mini|Siegel der Universität mini|Das alte Auditorium hochkant=1.5|mini|Neubau der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek

Die Georg-August-Universität () in Göttingen wurde 1732/1734 vom britischen König und hannoverschen Kurfürsten Georg II. aus dem Haus Hannover unter Federführung des Ministers Gerlach Adolph von Münchhausen gegründet und 1737 eingeweiht. Die Universität nahm bereits 1734Friedrich Wilhelm Unger: Göttingen und die Georgia Augusta. Eine Schilderung von Stadt, Land, Leuten in Vergangenheit und Gegenwart für Einheimische und Fremde. Deuerlich, Göttingen 1861, S. 75. (Digitalisat) - Enthält u. a. die Schilderung der abenteuerlichen An- und Unterkunft von Samuel Christian Hollmann, dem ersten Professor, in Göttingen. ihren Lehrbetrieb auf, entwickelte sich rasch, zählte schon im zweiten Semester 400 StudentenFriedrich Wilhelm Unger: Göttingen und die Georgia Augusta. Eine Schilderung von Stadt, Land, Leuten in Vergangenheit und Gegenwart für Einheimische und Fremde. Deuerlich, Göttingen 1861, S. 76. (Digitalisat) und war bald eine der größeren im Europa der damaligen Zeit. Sie ist die älteste existierende Universität in Niedersachsen und laut aktuellem Hochschulkompass 2025 auch die größte Hochschule Niedersachsens noch vor der Leibniz Universität Hannover. Seit März 2025 ist Axel Schölmerich Interims-Präsident der Universität.

Von Oktober 2007 bis Juni 2012 wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative das Zukunftskonzept der Georgia Augusta gefördert. Laut den World University Rankings 2026 der Times Higher Education belegt die Georg-August-Universität weltweit Platz 122 und damit innerhalb Deutschlands Rang 10.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist mit etwa zehn Millionen Medieneinheiten (Stand 2024) eine der größten Bibliotheken Deutschlands und betreut mehrere Fachinformationsdienste für die Wissenschaft. Im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke deckt sie das 18. Jahrhundert ab und ist mit ihr in die „verteilte Nationalbibliothek“ für Deutschland eingebunden.

Rechtliche Struktur Seit dem 1. Januar 2003 befindet sich die Universität in der Trägerschaft einer Stiftung des öffentlichen Rechts. Der Name der Trägerstiftung lautet Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts. Die Rechtsform der Universität selbst hat sich damit nicht geändert, sondern sie ist von einer Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der Trägerstiftung übergewechselt. In den geschäftsführenden Funktionen besteht weitgehende Personalunion zwischen Universität und Trägerstiftung. So ist das Präsidium der Stiftung, der Stiftungsvorstand, identisch mit dem fünfköpfigen Präsidium der Universität, das heißt, der Hochschulleitung. Die Geschäftsstelle der Stiftung wird weiterhin in Personalunion vom Leiter der Abteilung Wissenschaftsrecht und Trägerstiftung der Universitätsverwaltung geführt.

Eine Besonderheit ist die Universitätsmedizin der Universität. Unter dem Dach der Universitätsmedizin sind die Medizinische Fakultät – als integraler Teil der Universität – und das Universitätsklinikum – als Krankenhausbetrieb – unter der gemeinsamen Leitung des dreiköpfigen Vorstands Universitätsmedizin Göttingen zusammengefasst. Der Vorstand tritt in den Angelegenheiten der Universitätsmedizin an die Stelle des Universitätspräsidiums.

Ein mit dem Übergang der Trägerschaft neu eingerichtetes Gremium ist der Stiftungsrat. Der Stiftungsrat berät die Universität in Angelegenheiten, die die ganze Universität einschließlich Universitätsmedizin betreffen. Er beschließt auch über Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung. Die eigenständige Rolle der Universitätsmedizin spiegelt sich in den zwei Ausschüssen des Stiftungsrats:

Stiftungsausschuss Universität, der die Universität berät und über Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung, die ausschließlich die Universität betreffen, beschließt. Er übernimmt Aufsichtsfunktion gegenüber dem Präsidium der Universität. Stiftungsausschuss Universitätsmedizin, der die Universitätsmedizin berät und über Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung, die ausschließlich die Universitätsmedizin betreffen, beschließt. Er übernimmt Aufsichtsfunktion gegenüber dem Vorstand Universitätsmedizin.

Diese Gremien bestimmen auch den Präsidenten.

Präsidenten (seit 1979) 1979–1992: Norbert Kamp (1927–1999) 1992–1998: Hans-Ludwig Schreiber (1933–2021) 1998–2004: Horst Kern (* 1940) 2005–2010: Kurt von Figura (* 1944) 2011–2019: Ulrike Beisiegel (* 1952) 2019–2020: Reinhard Jahn (* 1950)uni-goettingen.de 2021–2025: Metin Tolan (* 1965) seit 1. März 2025: Axel Schölmerich (* 1952)

Standort Die Universität ist keine Campus-Universität, sondern verteilt sich historisch bedingt bis in die Gegenwart über eine Vielzahl von Gebäuden in der ganzen Stadt. Seit den 1960er Jahren findet allerdings ein räumlicher Konzentrationsprozess auf zwei Standorte statt. Das damals geplante Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) befindet sich unmittelbar nördlich der Göttinger Innenstadt. Dort befinden sich die Zentralbibliothek der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB), das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG), das Mehrzweckgebäude (Blauer Turm), die Zentralmensa sowie zahlreiche weitere Gebäude (z. B. Juridicum, Theologicum, Oeconomicum). Östlich angrenzend befinden sich die nun meist von der Philosophischen Fakultät genutzten Gebäude der ehemaligen Universitätsklinik sowie, etwas entfernt, die ehemalige Pädagogische Hochschule am Waldweg. Das Zentrum der Naturwissenschaften stellt der Nordbereich der Universität in Weende dar. Zwischen der alten Pädagogischen Hochschule und dem Nordbereich liegen einige Institute v. a. der Fakultät für Agrarwissenschaften sowie das neue Universitätsklinikum. Eine sich verringernde Zahl von Gebäuden befindet sich in den Bezirken Innenstadt und Südstadt, u. a. die Paulinerkirche und die Universitätsaula am Wilhelmsplatz.

Das Gelände verfügt über eine Gesamtfläche von rund 600.000 m². 235 Gebäude befinden sich im Besitz der Stiftung, weitere 15 Gebäude(teile) sind angemietet. 66 Bauwerke haben den Status eines Baudenkmals. Grundstücke und Gebäude haben zusammen einen Wert von etwa 398 Millionen Euro.Informationen zum Gebäudemanagement, Universität Göttingen.

Das Studierendenwerk unterhält neben der Zentralmensa, die von 2007 bis 2009 für 16,5 Millionen Euro saniert wurde, noch drei weitere Mensen sowie 5290 Wohnheimplätze. (Stand 2012), Studentenwerk Göttingen. Abgerufen am 18. August 2013.Studentenwohnheimplätze in den Stadtbezirken und Statistischen Bezirken 2003 bis 2012 (PDF; 15 kB), Stadt Göttingen. Abgerufen am 18. August 2013.

Fächerangebot Es handelt sich um eine klassische Volluniversität. Es können die Fächer der Philosophischen Fakultät sowie Medizin, Jura, Wirtschaftswissenschaften, evangelische Theologie und Mathematik sowie alle Naturwissenschaften studiert werden. Den Ruf der Universität haben vor allem die Juristische Fakultät, die Fächer der Philosophischen Fakultät, die Mathematik und die Naturwissenschaften begründet. Ausgiebig vertreten und traditionell erfolgreich sind die geisteswissenschaftlichen Fächer, die an der Philosophischen Fakultät gelehrt werden. Wichtig sind auch die Studiengänge Agrarwissenschaft und Forstwissenschaft. Studierende aller Fachrichtungen können an der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ehemals Sprachlehrzentrum) eine große Anzahl von Sprachen mit UNIcert-Abschluss erlernen.

mini|Mehrzweckgebäude (MZG, auch „Blauer Turm“) und Zentralmensa Folgende Fakultäten sind vertreten:

Fakultät Fakultät für Agrarwissenschaften Fakultät für Biologie und Psychologie Fakultät für Chemie Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie Fakultät für Geowissenschaften und Geographie Fakultät für Mathematik und Informatik Fakultät für Physik Juristische Fakultät Sozialwissenschaftliche Fakultät Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Philosophische Fakultät Theologische Fakultät (evangelisch) Universitätsmedizin

Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurden die Studiengänge und -abschlüsse umgestaltet. Ziel war es, durch die Einführung der international standardisierten Abschlüsse Master und Bachelor, die Wettbewerbsfähigkeit der Göttinger Absolventen auf den globalisierten Arbeitsmärkten zu erhöhen. Als eine weitere Folge dieser Umstrukturierung wurden neue Studiengänge angeboten. Zum Wintersemester 2006/2007 wurden die Masterstudiengänge in den Fächern Pferdewirtschaft und Pferdewissenschaften, International Nature Conservation und Molekulare Medizin eingeführt. Neu ist auch der Bachelorstudiengang American Studies. Gestrichen wurden dagegen unter anderem die Studiengänge Sinologie (als BA/MA-Studiengang jedoch ab 2009 wieder eingeführt), Japanologie, Byzantinistik und Medienwissenschaften.

Studiengebühren und Semesterticket Am 9. Dezember 2005 beschloss der Niedersächsische Landtag im Rahmen des Haushaltbegleitgesetzes die Einführung von allgemeinen Studiengebühren ab dem ersten Semester. Diese mussten von Erstsemestern ab dem Wintersemester 2006/07 und von allen Studierenden seit dem Sommersemester 2007 gezahlt werden. Die Höhe der Studiengebühren betrug 500 Euro. Bereits im Sommersemester 2003 wurden Studiengebühren für Langzeitstudenten eingeführt, die ihre Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschritten haben. Die Langzeitstudiengebühren wurden anstelle der normalen Studiengebühren gezahlt und betrugen für das Sommersemester 2008 600 Euro bei Überschreitung der Regelstudienzeit um 5 bis 6 Semester, 700 Euro bei 7 bis 8 Semestern und 800 Euro bei neun oder mehr zusätzlichen Semestern. Studierende, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, zahlen ebenfalls 800 Euro. Hinzu kommt in jedem Fall ein „Verwaltungskostenbeitrag“ in Höhe von 75 Euro, ein Beitrag von 62 Euro für das Studentenwerk sowie ein Studierendenschaftsbeitrag.Georg-August-Universität Göttingen – Höhe der Semesterbeiträge In: www.uni-goettingen.de Insgesamt waren im Wintersemester 2012/13 von einem Studenten ohne Überschreitung der Regelstudienzeit um mindestens vier Semester 735,22 Euro zu bezahlen. Für das Sommersemester 2013 waren 741,46 Euro zu bezahlen. Durch den Wegfall der Studiengebühren in Niedersachsen ab dem Wintersemester 2014/15 beträgt der Semesterbeitrag für das Sommersemester 2020 nur noch 375,31 Euro.

Im Studierendenschaftsbeitrag ist ein für alle Studierende verpflichtendes Semesterticket enthalten. Dies kostete für das Wintersemester 2019/20 203,31 EuroGeorg-August-Universität Göttingen – Studierendenschaftsbeitrag In: www.uni-goettingen.de und ermöglicht die kostenlose Nutzung der Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn in Niedersachsen, Hamburg und Bremen, des Metronoms, der Eurobahn, des Cantus sowie einzelner Strecken der NordWestBahn. Außerdem sind ein Kulturticket, welches eine vergünstigte oder kostenlose Nutzung einiger Göttinger Kulturbetriebe beinhaltet, sowie ein Bussemesterticket (Nutzung des Göttinger Nahverkehrs) in den Semesterbeiträgen inbegriffen.

Die Studiengebühren für das Sommersemester 2025 (und vorher das Wintersemester 2024/25) betragen 403,95 Euro. Darin enthalten sind 176,40 Euro für das bundesweit im ÖPNV gültige Semesterticket (Deutschlandticket), welches bei den digitalen Urwahlen im Januar 2024 beschlossen wurde. Die Gebühren für Langzeitstudenten betragen 903,92 Euro und für Studierende, die älter als 60 Jahre alt sind, 1203,92 Euro.

Entwicklung der Studentenzahlen mini|hochkant=2|Entwicklung seit 1950Studenten nach Fakultäten bzw. Fachbereichen 1950 bis 2008 (PDF; 16 kB), Stadt Göttingen.