mini|Madita Oeming auf der re:publica 2022 in Berlin Madita Oeming (* 1986 in Bonn) ist eine deutsche Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Sexualpädagogin mit Schwerpunkt Pornografie und digitale Sexualität.

Leben Oeming wuchs in Berlin auf. Sie schloss die Schule mit dem Abitur ab und absolvierte anschließend eine Bankausbildung bei der Berliner Sparkasse. Für ein VWL-Bachelorstudium ging sie nach Göttingen, wo sie 2015 von der Georg-August-Universität ihren Master of Arts in Amerikanistik und anglophoner Literatur- und Kulturwissenschaft erhielt. Ihre Abschlussarbeit mit dem Titel Moby’s Dick widmete sich der Bedeutung des Romans Moby Dick in der US-amerikanischen Pornografie.

Während und nach dem Studium arbeitete Oeming beim Göttinger Literaturherbst und am Literarischen Zentrum Göttingen, wo sie vorübergehend die stellvertretende Geschäftsführung übernahm. Als Moderatorin gestaltete sie u. a. Abende mit Margarete Stokowski, Mithu Sanyal und Reyhan Şahin.

Von 2016 bis 2021 war Oeming wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Amerikanistik der Universität Paderborn und unterrichtete neben amerikanischer Literatur- und Kulturgeschichte auch ihr erstes Pornoseminar. Im Frühjahr 2018 war sie als Gastwissenschaftlerin im Women and Sexuality Studies Program an der Tulane University in New Orleans. 2019 hatte sie einen Lehrauftrag am JFK-Institut der FU Berlin, wo ihr Kurs Porn in the USA durch einen von der AfD-Politikern Beatrix von Storch motivierten Shitstorm Aufsehen erregte. Oeming wurde dabei von HateAid unterstützt. Seitdem hatte sie Lehraufträge an der Universität Münster sowie der Universität Innsbruck inne. In ihrem laufenden Dissertationsprojekt beschäftigt sie sich mit dem US-amerikanischen Mediendiskurs über die sogenannte „Pornosucht“. Oeming ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung. Sie koordiniert derzeit ein Projekt zu digitaler Pornokompetenz am Center for Diversity, Media, and Law (DiML) an der Universität Gießen.

Sexualpädagogik Oeming bildet deutschlandweit Fachkräfte aus pädagogischen, beratenden und (psycho-)sozialen Berufen zu sexual- und medienpädagogischen Themen fort und hat in entsprechenden Fachpublikationen veröffentlicht. Sie ist Gastdozentin bei BiKo Berlin sowie in der Praxis für Sexualität und regelmäßig Sprecherin auf Fachtagen rund um Fragen von Mediensexualität. Seit 2022 bietet sie im Rahmen des Wissenstransferprojekts Teach Love, das ein Forschungsteam um Johanna Degen an der Europa-Universität-Flensburg ins Leben gerufen hat, einen sogenannten „Pornoführerschein“ als digitale Fortbildung zur Stärkung von Pornokompetenz an. Oeming absolvierte eine zertifizierte Weiterbildung zur Sexualpädagogin bei BiKo Berlin. Sie ist Mitglied der Gesellschaft für Sexualpädagogik sowie der Gesellschaft für Medienpädagogik. 2026 erschien ihr Elternratgeber für mehr sexuelle Medienkompetenz.

Öffentlichkeit Von Beginn an hat Oeming aktive Wissenschaftskommunikation betrieben und sich vor allem via Social Media ein Gehör verschafft. Als Publizistin schrieb Oeming u. a. für VICE, das Missy Magazine, den Tagesspiegel und die ZEIT und ist heute in etlichen Podcasts und Interviews medial vertreten. Oeming hat mit bekannten Persönlichkeiten aus der Pornoszene wie Jiz Lee oder Fiona Fuchs diskutiert und war Mitglied der Spielfilmjury vom Pornfilmfestival Berlin. 2022 hat sie bei der re:publica mit Paulita Pappel einen Vortrag gehalten sowie ein Podium auf der Erotikmesse Venus moderiert, bei dem die Free Speech Coalition Europe vorgestellt wurde. 2023 erschien ihr erstes Sachbuch.

Bücher Porno: Eine unverschämte Analyse. Rowohlt, 2023, ISBN 978-3-644-01712-2. Aufgeklärt statt aufgeregt. Was Eltern heute brauchen, um ihre Kinder durch die digitale Pubertät zu begleiten. Rowohlt, 2026, ISBN 978-3-499-01662-2.

Weblinks

maditaoeming.de Ich werde fürs Pornogucken bezahlt, Vice Mal öfter wieder masturbieren, Die Tageszeitung

Einzelnachweise

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