Die Heinkel He 51 war ein Doppeldecker-Jagdflugzeug aus deutscher Produktion. Als direkte Weiterentwicklung der He 49 flog die He 51 1933 zum ersten Mal.

Entwicklung mini|Heinkel He 51 A-1 in Döberitz, Sommer 1935 mini|Auf dem Flugplatz Staaken aufgestellte He 51 des Jagdgeschwaders „Richthofen“ mini|Heinkel He 51 B der bulgarischen Luftwaffe Ernst Heinkel entwickelte bereits im Ersten Weltkrieg bei Albatros und Hansa-Brandenburg erfolgreiche Kampfflugzeuge. Seine Baumuster wurden auch bei der illegalen Fliegerschule der Reichswehr eingesetzt. Nachdem er 1932 mit der Vorstellung seiner He 49 beim Heereswaffenamt gescheitert war, vereinfachte er deren Konstruktion für den Serienbau und erhielt 1934 vom Reichsluftfahrtministerium einen Auftrag über zunächst 75 Jagdflugzeuge. Da die Fertigungskapazität der Heinkel Flugzeugwerke dafür nicht ausreichte, wurden Erla (80 Maschinen), AGO, Arado und Fieseler mit in die Produktion eingebunden.

Produktionszahlen

Die Serienproduktion der He 51 begann im Februar 1935 und endete bereits im Dezember 1936. 1935 wurden 178 und 1936 320 He 51 hergestellt. Dazu kommen einige Flugzeuge, die bereits 1934 bzw. erst 1937 ausgeliefert wurden.

+Produktionszahlen der He 51Unterlagen aus dem Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg, Bestand RL 3. Hersteller Land See Summe EHF14331174 ArB71273 Ago7777 Erla8080 GFW102102 Summe47333506

Einsatz Die ersten He 51A-0 wurden bereits 1934 ausgeliefert und flogen in der zivil getarnten, sogenannten „Reklamestaffel Mitteldeutschland“. Neben einigen Arado Ar 65 gehörte die He 51A zur Erstausstattung der im März 1935 offiziell gegründeten neuen deutschen Luftwaffe mit Jagdflugzeugen.

Im April 1935 waren die He 51 beim Jagdgeschwader 2 „Richthofen“ auf dem Flugplatz DöberitzKai Biermann, Erhard Cielewicz: Flugplatz Döberitz: Geburtsort der militärischen Luftfahrt in Deutschland, Christoph Links Verlag, Berlin 2005. bereits einsatzbereit.Kampfflugzeuge vom 1. Weltkrieg bis heute. S. 114, Andreas Verlagsbuchhandlung, Salzburg 1977.Am 14. März 1935 erhielt die Fliegergruppe Döberitz auf Erlass Adolf Hitlers die Bezeichnung „Jagdgeschwader Richthofen“. Anfang 1936 erhielt das Jagdgeschwader „Horst Wessel“ als erstes Geschwader die verbesserte He-51 B-0 Ausführung. Am 31. Juli 1936 wurden 14 He 51 für den Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg bereitgestellt, Ende 1936 befanden sich bereits 50 He 51 der Varianten A-1 und C-1 im Einsatz bei der Legion Condorvgl. Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1981, S. 192 f., konnten sich aber nicht gegen die leistungsfähigeren sowjetischen Jagdflugzeuge wie die Polikarpow I-16 durchsetzen. Die He 51 wurde daher mit Erscheinen der Bf 109 überwiegend als Erdkampfflugzeug eingesetzt. Zwei He 51A wurden von den republikanischen Truppen intakt erbeutet und in der Sowjetunion ausgiebig getestet, dort aber als veraltet angesehen. Insgesamt wurden 93 He 51 in Spanien eingesetztJet & Prop Foto-Archiv Band 12, Zweibrücken 2004, S. 96 f..

Die He 51 wurde ab 1936 teilweise von der Arado Ar 68 und ab 1937 von der Messerschmitt Bf 109 als Standard-Jagdflugzeug der Luftwaffe abgelöst. 1937 wurden zwölf Maschinen den bulgarischen Luftstreitkräften übergeben. In Deutschland flog die I./JG 136 bis zum Herbst 1938 als letzte Luftwaffen-Einheit die He-51.Manfred Griehl: Waffen-Arsenal Sonderband 7 „Die deutsche Tagjagd“. S. 6, Podzun-Pallas Verlag, Wölfersheim-Berstadt 2002. Bis 1942 wurde die He-51 als Schulflugzeug eingesetzt.

Am 1. März 1940 hatte die Luftwaffe noch 266 He 51 im Bestand. Es müssen also schon Flugzeuge verschrottet worden sein, da nach der Lieferung von 12 Flugzeugen an Bulgarien im Jahre 1936 keine weiteren Exporte erfolgten. Am 31. Januar 1944 betrug der Bestand 35 Flugzeuge, die sich fast alle bei Schulen befanden. Diese Zahl sank bis auf 8 am 30. September 1944.Flugzeugbestandslisten, Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg, Bestand RL 3.

Versionen mini|He 51 A-1 He 51A-0: Prototypen, neun gebaut He 51A-1: Serienversion der A-1, 75 gebaut He 51B-0: A-1 mit verstärkter Zelle, 12 gebaut He 51B-1: Serienversion der B-1, 12 gebaut He 51B-2: Schwimmerflugzeug, rund acht Umbauten aus B-1, rund 42 Neubauten (auch He 51W oder He 51B-2W), schiffsgestütztes Katapultflugzeug mit leichter Bombenzuladung He 51C-1: Erdkampfflugzeug mit Unterflügelstationen für vier 50-kg-Bomben, 75 gebaut He 51C-2: C-1 mit verbesserter Funkausrüstung, 21 gebaut

Als Ausführung mit Schwimmern entstand die He 51W, die problemlos wieder auf ein normales Fahrgestell umgerüstet werden konnte. Mit der He 51V5 (Werknummer 994), die vergrößerte Tragflächen erhielt, sollten die Höhenleistungen verbessert werden, es blieb jedoch bei einem Versuchsmuster.

Nutzerstaaten

Bulgarische Luftstreitkräfte – 12 MaschinenGreen and Swanborough 1988, p. 17.

Luftwaffe

Spanische Luftstreitkräfte

Technische Daten mini|Heinkel He 51 C der 3./J 88, Legion Condor, geflogen von Adolf Galland

Kenngröße Daten He-51 CWilliam Green, Gordon Swanborough: The cadre creator … Heinkel’s last biplane. In: AIR Enthusiast Thirty-six, S. 19EHF-Datenblatt Nr. 655/He 15 C, Gewichte nach DIN 22. Spannweite oben 11,00 m Spannweite unten 8,60 m Länge 8,40 m Höhe 3,20 m Flügelfläche 27,20 m² Kraftstoffkapazität intern: 210 l, im immer mitgeführten Zusatztank: 170 l Inhalt des Schmierstoffbehälters 25 l Leermasse 1473 kg Startmasse 1900 kg Triebwerk ein BMW VI 7,3Z mit 750 PS Leistung Luftschraube Zweiblatt-Festpropeller mit 3,10 m Durchmesser Tragwerk Holzgerippe, stoffbespannt Rumpfwerk Stahlrohr, Leichtmetall, Holz, Stoff Leitwerk Dural, stoffbespannt Flugdauer bei Sparleistung (4000 m) 2,3 h Reichweite 740 km unter optimalen Bedingungen Reichweite bei Vollleistung 280 km auf Seehöhe, 430 km in 4000 m, 550 km in 6000 m Reichweite bei Marschleistung (85 %) 390 km auf Seehöhe, 570 km in 4000 m, 700 km in 6000 m Höchstgeschwindigkeit 330 km/h auf Seehöhe, 310 km/h in 4000 m, 285 km/h in 6000 m Marschgeschwindigkeit 280 km/h auf Seehöhe Landegeschwindigkeit 95 km/h Startstrecke100 m Landestrecke 150 m Dienstgipfelhöhe 7700 m Steigzeit auf 2000 m 3,1 min Steigzeit auf 4000 m 7,8 min Steigzeit auf 6000 m 16,5 min Bewaffnung 2 × 7,92 mm MG 17 mit je 500 Schuss 4 × 50-kg-Bomben unter den Flügeln

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen Liste von Luftfahrzeugen der Wehrmacht Deutsche Doppeldecker im Zweiten Weltkrieg

Literatur Andrei Alexandrov, Gennadi Petrov: Die deutschen Flugzeuge in russischen und sowjetischen Diensten 1914–1951. Band 1, Flugzeug Publikations GmbH, ISBN 3-927132-43-8.

Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1981. Wilfried Kopenhagen, Jochen K. Beeck: Das große Flugzeugtypenbuch, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02522-1. Michael Sharpe: Doppeldecker, Dreifachdecker & Wasserflugzeuge, Gondrom Verlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1872-7. Kai Biermann, Erhard Cielewicz: Flugplatz Döberitz: Geburtsort der militärischen Luftfahrt in Deutschland, Christoph Links Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-86153-371-5.

Weblinks

Einzelnachweise

He 051 Kategorie:Jagdflugzeug (1930–1939) Kategorie:Luftfahrzeug der Wehrmacht Kategorie:Militärluftfahrzeug (Bulgarien) Kategorie:Flugzeugtyp des Spanischen Bürgerkrieges Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Deutsches Reich) Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1933