Kika [] (Eigenschreibweise KiKA, zuvor KI.KA) ist ein seit 1997 bestehendes öffentlich-rechtliches Kindermedienangebot von ARD und ZDF, das ein werbefreies Programm für Kinder und Jugendliche sendet und online bereitstellt.
Geschichte und Senderprofil Gründung Mitte der 1990er Jahre war der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise. Es gab eine verschärfte Konkurrenzsituation mit dem Privatfernsehen. Dies führte dazu, dass insbesondere Kindersendungen des ARD und ZDF unattraktive Sendeplätze erhielten, um die überwiegend erwachsenen und älteren Zuschauer auf den Sendern zu halten. Oft wurde das Kinderprogramm auf das Dritte Fernsehprogramm gelegt und fand damit nur regional statt. Zudem gab es eine öffentliche Debatte um den Einfluss von Gewalt in den Medien sowie über die Werbeflut im Privatfernsehen und ihre Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Erste Überlegungen zu einem Kinderfernsehsender gab es bereits 1993, scheiterte jedoch an fehlenden finanziellen Ressourcen. Im Frühjahr 1995 entschieden ARD und ZDF einen gemeinsamen, werbefreien und gebührenfinanzierten Kindersender zu betreiben. Gegründet wurde im Anschluss eine ARD/ZDF-Arbeitsgruppe unter dem Namen „Öffentlich-rechtlicher Kinderkanal“, dem unter anderem Ernst Geyer und Susanne Müller angehörten.
Als Finanzierungsbedarf wurden jeweils 67,2 Millionen DM angesetzt. Am 9. Juni 1995 stimmte der ZDF-Fernsehrat den Plänen unter vier Vorbehalten zu. So sollte gesichert werden, dass für den Kinderkanal zusätzliche Mittel aus den Gebühren bereitgestellt würden, dass die Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Spartenkanals für Kinder tatsächlich rechtlich zulässig sei, dass es trotz Einrichtung des neuen Senders weiterhin ein Programm für Kinder im regulären Programm des ZDF geben würde und dass die veranschlagten Kosten erneut geprüft würden. Am 13. und 14. Oktober einigten sich die Ministerpräsidenten der Länder auf die für den Sender notwendige Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags. Es folgten weitere Verhandlungen der Rundfunkräte der einzelnen Sender. Im Anschluss stimmte auch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) den Plänen zu. Auf der ARD-Hauptversammlung wurde am 22./23. April 1996 der MDR als zuständige Landesrundfunkanstalt gewählt, in deren Landesfunkhaus in Erfurt der Sender bis heute seinen Sitz hat. Man entschied sich auch für den 1. Januar 1997 als Starttermin. Als Programmgeschäftsführer wurde Ernst Geyer berufen.
Am 18. November 1996 wurde der Kinderkanal von ARD und ZDF erstmals offiziell vorgestellt. Frank Beckmann wurde erster Programmchef.
Aufnahme des Sendebetriebs Unter dem Namen Der Kinderkanal von ARD/ZDF ging der Sender am 1. Januar 1997 auf Sendung. Zu Beginn sendete er elf Stunden am Tag. Privater Konkurrent war der bereits anderthalb Jahre alte Sender Super RTL. Startschwierigkeiten betrafen neben dem Programmangebot, das sich vor allem aus Archivsendungen speiste, auch den Programmplatz, den sich der Kinderkanal zunächst mit Arte teilen musste. Nach dem Ende von Nickelodeon Deutschland 1998 bis zum Neustart im Jahre 2005 hatten beide Sender eine Duopolstellung im Bereich der frei empfangbaren deutschen Kindersender.
Seit dem 1. Mai 2000 trägt er den Namen KI.KA, seit dem 14. Februar 2012 in geänderter Schreibweise KiKA.KI.KA für Schul-Kids, Kontakter vom 6. Februar 2012. Der Sender sieht den Namen KiKA nicht als Abkürzung, sondern als Eigennamen. Der Name wird daher ohne Artikel geführt.
Entwicklungen ab 2003 Am 1. Januar 2003 wurde der Sendeschluss von 19:00 Uhr auf 21:00 Uhr verschoben. Zwischen 21:00 Uhr und 06:00 Uhr wird eine Nachtschleife mit Bernd das Brot ausgestrahlt (nur über DVB-T2, DVB-S, IPTV und je nach Kabelnetzbetreiber über DVB-C; sonst laufen andere Kanäle, z. B. ZDFneo bei DVB-T). 2009 plante der Sender eine weitere Sendezeitverlängerung bis 23:00 Uhr. Grund war die veränderte Sehdauer bei Kindern. Doch dieses Vorhaben erwies sich als problematisch, da das ZDF sich zurückhielt. Die Verlängerung scheiterte und KiKA sendet nach wie vor bis 21:00 Uhr.
Am 5. Oktober 2009 startete KiKA unter dem Namen KiKANiNCHEN ein eigenes Programm für Vorschulkinder, das täglich vormittags ausgestrahlt wird und mit einer eigenen Webseite und einer App begleitet wird. Maskottchen dieser Sendestrecke ist ein blaues Kaninchen, das die Zuschauer motivieren soll, die Welt zu entdecken.
Am 14. Februar 2012 erhielt KiKA nicht nur ein neues Senderdesign, sondern auch ein neues Senderlogo. Das neue Design und Logo sei „online optimiert“ und wirke „jugendlicher“.„Frischer & jugendlicher“: Neuer Anstrich für den Kika. In: DWDL.de. Die Website von KiKA, kika.de, hat das Design im Februar 2012 ebenfalls umgestellt.
Seit dem 30. April 2012 wurde der Sender auch parallel in HD ausgestrahlt. auf satundkabel.de vom 14. Juli 2011. Am 18. November 2025 wurde die Ausstrahlung in SD eingestellt und seit dem 31. Dezember 2025 sendet KiKA ohne den Zusatz HD im Senderlogo.
Bis 2033 sollte der Sender von einem klassischen Fernsehsender zu einem rein digitalen Angebot umgebaut werden. Medienpädagogische Fachleute kritisierten dies unter Verweis auf den Wert einer kuratierten, altersgerechten Sendeabfolge für die kindliche Medienkompetenz.
Empfang Der KiKA kann über verschiedene Übertragungswege empfangen werden. DVB-T2 (Digitales Antennenfernsehen) DVB-C (Digitales Kabelnetz) DVB-S (Digitales Satellitenfernsehen) DVB-S2 (Digitales Satellitenfernsehen) IPTV Das Programm wird über die Plattform Telekom Entertain von T-Home, bei Alice und als Livestream über das Internet verbreitet.
Online-Angebote von KiKA Seit dem 1. Juli 2010 bot KiKA mit der Mediathek KiKA+ die Möglichkeit, ausgewählte Sendungen erneut anzusehen und den Livestream abzurufen. Die Mediathek war in drei Alterskategorien gegliedert. Der Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks stimmte dem Angebot im April 2010 im Rahmen des Drei-Stufen-Tests zu. Am 12. November 2014 wurde die eigenständige Mediathek KiKA+ aufgegeben; die Inhalte wurden direkt in die Website kika.de integriert.Frisches Design mit neuen Funktionen: Der Relaunch von kika.de / Neu konzipierte Homepage des Kinderkanals von ARD und ZDF geht am 12. November online.
Ende 2017 veröffentlichte KiKA mit KiKANiNCHEN eine eigenständige App für Kinder ab drei Jahren, die weiterhin parallel zu den weiteren Digitalangeboten des Senders existiert. Im August 2018 gestaltete der Sender sein HbbTV-Angebot neu; im Oktober 2018 folgte mit dem KiKA-Player eine weitere App zum mobilen Abruf der Mediatheksinhalte für ältere Kinder. Ende August 2025 wurde diese App in „KiKA-App“ umbenannt.
Am 5. Dezember 2022 relaunchte KiKA sein Online-Angebot kika.de mit dem Ziel einer zielgruppenspezifischeren Ansteuerung von Inhalten für Vorschulkinder und Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren. Seit 2022 werden KiKA-Inhalte zudem sukzessive in die Mediatheken von ARD und ZDF integriert. Das 2009 gestartete Onlineangebot für Vorschulkinder, kikaninchen.de, wurde im November 2025 auf kika.de überführt.
Im April 2026 führte KiKA ein neu gestaltetes Smart-TV- und HbbTV-Angebot ein, das auf dem gemeinsam von ARD und ZDF entwickelten StreamingOS basiert.
Die Digitalangebote stehen im Zusammenhang mit dem im Dezember 2025 in Kraft getretenen Medienstaatsvertrag der Länder. Dieser sieht vor, KiKA bis spätestens 2033 von einem linearen Fernsehsender zu einem vollständig digitalen, non-linearen Angebot umzubauen.
Programmentwicklung
Anfangszeit mini|Einige der bekanntesten Figuren des deutschen Kinderfernsehens sind in Erfurt, dem Sitz des KiKA, aufgestellt: vorn das Sandmännchen, dahinter Maus und Elefant aus der Sendung mit der Maus In den Anfangsjahren des Senders bestand das Programm hauptsächlich aus Serien und Sendungen, die bereits in den Programmen der ARD und im ZDF zu sehen waren. Auch wurden ganze Sendestrecken gleichzeitig in den Muttersendern und im Kinderkanal ausgestrahlt, beispielsweise das damalige ZDF-Nachmittagsprogramm. Magazinsendungen wie Tabaluga tivi, Löwenzahn und die Sendung mit der Maus wurden neben ihren bisherigen Sendeplätzen zusätzlich bei KiKA ausgestrahlt. Sowohl deutsche als auch internationale Serien befanden sich im Programm von KiKA. Dazu gehörten Zeichentrickklassiker der 1970er- und 1980er-Jahre (etwa Heidi, Die Biene Maja, Wickie oder Nils Holgersson) sowie Realserien (etwa Neues vom Süderhof oder Ocean Girl). Auch Klassiker des Kinderfernsehens wie die Astrid-Lindgren-Verfilmungen oder die Augsburger Puppenkiste hatten ihren regelmäßigen Platz im Programm.
In der Folge gab es auch immer mehr Erstausstrahlungen verschiedener Sendungen bei KiKA. Dazu gehörten beispielsweise die Serien Schloss Einstein, The Tribe oder die Teletubbies.mini|hochkant|Bernd das Brot als Plastikfigur am Erfurter Fischmarkt Vergleich mit Privatfernsehen Das Programm des Senders unterscheidet sich von dem der privaten Mitbewerber. So zeigte Super RTL bereits von Anfang an fast ausschließlich Zeichentrickserien, während es bei RTL II samstags einen Kinderfilm gab und Nickelodeon bereits nachmittags Realserien wie beispielsweise Clarissa zeigte. Die Kinderfilme sind aus dem Programm von Super RTL und Nickelodeon fast gänzlich verschwunden. Lediglich am Wochenende werden sowohl bei Super RTL, Nickelodeon, als auch im inzwischen frei empfangbaren Disney Channel Filme gezeigt, meist allerdings als Wiederholung der Abendausstrahlung (bei Nickelodeon wird am Sonntag der Film vom Tag zuvor wiederholt). Im Gegensatz zu Super RTL und Nickelodeon sendet KiKA 63 Prozent in Europa produzierte Inhalte, davon sind 49 Prozent in Deutschland und 14 Prozent im Ausland produziert worden. KiKA produzierte 2008 54 Prozent seiner Inhalte selbst und kaufte 46 Prozent ein. Super RTL kaufte im Jahre 2008 hingegen 91 Prozent ein und produzierte neun Prozent selbst.Udo Michael Krüger: Programmanalyse von KI.KA, Super RTL und Nick – Zwischen Spaß und Anspruch: Kinderprogramme im deutschen Fernsehen. (PDF; 316 kB).
Regelmäßige Sendungen (Auswahl) Aktuell mini|STUDIOPARK KinderMedienZentrum, ein Drehort der Serie Schloss Einstein
Die Pfefferkörner: Kinderdetektivserie mit bisher 283 Folgen in 22 Staffeln (1999 bis 2026). Tiere bis unters Dach: Tierarztserie mit bisher 136 Folgen in elf Staffeln (2010 bis 2025). KiKA LIVE: zehnminütige Magazinsendung, montags bis donnerstags und samstags um 20:00 Uhr, in der Lifestyle-Themen von Kindern behandelt werden. Die Sendung wird aktuell (seit 2022) von Ben, Sarah Parvanta und Noel Dederichs moderiert. Die beste Klasse Deutschlands: Seit 2008 ermitteln 6. und 7. Klassen die beste Klasse Deutschlands. Im viele Jahre von Malte Arkona moderierten Quiz geht es um Fragen aus allen Wissensgebieten. Seit 2021 moderieren Clarissa Corrêa da Silva und Tobias Krell. Nach mehreren Wochenduellen kommt es am Ende zum Superfinale. Die Gewinnerklasse darf eine Reise ins Ausland antreten. 1, 2 oder 3: Spielshow für drei Kindermannschaften aus drei Ländern. Startete 1977 im ZDF. Derzeitiger Moderator ist Elton. Kummerkasten: Wöchentliche Beratungssendung, zu wechselnden Themen wie „Wie geht der erste Kuss?“, „Schlechte Noten“, „Verliebt in den besten Freund der Freundin“, „Mobbing“, „Rauchen“ oder „Liebeskummer“ werden Zuschauerfragen geklärt und Tipps gegeben. logo! ist eine Nachrichtensendung speziell für Kinder, die täglich einmal live gesendet wird. Lollywood: Unter diesem Sammeltitel laufen bei KiKA freitags von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr Spielfilme. Samstagskino: Unter diesem Sammelbegriff werden samstags um 13:35 Spielfilme gezeigt. Sonntagsmärchen: Sonntags um 12:00 Uhr werden sowohl bekannte als auch unbekannte Märchenfilme gezeigt. Siebenstein: Geschichten aus einem Trödlerladen um Frau Siebenstein, den Raben Rudi und den Koffer. Löwenzahn: Wissensserie mit Guido Hammesfahr (bis 2005 mit Peter Lustig).