mini|Katholische Filialkirche Beatae Mariae Virginis
Ehrl ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Ehrl hat eine Fläche von 2,898 km². Sie ist in 412 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7034 m² haben.
Geografie Das Kirchdorf liegt auf freier Flur am Ellernbach, dem rechten Oberlauf des Leitenbachs zwischen dem Tirschental () im Nordwesten und dem Schlappenreuther Berg () im Südosten, beides Erhebungen der Fränkischen Alb. Die Staatsstraße 2210 führt nach Burgellern (1,3 km südwestlich) bzw. nach Stübig (1,8 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt 0,7 km westlich zu einer Gemeindeverbindungsstraße, die südlich nach Burgellern und nördlich nach Pausdorf verläuft.
Ellerbach Auf einer Brücke über den Ellerbach steht eine Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk aus dem Jahr 1981. Der Sockel trägt die Inschrift „Liebe überwindet Gewalt“.
Der Stelzenläufer am Ellerbach erinnert an den Spitznamen Bachstelzer. Als der Bach noch flache Ufer hatte, überquerte man das Wasser mit Hilfe von Stelzen. Der Gedenkstein erinnert auch an das Alter des Ortes (750 Jahre) und an die früheren Herrschaften Dompropstei und Kloster Langheim.
Geschichte Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ehrl aus 43 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus mit Ausnahme der Lehen des Dompropsteiamtes Burgellern, hier übte dieses das Hochgericht in begrenztem Umfang aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten das Amt Scheßlitz und das Dompropsteiamt Burgellern gemeinsam. Grundherren waren die Hofkanzlei Bamberg: 2 Sölden; das Amt Scheßlitz: 13 Sölden, 1 Mühle; das Dompropsteiamt Burgellern: 1 Hof mit Tropfhäuslein, 12 Sölden, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht; die Kloster Langheim: 1 Hof, 1 Halbhof, 6 Sölden, 1 Gütlein, 1 Mühle, 2 Tropfhäuser.W. Weiß: Bamberg, S. 119.
Im Jahre 1802 kam Ehrl an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Ehrl dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Burgellern zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ehrl. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 8 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Buchau. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).W. Weiß: Bamberg, S. 240. 1875 wurde die Schreibweise des Ortes in die heutige Form „Ehrl“ geändert. 1964 hatte die Gemeinde eine Fläche von 2,900 km².
Am 1. Mai 1978 wurde Ehrl im Zuge der Gebietsreform in Bayern zunächst nach Scheßlitz eingemeindet.
Baudenkmäler In Ehrl gibt es 20 Baudenkmäler: Haus Nr. 5, 6, 14: Wohnstallbauten Haus Nr. 7, 8, 10, 12, 19: Bauernhäuser Haus Nr. 11: Gasthaus Fleischmann Haus Nr. 15: Wohnhaus mit Stall und Einfriedung Haus Nr. 17: Mühle mit Fachwerknebengebäude Haus Nr. 17: Katholische Filialkirche Beatae Mariae Virginis Haus Nr. 18: Ehemalige Schule Haus Nr. 20: Stadel Haus Nr. 23: Wohnhaus drei Bildstöcke, eine Marter, ein Kruzifix
Bodendenkmäler In der Gemarkung Ehrl gibt es ein Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900Einwohner 143 182 174 175 173 175 181 184 192 171 150 163 152HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 30 27 29 30 30Quelle
Jahr 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2025Einwohner 156 152 132 144 133 139 195 189 171 151 142 120 109Häuser 29 27 29 29 Quelle
Religion Ehrl ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Scheßlitz) gepfarrt.
Bilder
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ortsteil von Scheßlitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)