Hohersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf des Regierungsbezirks Oberpfalz im Freistaat Bayern.
Geografie Der Weiler Hohersdorf liegt 4,8 Kilometer nördlich von Schmidgaden und 2,3 Kilometer nördlich der Bundesautobahn 6 auf dem Nordufer des Krumbachs. Der Krumbach mündet 2,8 Kilometer südöstlich von Hohersdorf in den Hüttenbach. Der Hüttenbach ist 19,7 Kilometer lang und trägt die Gewässerkennzahl 14722. Er entspringt am Südwesthang des 667 Meter hohen Buchberges, fließt in Richtung Südosten und mündet bei Schwarzenfeld in die Naab. Die Umgebung von Hohersdorf ist von Quellen und Bächen geprägt, deren Wasser in zahlreichen Fischweihern genutzt wird.
Geschichte 11. bis 18. Jahrhundert Hohersdorf (auch: Hahartesdorf, Hocherstorf, Hochersdorf, Hohenstorf) gehört zu den Dorf-Orten, die bei der deutschen Besiedelung des Nabburger Landes vom 9. bis zum 11. Jahrhundert entstanden.
5 Güter in Hohersdorf gehörten zum Besitz des Klosters Ensdorf. Sie wurden im Zusammenhang mit der Erwerbung eines Gutes von Gerungi de Aschaha im Jahr 1143 durch das Kloster Ensdorf erwähnt. In den Jahren 1410 und 1500 gab es 10 Erbrechtsübergaben in Zusammenhang mit Ensdorf.
Hohersdorf wurde im Salbuch von 1413 erwähnt mit einer Steuer von ½ Pfund Pfennig zu Walpurgis und ½ Pfund Pfennig zu Michaelis. Im Salbuch von 1473 wurde Hohersdorf mit einer Steuer von 6 Schilling und 1 Achtel Hafer aufgeführt. Im Salbuch von 1513 war Hohersdorf mit einem Geldzins zu Walpurgis und Michaelis von 5 Höfen und einem jährlichen Jägergeld von 5 Höfen verzeichnet. Im Amtsverzeichnis von 1596 erschien Hohersdorf mit 6 ganzen Höfen. Im Türkensteueranlagsbuch von 1606 waren für Hohersdorf 5 Höfe, 1 Pferd, 12 Ochsen, 13 Kühe, 7 Rinder, 3 Schweine, 4 Kälber, 79 Schafe, 2 Frischlinge und eine Steuer von 20 Gulden und 21½ Kreuzer eingetragen.
Während des Dreißigjährigen Krieges erlebte die Region einen Bevölkerungsrückgang. 1500, 1523, 1583 und 1631 hatte Hohersdorf 5 Untertanen, 1658 und 1712 hatte es 4 Untertanen. Die Kriegsaufwendungen von Hohersdorf betrugen 1057 Gulden.
Im Herdstättenbuch von 1721 erschien Hohersdorf mit 6 Anwesen, 6 Häusern und 6 Feuerstätten. Im Herdstättenbuch von 1762 mit 5 Herdstätten, 1 Inwohner und 1 Hirtenhaus mit 1 Inwohner. 1792 hatte Hohersdorf 5 hausgesessene Amtsuntertanen. 1808 gab es in Hohersdorf 5 Anwesen, ein Hirtenhaus.
19. und 20. Jahrhundert 1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Hohersdorf kam zur Obmannschaft Rottendorf. Zur Obmannschaft Rottendorf gehörten: Rottendorf, Hohersdorf, Legendorf, Inzendorf, Kadermühle und Grimmerthal.
Dann wurden 1811 in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Dabei kam Hohersdorf zum Steuerdistrikt Rottendorf. Der Steuerdistrikt Rottendorf bestand aus den Dörfern Rottendorf und Hohersdorf und der Einöde Grimmerthal und den königlichen Waldungen Pfarrschlag und Sizabu. Er hatte 36 Häuser, 230 Seelen, 150 Morgen Äcker, 50 Morgen Wiesen, 60 Morgen Holz, 1 Weiher, 12 Morgen öde Gründe und Wege, 4 Pferde, 40 Ochsen, 26 Kühe, 36 Stück Jungvieh, 66 Schafe und 20 Schweine.
1818 wurde mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Hierbei kam Hohersdorf zur Ruralgemeinde Rottendorf. Die Gemeinde Rottendorf bestand aus den Ortschaften Rottendorf mit 38 Familien, Hohersdorf mit 8 Familien, Grimmerthal mit 1 Familie, Wolfsbach mit 16 Familien, Rödlmühle mit 2 Familien, Zißlmühle mit 2 Familien und Littenhof mit 10 Familien. Im Januar 1972 wurde die Gemeinde Rottendorf in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert.
Hohersdorf gehört zur Pfarrei Rottendorf im Dekanat Nabburg. 1997 gab es in Hohersdorf 38 Katholiken.
Einwohnerentwicklung ab 1819 + 1819–1913 Jahr Einwohner Gebäude 1819 8 Familien k. A. 1828 40 7 1838 40 7 1864 57 26 1875 51 30 1885 45 7 1900 41 7 1913 41 6
+ 1925–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1925 43 6 1950 55 6 1961 51 7 1964 51 7 1970 48 k. A. 1987 38 8 2011 45 k. A.
Literatur Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Weblinks
Hohersdorf, Luftaufnahme Hohersdorf
Einzelnachweise Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 90 Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525 zum Download als PDF, 13 MB: online als PDF bei heimatforschung-regensburg.de. Abgerufen am 29. Januar 2022. Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 20 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 49 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 72 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 75 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 86 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 96 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 401 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 414 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 428 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 437
Zensus 2011 bei zensus2011.de. Abgerufen am 4. Februar 2022. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 613 Hohersdorf bei Bayernatlas. Abgerufen am 12. Februar 2022. Hohersdorf bei bavarikon.de. Abgerufen am 12. Februar 2022. Hohersdorf bei schmidgaden.de. Abgerufen am 12. Februar 2022.
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