappell – Programmierung, Tontechnik Alan Coleman – Assistent der Tontechnik Tony Cousins – Mastering Susan Derges – Artwork, Fotografie, Cover-Fotografie Richard Evans – zusätzliche Tontechnik Ben Findlay – zusätzliche Tontechnik Adam Fuss – Artwork, Fotografie, Peter Gabriel – Liedtext, Komposition, Grafikdesign-Konzept, Produktion Dilly Gent – Versuche und Koordination der Fotografie Paul Grady – Assistent des Mixings Edel Griffith – Assistentin der Tontechnik Stephen Hague – Produktion (I Grieve) Kurt Hentschläger – Artwork, Fotografie Ulf Langheinrich – Artwork, Fotografie M. Richard Kirstel – Artwork, Fotografie Mike Large – Koordination Claire Lewis – Assistentin des Mixings Mari Mahr – Artwork, Fotografie, Marco Migliari – Assistent des Mixings Susie Millns – Design Steve Osbourne – Produktion (Growing Up) Arno Rafael Minkkinen – Artwork, Fotografie Annie Parsons – Assistentin für Peter Gabriel Dan Roe – Assistent der Tontechnik Michal Rovner – Artwork, Fotografie Michael Thomas – Koordination Shōmei Tōmatsu – Artwork, Fotografie Paul Thorel – Artwork, Fotografie Chris Treble – Assistent der Tontechnik

Formate Das Album ist in Stereo auf CD und Vinyl erhältlich, während die Surround Sound-Versionen in Super Audio CD (SACD) und in DTS auf DVD-A kodiert sind. Up war die einzige Multichannel-Veröffentlichung auf SACD, während alle älteren Alben zwar als SACD aber nur in Stereo abgemischt wurden.

Rezeption Laut.de bemerkt in seiner Kritik, dass das Album dort überzeugt, wo Gabriel seine bisherigen Klänge, Melodielinien und Harmonien früher Alben neu zusammensetzt und dabei seine große Erfahrung ausspielt. Die Rheinische Post hat das Promoalbum mit den 11 Stücken bewertet und vergleicht das Schaffens Gabriels mit dem seiner ehemaligen Band Genesis und dem aktuellen Frontmann Phil Collins. Up bezeichnet es als „Fels in der Brandung“ im Vergleich zur „Massenware zur musikalischen Berieselung“ von Genesis. Hifitest.de merkt an, dass Up nicht an die Erfolge der Studioalben Us und So anknüpfen kann, hebt aber das stringentere und das insgesamt sehr hochwertige Songwriting hervor. Die Seite Metacritic bewertet das Album mit 76 % bei 16 Reviews und einen Score von 8,6 von 10 bei 40 Bewertungen.

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Album 2002 Kategorie:Album (Pop) Kategorie:Album (Progressive Rock) Kategorie:Album (Ambient) Kategorie:Album (Weltmusik) Kategorie:Peter-Gabriel-Album