Der Sportverein Viktoria 01 e. V., kurz Viktoria Aschaffenburg, ist ein Sportverein aus Aschaffenburg und der erfolgreichste Fußballverein der Region Bayerischer Untermain.
Trotz der Zugehörigkeit Aschaffenburgs zu Bayern gehörte der Verein bis einschließlich der Saison 2011/12 dem Hessischen Fußball-Verband an. Zur Spielzeit 2012/13 erfolgte der Wechsel in den Bayerischen Fußball-Verband. Nach langer Zugehörigkeit zur höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga Süd, in den 1940er und 1950er Jahren verbrachte der Verein in den 1980er Jahren drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga und erreichte in dieser Zeit auch das Viertelfinale im DFB-Pokal. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Stadion am Schönbusch aus. Sie spielte in der abgelaufenen Saison 2023/24 in der viertklassigen Regionalliga Bayern und erreichten dabei den 14. Tabellenplatz.
Vereinsgeschichte 1901–1919: Entstehung & Erster Weltkrieg Der FC Aschaffenburg wurde am 6. August 1901 gegründet. Am 12. April 1902 folgte die Gründung des FC Viktoria Aschaffenburg. Die zwei bis dahin unabhängig voneinander existierenden Vereine schlossen sich im Mai 1902 dem Verband der Süddeutschen Fußballvereine an. Am 24. Juni 1904 folgte die Fusion beider Vereine zum FC Viktoria Aschaffenburg. Am 3. Juni 1906 wurde die Leichtathletikabteilung angegliedert und aus dem FC wurde der SV Viktoria 01 Aschaffenburg. Das bis heute genutzte Sportgelände am Schönbusch wurde am 23. Mai 1909 eingeweiht. In den Jahren 1915 und 1916 war die Viktoria Bezirks- und Gaumeister. Wegen des Ersten Weltkriegs wurde der Spielbetrieb bis zum 23. Mai 1920 unterbrochen.
1919–1945: Zweiter Weltkrieg Saisondaten 1919–1943 Spielzeit Liga Ligahöhe Platz Tore Punkte 1919/20 Odenwald-kreisliga 1 ? - - 1920/21 Odenwald-kreisliga 1 ? - - 1921/22 Odenwald-kreisliga 1 ? - - 1922/23 Südmainkreis 1 ? - - 1923/24 Südmainkreis 1 ? - - 1924/25 Südmainkreis 1 ? - - 1925/26 Südmainkreis 1 ? - - 1926/27 Südmainkreis 1 ? - - 1927/28 Südmainkreis 1 ? - - 1928/29 Südmainkreis 1 ? - - 1929/30 Südmainkreis 1 ? - - 1930/31 Südmainkreis 1 ? - - 1931/32 Ostmainkreis 1 ? - - 1932/33 Ostmainkreis 1 1. - - 1933/34 BezirksklasseUnterfranken 2 1. - - 1934/35 BezirksklasseUnterfranken 2 1. - - 1935/36 BezirksklasseUnterfranken 2 ? - - 1936/37 BezirksklasseUnterfranken 2 ? - - 1937/38 BezirksklasseUnterfranken 2 ? - - 1938/39 BezirksklasseUnterfranken 2 ? - - 1939/40 BezirksklasseUnterfranken 2 ? - - 1942/43 GauligaNordbayern 1 9. 38:76 12:28
Zu Beginn der 1920er Jahre wurden eine Hockey-, Box- sowie eine Faustballabteilung gegründet. Der Verein registrierte 1921 1.271 Mitglieder. In der Spielzeit 1932/33 wurde die Viktoria Ostmainkreismeister vor den Kickers Aschaffenburg, in den darauf folgenden zwei Spielzeiten Meister der Bezirksklasse Unterfranken. Vom 24. April 1937 bis zum 19. Juli 1939 bestand eine Fusion mit Reichsbahn Tuspo unter dem Namen Reichsbahn-Viktoria 01. Bis zum Kriegsende wurde die Gauliga, die ab 1933 die oberste Spielklasse war, nur einmal erreicht, als die Viktoria in der Saison 1942/43 in der zu dieser Spielzeit neu geschaffenen Gauliga Nordbayern antrat, aus der man allerdings umgehend wieder abstieg.
1945–1963: Nachkriegsjahre & Blütezeit Saisondaten 1945–1963 Spielzeit Liga Ligahöhe Platz Tore Punkte 1945/46 Landesliga Großhessen-Ost 2 1. - - 1946/47 Oberliga Süd 1 15. 68:111 33:43 1947/48 Oberliga Süd 1 17. 46:88 25:51 1948/49 Landesliga Hessen 2 4. 51:50 30:22 1949/50 Landesliga Hessen 2 2. 82:33 41:15 1950/51 2. Liga Süd 2 2. 84:57 43:25 1951/52 Oberliga Süd 1 11. 45:70 28:32 1952/53 Oberliga Süd 1 12. 59:74 28:32 1953/54 Oberliga Süd 1 16. 44:82 20:40 1954/55 2. Liga Süd 2 2. 113:41 50:18 1955/56 Oberliga Süd 1 5. 61:45 35:25 1956/57 Oberliga Süd 1 8. 44:54 27:33 1957/58 Oberliga Süd 1 11. 51:54 26:34 1958/59 Oberliga Süd 1 14. 43:69 22:38 1959/60 Oberliga Süd 1 15. 43:73 21:39 1960/61 2. Liga Süd 2 3. 69:48 44:24 1961/62 2. Liga Süd 2 8. 67:66 36:32 1962/63 2. Liga Süd 2 15. 62:62 28:40
Das Stadion am Schönbusch war durch Bombentrichter als Folge des Krieges beschädigt und wurde erst am 26. April 1946 wieder genutzt. Dennoch wurde auch vorher schon wieder Fußball gespielt. Das erste Spiel nach dem Krieg fand am 11. Juni 1945 gegen Hassia Dieburg statt. 1946 wurde Viktoria Aschaffenburg als bayerischer Verein Gründungsmitglied des Hessischen Fußball-Verbandes und stieg als Gruppenmeister der Landesliga Großhessen-Ost nach mehreren Entscheidungsspielen als Hessenmeister in die höchste Spielklasse Oberliga Süd auf.
In der ersten Saison erreichte die Viktoria den fünfzehnten Platz. In der nächsten Spielzeit stiegen die Aschaffenburger als siebzehnter in der Tabelle aus der Oberliga ab. In der Saison 1948/49 erreichte Viktoria den vierten Platz in der Landesliga Hessen. In der nächsten Saison qualifizierte sich Aschaffenburg als Tabellenzweiter mit drei Punkten Abstand zu Meister SV Darmstadt 98 für die neugeschaffene 2. Liga Süd. In der Saison 1950/51 erreichte die Viktoria den zweiten Platz hinter den Stuttgarter Kickers und stieg damit wieder in die Oberliga Süd auf. Nach dem Aufstieg erreichten die Aschaffenburger den 11. Platz unter anderem vor den TSV 1860 München. Dabei gelang es keiner gegnerischen Mannschaft im Stadion am Schönbusch gegen die Heimmannschaft zu gewinnen. In der folgenden Saison verschlechterte sich die Viktoria um einen Platz. Die Saison 1953/54 schlossen die Viktorianer auf dem letzten Tabellenplatz ab, jedoch gelang der sofortige Wiederaufstieg auf dem zweiten Tabellenplatz hinter 1860 München. In der Rückkehrsaison gelang Aschaffenburg mit dem fünften Platz vor Vereinen wie dem 1. FC Nürnberg und der Eintracht Frankfurt eine Sensation. Diese Saison ist bis heute die erfolgreichste des Vereins und der Verein hatte ein Zuschauerschnitt bei etwa 8.000 Zuschauern pro Spiel. Im Kader standen mit Staab und Heinz Budion zwei aktive und mit Ernst Lehner ein ehemaliger Nationalspieler. In der Saison 1956/57 stand die Viktoria auf dem achten Platz unter anderem vor dem Aufsteiger FC Bayern München. Die folgende Saison beendete Aschaffenburg auf dem elften Platz. In der Saison 1958/59 konnte die Viktoria dem Abstieg nur knapp entkommen und erreichte den vierzehnten Platz. Die Saison 1959/60 ist für die Aschaffenburger die letzte Saison in der ersten Liga. Die Mannschaft stieg aufgrund eines um 2/100 schlechteren Torquotienten auf dem 15. Tabellenplatz aus der Oberliga Süd. Während den Spielzeiten in der Oberliga wurden manche Spiele vor bis zu 18.000 Zuschauern im Stadion am Schönbusch ausgetragen.
In der folgenden Saison verpasste die Viktoria den Wiederaufstieg nur knapp und erreichte den dritten Platz. Die Saison danach verschlechterte man sich und erreichte nur noch den achten Platz in der zweiten Liga. Die Saison 1962/63 war die letzte Saison der 2. Liga Süd. Somit qualifizierte sich die obere Hälfte der achtzehn Vereine für die Regionalliga Süd. Die untere Hälfte der Tabelle – zu der auch Aschaffenburg auf dem 15. Platz gehörte – stieg in die jeweilige Amateurliga ab.
1963–1985: Lange Jahre im Amateurfußball Saisondaten 1963–1985 Spielzeit Liga Ligahöhe Platz Tore Punkte 1963/64 Amateurliga Hessen 3 15. 63:62 32:40 1964/65 Landesliga Hessen 4 1. - - 1965/66 Amateurliga Hessen 3 3. 63:38 41:23 1966/67 Amateurliga Hessen 3 4. 51:38 37:23 1967/68 Amateurliga Hessen 3 7. 64:52 36:28 1968/69 Amateurliga Hessen 3 8. 54:57 34:34 1969/70 Amateurliga Hessen 3 2. 55:26 48:20 1970/71 Regionalliga Süd 2 18. 42:83 20:52 1971/72 Amateurliga Hessen 3 11. 60:61 35:37 1972/73 Amateurliga Hessen 3 13. 48:66 26:42 1973/74 Amateurliga Hessen 3 1. 79:30 50:18 1974/75 Amateurliga Hessen 3 8. 57:54 35:37 1975/76 Amateurliga Hessen 3 12. 49:55 31:37 1976/77 Amateurliga Hessen 3 6. 71:53 36:32 1977/78 Amateurliga Hessen 3 9. 55:63 32:36 1978/79 Amateuroberliga Hessen 3 11. 63:53 32:36 1979/80 Amateuroberliga Hessen 3 3. 82:46 46:22 1980/81 Amateuroberliga Hessen 3 2. 71:39 47:21 1981/82 Amateuroberliga Hessen 3 9. 66:57 36:36 1982/83 Amateuroberliga Hessen 3 3. 63:41 39:25 1983/84 Amateuroberliga Hessen 3 2. 89:41 49:19 1984/85 Amateuroberliga Hessen 3 1. 97:32 60:12
Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga folgte in der Saison 1963/64 mit Platz 15 der direkte Abstieg in die Landesliga Hessen. In dieser gewann die Viktoria die Meisterschaft und stieg damit wieder in die drittklassige Amateurliga Hessen auf. Die Rückkehrsaison konnten die Aschaffenburger direkt auf dem dritten Platz beenden. In der nächsten Saison verschlechterten sich die Viktorianer um einen Platz. Die Saison 1967/68 beendete Aschaffenburg auf dem siebten Platz. In der nächsten Saison verschlechterte sich die Viktoria erneut um einen Platz. Die Saison 1969/70 beendeten die Aschaffenburger auf dem zweiten Tabellenplatz. Meister wurden die Amateure der Eintracht Frankfurt, die nicht in die Regionalliga aufsteigen durften, weshalb die Viktoria nachrückte.
Somit spielte Aschaffenburg in der Saison 1970/71 wieder in der damals zweithöchsten Spielklasse, stieg jedoch auf dem vorletzten Tabellenplatz direkt wieder ab. Die Rückkehr in die Amateurliga Hessen endete auf dem elften Platz. In der nachfolgenden Saison verschlechterte man sich sogar und konnte nur den 13. Platz erreichen. Die Saison 1973/74 schlossen die Viktorianer deutlich als Meister ab, jedoch blieb ihnen der Aufstieg aufgrund der Einführung der zweigleisigen 2. Bundesliga verwehrt. In der folgenden Saison war diese Leistung nicht mehr möglich und die Saison wurde nur auf dem achten Platz abgeschlossen. Die Saison 1975/76 endete auf einem noch schlechteren zwölften Platz. In der nächsten Saison verbesserte sich die Viktoria auf einen sechsten Platz. Diese Leistung konnte man in der Saison 1977/78 nicht beibehalten und erreichte den neunten Platz. Ab der Saison 1978/79 wurde die Oberliga Hessen zur Amateur-Oberliga des Hessischen Fußball-Verbandes. Die erste Spielzeit beendete Aschaffenburg auf dem elften Platz. In der nächsten Saison konnte sich die Viktoria auf den dritten Platz verbessern. In der Saison 1980/81 verpassten die Viktorianer den Aufstieg nur knapp mit einem zweiten Platz hinter dem SC Viktoria Griesheim. Die nächste Saison beendete der Sportverein auf dem neunten Platz. 1982/83 landete Aschaffenburg auf dem dritten Platz in der Liga. In der Folgesaison konnte die Viktoria sich um einen Platz verbessern und verpasste damit nur knapp den Aufstieg.
Die Saison 1984/85 schloss die Viktoria schließlich mit dem Meistertitel ab. Damit war die Viktoria berechtigt, mit drei weiteren Oberligameistern an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teilzunehmen. Jede der Mannschaften musste sowohl Heim- als auch Auswärtsspiel gegen jeden der drei anderen bestreiten. Die zwei Mannschaften, die nach den insgesamt 12 Spielen die meisten Punkte sammeln konnten, stiegen in die Zweite Liga auf. Der SVA trat gegen die SpVgg Bayreuth, den FSV Salmrohr und den SV Sandhausen an. Nach sechs Spielen, die die Viktoria bestreiten musste, stand der Verein hinter Bayreuth auf dem zweiten Platz und war somit aufstiegsberechtigt. Hervorzuheben sind die beiden Spiele gegen Bayreuth: Im Heimspiel musste sich Aschaffenburg vor knapp 14.000 Zuschauern mit 0:2 geschlagen geben. Das Rückspiel in Bayreuth jedoch gewann die Viktoria deutlich mit 5:0 Toren.
1985–1993: Rückkehr in die 2. Bundesliga Saisondaten 1985–1993 Spielzeit Liga Ligahöhe Platz Tore Punkte 1985/86 2. Bundesliga 2 13. 57:59 35:41 1986/87 2. Bundesliga 2 18. 47:72 24:52 1987/88 Amateuroberliga Hessen 3 1. 81:29 57:11 1988/89 2. Bundesliga 2 18. 47:60 34:42 1989/90 Amateuroberliga Hessen 3 7. 48:40 35:33 1990/91 Amateuroberliga Hessen 3 4. 81:27 52:16 1991/92 Amateuroberliga Hessen 3 1. 88:30 52:12 1992/93 Amateuroberliga Hessen 3 15. 61:79 25:39
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