mini|Flughafen Stuttgart und Messe Stuttgart mit Bosch-Parkhaus (2019)

Der Flughafen Stuttgart (bis 2000 Flughafen Stuttgart-Echterdingen, ) ist der internationale Verkehrsflughafen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Er liegt größtenteils auf der Gemarkung der Städte Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt. Die ersten Anlagen wurden 1936 errichtet und in den Jahren 1986 bis 2004 auf den heutigen Stand ausgebaut. Der Flughafen Stuttgart ist der größte Flughafen in Baden-Württemberg und gemessen am Passagieraufkommen, im Jahr 2025 auf Platz sieben der größten Flughäfen Deutschlands. Am Flughafen sind rund 9500 Menschen beschäftigt.

Nach einem Beschluss vom 15. Juli 2014 wurde der Flughafen zu Ehren des Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel in „Flughafen Stuttgart – Manfred Rommel Flughafen“ (Eigenschreibweise) umbenannt. Flughafen Stuttgart, 16. Juli 2014

Geschichte Vorgeschichte mini|Heinkel He 111 1934 vor dem Verwaltungs- und Empfangsgebäude Stuttgart-Böblingen (Architekten Bregler und Barthle) Im Jahr 1908 havarierte der Zeppelin LZ 4 bei Echterdingen, worauf die Zeppelinspende des deutschen Volkes eine Fortführung des Luftschiffbaus ermöglichte. Der Echterdinger Zeppelinstein erinnert daran, er befindet sich westlich der Bundesstraße 27, ca. 1500 Meter entfernt von der heutigen Landebahn.

Zu Beginn der Verkehrsluftfahrt diente der Cannstatter Wasen mehrere Jahre als Flugplatz und Zeppelin-Landeplatz der Stadt Stuttgart. Im Jahr 1911 startete Ernst Heinkel von hier mit einem selbstkonstruierten Flugzeug, 1919 wurde ein Landeplatz angelegt. Von 1921 bis 1924 führte Paul Strähle vom Wasen aus Postflüge durch, ein regelmäßiger ziviler Flugbetrieb fand nicht statt.

Als erster ziviler Verkehrsflughafen im Stuttgarter Raum folgte der Flughafen Stuttgart-Böblingen, auf dem die erste planmäßige Landung am 20. April 1925 stattfand. Im Jahr 1935 nutzten 184.280 Passagiere den Flughafen Böblingen und die Kapazitätsgrenze war erreicht.

Errichtung am heutigen Ort mini|Flughafenempfangsgebäude Stuttgart (1938, Abriss 1999) Nachdem die Kapazitätsgrenze erreicht war, wurde im März 1936 zunächst entschieden, den Flughafen nach Nellingen zu verlegen. Da das Nellinger Gelände sich Ende September als für den Instrumentenflug ungeeignet herausstellte, wurden weitere Standorte untersucht und schließlich das heutige Gelände bei Bernhausen ausgewählt. Im Dezember 1936 legte der Architekt Ernst Sagebiel einen ersten Entwurf für die Gebäude vor. Da er sie entgegen dem Wunsch der Flughafengesellschaft am nördlichen statt am südlichen Rand des Flughafengeländes platzierte, setzte sich statt der bisherigen Bezeichnung Flughafen Bernhausen in der Folge Flughafen Echterdingen durch.

Das an Position des heutigen Terminal 3 gelegene Abfertigungsgebäude wurde, nach einiger Diskussion, quer zum Rollfeld geplant und band landseitig einen Querriegel an, an den sich westlich ein Restaurant mit 2.500 Plätzen und eine bogenförmige, 952 Meter lange Besucherterrasse mit einer Kapazität von 50.000 Personen anschließen sollte. Charakteristisch für das Abfertigungsgebäude war eine lange Treppe, die durch eine Höhendifferenz von 5 Metern zwischen dem Eingang und dem Rollfeld nötig wurde.

Im April 1937 begannen die Bauarbeiten für den neuen Flughafen; durch die einsetzende Rationierung von Baumaterial konnte das angestrebte Fertigstellungsdatum Oktober 1938 jedoch nicht eingehalten werden. Erst im Februar 1939 konnte schließlich das Richtfest begangen werden. Zur für den September 1939 geplanten Eröffnung kam es durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die geschätzten Baukosten in Höhe von 18 Millionen Reichsmark (entspricht etwa einem heutigen Gegenwert von Millionen Euro) lagen deutlich unterhalb der zeitgenössischen Projekte in München-Riem und Berlin-Tempelhof.

Während des Zweiten Weltkriegs mini|Wartungsarbeiten an Ju 52, Stuttgart als Einsatzhafen der Luftwaffe (ab 1939) Die Luftwaffe übernahm den Flughafen am 18. August 1939, noch vor Kriegsausbruch, und errichtete zur Stationierung und Reparatur von Flugzeugen auf der Südseite zwölf Flugzeughallen. Daimler-Benz richtete eine Erprobungsstelle für Flugmotoren ein.

Im August 1940 wurde der Flughafen für zivile Flüge freigegeben, die aber unbedeutend blieben. Swissair flog als einzige ausländische Fluggesellschaft Stuttgart ab 1941 auf der Verbindung Zürich–Stuttgart–Berlin an. Ab Februar 1943 entfiel der Weiterflug nach Berlin, und nachdem am 9. August 1944 eine Douglas DC-2 der Swissair bei einem amerikanischen Luftangriff auf den Flughafen zerstört wurde, stellte die Swissair auch die Verbindung Zürich–Stuttgart zum 17. August 1944 ein.

Die Lufthansa konnte die Linie Berlin–Stuttgart–Barcelona–Madrid–Lissabon noch bis zum 27. September 1944 aufrechterhalten, (PDF; 3,4 MB) Ausgabe 2/99 bis ein Flugzeug vom Typ Focke-Wulf Fw 200 auf dem Weg nach Barcelona bei Dijon abgeschossen wurde.

Die Luftwaffe flog ab Herbst 1939 vom Flughafen Stuttgart aus Aufklärungseinsätze nach Frankreich, ab 10. Mai 1940 zusätzlich Bombereinsätze. Im Jahr 1942 wurde die bisherige Start- und Landebahn aus Gras durch eine Betonpiste mit 1.425 Metern Länge ersetzt. (PDF; 221 kB) Statistisches Monatsheft 10/1999; abgerufen am 3. Juni 2023 In den späteren Kriegsjahren waren am Flughafen Stuttgart vor allem Jagdflugzeuge und NachtjägerHildi Hefti war schon im Zug Richtung KZ. Da warf sie der Soldat hinaus, NZZ, 8. Mai 2018 zur Abwehr gegnerischer Bomberverbände stationiert. Der Flughafen selbst wurde ab Mai 1942 wiederholt bombardiert, ohne nennenswert beschädigt zu werden. Am 14. August 1944 wurden beim einzigen großen Angriff auf den Flughafen von amerikanischen Bombern etwa 300 Brand- und Sprengbomben abgeworfen, dabei wurde unter anderem die Landebahn unbrauchbar.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe, die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), S. 149–151, abgerufen am 13. September 2014

Von Bis Einheit Ausrüstung193919404.(F)/Aufkl.Gr. 121 (4. Staffel der Aufklärungsgruppe 121)Juni 1940Juni 1940II./KG 51 (II. Gruppe des Kampfgeschwaders 51)Junkers Ju 88ADezember 1940Januar 1941Stab, I./StG. 3 (I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 3)Junkers Ju 87BDezember 1941Januar 1942I./StG. 2Junkers Ju 87BOktober 1943September 1944II./NJG 6 (II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 6)Messerschmitt Bf 110F-4, Messerschmitt Bf 110G-4Dezember 1944April 1945Stab, IV./JG 53 (Stab und IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 53)Messerschmitt Bf 109G-14/ASJanuar 1945April 1945I./NJG 11Messerschmitt Bf 109G-6, Messerschmitt Bf 109G-14Januar 1945April 1945Kdo. Olga der I./KG 200

mini|Soldaten der US-Armee-Einheiten stehen vor dem Hauptterminal zur Essenausgabe an. Von November 1944 bis Januar 1945 war auf dem Gelände des Flughafens das KZ Echterdingen eingerichtet, eine Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof. Etwa 600 jüdische Häftlinge wurden in einem Hangar gehalten und zur Arbeit auf dem Gelände und in der Umgebung gezwungen. Sie mussten Bombentrichter verfüllen, im Steinbruch arbeiten und Straßen vom Flughafen zur Autobahn bauen, um diese als Start- und Landebahn zu nutzen. Von den Männern starben 119 an den unmenschlichen Bedingungen im Lager; 34 Opfer des KZ Echterdingen sind auf dem heutigen Gelände der US Army beigesetzt. Um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, wurden zudem während der Kriegsjahre vermutliche mehrere tausend Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt, deren genaue Schicksale schwer zu rekonstruieren sind.

Spätestens ab Januar 1945 war eine Nutzung des Flughafens aufgrund der permanenten Angriffe nicht mehr möglich, endgültig wurde der Betrieb jedoch erst Anfang April 1945 eingestellt. Der damalige Direktor Lothar Zobel schrieb: „Was nicht durch Luftangriffe zerstört war, sollte dem Zerstörungswahnsinn zum Opfer fallen. Das Schmählichste war zum Schluss die Freigabe des nicht der Luftwaffe gehörenden Flughafens zur Plünderung.“

Das Flughafengelände wurde Mitte April 1945 von der französischen Armee erobert und später von der US Army übernommen; der Flugplatz wurde von den Alliierten als Advanced Landing Ground ALG R-50 bezeichnetThe Air Force Engineer. Army Air Forces Engineer Command, MTO (Prov). Multiple editions. 1943–1945 (Pamphlet from USAFHRA) (englisch) (siehe auch Vorgeschobener Landeplatz). Die US Army unterhält noch heute einen Stützpunkt auf der Südseite des Flughafens.

Wiederaufnahme des Flugbetriebs mini|Eine der beiden Lockheed Super Constellation mit denen die Lufthansa 1955 den Flugbetrieb wieder aufnahm Eine Douglas DC-3 der Swissair landete im August 1948 als erstes ziviles Flugzeug nach dem Zweiten Weltkrieg. An Bord waren 3.325 Kilogramm Kupferdraht des „Hilfskomitees Zürich für Stuttgart“ für das Katharinenhospital und die Frauenklinik. Am 3. Oktober 1948 nahm Pan American ebenfalls mit einer DC-3 den regelmäßigen Flugverkehr mit der dreimal wöchentlich beflogenen Strecke London-Stuttgart-Wien wieder auf. Im selben Jahr begannen auch SAS und KLM, Linienverbindungen nach Stuttgart anzubieten, im Mai 1949 folgte die Swissair mit regelmäßigen Flügen. Ebenfalls 1949 erfolgte die Übergabe des Flughafens in deutsche Verwaltung.

Im Jahr 1951 wurde der Flughafen ausgebaut: Ein Kontrollturm wurde gebaut und die Piste von 1400 m auf 1800 m verlängert. Auch die erste nach dem Krieg in der Bundesrepublik Deutschland gegründete Fluggesellschaft, Südflug International, hatte ihre Basis von 1952 bis 1969 am Flughafen Stuttgart. Nachdem bis dahin nur ausländische Fluggesellschaften zugelassen waren, kehrte 1955 die Lufthansa zurück nach Stuttgart. 1959 wurde begonnen, das Gelände östlich des Flughafens aufzuschütten, um so eine Verlängerung der Start- und Landebahn zu ermöglichen. Dabei wurde die Straße von Plieningen nach Bernhausen, die ehemalige Bundesstraße 312, in einen Tunnel unter dem Flughafengelände verlegt. 1961 wurde die auf nunmehr 2250 m verlängerte Bahn mit der erstmaligen Landung einer Boeing 707 der Lufthansa eingeweiht.

Diskussion um einen Neubau bzw. Ausbau zum Großflughafen mini|Tafel an der „Mahneiche“ gegen den Flughafenbau im Schönbuch