Todessymphonie (Originaltitel: The Bye-Bye Sky High IQ Murder Case) ist eine erstmals im Rahmen der NBC-Sunday-Mystery-Movie-Serie gesendete Episode der Kriminalfilm-Reihe Columbo aus dem Jahr 1977. Die deutschsprachige Erstausstrahlung der dritten Folge der sechsten Staffel folgte erst 1992 auf RTL plus. Der US-amerikanische Schauspieler Theodore Bikel verkörpert als Oliver Brandt, Mitglied und Buchhalter einer Eliteorganisation, den Gegenspieler von Inspektor Columbo, dargestellt von Peter Falk.

Handlung Oliver Brandt ist Buchhalter der SIGma-Gesellschaft, einer Gruppe von hochintelligenten Mitgliedern ähnlich der Vereinigung Mensa. Brandt hat Gelder unterschlagen, damit er nach finanziellen Verlusten weiterhin den exzessiven Lebenswandel seiner Ehefrau Vivian bezahlen kann. Da sein langjähriger Freund und Geschäftspartner Bertie Hastings die frisierten Konten entdeckt hat, bereitet Brandt ein ausgeklügeltes Verbrechen in der Bibliothek des Clubhauses vor: Mithilfe eines programmierbaren Schallplattenspielers, eines Lexikons sowie Knallkörpern und anderen Utensilien soll der Mord an Hastings vorgetäuscht werden, nachdem er die Tat bereits begangen hat und demzufolge ein Alibi besitzt. Brandt begibt sich anschließend zu einer turnusmäßigen Versammlung der restlichen Mitglieder. Während einer privaten Unterredung in der oben gelegenen Bibliothek wird er später von Hastings mit den erwarteten Vorwürfen konfrontiert. Um einer drohenden Veröffentlichung der Verfehlungen zu entgehen, greift Brandt nach seiner schallgedämpften Waffe und schießt zweimal auf Hastings. Danach öffnet er den Nebeneingang zum Zimmer, schaltet den Plattenspieler ein und legt das schwere Buch auf die Tischkante. Ferner befestigt er zwei Kabelklemmen am Tonarm und platziert einen Filzstift in dessen Nähe. Die Tatwaffe deponiert er in einem Regenschirm, den er im Kamin versteckt.

Brandt kehrt zum Treffen im Erdgeschoss zurück, wo das Beisammensein kurz darauf durch Schuss- und Fallgeräusche im Obergeschoss unterbrochen wird. Als die Gruppe die Haupttür zur Bibliothek öffnet und das erschossene Opfer findet, schlägt die zweite Tür am anderen Ende des Raumes zu. Alle Anwesenden sollen glauben, dass der Mörder durch den Hinterausgang geflohen ist. Columbo und seine Kollegen treffen kurz darauf am Tatort ein. Die Clubmitglieder widersprechen sich in ihren Aussagen, sodass der Inspektor einige Mühe hat, den Tathergang zu rekonstruieren. So klafft zwischen den vermeintlichen Schüssen und dem Zufallen der Tür eine zeitliche Lücke. Warum hat der Täter seine Flucht hinausgezögert? Darüber hinaus fiel der Körper offenbar bereits nach dem ersten Schuss zu Boden. Brandt kommt am Abend nach Hause und berichtet seiner Frau von den Ereignissen. Am nächsten Tag nimmt er die Mordwaffe aus dem Regenschirm und geht im Park spazieren. Dort trifft er auf Columbo, der sich zuvor nach seinem Aufenthaltsort erkundigt hat. Nur mit Mühe gelingt es Brandt, das Beweisstück rechtzeitig in einem Mülleimer zu entsorgen.

Im Clubhaus setzt der Inspektor derweil seine Untersuchungen fort. Bei der Befragung stellen die exzentrischen Mitglieder diverse Theorien auf, die schnell widerlegt werden können. Columbo fährt weiter in Brandts Haus und entdeckt im Wohnzimmer einen Plattenspieler des gleichen Typs wie in der Bibliothek. Interessiert lässt er sich von Vivian die Funktionsweise erläutern. Im Anschluss macht er sich auf den Weg in ein Nachtlokal, um den kürzlich zum Buchhalter beförderten George Camponella aufzusuchen. Der Inspektor hat zwischenzeitlich von möglichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsbüchern erfahren und setzt Brandts ehemaligen Sekretär unter Druck. Dieser bestätigt daraufhin die systematische Veruntreuung von Geldern. Für die Weitergabe von Informationen über seinen missliebigen Konkurrenten Alvin Metzler, der Brandt ebenfalls durchschaut hat, wurde Camponella von seinem Vorgesetzten mit dem beruflichen Aufstieg belohnt. Columbo wiegt Brandt zunächst in Sicherheit und erklärt, Hastings sei möglicherweise selbst für die „kreative Buchführung“ verantwortlich gewesen. Der verzweifelte Brandt gesteht seiner Frau nun die Unterschlagung, hofft bei ihr allerdings vergeblich auf Verständnis.

Am Abend wird der Verdächtige in den Club gebeten, um Columbo bei der endgültigen Aufklärung des Falles zu unterstützen. Auf der Treppe zur Bibliothek hört Brandt dieselbe klassische Musik wie am Mordabend sowie zwei Knallgeräusche. Sergeant Burke hindert ihn an der Flucht. Panisch kehrt er zum Tatort zurück und wird vom Inspektor über den Stand der Ermittlungen informiert. Die kleinen Feuerwerkskörper müssen durch die Bewegung des Tonarms gezündet worden sein – und zwar zu einem Zeitpunkt, der mittels automatischer Titelanwahl vorher festgelegt werden konnte. Bei seinem Besuch in Brandts Haus habe Columbo außerdem „versehentlich“ dessen Regenschirm statt seinen eigenen mitgenommen und dem Polizeilabor übergeben. Am Schirm befanden sich Brandspuren und Rußpartikel vom Kamin. Zur vollständigen Lösung des Rätsels fehle ihm jedoch ein entscheidendes Detail: Wie konnte das Geräusch eines fallenden Körpers zwischen den beiden Schüssen unter Einsatz des Wörterbuches erzeugt werden? Columbo gibt vor, Brandts genialen Verstand anzuzweifeln, indem er behauptet, der Clubpräsident Jason Danziger habe die Antwort gefunden: Vibrationen der ersten Explosion hätten das Lexikon zum Fallen gebracht. Weil seine sorgfältig geplante und ausgeführte Tat damit wie die eines Dilettanten aussieht, korrigiert Brandt in seiner Unbeherrschtheit den Fehler und demonstriert den tatsächlichen Ablauf: Der Tonarm berührt den Stift nach Auslösung der ersten Zündung, woraufhin dieser das Buch aus dem Gleichgewicht bringt. Mit diesem Täterwissen hat er sich selbst verraten.

Hintergrund Nach der Sichtung früherer Episoden der Fernsehreihe entschied der Produzent Richard Alan Simmons, neben der Fokussierung auf die kriminalistischen Elemente die Persönlichkeiten der beiden Hauptfiguren besser herauszuarbeiten. So sollten die äußeren Umstände, welche den Schurken zu einem Mord drängen, zugunsten von Hintergrundgeschichten und Einblicken in dessen Leben weniger stark betont werden. Auch Columbo wurde angehalten, mehr von seinem Privatleben preiszugeben und beispielsweise Geschichten über seine Verwandten über die bloße Erwähnung der Personen hinaus zu erzählen. Darüber hinaus mussten komödiantische Elemente insbesondere beim Einstieg in die Story weichen, die Columbos Umfeld Ungeschicklichkeit und Inkompetenz suggerierten. Sowohl die Gegenspieler als auch seine Polizeikollegen sollten den Inspektor von Beginn an für seine fachlichen Fähigkeiten respektieren und nicht aufgrund seines Auftretens unterschätzen. Aus diesem Grund erschuf Simmons eine neue wiederkehrende Figur namens Sergeant Burke, mit dem Columbo im Gegensatz zu seinen leichtgläubigen Vorgängern Kramer und Wilson auf demselben geistigen Niveau zusammenarbeiten durfte.David Koenig: Shooting Columbo: The Lives and Deaths of TV’s Rumpled Detective. Bonaventure Press, Aliso Viejo, Kalifornien 2021, S. 157–159.

Die Dreharbeiten fanden im März und April 1977 statt. Mit Unterstützung des Fernsehsenders NBC handelte Simmons mit Universal Television eine verlängerte Drehzeit von 17 Tagen für Kurz- und 22 Tagen für Langfolgen aus. Zunächst war der britische Schauspieler Robert Morley für die Rolle des Antagonisten vorgesehen. Nach dessen Absage wegen Terminüberschneidungen fiel die Wahl auf Peter Ustinov, der seine Meinung trotz der Einigung auf eine Gage von 20.000 US-Dollar änderte. Vor Theodore Bikel waren auch James Mason und Rex Harrison im Gespräch.

Bikel erinnerte sich:

In Staffel 1, Episode 18 der Fernsehserie Knight Rider spielt Theodore Bikel ebenfalls den Vorsitzenden einer Gesellschaft von überdurchschnittlich intelligenten Menschen.

Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronfassung entstand im Jahr 1992 bei der Alster Studios Synchron.

Lieutenant Columbo Peter Falk Claus Biederstaedt Gaststars Oliver Brandt Theodore Bikel Horst Breiter Mike Marks Kenneth Mars Peter Kirchberger Bertie Hastings Sorrell Booke Utz Richter Vivian Brandt Samantha Eggar Traudel Sperber Weitere Darsteller Jason Danziger Basil Hoffman Eberhard Haar George Camponella Howard McGillin Mr. Wagner George Sperdakos Sergeant Burke Todd Martin Klaus Nietz Miss Eisenback Dorrie Thomson Caroline Treynor Carol Jones Kellnerin Jamie Lee Curtis Suzy Kathleen King Saskia Bellahn Empfangsdame Mitzi Rogers Astrid Kollex

Rezeption Die Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergab eine neutrale Wertung (Daumen mittig):

Der Autor Michael Striss wertete mit einem von vier Sternen (mangelhaft). Er bemängelte insbesondere die Charakterisierung der Rollen und die Besetzung des Widersachers:

Der Autor Mark Dawidziak ergänzte:

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1977 Kategorie:US-amerikanischer Film Todessymphonie Kategorie:Kriminalfilm