Der Windpark Gennaker ist ein geplanter Offshore-Windpark in der südlichen Ostsee, etwa 15 km nördlich des Darß in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Fläche befindet sich im Bereich um den vorhandenen OWP EnBW Baltic 1 innerhalb des Küstenmeeres. Er soll aus 103 Windenergieanlagen von Siemens Gamesa mit einer Nennleistung bis zu 9 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 167 Metern bestehen und insgesamt 927 MW Nennleistung erbringen. Im Juni 2019 erhielt die OWP Gennaker GmbH mit Sitz in Bremen, eine frühere Tochter der Wpd, die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz für die Errichtung und den Betrieb der 103 Anlagen. Geplanter Baubeginn war 2023, die volle Kapazität sollte bis 2027 erreicht sein.Benjamin Klare: Siemens Gamesa liefert Turbinen für „Gennaker“· Master Supply Agreement mit Bremer Projektentwickler WPD · 927-Megawatt-Windpark entsteht in der Ostsee. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Juli 2022, S. 3

Im Mai 2022 verkaufte Wpd das Offshore-Geschäft an den Infrastrukturfonds Global Infrastructure Partners. Der Fonds führt die Aktivitäten in der Skyborn Renewables GmbH weiter.

Ende 2022 beantragte der Betreiber eine im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes wesentliche Änderung: Statt Siemens SWT-8.0-154 soll die Siemens Gamesa SG 8.0-167 DD mit größerem Rotordurchmesser gebaut werden. Am 25. März 2024 wurde die Änderung vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern genehmigt.

Im Juni 2024 wechselte Skyborn erneut den Anlagentyp zur Siemens Gamesa SG 14-236 DD. Bei gleichbleibender Leistung des Windparks, verringert sich die Anlagenanzahl auf 63 Turbinen. Die Offshore-Arbeiten sollen im Jahr 2027 beginnen. Stand September 2025 ist eine Inbetriebnahme für das Jahr 2028 geplant.

Im Juni 2026 stiegen die Stadtwerke München noch vor dem Bau mit 25 % in den Windpark ein. Die Investitionssumme liegt insgesamt bei rund drei Milliarden Euro.

Bau Den Auftrag zum Transport und zur Installation der Monopiles in den Meeresboden erhielt das Bauunternehmen Subsea 7.

Netzanschluss Die Windenergieanlagen werden durch Mittelspannungskabel mit zwei Umspannplattformen (Zingst und Darß) im Windpark verbunden, die den Strom auf Höchstspannung von 220 kV transformieren. Von dort aus wird der Strom über Seekabel in ein neues Umspannwerk bei Gnewitz ans Festland übertragen. Die Netzanbindung besteht aus drei Drehstrom-Leitungssystemen, die je eine Länge von rund 50 Kilometern auf See und 35 Kilometern an Land haben. In Dierhagen treffen die Seekabel auf Land. Für den Netzanschluss ist das Unternehmen 50Hertz Offshore zuständig.

Betrieb Teile der Kapazität werden über Power Purchase Agreements mit langjähriger Laufzeit an Unternehmen geliefert: 600 MW an den Onlineversandhändler Amazon 100 MW an das Energieversorgungsunternehmen Uniper

Kritik Gegen die Ausweisung des marinen Vorranggebietes für Windenergieanlagen im Landesraumentwicklungsprogramm nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vom 27. Mai 2016 stellten die Gemeinden Zingst, Prerow, Born a. Darß und zwei regionale Tourismusverbände Anträge auf Normenkontrolle. Sie befürchten negative Auswirkungen auf den Tourismus insbesondere auf die Ostseeheilbäder als touristisches Ziel. Ihre wirtschaftliche Situation und Unabhängigkeit hänge im Wesentlichen vom touristischen Erfolg im Gemeindegebiet ab. Das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern hat die Anträge bereits als unzulässig abgelehnt, weil die Antragsbefugnis fehle. Allein der Umstand, dass die Windenergieanlagen von dem jeweiligen Gemeindegebiet aus zu sehen sein werden, reicht insoweit nicht aus.OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschlüsse vom 2. Juli 2019, und

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU Mecklenburg-Vorpommern) fürchtet negative Auswirkungen auf Vogelarten (darunter Kraniche, Trauer- und Eisenten sowie Singvögel). Der Windpark befinde sich in einem zentralen Flugkorridor zwischen Skandinavien und Südeuropa. Der NABU wendet zudem ein, der Windpark beeinträchtige Schutzgebiete in unmittelbarer Nähe (Kadetrinne, Plantagenetgrund, Vorpommersche Boddenlandschaft und nördlicher Strelasund), stelle eine Gefahr für Schweinswale dar, erhöhe die Gefahr einer Havarie und sei ohne zugewiesenen Netzanschluss nicht genehmigungsfähig. Der NABU hat daher Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Der Widerspruch wurde abgelehnt, woraufhin der NABU Klage gegen die Genehmigung erhob. Im März 2026 wurde ein Vergleich zwischen der Naturschutzorganisation und dem Betreiber bekannt. Der Windpark verpflichtet sich zu weit über die Genehmigungsanforderungen hinausgehende freiwillige Maßnahmen und Begleitforschungen insbesondere zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen. Der NABU zieht im Gegenzug seine Klage zurück.

Siehe auch Liste der Offshore-Windparks Liste der deutschen Offshore-Windparks

Einzelnachweise

Kategorie:Offshore-Windpark (Ostsee)