Die Wasserburgen-Route ist ein Radwanderweg, der auf einem rund 470 Kilometer langen Radwegenetz am Rande der Eifel und der Kölner Bucht entlang durch die wasserburgenreichste Region Europas führt. Innerhalb der Route wurden Alternativrouten ausgeschildert. Dadurch sind individuelle Tages- und Mehrtagestouren möglich.

Charakteristik Die Wasserburgen-Route ist als ca. 470 km langer Rundkurs ausgebildet, wobei mehrere Teilstrecken auf jeweils zwei Alternativrouten zurückgelegt werden können. Diese bilden dann lokale Rundkurse die für kleinere Touren genutzt werden können. Auch sind Abzweige ausgeschildert, die zu touristisch interessanten Objekten führen. Die Route verläuft weitgehend auf asphaltierten Wegen abseits des Straßenverkehrs. Der ADFC gibt ca. 75 % der Strecke als rennradgeeignet an. Der Streckenverlauf ist weitgehend ohne größere Steigungen, nur auf dem Abschnitt Kreuzau – Euskirchen, der durch das Rurtal führt, sind einige stärkere Steigungen zu bewältigen. Alternativ kann hier die kürzere und flachere Streckenführung über Zülpich gewählt werden.

Die Wasserburgen-Route als große Runde Die Beschreibung folgt dem Rundkurs entgegen dem Uhrzeigersinn und startet in Aachen.

Aachen – Kreuzau

Dieser Abschnitt ist ca. 52 km lang und enthält Anstiege von zusammen ca. 560 Höhenmetern (ohne die Stichstrecken zu Sehenswürdigkeiten). Die Beschilderung führt durch die historische Altstadt von Aachen. Eine Stichstrecke ist zum Marschiertor an der äußeren Aachener Stadtmauer ausgewiesen. Im sogenannten Frankenberger Viertel führt ein weiterer ca. 200 m langer Abstecher zur Burg Frankenberg. Durch die Stadtteile Hitfeld und Eich führt die Route aus der Stadt und erreicht nach ca. 10 km Kornelimünster den südöstlichen Stadtteil von Aachen. Er liegt im Tal der Inde, sodass die Route einen Geländeeinschnitt mit ca. 40 Höhenmetern durchquert. Kornelimünster besitzt eine historische Altstadt mit der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster aus dem der Ort hervorging. Die Route verläuft dann in östlicher Richtung und erreicht nach weiteren 10 km Stolberg mit seiner restaurierten Altstadt und Burg (keine Wasserburg). Hier führt die „lokale Runde Aachen“ Richtung Würselen zurück in die Stadt Aachen. Die „große Runde“ verläuft vom Bahnhof Stolberg-Altstadt weiter Richtung Nordosten durch die Eschweiler Ortschaften Hastenrath und Scherpenseel zur Burg Holzheim. Bis hierher sind nochmals runde 10 km zurückzulegen, wobei ein Anstieg von ca. 1,5 km Länge mit ca. 5 % Steigung auf den Radler wartet. Danach verläuft die Route durch die Ortschaft Heistern und direkt danach zum ehemaligen Prämonstratenser Kloster Wenau. Nur 600 Meter später ist ein Abzweig zur ca. 1,6 km entfernten Laufenburg beschildert. Bis dorthin sind ca. 60 Höhenmeter zu bewältigen. Vom Abzweig bis zur nächsten Ortschaft Langerwehe sind es dann gut drei Kilometer, mit einem Anstieg von ca. 40 Höhenmetern, und dann noch einmal ca. zwei Kilometer zum Schloss Merode, das sich im gleichnamigen Ortsteil von Langerwehe befindet. Es gilt als eines der schönsten Wasserschlösser des Rheinlands im Renaissance-Stil. Nach Kreuzau im Erholungsgebiet der Rureifel sind es jetzt noch ca. 13 km, mit nur einer nennenswerten Steigung (ca. 20 Höhenmeter) im Dürener Stadtteil Birgel.

Knotenpunkt Kreuzau In Kreuzau besteht Anschluss an die Rurtalbahn in Richtung Düren. Für die Weiterfahrt nach Euskirchen kann jetzt, die mit 68 km Länge und 780 Höhenmetern Steigungen, anspruchsvollere Strecke durch das Rurtal, über Nideggen und Mechernich gewählt werden. Oder es kann die nur 33 km lange und mit 190 Höhenmetern auch flachere Strecke über Zülpich nach Euskirchen genutzt werden. Die beiden Alternativrouten bilden zusammen die „Euskirchener Runde durch das Rurtal“. Die beiden Routen trennen sich erst kurz hinter Kreuzau am Parkplatz „Düren IX“. Vorher werden noch der Bahnhof Düren-Tuchmühle und das Schloss Burgau passiert. Die Ursprünge des 1974 wieder aufgebauten Schlosses stammen aus dem 13. Jahrhundert. Von hier ist eine ca. 7 km lange Stichstrecke in die Innenstadt bzw. den Bahnhof von Düren ausgeschildert. In der Stadt gibt es noch Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Dicken Turm und dem Grönjansturm. Das bekannteste Museum der Stadt ist das Leopold-Hoesch-Museum.

Kreuzau – Rurtal – Euskirchen

Diese Alternative hat bei einer Länge von 68 km und Steigungen von 780 Höhenmetern. (Ohne die Stichstrecken zu Sehenswürdigkeiten.) Nach Kreuzau führt die Route entlang der Rur nach Obermaubach am Rurstausee Obermaubach. Von hier weiter am östlichen Ufer des Stausees und danach am Rurufer bis zum Bahnhof Nideggen-Brück, wo ca. 16 km der Teilstrecke zurückgelegt sind. Es gibt hier die Möglichkeit die Route über das oberhalb der Rur gelegene Nideggen zu wählen, wobei ca. 6 km mit 150 Höhenmetern zurückgelegt werden müssen oder weiter an Rur entlang zu fahren, was mit ca. 4 km und 51 Höhenmetern die weniger anstrengende Variante ist. Die Nideggener Altstadt besteht aus sehenswerten Fachwerk- und Buntsandsteinhäusern. Vom zentralen Marktplatz aus blickt man auf die beiden trutzigen Stadttore, und nach zehn Minuten Fußweg steht man vor den Toren der Burg Nideggen. In Abenden treffen sich die beiden Alternativrouten und verlaufen zusammen mit dem RurUfer-Radweg bis Hausen. Hier verlässt die Route das Rurtal und führt nach Vlatten mit der Oberburg. Eine im 9. Jahrhundert gegründete karolingische Königspfalz mit der Pfarrkirche St. Dionysius aus dem 12. Jahrhundert. Beim Verlassen des Rurtals sind etwa 160 Höhenmeter zu bewältigen. Hinter Vlatten beginnt das Stadtgebiet von Mechernich. Die Route führt durch die Stadtteile Berg, Floisdorf, Eicks mit seinem spätbarocken Wasserschloss in den Stadtteil Kommern. Kommern ist wegen seines geschlossenen Fachwerkensembles im historischen Ortskern bekannt. Touristische Attraktionen sind auch das Rheinische Freilichtmuseum und der Hochwildpark Kommern. Entlang des Bleibaches verläuft die Route weiter in den Stadtteil Firmenich, wo sich die Burg Firmenich befindet. Von hier sind es nur knapp zwei Kilometer zur Burg Satzvey im gleichnamigen Stadtteil. Von Satzvey aus ist eine ca. drei Kilometer lange Stichstrecke zur Burg Veynau als Wasserburgen-Route ausgeschildert. Diese größte Burganlage im Kreis Euskirchen zählt zu den eindrucksvollsten und bedeutendsten Burgen im Rheinland. Direkt hinter der Satzvey nach der Autobahnbrücke liegt links die Burg Zievel auf dem Gelände eines Golfplatzes. Weiter führt der Weg in die Mechernicher Stadtteile Lessenich und Wachendorf. Am Ortseingang von Wachendorf ist ein ca. ein Kilometer langer Stichweg zur Oberen- und Unteren-Burg von Antweiler ausgeschildert. Hinter Wachendorf folgt ein ca. ein Kilometer langer Anstieg mit ca. 40 Höhenmetern und anschließender Anfahrt nach Iversheim das zur Stadt Bad Münstereifel gehört. Am Ortseingang vor der Bahnlinie kann eine Römische Kalkbrennerei besichtigt werden. Von hier kann man die Beschilderung des Erft-Radwegs benutzen, um der ca. 4 km entfernten Innenstadt von Bad Münstereifel einen Besuch abzustatten. Bad Münstereifel besitzt eine nahezu vollständig erhaltener restaurierter Stadtmauer mit historischem Stadtkern. Die Rundroute folgt jetzt dem Tal der Erft und führt über Arloff, vorbei an der Burg Kirspenich im gleichnamigen Stadtteil, zur ca. 5 km entfernten Hardtburg. Von hier sind es jetzt noch 7 km bis zum Bahnhof von Euskirchen. Alternativ kann hier direkt Richtung Rheinbach und Meckenheim abgebogen werden und der Besuch von Euskirchen auf die Rückfahrt verschoben werden.

Kreuzau – Zülpich – Euskirchen Diese Alternative hat eine Länge von 33 km und weist 190 Höhenmeter Steigungen auf. (Ohne die Stichstrecken zu Sehenswürdigkeiten.) Die Teilstrecke startet mit einem Anstieg von ca. 25 Höhenmeter und führt dann flach weiter durch Stockheim und Soller mit seiner Wallfahrtskirche. Deren im 19. Jahrhundert erbaute Lourdes-Grotte, in der Septemberoktav viele Pilger anzieht. Danach folgen die Orte Froitzheim und Juntersdorf, letzterer gehört bereits zur Stadt Zülpich. Am Ortseingang liegt die Wasserburg Juntersdorf. Es folgt der Stadtteil Langendorf wieder mit einer Wasserburg, der Burg Langendorf. Die Burg gehört zu den besterhaltenen und gepflegtesten Wasserburgen im Rheinland. Nach weiteren drei Kilometern wird Zülpich-Hoven erreicht, wo sich das Kloster Marienborn befindet. In dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster wurde 1888 von der Kölner Genossenschaft der Cellitinnen nach der Regel des hl. Augustinus übernommen, die hier die Krankenanstalten Marienborn einrichteten, eine Pflegeanstalt zur psychiatrischen Versorgung von schwer psychisch kranken Frauen. Traurige Berühmtheit erlange die Hovener Krankenanstalt in der Zeit des Nationalsozialismus, wo sie besonders durch die NS-Gesetzgebung zur Rassenhygiene und deren Vollzug betroffen war. Direkt danach folgt die Römerstadt Zülpich. Hier findet man die Römerthermen aus dem 2. Jahrhundert, über denen das Museum der Badekultur errichtet wurde. Die Mittelalterliche Stadtbefestigung wurde größtenteils restauriert und besitzt vier gut erhaltene Stadttore. Teil der Stadtbefestigung ist die Kurkölnische Landesburg Zülpich. Nach weiteren 12 km entlang der ehemaligen Bördebahn wird Euskirchen erreicht.

Knotenpunkt Euskirchen Euskirchen ist gut mit der Bahn zu erreichen, da es an der Eifelstrecke Köln – Trier liegt. Von hier bieten sich mehrere lokale Rundwege auf der Wasserburgen-Route an. In der Euskirchener Kernstadt gibt es an Sehenswürdigkeiten die teilweise noch erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung, den historischen Markt und die Martinskirche als eines der ältesten und bedeutendsten Bauwerke.

Um zurück auf die „Große Runde“ zu gelangen, folgt man der Wasserburgen-Route in Richtung Rheder, Hardtburg, Rheinbach.

Euskirchen – Wachtberg – Bonn Mehlem

Diese Teilstrecke hat eine Länge von ca. 54 km und weist 473 Höhenmeter Steigungen auf. (Ohne die Stichstrecken zu Sehenswürdigkeiten.)