Der Windpark Windanker ist ein in Bau befindlicher Offshore-Windpark in der Ostsee, der aus 21 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von je 15 MW bestehen soll.

Der Windpark wird federführend vom spanischen Energieversorger Iberdrola nordöstlich der Insel Rügen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone gebaut, wo Iberdrola bereits den Offshore-Windpark Wikinger und den Offshore-Windpark Baltic Eagle betreibt. Die drei Parks zusammen werden von Iberdrola als „Baltic Hub“ bezeichnet.

Die Investitionskosten des Windparks Windanker betragen mehr als 800 Mio. Euro. Er soll 2026 ans Netz gehen, der produzierte Strom ohne staatliche Förderung vermarktet werden. Am 31. August speisten erste Windkraftanlagen Strom in das Übertragungsnetz ein.

Planung und Bau Für die Fläche mit der Bezeichnung O-1.3 fand eine wettbewerbliche Ausschreibung nach dem Windenergie-auf-See-Gesetz zum Gebotstermin 1. September 2021 statt. Mit einer Leistung von 300 MW ging der Zuschlag zunächst an die RWE Renewables Offshore Development One GmbH. Da es sich bei Windanker um ein bestehendes Projekt handelt, für das Iberdrola bereits Vorleistungen erbracht hatte, bestand ein gesetzliches Eintrittsrecht. Iberdrola übte dieses aus und die Windanker GmbH übernahm den Zuschlagswert von 0 Cent pro Kilowattstunde. Windanker wird damit der erste Windpark in der Ostsee, der neben der Netzanbindung ohne weitere Förderung auskommt.

Im Juni 2024 traf Iberdrola die endgültige Investitionsentscheidung.

Im Dezember 2024 übernahm der japanische Energieversorger Kansai 49 % der Anteile am Projekt.

Am 24. Januar 2025 erließ das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie den Planfeststellungsbeschluss auf Grundlage des WindSeeG für die Errichtung und den Betrieb der 21 Windkraftanlagen von Siemens Gamesa mit einer Leistung von je 14 Megawatt, die mit der Powerboost-Funktion auf bis zu 15 Megawatt gesteigert werden können. Der Bau begann im Herbst 2025, der Start des kommerziellen Betriebs ist für 2026 geplant. Die Installation der 21 Monopile-Fundamente erfolgte durch Van Oord mit dem Errichterschiff Svanen und wurde im Dezember 2025 abgeschlossen.

Die Europäische Investitionsbank vergab einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro an Iberdrola, um den Offshore‑Windpark zu finanzieren.

Netzanbindung Der in den Windenergieanlagen erzeugte Strom wird über die interne Parkverkabelung zur Umspannplattform Jasmund im Windpark geleitet, wo der Strom auf 220-kV-Höchstspannung transformiert wird. Das Ostwind 3 genannte Kabelsystem verläuft weitgehend parallel zu den Ostwind-1- und Ostwind-2-Systemen. Ostwind 3 besteht aus einem Drehstrom-Leitungssystem mit einem etwa 100 km langen Seekabel. Bei Lubmin wird das Kabelsystem angelandet und von dort zum Umspannwerk bei Brünzow-Stilow weitergeführt. Für den Netzanschluss ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Offshore zuständig.

Am 31. August 2026 startete der Testbetrieb von Ostwind 3 ohne Verzögerungen.

Betrieb und Vermarktung des erzeugten Stroms Iberdrola nutzt ein Gelände im Fährhafen Sassnitz als Wartungs- und Servicepunkt.

Teile des Stroms aus dem Windpark werden über Power Purchase Agreements mit langjähriger Laufzeit an verschiedene Unternehmen geliefert, darunter Mercedes-Benz, Schwenk Zement, und der Onlineversandhändler Amazon, der zusammen mit dem Offshore-Windpark Baltic Eagle 1300 GWh abnehmen wird.

Siehe auch Liste der Offshore-Windparks

Einzelnachweise

Kategorie:Offshore-Windpark (Ostsee)