Müntschemier () ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland des Kantons Bern in der Schweiz. Müntschemier gehört zur Kirchgemeinde Ins, die Burgergemeinde wurde 1876 aufgelöst. Der Ortsname – mit grosser Wahrscheinlichkeit vom romanischen Wort ‹montem› (Berg) abgeleitet – wird in der Geschichte im Jahre 1185 als «Munchimu» erstmals urkundlich erwähnt.
Geographie Müntschemier liegt im Grossen Moos, einem besonders fruchtbaren Gebiet mit fast schwarzen Böden im Berner Seeland. Die Nachbargemeinden von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind Brüttelen, Treiten, Kerzers, Ried bei Kerzers, Murten, Mont-Vully und Ins.
Politik Gemeindepräsident ist Raynald Richard (SVP, Stand 2024).Gemeinderat. Website der Gemeinde Müntschemier.
Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Müntschemier (in Klammern die Veränderung im Vergleich zu den Wahlen 2019 in Prozentpunkten): SVP 52,84 % (+8,11), Mitte 10,10 % (−3,45), EVP 7,50 % (−1,37), SP 7,14 % (+2,35), FDP 6,67 % (−1,83), glp 6,48 % (−0,45), Grüne 4,81 % (−2,57), EDU 1,24 % (+0,15), SD 0,20 % (−1,15).
Gemeindepartnerschaft Seit Juni 1976 unterhält Müntschemier eine Partnerschaft mit der deutschen Gemeinde Hardheim am nordöstlichen Rand des Neckar-Odenwald-Kreises in Baden-Württemberg.
In der Partnerschaftsurkunde heisst es unter anderem:
Verkehr Müntschemier liegt an der Bahnlinie Neuenburg–Bern. Die Züge der Linien S5 und S52 der S-Bahn Bern halten dort.
Geschichte mini|Luftbild (1954) Müntschemier wurde im Jahre 1185 als Munchimu erstmals urkundlich erwähnt.Geschichte von Müntschemier. Website der Gemeinde Müntschemier, abgerufen am 20. September 2022.
Das Kloster Erlach hatte 1185 Grundbesitz in Müntschemier. 1474 kam das Dorf als Teil der Herrschaft Erlach an Bern und wurde in der Landvogtei Erlach verwaltet. Nach dem Brand von 1827 wurde das Dorf teilweise neu angelegt. Die finanzielle Belastung durch die Juragewässerkorrektion in den Jahren 1874 bis 1883 zwang die Burgergemeinde zum Verkauf ihrer Allmend. Die Burgergemeinde löste sich 1876 auf. Die Urbarisierung des Mooses und der Bau der Staatsstrasse durch das Grosse Moos sowie der Bahnlinie Bern–Neuenburg im Jahr 1902 führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem Bevölkerungswachstum. Meliorationen und Güterzusammenlegungen machten Müntschemier zu einem bedeutenden Gemüseanbauort der Schweiz.
Sport In Müntschemier gibt es mehrere Sportvereine FC Müntschemier Damenturnverein Müntschemier Turnverein Müntschemier UHC Kerzers-Müntschemier
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Müntschemier
Quellen Gemeindearchiv Müntschemier
Literatur Hans Löffel: Müntschemier. Chronik der Gemeinde. Oberdiessbach 1977. Andres Moser: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern. Landband 2: Der Amtsbezirk Erlach, der Amtsbezirk Nidau. Teil 1. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Wiese, Basel 1998 (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 90). ISBN 3-909164-63-3, S. 346–353.
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Müntschemier
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Bern Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ersterwähnung 1185