Toy Story ( für ‚Spielzeuggeschichte‘) ist ein Computeranimationsfilm des Regisseurs John Lasseter. Der von den Pixar Animation Studios im Auftrag der Walt Disney Company produzierte Film ist der erste vollständig am Computer erstellte Langfilm für das Kino. Er erschien 1995 und gilt als Meisterwerk.
Handlung Im Kinderzimmer von Andy hat die Hauptfigur, Cowboy-Sheriff Woody, das Sagen, denn er ist Andys Lieblingsspielzeug. Doch zum Geburtstag, dessen Feier wegen eines bevorstehenden Umzugs um eine Woche vorverlegt wird, erhält Andy den modernen Space-Ranger Buzz Lightyear. Die Spielzeuge aus Andys Zimmer sind von ihm begeistert, schließlich ist er mit den modernsten Raffinessen ausgestattet, die ein Spielzeug nur haben kann. Plötzlich ist Woody nicht mehr das unangefochtene Spitzen-Spielzeug und will aus Eifersucht Buzz loswerden. Woody versucht, Buzz und den anderen Spielzeugen immer wieder klarzumachen, dass Buzz nur ein Spielzeug sei, weil sich Buzz für den echten Buzz Lightyear hält und spielt Buzz’ Fähigkeiten herunter. Schließlich verübt er ein Attentat auf ihn, indem er beabsichtigt, Buzz in eine dunkle Ecke des Kinderzimmers zu stoßen. Doch der Versuch schlägt fehl. Buzz wird versehentlich aus dem Fenster geschleudert und landet im Vorgarten. Die anderen Spielzeuge sind nicht in der Lage, ihm zu helfen und ächten Woody, weil es für ein Spielzeug einem Todesurteil gleichkommt, sich in der Nähe des Nachbarsjungen Sid zu befinden. Denn er probiert an wehrlosen Spielzeugen die grausamsten Foltermethoden aus.
Während sich die Spielzeuge noch streiten, nimmt Andy Woody zu einem Ausflug ins Erlebnislokal Pizza Planet mit. Buzz gelingt es, der beängstigenden Zukunft im Vorgarten zu entfliehen, indem er sich am Auto von Andys Mutter festhält, als es die Einfahrt verlässt. Als das Auto an einer Tankstelle hält, verlässt Andy es kurz. Kaum ist er außer Hörweite, geraten Woody und Buzz in einen handgreiflichen Streit, in dessen Verlauf beide aus dem Auto fallen und alleine bei der Tankstelle zurückbleiben. Doch sie haben Glück: Wenige Minuten später hält das Auto eines Pizza-Planet-Mitarbeiters neben ihnen. Woody begreift, dass eine heimliche Mitfahrt in diesem Auto die beste Chance ist, zurück zu Andy zu finden. Doch er weiß, dass er Buzz mitnehmen muss, um das Missverständnis seines Unfalls aufklären zu können und von den anderen Spielzeugen in Andys Kinderzimmer wieder akzeptiert zu werden.
In der Pizza-Planet-Filiale verstecken sich die beiden in einem Greifautomaten. Kurz darauf entdeckt sie dort der Nachbarsjunge Sid, der sie aus dem Automaten holt und mit nach Hause nimmt. In dessen Zimmer lebt eine große Anzahl entstellter und aus verschiedenen Bauteilen zusammengesetzter Spielzeuge. Buzz und Woody wollen fliehen, doch alle Versuche scheitern. An einem Werbespot im Fernsehen und der Funktionslosigkeit seiner Ausrüstung erkennt Buzz schließlich, dass er in Wahrheit nicht der echte Space-Ranger ist, sondern nur ein Spielzeug. Daraufhin verfällt er in eine Depression und wehrt sich nicht gegen den brutalen Sid. Dieser fesselt Buzz an eine Rakete, um ihn am nächsten Tag in die Luft zu schießen. Zusammen mit den Spielzeugen aus Sids Zimmer kann Woody Buzz retten. Die Spielzeuge erteilen Sid eine Lektion, indem sie sich vor ihm lebendig zeigen, so dass er aufhört, Spielzeuge zu quälen. Woody und Buzz gelingt die Flucht.
Die beiden erreichen zwar Andys Wohnung, aber die Umzugsfuhre ist bereits gepackt, und die Familie fährt ihnen vor der Nase davon. Andy ist unglücklich, seine beiden Lieblingsspielzeuge verloren zu haben und nicht mit in die neue Wohnung nehmen zu können. Nach dem gescheiterten Versuch, den Umzugswagen mit einem ferngesteuerten Spielzeugauto zu verfolgen, kommt Woody auf die Idee, Sids Rakete zu zünden, die Buzz immer noch auf den Rücken gebunden trägt. Das Manöver glückt tatsächlich, und beide Spielzeuge fliegen durch das Schiebedach ins Auto. Andy findet sie sofort im Umzugskarton und ist überglücklich, beide wiederzuhaben. Die beiden Helden erkennen, dass es nicht nur darauf ankommt, das beste Spielzeug zu sein, sondern von einem Kind geliebt zu werden. Als Team haben sie es geschafft, Andys Herz zu erobern. Aus den ehemaligen Konkurrenten sind schließlich Freunde geworden. Am Ende, welches an Weihnachten spielt, bekommen die Spielzeuge mit, dass Andy nun einen Hund zu Weihnachten bekommen hat.
Sprecher Die deutsche Synchronfassung entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron in München. Pierre Peters-Arnolds führte Dialogregie nach eigenem Dialogbuch. Die Musikbearbeitung entstand nach einem Dialogbuch von Klaus Lage und Dialogregie von Quirin Amper im Auftrag der Bavaria Musik Studios in München. Lage singt auch die im Original von Randy Newman komponierte und gesungene Filmmusik – besonders hervorzuheben ist hier der für einen oscarnominierte Filmsong You’ve Got a Friend in Me (im Deutschen Du hast’n Freund in mir).
+ SpielzeugeFigurOriginalsprecherDeutscher SprecherBeschreibungWoodyTom HanksPeer AugustinskiCowboy-PuppeBuzz LightyearTim AllenWalter von HauffWeltraum-ActionfigurRexWallace ShawnErnst Wilhelm LenikTyrannosaurus-FigurSpecki(engl. Hamm)John RatzenbergerMichael RüthSparschweinSlinky(engl. Slinky Dog)Jim VarneyPeter ThomSpielzeug in Form eines HundesCharlie Naseweis(engl. Mr. Potato Head)Don RicklesHartmut Neugebauer Figur von HasbroLennyJoe RanftJakob Riedlaufziehbares FernglasHai(engl. Shark)Jack AngelBurchard Dabinnus GummispielzeugMr. SpellJeff PidgeonChristoph KrixSpielzeug mit ComputertastaturSergeantR. Lee ErmeyReinhard BrockSoldaten-Figurverwundeter Soldat(engl. Hurt Soldier)Spencer AsteJan KoesterPorzellinchen(engl. Bo Peep)Annie PottsAlexandra MinkPorzellanfigur einer Schäferin
+ MenschenFigurOriginalsprecherDeutscher SprecherBeschreibungAndy DavisJohn MorrisOliver CresswellKindMrs. DavisLaurie MetcalfMaria BöhmeAndys MutterSid PhillipsErik von DettenDimitri Guldner Rowdy aus der NachbarschaftHannah PhillipsSarah FreemanNatalie LöwenbergSids SchwesterFernsehansagerPenn JillettePierre Peters-Arnolds Buzz-Lightyear-Werbung
Entstehung und Veröffentlichung mini|Eingang zu den Pixar Studios, die den Film produziert haben
Zum Rendern des Filmes wurde eine Renderfarm aus 117 Sun SparcStation 20 verwendet. in Computerwoche vom 22. Dezember 1995. Der fertige Film belegte 500 Gigabyte und wurde auf 1200 CDs zwischengespeichert. Er feierte am 19. November 1995 Premiere in Hollywood und kam am 21. März 1996 in die deutschen Kinos.
Trotz zahlreicher realer Spielzeuge im Film tritt keine Barbie-Puppe auf, da der Hersteller Mattel dies nicht zulassen wollte. Nach dem großen Erfolg des ersten Teils erhielt man jedoch die Erlaubnis zur Verwendung von Barbies in Toy Story 2.
Obwohl der Film im Breitbildformat 1,85:1 produziert wurde, enthält die deutsche DVD-Special-Edition nur ein 1,78:1-Bild (16:9).
Am 2. Oktober 2009 wurde der Film in den USA in 3D wieder in die Kinos gebracht. Er war ausschließlich in einer Doppelvorführung zusammen mit Toy Story 2, welcher ebenfalls in 3D konvertiert wurde, zu sehen. Ursprünglich sollten die Vorführungen auf einen Zeitraum von zwei Wochen begrenzt werden. Wegen des großen Erfolgs wurde dieser jedoch auf fünf Wochen ausgedehnt.
Für die 3D-Konvertierung wurden die ursprünglichen Computerdaten aufbereitet und eine virtuelle zweite Kamera hinzugefügt, so dass ein stereoskopes Bildmaterial vorlag, was für die Tiefenwahrnehmung unerlässlich ist. Allein dieser Prozess nahm vier Monate in Anspruch. Anschließend brauchte es weitere sechs Monate, um die Filme mit adäquaten 3D-Effekten zu versehen.
Die 3D-Doppelvorführung von Toy Story 1 und 2 hat innerhalb der fünfwöchigen Laufzeit 30.714.027 US-Dollar (23.686.658 €; Stand: 17. Juli 2010) eingespielt, davon alleine 12,5 Millionen US-Dollar (9,64 Millionen €; Stand 17. Juli 2010) am Eröffnungswochenende.
Inhaltliche Details und Anspielungen In Filmminute 8 sind bei Woodys Ansprache im Kinderzimmer in dem Bücherregal hinter ihm einige Bücher mit den Titeln anderer Pixar-Kurzfilme von John Lasseter zu sehen, so unter anderem: „The Adventures of André and Wally B.“ (Die Abenteuer von André und Wally B., 1984), „Red’s Dream“ (Reds Traum, 1987), „Tin Toy“ (1988) und „Knick Knack“ (1989). Als die Spielzeuge nach der Ankunft von Buzz vorsichtig aus dem Schrank spähen, ist an der Wand eine türkisfarbene Uhr zu sehen, auf der Micky Maus abgebildet ist. Als Buzz bei seinem ersten Auftritt aus seinem Blister heraus das Zimmer betrachtet, hört man das Atemgeräusch – ähnlich dem eines Beatmungsgerätes – von Darth Vader. Eine weitere Star-Wars-Anspielung ist Buzz an der Tankstelle erzählte "Mission", dass er Informationen zur Schwachstelle einer imperialen Waffe besäße, welche die Feuerkraft besitzt, einen ganzen Planeten auszulöschen. Diese Geschichte ist deckungsgleich mit der Handlung von Episode 4: Eine neue Hoffnung. Da die Familie von Andy umzieht, steht vor deren Haus nach typisch amerikanischem Vorbild das Verkaufsschild einer Makleragentur. Deren Name „virtual realty“ ist ein Wortspiel aus „virtual reality“ („Künstliche Wirklichkeit“) und „realty“ („Immobilie“).Audiokommentar der DVD Beim Streit von Buzz und Woody unter dem Laster an der Tankstelle verabschiedet sich Buzz von Woody mit der Grußgeste der Vulkanier aus Star Trek, bei der die flache Hand so hochgehoben wird, als wolle man schwören, und dann Zeige- und Mittelfinger-Paar vom Ringfinger-/Kleiner-Finger-Paar abgespreizt wird. Auf dem Gesäß von Buzz ist „©Disney“ eingearbeitet – zu sehen bei seinem Versuch, im Haus von Sid vom Geländer aus zu fliegen (0h46m51s). Buzz Lightyear hat denselben Vornamen wie der Astronaut Buzz Aldrin, der der zweite Mann auf dem Mond war. Sids Werkzeugkiste trägt den Markennamen „Binford“ (0h57m05s), der fiktive Werkzeughersteller aus der Serie Hör mal, wer da hämmert mit Buzz’ Sprecher Tim Allen. Der Teppichboden im Flur vor Sids Zimmer hat dasselbe Muster wie der im „Overlook Hotel“ in Stanley Kubricks Shining. Die Teekanne in Hannahs Zimmer ist der so genannte Utah teapot, eines der ältesten und bekanntesten 3D-Modelle der Computergrafik. Die Teekanne hat sich zu einem Running Gag in der Computergrafikszene entwickelt und ist in verschiedenen computeranimierten Filmen zu finden. Der Wilhelmsschrei ist zu hören, als Buzz wegen der Schreibtischleuchte aus dem Fenster fällt – der berühmte Running Gag der Sounddesigner. In der Szene, in der Woody und Buzz auf dem Spielzeugauto sitzend das Auto von Andys Familie verfolgen, bemerkt Andys Schwester Molly die beiden im Rückspiegel. Im Autoradio ertönt das Lied Hakuna Matata aus Der König der Löwen. Der blaue Wagen von Andys Mutter trägt das Nummernschild „A113“; diese Zahl findet sich in vielen Filmproduktionen wieder.
Rezeption Kritiken
Toy Story gilt als Meisterwerk, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes ausschließlich wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“ und stuft ihn als „Pflichtprogramm“ ein.
Publikumszuspruch Auch das Publikum war begeistert. So vergaben US-Kinobesucher einen sehr guten CinemaScore von A entsprechend der deutschen Schulnote 1. bei CinemaScore Außerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb Toy Story auf Platz 64 ihrer Top 250 beliebtesten Filme.
Auszeichnungen 2005 wurde Toy Story in das National Film Registry aufgenommen, in dem als besonders erhaltenswert geltende US-Filme verzeichnet sind. Der Film gehört zudem seit 2007 laut dem American Film Institute zu den 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten. Insgesamt listet They Shoot Pictures, Don’t They? Toy Story unter den angesehensten Werken der Filmgeschichte.