mini|Typischer lokomotivbespannter Nahverkehrszug mit n-Wagen und ohne erste Wagenklasse, in den Steuerwagen integriert ein kleines Gepäckabteil mini|Viele Nahverkehrszüge außerhalb der Ballungsräume wurden mit Schienenbussen betrieben mini|Kursbuchtabelle des Jahres 1989 mit dem ohne Zuggattungsbuchstaben und nicht in Fettschrift aufgeführten Nahverkehrszug 5306

Der Nahverkehrszug, im Kursbuch als Zug des Nahverkehrs bezeichnet, zuletzt mit N abgekürzt, war eine Zuggattung der Deutschen Bundesbahn im Schienenpersonennahverkehr, die von 1969 bis 1995 bestand. Kurzzeitig wurde er auch bei der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bahn AG geführt, bevor er im Zuge der Regionalisierung durch die Regionalbahn ersetzt wurde. Nahverkehrszüge hatten überwiegend kurze Laufwege und bedienten grundsätzlich jede Station. Ausgenommen hiervon waren Abschnitte mit parallelem S-Bahn-Verkehr, auf denen auch Nahverkehrszüge nur an den wichtigeren Stationen hielten. Nächsthöhere Zuggattung war der Eilzug (E).

Nahverkehrszüge boten oft nur die zweite Wagenklasse an, in der Regel wurden Gepäck und Fahrräder in Gepäckwagen, Halbgepäckwagen oder Gepäckabteilen transportiert. Aufgrund ihrer geringen Reisegeschwindigkeit wurden Nahverkehrszüge im Volksmund umgangssprachlich auch als „Bummelzug“ bezeichnet. Auf vielen Nebenbahnen waren sie die einzigen Reisezüge. Vereinzelt wurden sie auch als Güterzug mit Personenbeförderung geführt, der aufgrund der Verladetätigkeiten unterwegs noch langsamer war. Die Zuggattung Nahverkehrszug kann darüber hinaus auch einen sortenreinen Nahgüterzug bezeichnen.Pachl, Systemtechnik des Schienenverkehrs, 2013, Springer, WiesbadenGeorge, Bw Lutherstadt Wittenberg, Verlag Endisch, Stendal, 2009

Geschichte

Vorläufer des Nahverkehrszugs war der Personenzug (P), den die Deutsche Bundesbahn mit Beginn des Sommerfahrplans am 1. Juni 1969 in Nahverkehrszug umbenannte. Analog zum Personenzug war auch der Nahverkehrszug als Besonderheit in den Fahrplänen ohne Zuggattungsbuchstaben aufgeführt, das heißt nur mit seiner vierstelligen Zugnummer. Darunter befanden sich bis in die späten 1970er Jahre auch alle S-Bahn-Züge.

1984 und 1987 führte die Deutsche Bundesbahn die Zuggattungen City-Bahn (CB) und Regionalbahn (RB) für Nahverkehrszüge mit modernem Fahrzeugmaterial und Taktfahrplan ein. Schon 1976 gab sie außerdem den 1951 eingeführten Nahschnellverkehrszug (N) auf, in dem sie diesen in die Zuggattung Nahverkehrszug integrierte. Dieser übernahm fortan die Abkürzung N, wurde aber im Fahrplan weiterhin ohne Buchstaben aufgeführt.

Mit Beginn des Winterfahrplans am 27. September 1992 ersetzte schließlich auch die Deutsche Reichsbahn ihre Personenzüge durch Nahverkehrszüge und S-Bahnen. Die Deutsche Bahn übernahm schließlich zum 1. Januar 1995 die Zuggattung Regionalbahn für fast alle Nahverkehrszüge, außer einigen wenigen die fortan als Stadt-Express (SE) geführt wurden. Seitdem gab es die Zuggattung Nahverkehrszug nicht mehr.

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 wurden die bisher als Regionalbahn geführten Züge der Regio-S-Bahn Donau/Iller bei der DB neu der Zuggattung Nahverkehrszug (N) zugeordnet. Die vom Land Baden-Württemberg verwendete bezeichnung RS ist keine eigene Zuggattung, die Züge verkehren bei der DB als „N RS“ (zuvor „RB RS“, intern als „N“) und bei der SWEG als „SWE RS“ (intern als „DPN“).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Zuggattung im Personenverkehr (Deutschland) Kategorie:Schienenpersonenverkehr Kategorie:Deutsche Bundesbahn Kategorie:Nahverkehr