Software [] (englisch; wörtlich „weiche Ware“, soft = leicht veränderbare Komponenten als Gegenstück zu ‚Hardware‘ für die physischen Komponenten)Duden, Informatik: ein Sachlexikon für Studium und Praxis. Dudenverlag, Mannheim u. a. 1993, ISBN 3-411-05232-5. ist ein Sammelbegriff für Computerprogramme und die zugehörigen Daten.Wolfgang Lassmann: Wirtschaftsinformatik: Nachschlagewerk für Studium und Praxis. Gabler, Wiesbaden 2006, ISBN 3-409-12725-9, Kap. 4.1 Grundlagen. Zitat „Software ist ein Sammelbegriff für die Gesamtheit der Programme, die zugehörigen Daten und die notwendige Dokumentation, die es erlauben, mit Hilfe eines Computers Aufgaben zu erledigen.“ (books.google.de) Sie kann zusätzlich Bestandteile wie z. B. die Softwaredokumentation als Handbuch in digitaler oder gedruckter Form enthalten.Lehr- und Übungsbuch Informatik: Grundlagen und Überblick. Band 1, Hanser Verlag, 2003, ISBN 3-446-22543-9, S. 311. (books.google.de)
Software bestimmt, was ein softwaregesteuertes Gerät tut und wie es das tut.Tessen Freund: Software Engineering durch Modellierung wissensintensiver Entwicklungsprozesse. Berlin 2007, ISBN 978-3-940019-11-0, Kap. 2.1.1 „Software“, S. 25, Zitat Edmunds „Software includes computer programs and data that is used by theses programs […] Software determines what a computer does and how it does it.“; (books.google.de) Die Hardware (das Gerät selbst) führt Software aus (arbeitet sie ab) und setzt sie so in die Tat um. Software ist die Gesamtheit von Informationen, die man der Hardware hinzufügen muss, damit ein softwaregesteuertes Gerät für ein definiertes Aufgabenspektrum nutzbar wird.Tessen Freund: Software Engineering durch Modellierung wissensintensiver Entwicklungsprozesse. Berlin 2007, ISBN 978-3-940019-11-0, Kap. 2.1.1 „Software“, S. 25, Zitat Rothhardt; (books.google.de)
Durch das softwaregesteuerte Arbeitsprinzip kann eine starre Hardware individuell arbeiten. Es wird heute nicht nur in klassischen Computern angewendet, sondern auch in vielen eingebetteten Systemen wie beispielsweise in Waschmaschinen, Fernsehgeräten, Mobiltelefonen und Navigationssystemen.
Definition Der Begriff Software ist bis heute nicht einheitlich und auch nicht eindeutig definiert. Das geht u. a. darauf zurück, dass „innerhalb der Softwaretechnik […] eine einheitliche solide, konsistente und systematische Begriffsbildung durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit und Praxisnähe behindert“ wird.Helmut Balzert: Lehrbuch der Software-Technik. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2000, ISBN 3-8274-0480-0, S. 23 f. Es existieren daher verschiedene Definitionen, die sich je nach Autor und Kontext oft auch nur in Details unterscheiden.
Die Bezeichnung Software wird im allgemeinen Sprachgebrauch meist nur auf Programme bezogen, nicht aber auf andere Daten.Auszug aus lexikon.meyer.de, Software: „[…] Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Software meist nur auf Programme bezogen, nicht aber auf andere Daten […]“ (eine Verlinkung dahin ist nicht mehr möglich, da „Meyers Lexikon Online“ zum 23. März 2009 eingestellt wurde) Daneben können aber auch der Quelltext, weitere Daten oder die Dokumentation je nach Definition hinzugezählt werden.
Außerdem wird Software auch als Gattungsbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen verwendet (Grafiksoftware, Anwendungssoftware, Standardsoftware, Sicherheitssoftware u. v. a.).
Etymologie Der Ausdruck Software ist ein Kunstwort, das von John W. Tukey im Jahr 1958 im John W. Tukey: The Teaching of Concrete Mathematics. In: The American Mathematical Monthly. Vol. 65, no. 1, Jan. 1958, S. 2. (Erstmalige Verwendung des Begriffs Software im heutigen Sinn), .Tukey schreibt: als Gegenstück zu dem wesentlich älteren Wort Hardware das erste Mal verwendet wurde. Dabei bezeichnet Hardware alle physischen Bestandteile eines Computers. In diesem Sinn könnten unter Software – als dem Gegenstück zur Hardware – grundsätzlich alle elektronisch gespeicherten Daten verstanden werden.linfo.org – Software Definition, Zitat: “[…] In a broader sense it can also refer to all information (i.e., both programs and data) in electronic form, and it can provide a distinction from hardware, which refers to media and systems on which software can exist and be used […]” Als Definition genügt diese Sichtweise jedoch nicht.
Definitionen nach ISO/IEC-Norm 24765 Die aktuelle ISO/IEC-Norm 24765 ersetzte die DIN-Norm 44300 und enthält für Software folgende Definitionen:ISO IEC 24765:2010, Zitat „[Software is] 1. all or part of the programs, procedures, rules, and associated documentation of an information processing system 2. computer programs, procedures, and possibly associated documentation and data pertaining to the operation of a computer system 3. program or set of programs used to run a computer“ ISO/IEC/IEEE 24765:2010 auf der ISO-Homepage
Software ist ein Programm oder eine Menge von Programmen, die dazu dienen, einen Computer zu betreiben. Software sind Programme sowie die zugehörige Dokumentation. Software sind Programme und ggf. die zugehörige Dokumentation und weitere Daten, die zum Betrieb eines Computers notwendig sind.
Welche dieser Definitionen zutrifft, hängt vom jeweiligen Kontext ab, wobei auch hier die Übergänge fließend sind.
Software als Programm In der Softwaretechnik besteht Software aus „Computerprogrammen in jeder Erscheinungsform, vom Quelltext bis zum direkt ausführbaren Maschinencode“. Computerprogramme bestehen oft aus mehreren Komponenten, die sich auch über mehrere Dateien verteilen können.
Software als Programm und Dokumentation Im Softwarerecht (oft im Zusammenhang mit dem Softwareerwerb) wird Software auch als Softwareprodukt bezeichnet, das „als Beiwerk zusätzlich Bestandteile wie z. B. die Dokumentation in digitaler oder gedruckter Form enthalten kann oder muss“. So auch im Urheberrecht, bei dem das Entwurfsmaterial zur Software gehört,Definition Computerprogramm, Wirtschaftslexikon gabler.de wie der Quelltext, auch Quellprogramm genannt.Definition Programm, Wirtschaftslexikon gabler.de D. h. der Urheberrechtsschutz gilt i. d. R. auch für den Quellcode [als Schutzgegenstand].softwarepatents.eu, „Programmcode in seiner linguistischen Form als Sprachwerk“
Software als Programm, Dokumentation und Daten Einige Definitionen nennen neben dem Programm selbst (und evtl. der Dokumentation) auch weitere Daten als zur Software gehörend („zugehörige Daten“). Im Glossar des IEEE für Softwareentwickler werden Beispiele für derartige nicht-ausführbare Softwareteile genannt, wie Schriftarten, Grafiken, Audio- und Videoaufzeichnungen, Vorlagen, Wörterbücher, Dokumente und Informationsstrukturen (wie Datenbank-Datensätze).Software and Systems Engineering Vocabulary; IEEE Computer Society, 2012, S. 1, Anmerkung zu ISO/IEC 26514:2008 4.46
Weiterhin gibt es Software-Definitionen, die sämtliche Daten umschließen, die das Computerprogramm nutzt und darüber hinaus auch die Dokumentation einbeziehen. Demgegenüber gibt es auch Definitionen, die sowohl die Dokumentation als auch die zur Verarbeitung vorgesehenen Daten ausschließen.Rights in Technical Data, law.cornell.edu
Eine klare Trennlinie, die beschreibt, welche Daten konkret gemeint sind, ist jedoch nicht näher definiert (z. B. die zu verarbeitenden Daten oder welche Daten ‚notwendig‘Stefan Schneider: Empirische Evidenz für die Relevanz des Geschäftsmodells Softwareentwicklung und-absatz. In: Stefan Schneider: Auslegung der International Financial Reporting Standards am Bilanzierungsobjekt Softwarrentwicklung. DUV, Wiesbaden 2006, ISBN 3-8350-0197-3, S. 58–71. Zitat „Software umfasst neben dem Computerprogramm ferner die zum Betrieb notwendigen Daten und die zugehorige Dokumentation.“Jochen Ludewig, Horst Lichter: Software Engineering. 1. Auflage. dpunkt Verlag, 2007, ISBN 978-3-89864-268-2, S. 34. (dpunkt.de; Leseprobe, PDF) Zitat „Software umfasst Programme, Abläufe, Regeln, auch Dokumentation und Daten, die mit dem Betrieb eines Rechnersystems zu tun haben.“ oder ‚zugehörig‘ sind).
Geschichte In den 1950er Jahren waren Software und Hardware noch verbunden und als Einheit wahrgenommen. Die Software war dabei Teil der Hardware und wurde als Programmcode bezeichnet. 1958 prägte der Statistiker John W. Tukey den Begriff Software erstmals.
Später sorgte dann die Entscheidung der US-Regierung in den 1970er Jahren für eine Neuheit, dass IBM auf Rechnungen Software und Hardware getrennt zu berechnen und aufzuführen habe. Das entsprach einer Anerkennung der Einzelhaftigkeit von Software von offizieller Seite und einer endgültigen Aufspaltung von Hardware und Software bzw. einer Abgrenzung der Software von der Hardware.
Dieser Entwicklung folgte dann in den 1970er Jahren die Gründung von Firmen, die erstmals nur mit Software handelten und nur Software und keine Hardware entwickelten. Zu diesen Firmen gehörte in den USA Microsoft und in Deutschland SAP. Die Existenz solcher Firmen erscheint im 21. Jahrhundert als Selbstverständlichkeit, stellte damals jedoch eine erhebliche Neuerung dar.
Der logische Übergang zwischen Hard- und Software lässt sich an den frühen Spielhallenspielen verdeutlichen, wie das Spiel Breakout, das im April 1976 veröffentlicht wurde. Damals bestand deren komplettes Programm (der Ablauf, die Logik) bildlich gesehen aus „vorverdrahteten Schalttafeln“.Steve Wozniak: iWoz – Wie ich den Personal Computer erfand und Apple mitgründete. Deutscher Taschenbuchverlag, 2008, ISBN 978-3-423-34507-1, S. 144–149. Das von Atari produzierte Spielhallengerät verwendete keinen Prozessor. Bereits ein Jahr später, als das Spiel für den Computer programmiert wurde und man anfing, bei prozessorgesteuerten Geräten zwischen den Begriffen ‚Hardware‘ und ‚Software‘ zu unterscheiden, gab es Breakout als Software. Das Spiel bestand nicht mehr aus „vorverdrahteten Schalttafeln“, sondern aus Anweisungen für einen Prozessor inklusive der für die Abarbeitung notwendigen weiteren Informationen, die gemeinsam auf einem Datenträger hinterlegt wurden.
Besondere Merkmale
Software ist immateriell Software ist immateriell und besteht aus den Sprachen und Notationen, in denen sie formuliert ist. Software kann zwar auf bestimmten Medien gespeichert, gedruckt, angezeigt oder transportiert werden. Diese sind aber nicht die Software, sondern sie enthalten sie nur.
Es ist zwar vorstellbar, Bits sichtbar und greifbar auf einem Trägermedium zu hinterlegen, doch grundsätzlich ist ‚Software‘ ein abstrakter, von Trägermedien unabhängiger Begriff. Das trifft für den Gattungsbegriff ohnehin zu, aber auch für konkrete Ausprägungen wie ein bestimmtes Anwendungsprogramm.Rechtliche Rahmenbedingungen von Serviceorientierten Architekturen mit Web Services. Univ.-Verlag Göttingen, Göttingen 2010, ISBN 978-3-941875-29-6, S. 35: „Weil Software Gegenstand einer schöpferischen Leistung ist, die man nicht anfassen kann, wird ihr zum Teil die Sachqualität abgesprochen.“ Als Analogie dazu ist es für den Begriff ‚Oper‘ oder ‚Zauberflöte‘ nicht begriffsbestimmend, ob sie im Theater aufgeführt, über Radio/TV übertragen oder als CD verkauft oder gehört wird, ob sie im Opernführer beschrieben oder in der Partitur aufgezeichnet ist.
In Details unterschiedliche Bedeutungen
Im Zusammenhang mit der Ausführung auf einem Computer wird unter Software primär alles verstanden, was auf dem Rechner ausgeführt werden kann (das Programm im engeren Sinn, bestehend aus Befehlen und Datendefinitionen). Dazu kommen die mit den Programmen verbundenen Ressourcen, die zum Betrieb der Software erforderlich sind. Das sind, abhängig von den verwendeten Entwicklungswerkzeugen, zum Beispiel Konfigurationsdateien, Schriftart-Dateien, Lookup-Tabellen, Datenstrukturen für Datenbanken etc.