A.I. – Künstliche Intelligenz ist ein Science-Fiction-Film von Steven Spielberg nach der Kurzgeschichte Supertoys Last All Summer Long von Brian Aldiss. Ursprünglich war dies ein Filmprojekt von Stanley Kubrick, das er aber vor seinem Tod an Steven Spielberg übergeben hatte. Der Film ist zugleich eine moderne Adaption des Pinocchio-Themas. Der Film startete am 13. September 2001 in den deutschen Kinos.
Die Erstausstrahlung im deutschen Free-TV erfolgte am 7. November 2004 auf ProSieben. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen verfolgten 3,39 Millionen bei einem Marktanteil von 23,1 Prozent den Film.
Handlung Mitte des 22. Jahrhunderts sind wegen umfassender Industrialisierung und Umweltverschmutzung die Polkappen geschmolzen. Um den Ressourcenverbrauch zu begrenzen, wurde die Anzahl der Kinder beschränkt, und es wurden Lizenzen für Geburten eingeführt. Es gibt inzwischen Roboter, die ein Bewusstsein haben – sogenannte „Mechas“. Ein Prototyp einer neuen Serie der Firma Cybertronics ist David. Er hat die Gestalt eines elfjährigen Jungen und ist in der Lage, emotionale Bindungen aufzubauen und Menschen zu lieben. Die Firmenleitung beschließt, den Prototyp ihrem Angestellten Henry Swinton zu überlassen, dessen Sohn Martin mit geringen Überlebenschancen im Koma liegt. Durch die Aufnahme von David erhofft sich Henry, dass seine Frau Monica über den Verlust des eigenen Sohnes hinwegkommt.
Nach einer Art Probezeit beschließt Monica, David zu behalten. Daher aktiviert sie mit der so genannten Prägung (ein einmalig zu sprechender Code) die bedingungslose Liebe Davids zu ihr mit ganzer Hingabe. Eine einmal aktivierte Prägung kann nicht rückgängig gemacht werden, dieser Mecha kann auch nicht mehr an andere weitergegeben werden. Sollte die Familie ihn nicht mehr haben wollen, müsste er zu Cybertronics zurückgebracht werden, wo er zerstört wird. Gerührt von Davids offenbar tief empfundener Liebe zu ihr, stellt sie ihm einen kleinen Freund zur Seite: ein „Supertoy“ namens Teddy (ein hochentwickelter Teddybär, der laufen, denken und sprechen kann), mit dem ihr eigener Sohn immer gern gespielt hatte.
Die Situation wird kompliziert, als Martin, der leibliche Sohn der Familie, aus dem Koma erwacht und gesundet. Es entwickelt sich eine eifersüchtige Rivalität zwischen David und Martin, in der Martin seine Machtposition bewusst ausnutzt, wobei Teddy ratlos dazwischen steht. Die Familie ist emotional überfordert. Als David in einer Panikreaktion das Leben Martins gefährdet, beschließt Monica, dass David die Familie verlassen muss. Monica bringt es allerdings nicht fertig, David zum Hersteller zurückzubringen, wo er zerstört würde. Stattdessen entscheidet sie sich, David im Wald auszusetzen, um zumindest seine Zerstörung zu verhindern. Sie gibt ihm Teddy als Begleiter und Aufpasser sowie etwas Geld mit. Außerdem rät sie dem traumatisierten David, sich von Menschen fernzuhalten und sich anderen Mechas anzuschließen.
David gerät in die Fänge von Menschen, die ausgediente oder herrenlose Mechas zur Belustigung anderer bei sogenannten Fleisch-Festen (im Original Flesh Fair) zerstören, kann aber entkommen, weil er so menschlich wirkt. David sucht die Schuld für den Liebesentzug bei sich selbst und führt sein Unglück darauf zurück, dass er im Gegensatz zu seinem Stiefbruder kein echter Mensch ist. Aufgrund der Gutenachtgeschichten seiner „Mutter“ ist er mit der Geschichte des Pinocchio vertraut, in der eine mystische „blaue Fee“ die hölzerne Marionette am Ende in einen richtigen Jungen verwandelt. Er identifiziert sich mit Pinocchio und fasst den Entschluss, die blaue Fee zu suchen, um auch in einen „richtigen Jungen“ verwandelt zu werden. Der Antrieb für seine hartnäckige Suche ist die Überzeugung, dass er so die Liebe seiner „Familie“, vor allem seiner Mutter, zurückgewinnen wird. Teddy ist ihm ein treuer Begleiter auf seiner Odyssee. Auf einem Teil der Reise begleitet ihn auch der Roboter Joe, ein Mecha, der sexuelle Dienste anbietet und seit dem Tod einer Kundin auf der Flucht ist. Er klärt David über die Natur der Menschen auf. Er erklärt ihm, dass Menschen die Mechas hassen würden, sie nett, freundlich und liebevoll sein können, aber auch voller Hass, Verachtung und Angst. Sie können Liebe geben und sie wieder entziehen. Er prophezeit den Niedergang der Menschheit und dessen Aussterben.
Mit Hilfe eines futuristischen Hubschraubers reisen David und Gigolo Joe nach Manhattan. Die Stadt ist inzwischen größtenteils im Meer versunken, aber dennoch von einigen Menschen bewohnt. Dort trifft David auf Dr. Hobby, seinen Schöpfer. Hobby konfrontiert ihn mit der Tatsache, dass sein Modell mittlerweile am Fließband produziert wird. David ist also kein einzigartiges Wesen, sondern ein Prototyp – ein Experiment, das beweisen sollte, dass ein Mecha echte, absolute Liebe empfinden kann.
Hobby erklärt ihm, dass Davids traumatische Erfahrungen genau das bestätigen: Wer liebt, kann auch Schmerz empfinden.
Für David bricht in diesem Moment eine Welt zusammen. Die Vorstellung, dass seine Mutter Monica ihn ersetzen könnte, erschüttert ihn zutiefst. In seiner Verzweiflung zerstört er einen anderen Mecha der Serie „David“ und flieht. Offenbar will er sich das Leben nehmen und stürzt sich ins Meer, wird jedoch von Gigolo Joe gerettet. Dabei wird Joe von Sicherheitskräften entdeckt, mit einem Greifhaken fixiert und schließlich zerstört. Kurz zuvor verabschiedet er sich noch von David und bittet ihn, ihn nicht zu vergessen.
David setzt seine Suche fort und findet schließlich in einem ehemaligen, durch die Polschmelze versunkenen Vergnügungspark auf Coney Island eine große Dekorationsfigur, die er für die blaue Fee hält. Er fleht sie immer wieder an, ihn in einen echten Jungen zu verwandeln. Durch herabstürzende Metallteile wird sein Unterwasserfahrzeug eingeklemmt – und David bleibt dort gefangen.
Es vergehen 2000 Jahre. Eine neue Eiszeit bricht über die Erde herein, und die Menschheit stirbt aus. In dieser Zeit entwickeln sich die Mechas weiter und bilden eine eigene, hochentwickelte, humanoide Spezies.
Bei archäologischen Ausgrabungen im Eis entdecken diese neuen Mechas David. Sie sind fasziniert von ihm, denn er ist der einzige aktive Mecha, der Menschen noch direkt gekannt hat. Nachdem sie ihn befreit und geweckt haben, geht David zur auftauenden blauen Fee und berührt sie – woraufhin die Figur in viele Teile zerbricht.
Kurz danach findet sich David in seinem alten Zuhause wieder, wo er eine holographische Version der blauen Fee vorfindet. Erneut äußert David seinen Wunsch, in einen Menschen verwandelt zu werden. Die Fee, ferngesteuert durch die neuen Mechas, kann diesen Wunsch nicht erfüllen und bietet ihm an, stattdessen mithilfe von DNA-Überresten einige Menschen wieder zum Leben zu erwecken. David ist aber nur an Monica interessiert. In diesem Moment holt Teddy eine Locke hervor, die David einst von Monicas Haar abschnitt. Das pelzige Supertoy hatte sie sich damals angenäht. Eines der Wesen erklärt David zwar, dass die Wiederbelebung von Menschen aus DNA jedoch nur einen Tag lang funktionieren werde, da diese Menschen sterben, sobald sie eingeschlafen sind. David will dennoch seine Mutter wiedersehen und das Wesen erfüllt ihm den Wunsch. David und seine Mutter verbringen den ganzen intensiven Tag zusammen, und am Ende erklärt sie ihm, dass sie ihn immer geliebt hat. Am Ende des Filmes legt sich David neben seine eingeschlafene Mutter, schließt die Augen und erreicht zum ersten Mal „den Ort, wo die Träume geboren werden“.
Filmmusik Die Filmmusik schrieb der US-amerikanische Komponist John Williams. Für A.I. erschuf Williams eine Welt der elektronischen und auch weltfremden Klänge, was laut Steven Spielberg perfekt zum Filmgeschehen passt. Zusätzlich komponierte Williams ein emotionales Thema, welches die Liebe von David zu seiner Mutter beschreibt. Diese Komposition ist im Abspann des Filmes mit einer textlosen Frauenstimme zu hören. Im Booklet der Soundtrackausgabe schreibt Steven Spielberg: „John Williams ist der größte musikalische Geschichtenerzähler aller Zeiten.“ Dies ist auch der Grund, warum Williams der bevorzugte Komponist von Spielberg ist. Seit Jahrzehnten pflegen sie eine enge Freundschaft. Das Titellied „For Always“ wurde im Duett von Josh Groban und Lara Fabian gesungen.
Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand im Auftrag der Interopa Film GmbH in Berlin. Die in Klammern angegebenen Schauspieler liehen den Figuren in der Originalfassung des Films nur ihre Stimme, waren selbst jedoch nicht zu sehen.
Rollenname Schauspieler Synchronsprecher David Haley Joel Osment Filipe Pirl Monica Swinton Frances O’Connor Ulrike Stürzbecher Henry Swinton Sam Robards Uwe Büschken Gigolo Joe Jude Law Dietmar Wunder Professor Hobby, der Visionär William Hurt Jürgen Heinrich Kollegin April Grace Claudia Urbschat-Mingues Lord Johnson-Johnson Brendan Gleeson Frank-Otto Schenk Martin Swinton Jake Thomas Gabriel Wanka Syatyoo-Sama Ken Leung Peter Flechtner Blaue Fee Meryl Streep (Stimme) Dagmar Dempe Comedian Chris Rock (Stimme) Jan Odle Teddy Jack Angel (Stimme) Klaus Sonnenschein Dr. Know Robin Williams (Stimme) Peer Augustinski Erzähler Ben Kingsley (Stimme) Peter Matić
Rezeption Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „Steven Spielberg hat den Film als eine Hommage auf Stanley Kubrick inszeniert, ohne einen homogenen Stil oder eine mehr als an den Nahtstellen deckungsfähige Perspektive zu erreichen. Auch wenn er bei den Anhängern beider Regisseure Ratlosigkeit und Widerspruch auslösen dürfte, verdienen seine überdenkenswerten existenzphilosophischen Ansätze Respekt und die Auseinandersetzung.“
Die Redaktion der Fernsehzeitschrift Prisma meinte: „Wieder einmal besticht ein Spielberg-Film nur durch seine optische Perfektion. Doch weder Story noch die mitunter schlechte Umsetzung überzeugen hier. Die Geschichte von Robotern mit Gefühlen ist nicht gerade die Neu-Erfindung der Sciencefiction, weder in der Literatur, noch im Film. Da fragt man sich, was ist von dem Projekt, das Stanley Kubrick in Angriff genommen hatte, hier noch übrig geblieben. Denn Spielberg langweilt fast die ganzen zweieinhalb Stunden und zuckert am Ende dermaßen herum, dass alles in einem süßen Brei zerläuft. Schade, denn die zivilisationskritischen Ansätze der Story sind immer noch aktuell. Aber Filme wie ‚Blade Runner‘ sind einfach um Klassen besser.“
Die Produktionskosten wurden auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 236 Millionen US-Dollar ein.
Auszeichnungen Oscarverleihung 2002 Nominierung in der Kategorie Musik (Original Score) für John Williams Nominierung in der Kategorie Visuelle Effekte für Dennis Muren, Scott Farrar, Stan Winston und Michael Lantieri
Golden Globe Awards 2002 Nominierung in der Kategorie Beste Regie für Steven Spielberg Nominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller für Jude Law Nominierung in der Kategorie Beste Filmmusik für John Williams
2016 belegte A.I. bei einer Umfrage der BBC zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts den 83. Platz.
Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll. der FBW. 2001
Hintergrund Mit Bezug zur realen Welt Der Film sollte ursprünglich nur „A.I.“ heißen, man fand jedoch heraus, dass Menschen im angelsächsischen Raum den Namen mit der dort bekannten Marke A1 (einer Steak-Sauce) in Verbindung brachten. Daraufhin wurde zum Titel Artificial Intelligence hinzugefügt. Zur Filmmusik machte Stanley Kubrick nur wenige Vorgaben, er wollte jedoch unbedingt „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss im Film haben. Das Musikstück wurde dann auch für die Ankunftsszene in Rouge City verwendet.