mini|Der Gerhart-Potthoff-Bau ist das Hauptgebäude der Fakultät Die Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ ist eine verkehrswissenschaftliche Forschungs- und Lehreinrichtung in Form einer Fakultät der Technischen Universität Dresden. Sie ging 1992 aus der Hochschule für Verkehrswesen hervor und hat bei dieser Zusammenlegung Dresdner Hochschulen wie das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ihren Namen zu Ehren des Ökonomen und Eisenbahnvordenkers Friedrich List beibehalten.
Geschichte Die Fakultät ging aus der 1949 gegründeten Hochschule für Verkehrswesen (HfV) hervor, die zum 30. September 1992 aufgelöst wurde.
Die neue Fakultät übernahm einen Teil der personellen und materiellen Ressourcen der Hochschule; der andere Teil ging auf die Hochschule für Technik und Wirtschaft über. Studenten der HfV konnten ihr Studium an der neuen Fakultät zu Ende führen.Fakultät für Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ an der neuen TU Dresden. In: Die Deutsche Bahn. , Heft 11/1992, S. 1296 f.
Die Gründung der Fakultät war im Sächsischen Hochschulstrukturgesetz vom 10. April 1992 vorgesehen. Die Fakultät wurde im Rahmen eines Festaktes am 6. November 1992 gegründet. Der Zeremonie wohnte unter anderem Bahnchef Heinz Dürr bei.Gründungsdekan der Fakultät für Verkehrwissenschaften "Friedrich List", G. Hertel (Hrsg.): Festschrift zur Gründung der Fakultät für Verkehrswesen »Friedrich List«, S. 3, 21 f.
An der neu gegründeten Fakultät wurde der Studiengang Verkehrsingenieurwesen mit den Vertiefungsrichtungen Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, Verkehrssystemtechnik und Logistik, Elektrische Verkehrssysteme sowie Verkehrsprozessautomatisierung und Kommunikationssysteme angeboten. Darüber hinaus war die Fakultät an den fakultätsübergreifenden Studiengängen Maschinenbau (Studienrichtung konstruktiver Maschinenbau), Bauingenieurwesen (Studienrichtung Verkehrsbau) und Wirtschaftswissenschaften (Studienrichtung Wirtschaft und Verkehr) beteiligt. Bereits im Dezember 1990 hatte die Sächsische Landesregierung die Einrichtung eines Studiengangs für Wirtschaft und Verkehr beschlossen.
Unter dem Gründungsdekan Günter Hertel verfügte die Fakultät Ende 1992 zunächst über acht Professuren. Nach Abschluss der Berufungsverfahren sollten 30 Professuren besetzt sein, die in vier Abteilungen gegliedert werden sollten. Nach einer anderen Quelle standen zur Gründung rund 38 Professuren, 12 Dozenturen und 145 weitere Mitarbeiterstellen zur Verfügung. Rund 2.300 Studenten waren zur Zeit der Gründung eingeschrieben (TU-weit: 19.300). 1994 verfügte die Fakultät über elf Institute.Technische Universität Dresden, Fakultät für Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ (Hrsg.): Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“. Dresden, 1994, S. 2, 3, 48.
Zum Wintersemester 1993/94 wurde der achtsemestrige Diplom-Studiengang Verkehrswirtschaft aufgenommen. 1994 begannen rund 40 Studenten ein Studium des Verkehrsingenieurwesens. 1996 lag die Zahl der Erstsemestler in diesem Studiengang bei etwa 100.Joachim Pfenning: Verkehrswissenschaften in Dresden. In: Schiene, Heft 3/1997, , S. 41–43.
Im „Zukunftskonzept“ der Universität wurde die Fakultät in den fakultätsübergreifenden Bereich „Bau und Umwelt“ eingeordnet.
Im April 2022 wurde eine Exzellenzprofessur „Verkehrssystemmodellierung“ besetzt. Im Februar 2024 wurde eine Stiftungsprofessur „Digitale Bahnsysteme“ ausgeschrieben und zum 1. Juli 2026 eingerichtet und besetzt.
Dekane Günter H. Hertel, Gründungsdekan 1992–1994 Siegfried Rüger (†), Dekan 1994–1997 Siegbert Liebig, Dekan 1997–2003 Gerd-Axel Ahrens, Dekan 2003–2006 Christian Lippold, Dekan 2006–2012 Hartmut Fricke, Dekan 2012–2017 Technische Universität Dresden, Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“, Dekanat, 16. Februar 2016 Bernhard Bäker, Dekan 2017–2018Technische Universität Dresden, Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List", Dekanat: Fakultätsleitung neu gewählt, 20. Februar 2017 Günther Prokop, Dekan 2018–2022 Seit 12. September 2022: Regine Gerike
Professoren (Auswahl)
Udo Becker, Professor für Verkehrsökologie, von 1994 bis 2021 Johannes Bröcker, Professor für Makroökonomie und Raumwirtschaft, 1993 bis 2000 Wolfgang Fengler, Professor für die Gestaltung von Bahnanlagen, 2000 bis 2018 Hartmut Fricke, Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs, seit 2001 Regine Gerike, Professorin für Verkehrs- und Infrastrukturplanung, seit 2015 Georg Hirte, Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Raumwissenschaft/Regionalökonomie, seit 2003 Rainer König, Professor für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr, 2000 bis 2022 Christian Lippold, Professor für die Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen, seit 2001 Reinhold Maier, Professor für Straßenverkehrstechnik, 2004–2015 (zuvor u. a. Dieter Lohse) Karl Nachtigall, Professor für Verkehrsströmungslehre, seit 2000 Günther Prokop, Professor für Kraftfahrzeugtechnik, seit 2010 Arnd Stephan, Professor für Elektrische Bahnen, seit 2008 Bernhard Schlag, Professor für Verkehrspsychologie, seit 1994 Ulrike Stopka, Professorin für Kommunikationswirtschaft, seit 1993, inzwischen Seniorprofessorin Jochen Trinckauf, Professor für Verkehrssicherungstechnik, seit 1998 (zuvor Wolfgang Fenner), bis 2022 Bernhard Wieland, Professor für Verkehrswirtschaft und internationale Verkehrspolitik, 1999 bis 2018
Honorarprofessoren: Gerd Aberle Heinz Ruhnau Knut Ringat Corinna Salander
Lehre Mobilität und Verkehrssysteme (seit 2025 Bachelor of Science, ehem. Dipl.-Ing. Verkehrsingenieurwesen): ingenieur- und naturwissenschaftlicher Studiengang zur Vermittlung verkehrswissenschaftlicher Kompetenzen. Spezialisierungsrichtungen sind Mobilitätsplanung, Intelligente Verkehrssysteme, Elektrische Verkehrssysteme, Bahnsysteme und Öffentlicher Verkehr sowie Luftverkehr. Regelstudienzeit: 6 Semester inkl. Berufspraktikum (8 Wochen).
Verkehrswirtschaft (Dipl.-Verk.Wirtsch., seit 2007 Bachelor of Science): Anwendung und Weiterentwicklung betriebswirtschaftlicher, volkswirtschaftlicher und quantitativer Methoden der Verkehrswirtschaft mit hohem Anspruch an mathematische und ökonomische Fähigkeiten. Spezialisierungsrichtungen: Verkehrsbetriebslehre und Transportlogistik, Verkehrspolitik, Verkehrsökonometrie und -statistik, Umwelt- und Regionalökonomie sowie Data Analytics im Verkehrswesen. Regelstudienzeit: 6 Semester inkl. Berufspraktikum (8 Wochen).
Bahnsystemingenieurwesen (Master of Science): ingenieurtechnischer Studiengang mit Schwerpunkten auf Infrastruktur, Leit- und Sicherungstechnik, Fahrzeuge und Betrieb des Eisenbahnverkehrs sowie des Öffentlichen Personennahverkehrs. Regelstudienzeit: 4 Semester.
Elektrische Verkehrssysteme (Master of Science): ingenieurtechnischer Studiengang zur Elektromobilität auf Schiene und Straße mit Fokus auf Energieerzeugung, -übertragung und -umsetzung im Fahrzeug sowie Energiespeicher. Regelstudienzeit: 4 Semester.
Air Transport and Logistics: englischsprachiger ingenieurtechnischer Studiengang zum Betrieb von Luftverkehrssystemen. Regelstudienzeit: 4 Semester.
Transportation Economics: englischsprachiger Studiengang mit Fokus auf volkswirtschaftliche quantitative Verfahren. Regelstudienzeit: 4 Semester.
Alle Studiengänge beginnen im Wintersemester.
Die Fakultät bietet an ihren Instituten auch ganze Vertiefungsrichtungen für Studierende anderer Fakultäten. Diese Vertiefungen sind „Kraftfahrzeug- und Schienenfahrzeugtechnik“ im Studiengang Maschinenbau, „Stadt- und Verkehrsplanung, Straßen- und Eisenbahnbau“ im Studiengang Bauingenieurwesen und „Leistungselektronik und Elektrische Antriebe / Bahnen“ im Studiengang Elektrotechnik. Der Studiengang Mechatronik wird grundsätzlich interdisziplinär an mehreren Fakultäten bedient und kann an der Fakultät Verkehrswissenschaften in der Fachrichtung „Kraftfahrzeugtechnik oder Schienenfahrzeugtechnik“ vertieft werden. Lehrinhalte des Instituts für Wirtschaft und Verkehr können Studierende der Fakultät Wirtschaftswissenschaften in ihr Studium aufnehmen.
Die Fakultät besitzt das Recht zur Promotion. Sie kann die akademischen Grade Doktor-Ingenieur und doctor rerum politicarum verleihen.
Studierenden- und Mitarbeiterzahl Jahr MitarbeiterRalf Haase: Die Dresdner Schule der Deutschen Verkehrswissenschaften. Dresden, 2010, ISBN 978-3-86780-193-5 – Zahlen bis 2010. Studierendegesamt Studierende DiplomVerkehrsingenieurwesen Studierende Bachelor/Master/DiplomVerkehrswirtschaft Studierende MasterBahnsystemingenieurwesen1992Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 1995 (Entwurf) (PDF; 508 kB), S. 14.23721921993272171819942331420199522510911996Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 1996 (PDF; 461 kB), S. 13.2169771997Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 1997 (PDF; 248 kB), S. 14.1709561998Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 1998 (PDF; 674 kB), S. 13.17010731999Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 1999 (PDF; 691 kB), S. 13.17011844187662000Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2000 (PDF; 703 kB), S. 12.16511874597282001Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2001 (PDF; 686 kB), S. 14.17312675557122002Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2002 (PDF; 599 kB), S. 13.16312826246582003Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2003 (PDF; 696 kB), S. 14.16312866696172004Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2004 (PDF; 555 kB), S. 14.15513937636302005Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2005 (PDF; 721 kB), S. 1713915368916452006Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2006 (PDF; 499 kB), S. 13.16116099426672007Technische Universität Dresden (Hrsg.) Statistischer Jahresbericht 2007 (PDF; 1,0 MB), S. 14.16016249746502008Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2008 (PDF; 3,1 MB), S. 14.156171199171912009Technische Universität Dresden (Hrsg.): Statistischer Jahresbericht 2009 (PDF; 4,1 MB), S. 14.147187310568051220101491881994856312011Kontaktmesse Verkehr: Messeguide 2011214311021005362012Technische Universität Dresden (Hrsg.): (PDF;), S. 14.1531807912853762013167175093171510420141611662874680108201516715537436231092016159138367354591201715512356244459920181571153557408119201915210597233361492020152104173131018120211609626952671852022159926647279171
Im Oktober 2025 begannen knapp 250 Studenten in Bachelor- bzw. Masterstudium an der Fakultät.
Gliederung Als einzige rein den Verkehrswissenschaften gewidmete Fakultät im deutschsprachigen Raum obliegt der Fakultät die ganzheitliche und komplexe wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Verkehrswissenschaften. Ihre Struktur deckt nahezu alle Gebiete des Verkehrswesens ab; nicht vertreten ist der Verkehrszweig der Schifffahrt.
Die Fakultät gliedert sich in sechs Institute, auf die sich 27 Lehrstühle der Fakultät verteilen, sowie drei institutsungebundene Lehrstühle.
Institut für Bahnfahrzeuge und Bahntechnik Am Institut für Bahnfahrzeuge und Bahntechnik liegt der Fokus der Forschung und Lehre der Fahrzeugtechnik auf spurgeführten Fahrzeugen. Spezieller Gegenstand sind Fahrzeugmodellierung und -simulation sowie elektrische Antriebe und Bahnversorgung. Auch das Institut für Bahnfahrzeuge und Bahntechnik wendet sich in der Lehre umfangreich an Studierende des Maschinenbaus, der Mechatronik und der Elektrotechnik. Es trägt daneben die Spezialisierungsrichtung Planung und Betrieb Elektrischer Verkehrssysteme im Studiengang Verkehrsingenieurwesen.Institut für Bahnfahrzeuge und Bahntechnik
Institut für Bahnsysteme und Öffentlichen Verkehr