Snamja () ist eine russische literarisch-künstlerische und gesellschaftspolitische Zeitschrift, die monatlich erscheint. Sie wurde 1931 gegründet. Von 1934 bis 1990 war sie ein Organ des Schriftstellerverbands der UdSSR, seit 1990 ist sie eine unabhängige Zeitschrift, die vom Kollektiv der Redaktion herausgegeben wird.

Geschichte Bis 1986 Anfänglich (ab Januar 1931) nannte sich die Zeitschrift LOKAF (издание Литературного объединения Красной армии и флота; Veröffentlichung der Literarischen Vereinigung der Roten Armee und der Flotte). Den Namen Snamja trägt die Zeitschrift seit 1933. Von 1934 bis 1990 war sie ein Organ des Schriftstellerverbands der UdSSR.

1948 wurde wegen „unzureichender Demaskierung des Kosmopolitismus“ und wegen der Veröffentlichung der Erzählung Zwei in der Steppe von Anatoli Efros ein Großteil der Mitarbeiter der Redaktion von der Arbeit suspendiert.

Sergei Tschuprinin, der seit langem für die Zeitschrift arbeitete, zuletzt ab 1993 als Chefredakteur merkte an:

Dessen ungeachtet schrieben in dieser Periode die Dichter Anna Achmatowa, Alexander Twardowski, Alexander Meschirow, Jewgeni Jewtuschenko, Juri Lewitanski, Nikolai Glaskow sowie die Schriftsteller Konstantin Paustowski, Juri Tynjanow, Wjatscheslaw Kondratjew, Emmanuil Kasakewitsch, Juri Kasakow und Juri Trifonow für die Zeitschrift. In der Snamja wurde auch Ilja Ehrenburgs Roman Tauwetter abgedruckt, der einem ganzen Zeitabschnitt, der Tauwetter-Periode ihren Namen gab. 1954 wurde Boris Pasternaks Zyklus Verse aus dem Roman abgedruckt, obgleich der Roman Doktor Schiwago weder in der UdSSR noch im Ausland abgedruckt worden war.

Nach 1986 Während der Perestroika wurde die Snamja eine der beliebtesten Literaturzeitschriften. Sergei Tschuprinin schrieb:

Auf den Seiten der Zeitschrift erschienen Werke von Fasil Iskander, Andrei Bitow, Jewgeni Rein, Alexander Kuschner, Tatjana Tolstaja, Wiktor Pelewin, Timur Kibirow und Anatoli Schigulin. Verbotene oder „halbverbotene“ Autoren, wie Andrei Platonow, Michail Bulgakow, Jewgeni Samjatin, Warlam Schalamow und Wiktor Lewaschow kehrten zurück. Auch Juri Tschernitschenko wurde weiter publiziert.

Auf Initiative von Grigori Baklanow wurde eine Abteilung für Buchbeilagen geschaffen – die Bibliothek der Zeitschrift Snamja (leitender Redakteur war Wladimir Krawtschenko), in der in hoher Auflage (300.000 – 900.000 Exemplare) Bände mit Prosa und Lyrik erschienen, welche den Wunsch der Leser nach aktueller oder zurückgekehrter Literatur befriedigen sollte. Darunter waren die Bücher von Wassil Bykau, Wiktor Nekrassow, Wladimir Bogomolow, Konstantin Worobjow, Isaak Babel, Juri Dombrowski, Alexander Twardowski, Konstantin Simonow, Jewgeni Nossow, Alexander Bek, Olga Bergholz, Jelena Rschewskaja, Daniil Granin, Witali Sjomin, Wiktor Kurotschkin, Wassili Grossman, Wjatscheslaw Kondratjew, Emmanuil Kasakewitsch, Boris Sluzki, Wladimir Tendrjakow, Anatoli Asolski, Oleg Jermakow und Fasil Iskander. Weiterhin Publikationen führender Ökonomen, wie Wassili Seljunin, Juri Tschernitschenko, Gennadi Lissitschkin, Nikolai Schmeljow, Anatoli Streljany und Jaroslaw Golowanow.

1990 erklärte sich die Zeitschrift als unabhängig. Die Redaktion wurde kollektiv geleitet, Herausgeber wurde die OOO Snamja. In den 1990er Jahren erhielt die Zeitschrift Fördermittel von den Open Society Foundations.

2000er Jahre In den 2000er Jahren lebte die Zeitschrift, wie auch andere Kulturzeitschriften in Russland, von den Beiträgen der Abonnenten. Einen Teil der Auflage erwarb das Kulturministerium für russische Bibliotheken (ca. 3000 Exemplare). Das Ministerium für Druckerzeugnisse gewährte der Zeitschrift Mittel zum Erwerb von Papier und übernahm die Druckkosten Interview mit Sergei Tschuprinin.

Unter den Autoren der 2000er Jahre hob der Kritiker Andrei Nemser die Schriftsteller bzw. Literaturwissenschaftler Juri Dawydow, Georgi Wladimow, Juri Buida, Emma Gerstein, Andrei Dmitrijew, Irina Poljanskaja, Marina Wischnewezkaja, Wladimir Makanin, Jewgeni Popow, Ljudmila Petruschewskaja und Michail Kurajew hervor.

Nach 2010 Die Zeitschrift Snamja hat eine liberale Ausrichtung. Im Januar 2010 wurde der Literaturpreis der Zeitschrift Michail Chodorkowski zuerkannt, der sich zu dieser Zeit in Haft befand.Ходорковскому присудили литературную премию журнала «Знамя», 12. Januar 2010 (russisch) In den Jahren 2011–2016 veröffentlichte die Zeitschrift Gedichte des ersten Stellvertreters des Vorsitzenden der Zentralbank und später Verse des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation, Alexei Uljukajew.Alexei Uljukajew bei https://magazines.gorky.media/ (russ.)

2021 erhielten der Chefredakteur Sergei Tschuprinin, der erste Stellvertreter des Chefredakteurs Natalja Iwanowa und die verantwortliche Leiterin der Abteilung für Prosa, Jelena Cholmogorowa den Preis der Regierung der Russischen Föderation für die Bewahrung der besten Traditionen der Literatur- und Kunstmagazine und die aktive Arbeit zur Suche und Popularisierung junger talentierter Autoren.

Chefredakteure 1934–1948: Wsewolod Wischnewski 1949–1984: Wadim Koschewnikow 1984–1986: Juri Woronow 1986–1993: Grigori Baklanow ab 1993: Sergei Tschuprinin

Redaktion Seit Dezember 1993 leitet der Kritiker und Publizist Sergei Tschuprinin die Zeitschrift. Neben ihm gehören zur Redaktion (Stand: Oktober 2022):

Natalja Iwanowa – Erste Stellvertreterin des Chefredakteurs. Jelena Cholmogorowa – verantwortliche Leiterin der Abteilung für Prosa. Olga Balla – Leiterin der Abteilung Bibliografie. Olga Jermolajewa – Leiterin der Abteilung Poesie. Stanislaw Sekretow – Leiter der Abteilung Gesellschaft und Kultur.

Frühere Mitarbeiter der Redaktion waren zu unterschiedlichen Zeiten unter anderem: Alexander Agejew, Anatoli Ananjew, Lew Anninski, Juri Apentschenko, Jewgenija Kazewa, Stanislaw Kunjajew, Michail Landa, Alexei Nowikow-Priboi, Tichon Sjomuschkin und Karen Stepanjan.

Literatur Wolfgang Kasack: Lexikon der russischen Literatur ab 1917. Kröner, Stuttgart, 1976, ISBN 3-520-45101-8.

Weblinks Snamja, Offizielle Webseite (russ.) Snamja bei https://magazines.gorky.media/ (russ.) Snamja in der Großen Russischen Enzyklopädie (russ.) Snamja in der Online-Enzyklopädie Krugoswet (russ.) Sergei Tschuprinin: «Читающая публика — это инвалиды» (Unser lesendes Publikum sind die Invaliden), Interview in gazeta.ru, 25. Juli 2006 (russ.) Andrei Nemser: «А ведь, правда, — „наше“» (Aber die Wahrheit ist doch „unsere“), zum 70. Jahrestag der Snamja in www.ruthenia.ru, 15. Januar 2001

Einzelnachweise

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