Die Wuppertaler Schwebebahn ist eine 1901 eröffnete Hochbahn in Wuppertal. Die 13 Kilometer lange einschienige Hängebahn mit 20 Stationen gilt als wichtigste Verkehrslinie, stadtbildprägendes Wahrzeichen sowie bedeutendste touristische Sehenswürdigkeit der Stadt, gleichzeitig als eines der bekanntesten Verkehrsmittel der Welt. Im Gegenzug verhalf das Alleinstellungsmerkmal Schwebebahn auch der Stadt selbst zu internationaler Bekanntheit. Betreibergesellschaft ist die WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH, beziehungsweise seit 2007 deren Tochtergesellschaft WSW mobil GmbH, die Infrastruktur gehört hingegen der Stadt Wuppertal selbst. Die Anlage ist die weltweit älteste noch betriebene Einschienenbahn überhaupt, ebenso die älteste noch betriebene Hängebahn. Bekannteste Ereignisse in der Geschichte der Schwebebahn sind die Besichtigung durch Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1900, der Sprung der Zirkuselefantenkuh Tuffi aus einem fahrenden Wagen im Jahr 1950 und der Absturz eines Zuges im Jahr 1999 mit Todesopfern unter den Fahrgästen.

Beschreibung Technische Einordnung und Bezeichnung mini|Historisches Reklameplakat der damaligen „Schwebebahn Vohwinkel-Elberfeld-Barmen“, beworben als „erste öffentliche, elektrisch betriebene Schwebebahn für Personenbeförderung“. Als Motiv diente der für Aufnahmen populäre, sogenannte Treffpunkt der drei verschiedenen Bahnen an der Sonnborner Eisenbahnbrücke mini|Übersichtsplan Schnellverkehr im Wuppertal, publiziert 1926 vom Deutschen Architektur- und Industrie-Verlag

Obgleich die Wuppertaler Schwebebahn technisch als Einschienenbahn respektive Hängebahn kategorisiert wird, zählt sie weder zu den im Bergbau üblichen Einschienenhängebahnen noch zu den in der Industrie verwendeten Elektrohängebahnen. Die Bezeichnung Schwebebahn ist hingegen technisch falsch, weil sie im Gegensatz zu einer Magnetschwebebahn im Adhäsionsbetrieb fährt. Somit besteht ein ständiger Kontakt zwischen Fahrweg und Fahrzeug, wobei die Führung formschlüssig und der Antrieb kraftschlüssig erfolgt.Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Fengler: Systemeigenschaften der Eisenbahn, S. 5. Online auf tu-dresden.de, abgerufen am 27. September 2026 Zudem ist der Fahrweg einer Schienenschwebebahn, im Gegensatz zu einer Seilschwebebahn, starr. Eine weitere Beschreibung lautet hängende Kabinenbahn.

Der offizielle Name der Wuppertaler Anlage lautet Einschienige Hängebahn System Eugen Langen, ihr Erfinder selbst kreierte hingegen die heute gebräuchliche Wortschöpfung. Langen schrieb hierzu schon 1892 in einem Brief an Georg Wilhelm von Siemens: „Ein System der hängenden Wagen. Ich habe das Ding einfach Schwebebahn getauft.“ Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Begriff Schwebebahn schließlich auch zum Synonym für Luftseilbahnen mit Personenbeförderung, die zu Lebzeiten Langens noch nicht existierten. Bekannte Beispiele hierfür sind die Fichtelberg-Schwebebahn (1924), die Schauinsland-Schwebebahn (1930) oder die Säntis-Schwebebahn (1933). Darüber hinaus setzt aber auch der deutsche Gesetzgeber Schwebebahn teilweise mit Luftseilbahn gleich, etwa im Strafgesetzbuch unter § 315 – Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr. Anders hingegen im Personenbeförderungsgesetz (PBefG), wo es unter § 4, Absatz 2 heißt: „Als Straßenbahnen gelten auch Bahnen, die als Hoch- und Untergrundbahnen, Schwebebahnen oder ähnliche Bahnen besonderer Bauart angelegt sind oder angelegt werden, ausschließlich oder überwiegend der Beförderung von Personen im Orts- oder Nachbarschaftsbereich dienen und nicht Bergbahnen oder Seilbahnen sind.“Personenbeförderungsgesetz (PBefG) auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 1. Juni 2025

Bis zur Gründung der Stadt Wuppertal im Jahr 1929 waren zunächst die Bezeichnungen Elberfelder Schwebebahn, Schwebebahn Barmen-Elberfeld, Schwebebahn Elberfeld-Barmen, Schwebebahn Barmen-Elberfeld-Vohwinkel oder Schwebebahn Vohwinkel-Elberfeld-Barmen geläufig. Auf den Fahrkarten stand anfangs Schwebebahn B.-E.-V., später Schwebebahn V.-E.-B. Häufig wurde den frühen Bezeichnungen, insbesondere rund um die Eröffnung, noch der Zusatz Elektrische vorangestellt, um auf die damals moderne Antriebsart hinzuweisen. Weitere Alternativbezeichnungen aus der Frühphase waren Stadtbahn oder Stadthochbahn.

Zwischen den 1920er und 1950er Jahren war mitunter vom Schnellverkehr im Wuppertal die Rede, zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der am 1. Januar 1980 erfolgten Integration in den, damals in Kraft getretenen, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) verwendete der Betreiber außerdem die Abkürzung S-Bahn für Schnellbahn respektive Stadtschnellbahn. In den 1970er Jahren war ferner die Bezeichnung Schwebebahn-Schnellverkehr geläufig. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr beschreibt das Verkehrsmittel in seinen Fahrplanbüchern als „Schwebebahn: innerstädtischer Schnellverkehr Wuppertal“, führt sie jedoch nicht in seinem „Schienenschnellverkehrsplan“ auf. Die Deutsche Bahn wiederum verwendet in ihren Fahrplanmedien das Kürzel Schw-B.

Spitznamen, umgangssprachliche Bezeichnungen und sonstige mediale Zuschreibungen der Schwebebahn sind alte Dame,Alte Dame mit neuen Wagen, Artikel vom 16. Dezember 2016 auf Spiegel Online, online auf spiegel.de, abgerufen am 4. Dezember 2024 eiserne Lady,Klaus Göntzsche: Die „Eiserne Lady“ soll geliftet werden. Artikel in Die Welt vom 3. Februar 1997, online auf welt.de, abgerufen am 23. Januar 2026 grüner Lindwurm,Schwebebahn von Kran aufgeschlitzt. Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 17. Mai 2010, online auf sueddeutsche.de, abgerufen am 19. November 2025 eiserner Lindwurm, Tausendfüßler, eiserner Tausendfüßler, stählerner Tausendfüßler,Schwebebahn | Erlebnismuseum 'Schwebodrom auf erih.de, der Seite der European Route of Industrial Heritage, abgerufen am 13. Januar 2024 eisernes Rückgrat, stählernes Rückgrat,Herbert Günther: Die Wuppertaler Schwebebahn. Sutton, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-679-1. Rückgrat des Massenverkehrs, Kleber der Wuppertal zusammenhält,Oliver Smith: The unsung German city with the world’s most extraordinary train. Artikel in The Times vom 2. Oktober 2025, online auf thetimes.com, abgerufen am 27. Dezember 2025 grüner Koloss, Jahrhundertbauwerk, Unikum, Hauptschlagader des öffentlichen Personennahverkehrs,Einmal im Leben durch Wuppertal schweben, Pressemeldung vom 1. Dezember 2010 auf wuppertal.de, abgerufen am 11. November 2025 rollende Lebensader des Tals,Johanna Christoph: Die Wuppertaler Schwebebahn: Das Einhorn im Stall, Artikel in der Westdeutschen Zeitung vom 4. November 2025, online auf wz.de, abgerufen am 31. Januar 2026 einigendes Band Wuppertals, Puls Wuppertals,Wuppertaler Schwebebahn ist „Top-Sehenswürdigkeit“, Artikel in der Westdeutschen Zeitung vom 15. August 2024, online auf wz.de, abgerufen am 20. Juni 2025 Seele Wuppertals,Wupper-Blick aus luftiger Höhe, Artikel vom 10. Juli 2017 im Magazin des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), online auf archiv.vdv-dasmagazin.de, abgerufen am 18. November 2025 schwebende Legende,Midia Nuri: Wuppertaler Schwebebahn: Technik-Wunder, Wahrzeichen und Touristenmagnet. Artikel vom 22. Mai 2025 auf marktundmittelstand.de, abgerufen am 11. November 2025 schwebender Paternoster, fliegender Bus, aufgehängte Straßenbahn, achtes Weltwunder oder technisches Ei des Kolumbus.

Auf Plattdeutsch, einem in Wuppertal weit verbreiteten Dialekt, heißt sie Sweevbahn.Eintrag im Plattdeutschen Netzwörterbuch, online auf netz.sass-platt.de, abgerufen am 4. Februar 2026 Populäre englischsprachige Bezeichnungen sind Wuppertal floating tram,Wuppertal floating tram ready for the future, Beitrag der Deutschen Welle vom 19. Dezember 2016, online auf dw.com, abgerufen am 21. Mai 2025 übersetzt Wuppertaler schwebende Straßenbahn, oder Danglebahn.Düsseldorf & Wuppertal – Exploring the Rhine-Rhur Region auf flightsandtimes.co.uk, abgerufen am 4. Juni 2025 Letzterer Begriff ist eine deutsch-englische Komposition, wobei das Verb to dangle – außer für schweben – auch für baumeln, schlenkern, schlottern, wackeln, hängen oder herunterhängen stehen kann.to dangle auf dict.leo.org, abgerufen am 4. Juni 2025

Rechtslage Ursprünglich war die Wuppertaler Schwebebahn gemäß preußischem Gesetz über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen vom 28. Juli 1892 als nebenbahnähnliche Kleinbahn klassifiziert und somit verkehrsrechtlich betrachtet eine private Eisenbahn. So hatten die Wagen früher im Rahmen der Kleinbahnordnung beispielsweise als beleuchtetes Zugschlusssignal eine Petroleumlampe mit roter Farbscheibe.

Infolge der Verordnung über den Bau und Betrieb von Kleinbahnen und den ihnen gleich zu erachtenden Eisenbahnen vom 7. Juli 1942, veröffentlicht im Reichsgesetzblatt II, Seiten 289–290, änderte der Gesetzgeber auch die Konzession der Schwebebahn 1943 in die einer Straßenbahn ab. Anschließend unterlag sie somit der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) mit gewissen Einschränkungen gemäß § 10, das heißt die Wuppertaler Anlage wurde den „Bahnen besonderer Bauart“ nach § 2 zugeordnet. Die Klassifizierung nach BOStrab machte sich äußerlich unter anderem daran bemerkbar, dass die 1950 eingeführte Wagengeneration in den ersten zehn Betriebsjahren mit einer Liniennummer- und Zugzielanzeige über der Frontscheibe ausgestattet war, obwohl die Reisendenlenkung bei der Schwebebahn bereits hinreichend über die entsprechende Beschilderung der beiden Richtungsbahnsteige erfolgt und die Schwebebahn damals noch gar keine Liniennummer hatte. Ersatzweise wurde im entsprechenden Feld die Kursnummer angegeben.

Weil die 1969 bestellten neuen Gelenkwagen nicht mehr als einfache Straßenbahnwagen zugelassen werden konnten, sie mussten beispielsweise den höheren Brandschutzbestimmungen für Eisenbahnen gemäß Brandbuch B der Deutschen Bundesbahn (DB) genügen, wurde die oben genannte Regelung am 20. Januar 1969 durch die, speziell auf die Wuppertaler Schwebebahn zugeschnittene, Richtlinie BOSchweb ergänzt. Diese sah unter anderem Sonderregelungen bezüglich Überspannungsschutz, Steuerungstechnik und Bremsen vor.

Nachdem es ab 1984 mit der Dortmunder H-Bahn eine zweite Hängebahn in Deutschland gab, novellierte der Gesetzgeber am 11. Dezember 1987 die BOStrab, womit sie seit dem 1. Januar 1988 auch für Hängebahnen gilt. Diese sind darin, wie U-Bahnen, als „unabhängige Bahnen“ klassifiziert, das heißt, sie sind „durch ihre Bauart oder Lage auf der gesamten Streckenlänge vom Straßenverkehr oder anderen Verkehrssystemen getrennt“.Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung – BOStrab) auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 4. Juni 2025 Eine Konkretisierung erfolgt über die sogenannten BOStrab-Richtlinien. Für Wuppertal sind dies unter anderem die Richtlinien zu den Bremsen, dem Lichtraum und den Fahrzeugen. Mit einer U-Bahn gemeinsam hat die Wuppertaler Schwebebahn – abgesehen von der vollständigen Trennung vom Individualverkehr – das signalgesicherte Fahren im festen Raumabstand, die Verwendung eines Signalhorns statt einer Klingel oder Glocke sowie den grundsätzlichen Halt an allen Stationen.

Zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) für die Schwebebahn ist entsprechend den Straßenbahnbetrieben in Nordrhein-Westfalen die Bezirksregierung Düsseldorf.Die WSW stellen die Bahn auf das neue digitale Betriebssystem um, Pressemeldung auf wuppertal.de vom 26. August 2019, abgerufen am 4. Juni 2025

Der 1949 gegründete Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV) bezeichnete die Wuppertaler Schwebebahn schon in den 1950er Jahren als eine von drei deutschen „Stadtschnellbahnen“.Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe – Statistische Übersichten für das Jahr 1954. Online auf publish.fid-move.de, abgerufen am 31. Januar 2024 Im Gegensatz dazu zählt der Internationale Verband für öffentliches Verkehrswesen (UITP) Einschienenbahnen nur dann zu den U-Bahnen, wenn es sogenannte Sattelbahnen sind.

Piktogramm

mini|Schwebebahn-Piktogramm in Würfelform, bei Dunkelheit beleuchtet