Der Gollinger Wasserfall, eigentlich Schwarzbachfall oder Schwarzenbachfall genannt, ist ein im Tennengau (Österreich) an der Gemeindegrenze zwischen Golling an der Salzach und Kuchl gelegener Wasserfall. Die Fallhöhe des Wassers beträgt um die 100 Meter, das Wasser kommt direkt aus der Schwarzbachfall-Höhle.

Beschreibung und Erschließung Der Gollinger Wasserfall, eigentlich zwei hintereinanderliegende Wasserfälle, liegt am Osthang des Göllmassivs, links im Salzachtal am Nikolausberg oberhalb der Wallfahrtskirche. Er hat eine Fallhöhe von um 75 Meter, wobei die letzte Stufe eine Höhe von 25 Meter hat. Die obere Stufe ist von einer Naturbrücke überspannt.

Der Wasserfall bekommt all sein Wasser aus einer Karstquelle, die den sonst recht quellarmen Göllstock entwässert, und durch das System der Schwarzbachfall-Höhle zu Tage tritt. Die Erschließung des von ihm entdeckten Wasserfalls hatte Fürst Ernst Schwarzenberg im Jahr 1798 begonnen. Im August 1805 war der Ausbau vollendet und jeder Naturfreund konnte das Naturschauspiel frei besichtigen. Die 100-Jahr-Feier wurde vom Gollinger Alpenverein mit großen Festlichkeiten drei Tage lang begangen.Der Gollinger Wasserfall, in: Vossische Zeitung}, 2. August 1905. Bei ganzjährigen 5–6 °C Wassertemperatur schwankt die Schüttung der aus der Höhle entspringenden Karstquelle zwischen 30 und 42.416 Litern pro Sekunde bei einem Mittelwert von 1261 l/s (Reihe 1999–2011). Die Höhlenschüttung kann auch trockenfallen, und es kommt nur mehr Wasser aus tiefer gelegenen Nebenaustritten. Dass das Wasser der Schwarzbachfall-Höhle vom Königssee käme, gilt heute als unplausibel.

Joseph Kyselak erzählt vom Gollinger Wasserfall in seiner 1829 veröffentlichten Reisebeschreibung:Joseph Kyselak: Herausgegeben von Gabriele Goffriller und mit einem Vorwort von Gabriele Goffriller und Chico Klein. Jung und Jung, Salzburg u. a. 2009, ISBN 978-3-902497-52-9 (Neuauflage des ungekürzten Originaltexts von 1829, begleitet von den Ergebnissen des Forschungsprojekts).

Naturschutz

Die Umgebung des Wasserfalls ist seit 1985 als Naturdenkmal (flächig, NDM 197) ausgewiesen, mit 3,0077 Hektar. Schutzzweck ist Schönheit wie Seltenheit. Außerdem ist er bei der als Besonders geschützte Höhle nach den Höhlenschutzbestimmungen ausgewiesenen Schwarzbachhöhle (BGH Nr. 16) miterfasst.

Nur wenige hundert Meter weiter beginnt das Europa- und Naturschutzgebiet Kalkhochalpen (ESG 9/NSG 12). Zur Anbindung dieses Naturdenkmals befindet sich hier ein Teilgebiet des Landschaftsschutzgebietes Göll, Hagen-, Hochköniggebirge, Steinernes Meer (LSG 30), das sich vom Wasserfall bis zu den Grenzen des Europaschutzgebietes erstreckt.

Siehe auch Liste von Karstquellen in Österreich

Weblinks

Einzelnachweise

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