mini|Gideon Singer, 1973 Gideon Singer (* 29. Juni 1926 in Brünn, Tschechoslowakei; † 11. Mai 2015 in Tel Aviv, Israel)Josefstadt-Ehrenmitglied Gideon Singer tot. In: orf.at, 11. Mai 2015, abgerufen am 11. Mai 2015. war ein israelisch-österreichischer Schauspieler.Erstmals seit drei Jahren: 59 Prominente eingebürgert. orf.at, 3. Juni 2014, abgerufen am 4. November 2020

Leben

mini|hochkant|Gideon Singer (vorne links) mit der Musikgruppe Chizbatron, 1949 Geboren als Harry Singer, lernte er schon als Kind Geige und Gesang. 1941 flüchtete er mit seiner Familie über Wien in das Völkerbundsmandat für Palästina. In Israel lernte er den Beruf des Diamantschleifers. Er diente in der israelischen Untergrundarmee und war dort Teil des Musikensembles Chizbatron. Mit drei Freunden (Shlomo Bar, Reuven Shefer und Jacob Ben-Sira) gründete er die Gesangsgruppe Reviyat Mo'adon Ha-Theatron, die Erfolge in Israel feierte.

Als Schauspieler bekam er zunächst kleine Statistenrollen, bald aber Hauptrollen im Theater und im Film, darunter Das fliegende Kamel und Der Blaumilchkanal (1970) von Ephraim Kishon.

In den 1970er Jahren wurde er von Rolf Kutschera nach Wien geholt, um abwechselnd mit Josef Meinrad den Don Quichote in Der Mann von La Mancha zu spielen. Die Rolle hat Gideon Singer auch in Tel Aviv und am Broadway gespielt. Nach zahlreichen weiteren Einladungen wurde Wien seine zweite Heimat. Felix Dvorak holte ihn zu seinen Festspielen nach Berndorf, Mödling und Weitra, wo er unter anderem in Stücken von Feydeau und Hofmannsthal brillierte.

Von 1986 bis 2014 war er am Wiener Theater in der Josefstadt tätig, dessen Ehrenmitglied er 1996 wurde. Insgesamt stand er in rund 3700 Vorstellungen auf der Bühne der Josefstadt und der Wiener Kammerspiele. Er lebte bis zuletzt in Wien und war seit 2005 mit Shira Singer verheiratet.

Filmografie 1961: I Like Mike 1963: Rak Ba’Lira 1964: Sallah Shabati 1966: Moishe Ventalator 1967: Hameniyah Leretzach 1968: Ha-Shehuna Shelanu 1969: Hamisha Yamim B’Sinai 1970: Te'alat Blaumilch, Der Blaumilchkanal 1972: Shod Hatelephonim Hagadol 1972: Nahtche V’Hageneral 1972: Ha-Glula 1972: Azit Hakalba Hatzanhani 1973: Ha-Balash Ha’Amitz Shvartz 1973: Abu el Banat 1974: Delet Haksamim (Fernsehserie) 1976: Rak Hayom 1978: Millioner Betzarot 1978: Ha-Shu’al B’Lool Hatarnagalot 1979: Ta’ut Bamispar 1979: Transit 1979: Lo La’alot Yoter 1979: Imi Hageneralit (Fernsehfilm) 1986: Wohin und zurück – Santa Fe (Fernsehfilm) 1986: Tatort – Der Tod des Tänzers 1990: Regina auf den Stufen (Fernsehserie) 1991: Die Strauß-Dynastie 1992: Tatort – Kinderspiel 1993: Ewangelia wedlug Harry’ego 1993: Desert Lunch 1993: Kaisermühlen Blues 1994: Ha-Gamal Hame’ofef 1996: Männerpension 1996: Der Bockerer II – Österreich ist frei 1998: Kommissar Rex (Fernsehserie, Folge Der Mann mit den 1000 Gesichtern) 1999: Else – Geschichte einer leidenschaftlichen Frau (Fernsehfilm) 1999: Geliebte Gegner (Fernsehfilm) 2000: Der Bockerer III – Die Brücke von Andau 2002: Othello darf nicht platzen (Fernsehfilm) 2005: Unter weißen Segeln – Odyssee der Herzen (Fernsehfilm) 2015: Tatort – Grenzfall

Filmporträt 2006 wurde vom ORF anlässlich Singers 80. Geburtstag das Filmporträt Gideon Singer – Mazel Tov (Regie: Danielle Proskar) hergestellt.

Weblinks

Josefstadt-Ehrenmitglied Gideon Singer in Tel Aviv gestorben Nachruf, in: Kleine Zeitung, Graz, am 11. Mai 2015. Nachruf, Die Presse, Wien, 11. Mai 2015.

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Österreicher Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann