mini|hochkant|Früher Untergattung Allardtia, aber Untergattung Tillandsia: Illustration von Tillandsia acuminata mini|hochkant|Untergattung Anoplophytum: Illustration von Tillandsia pohliana mini|hochkant|Untergattung Diaphoranthema: Illustration von Tillandsia virescens mini|hochkant|Untergattung Phytarrhiza: Illustration von Tillandsia mallemontii mini|hochkant|Untergattung Tillandsia: Illustration von Tillandsia leucolepis mini|hochkant|Illustration von Tillandsia andrieuxii

Dieser Artikel behandelt die Systematik der Gattung Tillandsien (Tillandsia). Die 742 bis fast 800 Tillandsia-Arten mit 152 Subtaxa (Stand 2025) kommen nur in der Neotropis vor.

Die Gattung Tillandsia gehört zur Tribus Tillandsieae in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie Bromeliengewächse (Bromeliaceae). 1753 wurde die Gattung Tillandsia durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 286 aufgestellt. Synonyme für Tillandsia sind: Acanthospora , Allardtia , Amalia , Anoplophytum , Bonapartea , Buonapartea , Caraguata , Camanbaya , Dendropogon , Diaphoranthema , Misandra , Platystachys , Phytarrhiza , Pityrophyllum , Platystachys , Renealmia , Strepsia , Viridantha (Stand 2015); einige davon werden als Namen für Untergattungen verwendet.

In diesem Jahrhundert wurde die Tribus Tillandsieae mehrmals neu bearbeitet. Der Umfang der Gattungen wird kontrovers diskutiert. Es zeigt sich in den phylogenetischen Untersuchungen und auch in morphologischen Vergleichen, dass besonders die Gattung Tillandsia im bisherigen Umfang nicht monophyletisch ist. Es wurden 2016 durch Barfuss et al. erneut Arten in neue Gattungen ausgegliedert. Dabei wurden 21 Arten und eine Hybride in die neuen Gattungen Barfussia , Josemania , Lemeltonia , Pseudalcantarea und Wallisia gestellt.

Gemeinsam ist allen Tillandsia-Arten, dass die Kelchblätter symmetrisch sind (darin unterscheiden sie sich von anderen Gattungen der Unterfamilie Tillandsioideae). Da die Unterscheidung schwierig ist, wurden manche Tillandsia-Arten als Vriesea beschrieben und umgekehrt. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Gattungen ist, dass Vriesea Schüppchen (Ligulae) an der Basis der freien Kronblätter besitzen und Tillandsia nicht.

Untergattungen Früher wurde eine siebte Untergattung Pseudocatopsis geführt. Ihre etwa 62 Arten sind aber in die 1993 aufgestellte Gattung Racinaea ausgegliedert. Ihre Kelchblätter sind asymmetrisch.

Die Gattung Tillandsia gliederte sich vor 2016 in sechs Untergattungen; ihr Umfang wurde seither verändert, man unterscheidet sie wie folgt:

Untergattung Aerobia : Sie enthält etwa 53 Arten.

Untergattung Allardtia : Die Staubblätter sind kürzer oder so lang wie Blütenkronblätter. Die Staubfäden (Filamente) sind gerade. Der Griffel ist schlank und viel länger als der Fruchtknoten. Die etwa 200 Arten sind meist mesophytisch. Es ist 2025 keine Untergattung mehr; ihre Arten gehören zur Untergattung Tillandsia.

Untergattung Anoplophytum : Die Kronblätter sind genagelt. Die Staubblätter sind so lang wie Blütenkronblätter. Die Staubfäden sind oft stark gefaltet. Der Griffel ist dünn und länger als der Fruchtknoten. Sie enthält etwa 53 Arten.

Untergattung Diaphoranthema : Die Staubblätter sind kürzer als die schmalen Blütenkronblätter. Der Griffel ist kurz und dick. Die etwa 31 Arten bleiben meist relativ klein. Sie sind meist xerophytisch.

Untergattung Phytarrhiza : Die Kelchblätter sind frei oder selten an ihrer Basis sehr kurz verwachsen. Die Platten der Kronblätter sind breit. Die Staubblätter sind kürzer als die breiten Blütenkronblätter. Der Griffel ist kurz und dick. Die Narbe ist korallenförmig (nur bei dieser Untergattung so und bei keinen anderen Taxa der Bromeliaceae). Von den etwa 21 Arten ist etwa die eine Hälfte mesophytisch und die andere xerophytisch.

Untergattung Pseudalcantarea : Sie hat seit 2016 den Rang einer Gattung Pseudalcantarea . Die mehr oder weniger sitzenden Blüten sind schwach zygomorph. Die Kronblätter sind fast ausgebreitet, weich und hängen früh schlaff. Die Staubblätter und Griffel ragen aus der Blüte heraus. Alle Arten sind mesophytisch. Die Bestäubung erfolgt durch nachtaktive Tiere. Es sind nur zwei bis fünf Arten (der Umfang wird kontrovers diskutiert): Bei allen Autoren sind Tillandsia baliophylla sowie Tillandsia viridiflora in dieser Tribus. Bei einigen Autoren gehören Tillandsia grandis sowie Tillandsia paniculata und manchmal ordnet man Tillandsia heterophylla hier ein. Sie stellen eine ursprüngliche Verwandtschaftsgruppe innerhalb der Gattung Tillandsia dar.

Untergattung Tillandsia (Syn.: Allardtia ): Die Kelchblätter sind höchsten an ihrer Basis verwachsen. Die breiten Kronblätter sind aufrecht. Die Staubblätter und der schlanke Griffel ragen aus der Blüte heraus. Die Bestäubung erfolgt meist durch Vögel. Die 200 bis 269 bis 442 Arten sind meist mehr oder weniger stark xerophytisch.

2016 wurden durch Barfuss et al. auch zwei neue Untergattungen aufgestellt.

Untergattung Viridantha : Es wurde 2002 versucht, sie als Gattung Viridantha aus der Gattung Tillandsia auszugliedern. Die 2016 etwa sieben Arten kommen in Mexiko vor: Tillandsia atroviridipetala , Tillandsia curvifolia , Tillandsia ignesiae , Tillandsia lepidosepala , Tillandsia mauryana , Tillandsia plumosa und Tillandsia tortilis . 2025 sind es etwa 30 Arten. Diese mexikanischen Arten wurden 2002 aus der Untergattung Allardtia ausgegliedert und besitzen grüne Kronblätter.Adolfo Espejo-Serna: Viridantha, un género nuevo de Bromeliaceae (Tillandsioideae) endémico de México. In: Acta Botánica Mexicana, Nummer 60, 2002, S. 25–35.

Untergattung Pseudovriesea : Sie wurde 2016 aufgestellt. Die etwa 42 Arten sind hauptsächlich in den nördlichen sowie zentralen Anden verbreitet; einige Arten reichen auch bis Bolivien, östliches Venezuela, Zentralamerika und es gibt auch Arten auf karibischen Inseln.

Arten und ihre Verbreitung Es gibt etwa 742 Arten und Naturhybriden in der Gattung Tillandsien (Tillandsia). Wenn man die Unterarten, Varietäten und Formen mit aufführt wie hier sind es über 800 Taxa (Stand 2025).

mini|hochkant|Habitus und Blütenstand mit blauen Blüten von Tillandsia aeranthos mini|hochkant|Habitus und rote Blüten von Tillandsia albertiana mini|hochkant|Habitus und Blütenstand mit weißlichen Blüten von Tillandsia albida mini|hochkant|Grasartiger Habitus mit dünnen Laubblättern und Blütenstände mit weißen Blüten von Tillandsia alvareziae mini|hochkant|Habitus, Laubblätter und Blütenstand mit blauen Blüten von Tillandsia andrieuxii mini|hochkant|Weißen Blüten von Tillandsia araujei mini|hochkant|Tillandsia arequitae im Habitat mini|hochkant|Tillandsia australis im Habitat

A

Tillandsia abbreviata : Sie kommt in Kolumbien vor. Sie wurde 1980 anhand eines kultivierten Exemplars erstbeschrieben und ein Fundort ist nicht bekannt. Tillandsia achyrostachys : Sie ist in Mexiko verbreitet. Tillandsia acuminata : Sie ist nur vom Typusstandort in einem dichten Regenwald in einer Höhenlage von etwa 2100 Meter in den Bergen oberhalb der Hacienda Cincinnati im kolumbianischen Distrikt Santa Marta bekannt. Tillandsia adamsii : Dieser Endemit kommt auf Jamaika in nur in den Gemeinden Trelawny und St. James vor. Sie gedeiht an Kalksteinwänden oder seltener epiphytisch in Höhenlagen von 609 bis 670 Metern. Tillandsia adpressiflora : Sie gedeiht terrestrisch sowie epiphytisch in Savannen und an Waldrändern in Höhenlagen von 100 bis 475 Metern in Kolumbien, Venezuela, Suriname, Französisch-Guyana, nördlichen Brasilien sowie im peruanischen Departamento Loreto. Tillandsia aequatorialis : Dieser Endemit gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von 1000 bis 2200 Metern nur in der ecuadorianischen Provinz Loja. Tillandsia aeranthos (Syn.: Tillandsia aeranthos var. major , Tillandsia dianthoidea , Tillandsia stricta sensu , Tillandsia bicolor , Tillandsia aeranthos , Tillandsia unca , Tillandsia microxiphion ): Es ist kein Herbarmaterial bekannt, das als Typusmaterial verwendet wird, sondern es gibt nur die Illustration zusammen mit der Erstbeschreibung von 1943. Tillandsia aeranthos var. aeranthos: Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Santa Catarina sowie Rio Grande do Sul, in Paraguay, Uruguay und Argentinien vor. Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern meist in geringen Höhenlagen. Tillandsia aeranthos var. aemula : Es liegen nur Informationen zum Standort des Typusmateriales im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul vor. Tillandsia aeranthos var. alba : Es liegen nur Informationen zum Standort des Typusmateriales im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul vor. Tillandsia aeranthos var. albeobracteata : Es liegen nur Informationen zum Standort des Typusmateriales im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul vor. Tillandsia aeranthos var. flava : Es liegen nur Informationen zum Standort des Typusmateriales im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul vor. Tillandsia aeranthos var. rosea : Es liegen nur Informationen zum Standort des Typusmateriales im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul vor. Tillandsia afonsoana : Sie gedeiht zusammen mit Dyckia- und Kaktus-Arten nur im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul. Tillandsia aguascalientensis : Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Aguascalientes vor. Tillandsia aizoides : Sie kommt in den argentinischen Provinzen Salta, Catamarca, Tucumán, Santiago del Estero, La Rioja, San Luis sowie Córdoba vor. Tillandsia albertiana : Sie gedeiht auf Felsen und an Felswänden nur in der argentinischen Provinz Salta. Tillandsia albida : Sie kommt in Höhenlagen von 1300 bis 1500 Metern nur im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo vor. Tillandsia alcatrazensis : Die Erstbeschreibung erfolgte 2023 aus dem brasilianischen Bundesstaat São Paulo. Sie gedeiht meist lithophytisch auf Granitfelsen, selten auch epiphytisch. Tillandsia alfredo-laui : Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo vor. Tillandsia altochicamochae : Die Erstbeschreibung erfolgte 2025 aus dem kolumbianischen Boyacá. Sie gedeiht epiphytisch in Nebelwäldern in Höhenlagen von 2700 bis 3500 Metern. Tillandsia altomayoensis : Die Erstbeschreibung erfolgte 2019 in Die Bromelie. Sie wurde bisher nur epiphytisch wachsend in einem Bergwald in einer Höhenlage von etwa 1650 Metern im peruanischen San Martin gefunden. Tillandsia alvareziae (Syn.: Tillandsia alvarezii ): Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Veracruz vor. Tillandsia amicorum : Sie gedeiht epiphytisch in feuchten Wäldern in Höhenlagen von 1000 bis 1200 Metern in Venezuela nur im Bundesstaat Yaracuy. Tillandsia anatuitoensis : Die Erstbeschreibung erfolgte 2025 aus dem mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Sie gedeiht epiphytisch in Tiefland-Eichenwäldern subtropischen Wäldern an der Pazifikküste in Höhenlagen von 390 bis 1640 Metern. Tillandsia andicola : Sie kommt in den argentinischen Provinzen in Catamarca, Mendoza sowie Provinz Buenos Aires vor. Tillandsia andreana : Sie ist wohl nur vom Typusstandort am Rio de la Honda nahe der Brücke von Icononzo, Pandi im Departamento Cundinamarca in Kolumbien bekannt. Tillandsia andreettae (Syn.: Vriesea andreettae ): Sie gedeiht in Höhenlagen von 95 bis 250 Metern in Kolumbien sowie Venezuela nur im Bundesstaat Amazonas. Tillandsia andrieuxii : Sie gedeiht in feuchten Kiefern- und Mischwäldern in Höhenlagen von 1800 bis 2900 Metern in den mexikanischen Bundesstaaten Hidalgo, Puebla, Oaxaca sowie México. Tillandsia angulosa : Sie kommt nur in der argentinischen Provinz Mendoza vor. Tillandsia antillana : Sie kommt auf Guadeloupe und in nur Jamaika nur in St.-Elizabeth vor. Tillandsia appenii : Sie kommt in Ecuador sowie Peru vor. Tillandsia araujei : Tillandsia araujei var. araujei: Sie kommt nur in den brasilianischen Bundesstaaten Guanabara, São Paulo sowie Rio de Janeiro vor. Tillandsia araujei var. minima : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro vor.