Das FFH-Gebiet Staatsforst Langwedel-Sören ist ein NATURA 2000-Schutzgebiet in Schleswig-Holstein im Kreis Rendsburg-Eckernförde in den Gemeinden Sören, Dätgen, Hoffeld und Langwedel. Es liegt im Bereich der naturräumlichen Haupteinheit Westensee (Objekt-ID 726) die wiederum Teil der Naturräumlichen Großregion 2. Ordnung Schleswig-Holsteinisches Hügelland ist.
Das FFH-Gebiet Staatsforst Langwedel-Sören hat eine Fläche von 278 Hektar. Die größte Ausdehnung liegt in Nordostrichtung und beträgt 4,12 Kilometer. Das Gelände steigt nach Nordosten leicht an. Die höchste Erhebung mit 56,8 Meter über NN befindet sich am Nordostrand des FFH-Gebietes, der niedrigste Bereich liegt mit 29 Meter über NN an der Südspitze beim Waldgraben. links|mini|Bild 1: FFH-Gebiet Staatsforst Langwedel-Söhren um 1800Das FFH-Gebiet liegt auf einer Grundmoräne der Weichsel-Kaltzeit und besteht zu mehr als neun Zehnteln aus Laubwald, siehe Diagramm 1. Das kuppige Gelände ist von zahlreichen Bächen und Entwässerungsgräben durchzogen und beherbergt in seinen Mulden viele Tümpel und Teiche, die in trockenen Jahren oft austrocknen. Beim FFH-Gebiet Staatsforst Langwedel-Sören handelt es sich um einen historischen Waldstandort, der bereits in dänischer Zeit als „Königlich Blumenthaler Gehege“ nördlich des Forsthauses und als „Königlich Hoffelder Gehege“ westlich des Forsthauses bestanden hat, wie Karten der Preußischen Landaufnahme von 1879 zeigen, siehe auch Bild 1.
Das FFH-Gebiet wird nach Norden in die Seebek und den Zuckerwiesengraben, nach Westen in den Waldgraben und nach Osten in den Mühlenbach entwässert. Deren Wasser fließt schließlich über die Olendieksau bei Langwedel in den Brahmsee.
FFH-Gebietsgeschichte und Naturschutzumgebung Der NATURA 2000-Standard-Datenbogen (SDB) für dieses FFH-Gebiet wurde im Mai 2004 vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) des Landes Schleswig-Holstein erstellt, im September 2004 als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) vorgeschlagen, im November 2007 von der EU als GGB bestätigt und im Januar 2010 national nach § 32 Absatz 2 bis 4 BNatSchG in Verbindung mit § 23 LNatSchG als besonderes Erhaltungsgebiet (BEG) bestätigt. Der SDB wurde zuletzt im Mai 2017 aktualisiert. Der Managementplan für das FFH-Gebiet wurde am 3. Februar 2014 veröffentlicht.
Das LLUR hat noch keine Institution mit der Gebietsbetreuung des FFH-Gebietes Staatsforst Langwedel-Sören gem. § 20 LNatSchG beauftragt (Stand Februar 2022).
Das FFH-Gebiet ist Teil des Naturparks Westensee und der Landschaft Westensee und Oberes Eidertal, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) zu den bedeutsamen Landschaften in Deutschland gezählt wird.
FFH-Erhaltungsgegenstand
Laut Standard-Datenbogen vom Mai 2017 sind folgende FFH-Lebensraumtypen (LRT) und Arten für das Gesamtgebiet als FFH-Erhaltungsgegenstände mit den entsprechenden Beurteilungen zum Erhaltungszustand der Umweltbehörde der Europäischen Union gemeldet worden (Gebräuchliche Kurzbezeichnung (BfN)): FFH-Lebensraumtypen nach Anhang I der EU-Richtlinie:
9110 Hainsimsen-Buchenwälder (Gesamtbeurteilung C)
9130 Waldmeister-Buchenwälder (Gesamtbeurteilung B) Arten gemäß Artikel 4 der Richtlinie 2009/147/EG und Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG und diesbezügliche Beurteilung des Gebiets:
1166 Kammmolch (Gesamtbeurteilung B)
Für die Art Kammmolch gibt es in dem Gebiet einen guten Erhaltungszustand und eine gute Gesamtbewertung.
FFH-Erhaltungsziele Aus den oben aufgeführten FFH-Erhaltungsgegenständen werden als FFH-Erhaltungsziele von besonderer Bedeutung die Erhaltung folgender Lebensraumtypen und Arten im FFH-Gebiet vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein erklärt: 9110 Hainsimsen-Buchenwälder 9130 Waldmeister-Buchenwälder 1166 Kammmolch
FFH-Analyse und Bewertung
Das Kapitel FFH-Analyse und Bewertung im Managementplan beschäftigt sich unter anderem mit den aktuellen Gegebenheiten des FFH-Gebietes und den Hindernissen bei der Erhaltung und Weiterentwicklung der FFH-Lebensraumtypen. Die Ergebnisse fließen in den FFH-Maßnahmenkatalog ein.
Die Gesamtbeurteilung der FFH-Lebensraumtypen im Gebiet ist bezogen auf den Flächenanteil aller FFH-Lebensraumtypen zu einem Drittel mit einem guten Gesamturteil (B) und zu zwei Dritteln mit schlechter als gut bewertet worden, siehe Diagramm 3. Diese Daten entstammen dem aktuellen SDB vom Mai 2017.
Dies weicht von der aktuellen Biotopkartierung des Landes Schleswig-Holstein ab, siehe Tabelle 1. Danach verringert sich die LRT-Fläche um 11 Hektar und der Anteil mit der Gesamtbeurteilung „gut“ beträgt nur noch knapp 3 % der LRT-Fläche, siehe Diagramm 4.
Die Biotopkartierung enthält zudem den weiteren FFH-Lebensraumtyp 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut oder Froschbiss-Gesellschaften, der nicht im SDB erwähnt ist. Hierbei handelt es sich um acht Kleingewässer im FFH-Gebiet.
Daneben gibt es im FFH-Gebiet 63 weitere Kleingewässer, die den Status eines gesetzlich geschützten Biotopes haben, siehe Tabelle 2.
+Tabelle 1: Angaben zu Flächengröße, Erhaltungszustand bzw. Gesamtbeurteilung der FFH-Lebensraumtypen im FFH-Gebiet Staatsforst Langwedel-SörenFFH-LRTMonitoring 2007–2011 [ha]Erhaltungs- zustandSDB Mai 2017 [ha]Gesamt- beurteilungBiotopkartierung Stand Februar 2022 [ha]Gesamt- beurteilung9110 25 - 6,8 B2,45B9110 - -18C22,37C9130 - -142,4C200,86C9130 253 B 74,1 B3,74B3150 - - - -0,66CSumme278 -241,3 -230,08 -
Fast das gesamte FFH-Gebiet befindet sich im Besitz der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten A.ö.R. Neben den Flächen, die als LRT ausgewiesen sind, gibt es Flächen, die zusätzlich den Status eines gesetzlich geschützten Biotops haben, sowie Flächen, die nur den Status als gesetzlich geschütztes Biotop haben, siehe Tabelle 2.
Tabelle 2: FFH-Lebensraumtypen und gesetzlich geschützte Biotope im FFH-Gebiet Staatsforst Langwedel-Sören (Stand Februar 2022) Lfd.