Die Mümling ist ein fast 50 km, über Mossau und Marbach 59,7 km langer linker Zufluss des Mains, der dem Mümlingtal im Odenwald seinen Namen gibt. Auf bayerischer Seite wird sie auch Mömling genannt, insbesondere auf Landkarten und in amtlichen Dokumenten.
Name Die Römer nannten den Fluss Nemaninga, ersichtlich aus dem Namen der Spähereinheit Numerus Brittonum Nemaningensium, die mutmaßlich in Obernburg stationiert war. Wovon sich der Name Mümling tatsächlich ableitet, ist nicht genau bekannt. Nach Wolf-Armin von Reitzenstein bestehen drei mögliche Theorien:
Der Name Mümling gehört zur „alteuropäischen Hydronymie“, die historisch über die Grenzen der einzelnen indoeuropäischen Sprachfamilien hinausreicht; er ist wohl als Parallele zum Flussnamen Memel zu werten. Der Ortsname Mömlingen leitet sich vom Flussnamen ab.
Der Flussname leitet sich vom Ortsnamen Mömlingen ab, dem der alte Personenname Mimino zugrunde liegt und durch ein Zugehörigkeitssuffix ing abgeleitet wurde. Der Flussname wurde mit dem althochdeutschen Wort aha, für Wasser, abgeleitet.
Fluss- und Ortsname entstanden anfangs parallel und unabhängig voneinander. Später wurden dann Namensteile wechselseitig assimiliert.
Die erste urkundliche Erwähnung als Mimilingum war im Jahre 741, die folgenden Schreibweisen sind dann 798 Mimelinga und Mimininga, 819 Mimilingum und Mimelingen, 1012 Minimingaha, 1382 Momle, 1395 Momelingen, 1424 Momgelinge, 1497 Memling. Wilhelm Müller sah die Herkunft des Namens in der nordischen Mythologie im Wesen der Mimir, Mimirs Söhne waren die Wasserläufe, die aus der Quelle strömen.
Der Heimatforscher Philipp Buxbaum leitete den Namen von der römischen Bezeichnung Nemana bzw. Nemaninga vom lateinischen nemus (Wald) ab, das aus einem Wald fließenden Gewässer. Die spätere, nachrömischen, Bezeichnungen, wie auch die Endungen auf -ingen, deuten auf alemannischen Ableitungen.
Gustav Simon sah den Wortursprung in den germanischen Wassergeistern minnen und muomen, die sich in den Bezeichnungen von 1352 bzw. 1382 in Momle und 1395 bzw. 1449 in Momlingen wiederfinden.
Geografie Mümlingquelle und Quellbäche mini|links|Die Mümlingquelle in Beerfelden, ein Zwölf-Röhrenbrunnen aus Odenwälder Sandstein Die Mümlingquelle liegt im hessischen Odenwald auf einer Höhe von inmitten des Oberzenter Stadtteils Beerfelden.
Die Quellfassung ist ein Zwölf-Röhren-Brunnen. Dieser ist eine kulturhistorisch bedeutende Laufbrunnenanlage aus dem Jahre 1810 mit Löwenköpfen aus Messingguss. Der Brunnen selbst wie auch die umgebende Gesamtanlage sind denkmalgeschützt.denkmalpflege-hessen: Zwölfröhrenbrunnen (Mümlingquelle)
Das Quellgebiet um Beerfelden ist der südlichste Teil Hessens, der noch zum Einzugsgebiet des Mains gehört.
Dieser Quelle entspringt der Walterbach, der sich in Hetzbach mit dem etwa gleich großen Gretengraben vereinigt.
Flusslauf mini|links|Die Mümling (rechts) mündet bei Obernburg in den Main Nach der Vereinigung trägt der Fluss den Namen Mümling.
Die Mümling fließt zunächst in Richtung Norden in einem weiten Tal durch den Hinteren Odenwald. Ihr Tal ist das Kerngebiet des Odenwaldkreises. In ihm reihen sich von Süd nach Nord die größten Ortschaften des Kreises: die ehemalige Residenz- und heutige Kreisstadt Erbach, Michelstadt, Bad König und Höchst im Odenwald.
Hinter Höchst wendet sich die Mümling nach Nordosten, beschreibt einen Bogen südlich und östlich um die Burg Breuberg herum, um schließlich die letzten 8,4 km auf bayerischem Boden durchweg in östlicher Richtung dem Main zuzustreben.
Die Mümling mündet schließlich bei Obernburg auf einer Höhe von von links in den Main.
Ihr etwa 49,7 km langer Lauf endet circa 283 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von 5,7 ‰.
Einzugsgebiet und Zuflüsse Einzugsgebiet mini|Einzugsgebiet der Mümling Die Mümling entwässert einen Teil der Nordabdachung des Odenwalds über den Main und dann den Rhein zur Nordsee.
89,3 % des 378,85 km² großen Einzugsgebiets liegen in Hessen, die restlichen 10,7 % in Bayern.
Längster Strang und hydrologischer Hauptstrang Längster Strang
Die Mümlingquelle ist nicht die mündungsfernste Quelle im Mümlingtal, vielmehr legt das Wasser, das aus der Quelle des Mossaubachs am Morsberg im Gebiet von Reichelsheim austritt, über anfänglich den Marbach und dann die Mümling 59,7 km bis zum Main zurück und damit 10 km mehr als das Quellwasser der Mümling selbst.
Hydrologischer Hauptstrang
1. Direkter Vergleich Mümlingoberlauf und Marbach am Zusammenfluss
Name Länge [in km] EZG [in km²] MQ [in l/s] MümlingBeim Zusammenfluss mit dem MarbachLänge mit Walterbach 6,1 22,15 159,5 Marbach 12,5 57,38 888,4
Der längere Marbach hat das größere Einzugsgebiet und ist auch wasserreicher als die Mümling.
2. Direkter Vergleich Marbachoberlauf und Mossaubach am Zusammenfluss
Name Länge [in km] EZG [in km²] MQ [in l/s] MarbachBeim Zusammenfluss mit dem MossaubachLänge mit dem Quellbach Schmerbach 8,4 22,76 311,3 Mossaubach 11,4 25,48 309,0 Der längere Mossaubach hat zwar das größere Einzugsgebiet, ist jedoch nicht ganz so wasserreich wie der Marbach. Der Marbach mit seinem Quellbach Schmerbach ist somit der hydrologische Hauptstrang des Flusssystems Mümling.
Zuflüsse Zu den Zuflüssen der Mümling gehören von der Quelle abwärts:
Flusssystem Mümling Fließgewässer im Flusssystem Mümling
Orte an der Mümling Hessen Odenwaldkreis Oberzent Beerfelden Erbach Erbach (Kernort) Michelstadt Michelstadt (Kernort) Bad König Zell im Odenwald Bad König (Kernort) Höchst im Odenwald Mümling-Grumbach Höchst im Odenwald (Kernort) Breuberg Breuberg (Kernort) Bayern Landkreis Miltenberg Mömlingen Mömlingen (Kernort) Obernburg am Main Eisenbach Obernburg (Kernort)
Kursiv = Direkte Anleger
Fauna mini|Mümling in Erbach. In der Strömung bewegen sich rankende Wasserpflanzen Der Fischbestand der Mümling umfasst Äschen, Bachforellen, Bachschmerlen, Brachsen, Flussbarsche, Gründlinge, Lauben, Haseln, Karpfen, Kaulbarsche, Nasen, Rotaugen, Schleien, Aale, Aiteln, Dreistachlige Stichlinge und Zander.
Selten kommen Groppen und Bachneunaugen vor. Natura 2000 Hessen
Verkehr Das Mümlingtal ist eine wichtige Verkehrsader für den Nord-Süd-Verkehr im Hinteren Odenwald. Zwischen dem Frau-Nauses-Tunnel bei Höchst und dem Krähbergtunnel bei Hetzbach verläuft hier die Odenwaldbahn. Ebenfalls über Frau-Nauses verbindet die Bundesstraße 45 das Mümlingtal mit dem Rhein-Main-Gebiet und über Beerfelden und das nach Süden anschließende Gammelsbachtal mit dem Neckartal.
Die Bundesstraße 426 folgt der Mümling von Höchst bis zu ihrem Endpunkt nahe der Mümling-Mündung in Obernburg. Die stillgelegte Bachgaubahn nach Aschaffenburg verlief hier von Höchst bis Mömlingen.
Siehe auch Liste der Nebenflüsse des Mains
Einzelnachweise Hochwasserrisikomanagement-Plan – Einzugsgebiet bayerischer Main, auf hopla-main.de
Weblinks
Steckbriefe und , Datenbank WRRL Hessen
Pegel bei Michelstadt, Pegel bei Hainstadt, HND Bayern Hochwasserrisikomanagementplan Mümling (PDF, 93,4 kB)
Kategorie:Gewässer im Odenwaldkreis Kategorie:Gewässer im Landkreis Miltenberg Kategorie:Fluss im Odenwald