mini|Rampe als Hilfsmittel beim Boccia mini|Aussprache von Boccia

Boccia (Special Olympics) orientiert sich an Boccia beziehungsweise Boule und ist eine bei Special Olympics sehr weit verbreitete Sportart. Sie ist für Athletinnen und Athleten mit eingeschränkter Mobilität gut geeignet. Jeder Athlet bzw. jedes Team hat vier Kugeln. Diese müssen die Teammitglieder auf dem Boden möglichst nah an eine kleinere Zielkugel, den Pallino, heranwerfen beziehungsweise die gegnerischen Kugeln vom Pallino wegschießen. Damit möglichst leistungshomogene Wettbewerbsgruppen gebildet werden können, werden vor Beginn der Wettkämpfe Klassifizierungsdurchläufe durchgeführt. Diese bestimmen, in welcher Gruppe man startet.

Ausstattung Boccia ist die italienische Variante des französischen Kugelspiels Boule. Trotz der Bezeichnung sind die Regeln bei Special Olympics stärker an Boule orientiert als an Boccia. Boccia-Kugeln mini|Größenverhältnis von Pallino und Bocciakugeln Boccia-Kugeln gibt es aus Kunststoff, Metall und Holz. Der Durchmesser bewegt sich zwischen 10,7 und 10,9 Zentimetern, wobei alle Kugeln in einem Spiel gleich groß sein müssen. Die Kugeln der gegnerischen Teams bzw. Spieler müssen klar unterscheidbare Farben haben, es sind aber keine bestimmten Farben festgelegt. Die kleinere Zielkugel, der Pallino, hat einen Durchmesser von mindestens 4,8 und höchstens 6,3 Zentimetern. Seine Farbe muss sich von der der anderen Boccia-Kugeln deutlich unterscheiden.

Falls eine Kugel oder der Pallino im Verlauf eines Spiels zerbricht, so wird die Runde abgebrochen. Die Turnierleitung ist für den Austausch zuständig.

Boccia-Bahn Die Oberfläche der Bahn besteht aus Gras, Erde, Lehm, Sand oder einem künstlichen Material. Sie ist 18,29 Meter lang und 3,66 Meter breit. Auf der Bahn dürfen sich keine Hindernisse für die Kugeln befinden. Diese werden von beiden Enden der Bahn gerade gerollt oder geworfen. Die beiden Mannschaften spielen die Kugeln von derselben Seite der Bahn aus, in der nächsten Runde wird gewechselt. In der Mitte der Längsseite der Bahn befindet sich die Mittellinie. Zu Beginn des Spiels muss der Pallino über diese Linie geworfen werden. Im Abstand von 3,05 Metern von der Breitkante der Bahn befindet sich jeweils die Abwurflinie bzw. Foullinie. Beim Abwurf der Kugeln darf man diese Linie nicht überschreiten. Alle Linien müssen mindestens 5 Zentimeter breit und deutlich zu sehen sein.

An allen Seiten der Bahn befinden sich Banden, die mindestens so hoch sind wie der Durchmesser einer Spielkugel. Man darf Kugeln an diese Banden spielen, damit sie dort abprallen und dann eine andere Richtung nehmen.

Auf der Bahn befinden sich drei deutlich sichtbare Linien, die jeweils 50 mm breit sind und durchgängig von der einen zur anderen Seitenbande verlaufen. Die beiden Foullinien haben 3,05 m Abstand zur hinteren bzw. vorderen Bande. Die Mittellinie markiert, wo der Pallino beim ersten Wurf mindestens zum Liegen kommen muss. Auch wenn sich die Lage des Pallinos im Lauf des Spiels immer wieder verändert, so darf er doch nie in die vordere Spielhälfte, also vor die Mittellinie, zurückrollen. Ist das doch der Fall, so führt das zum Abbruch der Runde.

Vor jedem Spiel müssen alle Plätze zur Zufriedenheit des Veranstalters geebnet werden, während des Spiels darf dies aber nicht erfolgen. Hindernisse oder Gegenstände wie Äste, Steine, Becher etc. dürfen aber im Verlauf eines Spiels entfernt werden. Wenn die Turnierleitung zu der Meinung gelangt, dass der Platz unbespielbar ist, so kann das Spiel unterbrochen werden und zu einem anderen Zeitpunkt oder auf einer anderen Bahn fortgesetzt werden.

Regeln mini|Zählweise Jeder Athlet bzw. jedes Team hat vier Kugeln. Diese müssen die Teammitglieder auf dem Boden möglichst nah an eine kleinere Zielkugel, den Pallino, heranwerfen beziehungsweise die gegnerischen Kugeln vom Pallino wegschießen. Wenn alle Kugeln geworfen sind, bekommt der Spieler bzw. das Team Punkte für die Kugeln, die näher am Pallino liegen als die nächste Kugel des Gegners bzw. des gegnerischen Teams. Boccia wird als Einzel, Doppel und in Teams von je vier Spielern durchgeführt. Daher wird es auch als Unified Sportart angeboten. Ein Spieler darf seine Kugel erst werfen, wenn der Pallino oder eine andere Kugel gänzlich zum Stillstand gekommen sind.

Das Los entscheidet, welches Team beginnt. Der Losgewinner wirft den Pallino. Mit höchstens drei Versuchen muss er den Pallino zwischen der Mittellinie und der gegenüberliegenden Foullinie platzieren. Nun wirft er die erste Kugel. Anschließend werfen die Gegner so lange, bis sie eine Kugel näher an den Pallino platzieren können als die Gegner; danach wechselt das Wurfrecht.

Pro Runde werden Punkte für alle Kugeln einer Mannschaft vergeben, die dem Pallino näher sind als die am besten platzierte Kugel der gegnerischen Mannschaft. Ein Spiel endet nach Erreichen einer festgelegten Punktzahl oder mit Zeitablauf.

Falls ein Athlet wegen einer medizinischen oder körperlichen Gegebenheit technische Hilfe benötigt, um die Position des Pallino zu erkennen, liegt es im Ermessen des Turnierleiters, diese zu erlauben. Beispiele für technische Hilfen für einen sehbeeinträchtigten Athleten sind eine Klingel oder ein hell gefärbter Kegel. Kegel sollen so nah wie möglich am Pallino platziert werden, normalerweise dahinter. Sobald der Athlet die Kugel losgelassen hat, wird der Kegel entfernt. Klingeln sollen so platziert werden, dass sie über dem Pallino klingeln.

Spezielle Wurfformen beim Boccia sind das Hitting oder Shooting (die Kugel wird mit so viel Schwung geworfen, dass sie die hintere Bande berühren würde, wenn sie ihr Ziel verfehlte), Abpraller oder Rebound (die Kugel wird bewusst gegen die seitliche oder die hintere Bande gespielt wird, um sie zu einem bestimmten Punkt zu bringen) und Pointing (die Kugel soll nahe an den Pallino herangeworfen werden).

Klassifizierung Um eine möglichst gerechte Einteilung der Athleten in Wettbewerbsklassen zu ermöglichen, wird empfohlen, drei angepasste Durchläufe vor Beginn der eigentlichen Wettbewerbe zu veranstalten und als Basis für die Klassifizierung zu verwenden. Dabei sollte der Athlet die Bahnenden wechseln und die folgenden Spielsituationen durchspielen, ohne die Foullinie zu übertreten:

Der Schiedsrichter legt den Pallino auf die Mittellinie (9,15 m) und der Athlet spielt 8 Kugeln. Danach positioniert der Schiedsrichter den Pallino bei 12,20 m. Zum Schluss legt der Schiedsrichter den Pallino auf die gegenüberliegende Foullinie (15,24 m). Nach jedem der drei Durchläufe werden die Abstände der drei besten Kugeln zum Pallino in cm gemessen und notiert. Gemessen wird von der Kugelmitte des Pallino bis zur Kugelmitte einer Kugel. Die Summe der neun Messungen bildet den Klassifzierungswert des Athleten. Beim Doppel und Mannschaftsspiel bildet die Summe der Messungen den Klassifizierungswert. Wenn der Pallino von seinem Punkt bei 9,15 m, 12,20 m bzw. 15,24 m wegrollt, so muss er wieder dorthin zurückgelegt werden, bevor die nächste Kugel geworfen wird oder entsprechende Messungen stattfinden.

Spieler mini|Special Olympics Athleten bei der Übergabe einer Bocciakugel, 2010 Vor Spielbeginn bestimmen die Mannschaften je einen Teamkapitän und teilen dem Veranstalter seinen Namen mit. Während eines Spiels kann diese Position nicht anders besetzt werden, wohl aber für ein anderes Spiel desselben Turniers, wenn man das den Verantwortlichen meldet.

Die Reihenfolge, in der die Spieler werfen wollen, wird von der Mannschaft festgelegt. Allerdings darf kein Spieler öfter werfen, als ihm Kugeln pro Runde zustehen.

Spielerwechsel Pro Mannschaft und Spiel darf nur ein Spieler gegen einen beliebigen Spieler der Mannschaft ausgetauscht werden. Der Klassifizierungswert des eingewechselten Spielers sollte gleich groß oder geringer sein als der Wert des auszuwechselnden Spielers.

Noch vor Spielbeginn muss das Schiedsgericht über den Austausch informiert werden, sonst gilt das Spiel für die betreffende Mannschaft als verloren. Ausnahmen bestehen bei medizinischen oder ähnlich gelagerten Notfällen, in denen ein Austausch notwendig wird. Dieser darf nur am Ende einer Runde erfolgen; sollte das nicht möglich sein, so wird die Runde abgebrochen.

Während ein Spieler in einem Turnier als eingewechselter Spieler benannt wurde, darf er in dieser Zeit in keiner anderen Mannschaft spielen. Der Ersatzspieler muss bis zum Ende des Spiels mitspielen.

Wenn eine Mannschaft mit einer geringeren Spielerzahl als vorgeschrieben antritt, so gilt das Spiel als verloren.

Auszeit Der Schiedsrichter kann eine Auszeit anordnen, wenn die Begründung hierfür gerechtfertigt erscheint. Auszeiten betragen maximal zehn Minuten.

Absichtliche Spielverzögerung Der Schiedsrichter muss eine Verwarnung aussprechen, wenn er zu der Überzeugung kommt, dass das Spiel unberechtigterweise oder ohne Grund länger als 30 Sekunden verzögert wird. Wenn das Spiel danach nicht sogleich fortgeführt wird, so gilt das Spiel für die verzögernde Mannschaft als verloren.

Wenn ein Spiel wegen Unruhen, Wetter, höherer Gewalt oder anderer nicht vorhersehbarer Situationen unterbrochen wird, liegt die endgültige Entscheidungen bei den Turnier- oder Wettbewerbsverantwortlichen.

Wer an der Reihe ist, läuft außen an der Bahn entlang zum Abwurfpunkt. Will man die Positionen der Kugeln genauer anschauen, so tut man das ebenfalls von außerhalb der Bahn aus.

Strafen Wenn der Schiedsrichter einen Regelverstoß feststellt, informiert er die Kapitäne beider Mannschaften über die Strafe. Die Mannschaft, gegen die ein Foul begangen wurde, hat dann die Möglichkeit, die Lage der Kugel(n) anzuerkennen, das Spiel fortzusetzen und damit die vom Schiedsrichter angesetzte Strafe abzulehnen.

Innerhalb von 15 Minuten nach Ende eines Spiels kann ein Coach einen Protest gegen eine Entscheidung eines Schiedsrichters einlegen, andernfalls gilt die Entscheidung als akzeptiert.

Wenn eine Mannschaft nicht rechtzeitig zu einem Spiel erschienen ist oder gegen eine der folgenden Regeln verstoßen hat, ist kein offizieller Protest zulässig:

Unterschieden werden folgende Regelverstöße:

Übertreten der Foullinie Während des Werfens darf die Foullinie mit keinem Teil des Fußes und auch nicht mit technischen Hilfsmitteln eines Athleten wie Krücke, Rollstuhl oder Gehhilfe betreten werden, bis die Kugel den Boden erreicht hat. Verstöße gegen diese Regel muss der Schiedsrichter als Foul bestrafen; Die entsprechende Kugel wird nicht gewertet und aus dem Spiel genommen. Wenn die betreffende Kugel die Lage der anderen Kugeln einschließlich des Pallinos verändert hat, so legt der Schiedsrichter diese möglichst genau auf den ursprünglichen Lagepunkt zurück. Dann wird das Spiel fortgesetzt.

Bei Special Olympics Deutschland Veranstaltungen gilt folgende Sonderregel: Jede Mannschaft darf maximal eine offizielle Verwarnung bekommen, auf die keine Strafe folgt. Beim zweiten Verstoß gegen die Regel, die Foullinie nicht zu übertreten kann entweder die gegnerische Mannschaft auf die Strafe für das andere Team verzichten und das Spiel fortsetzen oder aber der Schiedsrichter beendet die Runde. In diesem Fall werden der gegnerischen Mannschaft die auf der Bahn festgehaltenen Punkte zugesprochen, während die Mannschaft, die die Regel übertreten hat, in dieser Runde keine Punkte bekommt.

Kugel oder Pallino in Bewegung Erst wenn die gespielte Kugel oder der Pallino zur Ruhe gekommen ist, ruft der Schiedsrichter zum Weiterspielen auf. Falls aber ein Spieler vorzeitig seine Kugel wirft, so sollte der Schiedsrichter versuchen, diese zum Stillstand zu bringen, bevor sie andere Kugeln trifft. Falls dies misslingt, wird die Kugel aus der Bahn genommen. Wenn bereits andere Kugeln berührt oder die Position des Pallino verändert wurde, so bringt der Schiedsrichter diese so nah wie möglich an die Ausgangsposition, und das Spiel geht weiter.